Rückblick 2024 – Historische Entscheidungen, klare Positionen und Weichen Richtung Zukunft

2024 war ein Jahr voller Bewegung, Wandel und Entscheidungen im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Ein paar Schlaglichter lassen es noch einmal lebendig werden und geben gleichzeitig einen Ausblick auf das, was weitergeht, und das, was kommt.

Die Wahl zur Doppelspitze im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch setzte auch deutschlandweit ein deutliches Zeichen für neue Wege in der kirchlichen Leitung:

Ein weiterer historischer Schritt war die Fusion des Kirchenkreises Köln-Süd mit den Kirchenkreisen Köln-Nord und -Mitte:

Auch der Kirchenkreis Köln-Mitte stimmte auf seiner Kreissynode für die Fusion mit den Kirchenkreisen in Köln-Nord und Köln-Süd:

Der Ökumenische Schweigegang hat einmal mehr deutlich gemacht, dass wir uns gemeinsam entschieden gegen Antisemitismus, Hass und Hetze stellen:

 

In diesem Jahr wurde auch die Grundsteinlegung für das Leuchtturmprojekt Campus Kartause gefeiert, denn die zentralen Bildungseinrichtungen des Evangelischen Kirchenverbands werden ab 2026 am Kartäuserwall gebündelt:

 

Bei der Versammlung der Verbandsvertretung im Herbst ist Stadtsuperintendent Bernhard Seiger mit großer Mehrheit im Amt bestätigt worden:

Seit dem 1. Januar ist Stephan Neugebauer Geschäftsführer und damit auch Verwaltungsleiter des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region:

Vor kurzem haben wir die ersten Briefe und Karten im Rahmen unseres neuesten Projekts zur Mitgliederbindung versendet und die neue Webseite www.kirche.me gestartet:

Innovativ ist auch das neue Segensbüro, das im April eröffnet wurde:

Zum ersten Mal fand in diesem Jahr ein Camp für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Konfi-Cup statt:

 

Text: APK
Foto(s): APK

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Vortrag über evangelisches Bauprojekt: Archäologische Funde auf dem Gebiet des Campus Kartause 

Der wahrscheinlich spektakulärste Fund war eine 70 Kilogramm schwere Bombe mit 34 Zentimeter Durchmesser aus der Franzosenzeit. Die wurde von der Revolutionsarmee bei Belagerungen eingesetzt, um Mauern zu brechen. Sie konnte von einem Mörser abgeschossen 1300 Meter weit fliegen. Wahrscheinlich hat man die mitgebracht, um die Kölner Stadtmauer zu überwinden. Zum Einsatz kommen musste sie nicht. Die Kölner öffneten den Franzosen freiwillig die Stadttore.

Archäologische Funde aus zwei Jahrtausenden präsentierte Gregor Wagner, Abteilungsleiter Bodendenkmalpflege im Römisch-Germanischen Museum in Köln, bei einem Vortrag im Haus der Evangelischen Kirche. Wagner und seine Mitarbeitenden haben auf der Baustelle gegraben, bevor die Bauarbeiten für den Campus Kartause in der Kölner Südstadt begannen. Am Kartäuserwall sollen ab Ende 2026 die Melanchthon-Akademie, die Evangelische Familienbildungsstätte, das Evangelische Jugendreferat, das Schulreferat, das Pfarramt für Berufskollegs und ein Teil der Verwaltung der linksrheinischen Kirchenkreise ein neues Zuhause finden. Darüber hinaus sind Wohnungen und ein Studierendenwohnheim geplant. Die zentralen Bildungseinrichtungen des Evangelischen Kirchenverbands werden am Kartäuserwall gebündelt. 50 Prozent der Wohnfläche des Campusgeländes ist öffentlich gefördert. Der Grundstein wurde im November gelegt.

„Es handelt sich um die bisher größte Klostergrabung in Köln“

Nun werten die Archäologen und Archäologinnen die Funde aus. Bebaut wird das Gelände des ehemaligen Kartäuserklosters. „Es handelt sich um die bisher größte Klostergrabung in Köln“, erklärte Wagner. Man ist auch auf römische Gräber gestoßen und hat kleine Grabbeigaben wie etwa Lampen entdeckt. Es hat also schon lange vor der Gründung des Klosters in römischer Zeit dort Besiedelung gegeben. Freigelegt wurde ein Ausschnitt der Bebauung des an dieser Stelle 1334 gegründeten Kartäuserklosters St. Barbara. Aber man ist auch auf veränderte Baustrukturen der nach Räumung des Klosters folgenden militärischen Nutzungen des Geländes in französischer und preußischer Zeit gestoßen.

Wagner erinnerte an den Großen Kreuzgang des Klosters, an den sich die quadratischen zweigeschossigen Häuser der Kartäusermönche anschlossen. Die Mönche verfügten über eine Studierstube, eine Schlafstatt und einen Raum, um ein Handwerk auszuüben. Hinter den Häusern lagen Gärten zur Selbstversorgung. Aufbewahrt wurde die Ernte in einem Vorratsraum im Keller unter den Häusern. Nachgewiesen wurden auch Obst- und Weinanbau in der Südstadt. „Auch bei den Kartäusern galt das ,Ora et labora‘ der Benediktiner“, sagte Wagner. Entdeckt wurde ein zentrales Leitungssystem, um die Latrinen zu entleeren. Schächte haben die Mönche gegraben, um Oberflächenwasser abzuleiten. Werkzeuge aus der Kartäuserzeit hat man auch gefunden.

„Die Häuser waren für die damalige Zeit gut ausgebaut für ein Leben in Armut“

„Gesichert ist, dass es in dem Kloster eine Schneiderei gab“, erklärte Wagner. Gefunden hat man Plomben, die man an Stoffe heftete, um deren Echtheit zu gewährleisten. Überraschend war der Fund eines Knochenstücks, aus dem man mit einem Hohlbohrer Rosenkranzkugeln gebohrt hat. Gesichert ist auch eine Bilderbäckerwerkstatt. Bilderbäcker wurden die Kunsthandwerker genannt, die im 16. Jahrhundert eine frühe Form von Souvenirs herstellten. Denn die Figürchen, die bei Pilgern beliebt waren als Erinnerung, Maskottchen oder Devotionalien, kamen aus dem Ofen. Sie waren Massenware. Backen bedeutete in jener Zeit fest machen im Ofen. Der Grabungsleiter zog ein Fazit: „Die Häuser waren für die damalige Zeit gut ausgebaut für ein Leben in Armut.“

„Wir haben angefangen, wo was zu erwarten war“, berichtete Wagner. Hilfreich war der sogenannte Mercatorplan. Der Mercatorplan ist ein von 1570 bis 1571 entstandener Stadtplan der Stadt, den Arnold Mercator gezeichnet hat. Der Plan zeigt eine Grundrissdarstellung mit hochgezeichneten Häuserfassaden. Es handelt sich um den ersten Plan von Köln, der nach geometrischen Grundsätzen entstanden ist. In seiner Genauigkeit war dieser in jener Zeit ungeschlagen, sind in ihm beispielsweise 195 Straßen, 169 Örtlichkeiten inklusive 18 Pfarrbezirken verzeichnet. Selbst Überreste der römischen Stadtmauer sind zu finden. Anhand er Grabungen konnte nachgewiesen werden, dass der Mercatorplan für die Klosteranlage korrekt war.

Als die Franzosen kamen, mussten die Mönche 1794 ihr Kloster Hals über Kopf verlassen. Die Räumlichkeiten wurden in der Folge von den Militärs genutzt. Überbleibsel sind Uniformknöpfe. Die Franzosen haben Gebäude abgerissen. Von den Preußen, die den Franzosen nachfolgten, weiß man, dass sie in einer Halle, die sie neu gebaut haben, Munition hergestellt haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts hat es eine mächtige Explosion gegeben, weil bei der Herstellung Fehler gemacht wurden.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Unsere Wochentipps: Silvestergottesdienst und Neujahrskonzert

Nach den Weihnachtsfeiertagen geht es in unseren Wochentipps direkt weiter mit den nächsten großen Veranstaltungen und Feiern: Wir stellen Silvestergottesdienste und Neujahrskonzerte in Köln und der Region vor.

29.12.2024, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Delling
Versöhnungskirche Bechen, St. Antoniusweg, 51515 Kürten
Verabschiedung von Pfarrer Gebhard von Grumbkow
Gottesdienst in der Versöhnungskirche Bechen
Zur Verabschiedung und Entpflichtung von Pfarrer Gebhard von Grumbkow durch Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Delling am Sonntag, 29. Dezember, 10 Uhr, ein. Der Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus findet in der Evangelischen Versöhnungskirche Bechen, St. Antoniusweg, statt.
www.kirche-delling.de

29.12.2024, 17:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Konzert „Lost in the Stars“
Eine meditative Winterreise zum Jahresende
Klassisches Klavier und Gesang treffen am Sonntag, 29. Dezember, 17 Uhr, in einem Konzert in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, auf elektronische Klangwelten. „Lost in the Stars“ ist eine meditative Winterreise zum Jahresende mit Mylène Kroon (Gesang und Electronica) und Laura Pitz (Klavier). Sie tragen Musik von Fanny Hensel, Nadia Boulanger, Mylène Kroon und Poesie von Mascha Kaléko und Hilde Domin vor. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Künstlerinnen sind willkommen.
www.kartaeuserkirche-koeln.de

31.12.2024, 15:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal
Silvesterkonzert im Altenberger Dom
Evangelischer und katholischer Domorganist spielen gemeinsam an der Orgel
Zum Abschluss des Jahres geben die beiden Domorganisten Andreas Meisner und Rolf Müller am Dienstag, 31. Dezember, 15.30 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, an der Domorgel ein gemeinsames Konzert. Der Eintritt ist frei.
www.dommusik-aktuell.de

31.12.2024, 16:30
Evangelische Kirchengemeinde Ichthys
Gemeindehaus Unter Gottes Gnaden, Zum Dammfelde 37, 50859 Köln-Widdersdorf
Gottesdienst mit Abendmahl
Silvesterkonzert im Gemeindehaus in Widdersdorf
Zu einem besonderen Silvestergottesdienst mit musikalischer Gestaltung durch Julia Diedrich (Klavier), Christiane Kehr-Göbel (Violoncello) und Vanessa N. Schmitz (Querflöte) lädt die Evangelische Kirchengemeinde Ichthys ein. Am Dienstag, 31. Dezember, 16.30 Uhr, wird die „Suite Orientale“ von Mel Bonis im Gemeindehaus „Unter Gottes Gnaden“, Zum Dammfelde 37, aufgeführt.
www.evkirche-ichthys.de

31.12.2024, 22:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
Silvesterkonzert in der Christuskirche
Musik von Mendelssohn-Bartholdys und Guilmants ist zu hören
Am Dienstag, 31. Dezember, 22 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Brühl zu einem Orgelkonzert zum Jahreswechsel in die Christuskirche Brühl, Mayersweg 10, ein. In der vorletzten Stunde des Jahres 2024 erklingt Musik aus der deutschen und französischen Orgelromantik. Auf dem Programm stehen Felix Mendelssohn-Bartholdys Sonate Nr.1 und Alexandre Guilmants Sonate Nr.7. Beide Werke bestehen aus einer eindrucksvollen Mischung von schwungvollen, mitreißenden sowie ruhigen, verträumten Sätzen. Das Konzert dauert eine knappe Stunde. An der Weimbs-Orgel ist Marion Köhler zu hören. Der Eintritt ist frei.
www.kirche-bruehl.de

01.01.2025, 17:00
Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf
Köln-Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln
Neujahrskonzert in Junkersdorf
„Mit der Orgel ins neue Jahr“
Festlich, besinnlich, melancholisch und auch heiter erklingt die Orgel am Mittwoch, 1. Januar, 17 Uhr, in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Junkersdorf, Birkenallee 20. Frank Stanzl lädt zum Neujahrskonzert „Mit der Orgel ins neue Jahr“ an der Muhleisen-Orgel ein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.ev-in-junkersdorf.de

Text: APK
Foto(s): APK/Canva

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Diakoniespende 24/25: Nikolausfeier im Vringstreff – „In erwachsene Kinderaugen blicken“

Wenn ein bunt geschmückter Baum Abraham heißt, der Bischof Nikolaus von Myra in die Kölner Südstadt kommt und das Stimmengewirr nach Gemütlichkeit klingt – dann ist Nikolausfeier im Vringstreff im Severinsviertel. Die Begegnungsstätte Vringstreff im Severinsviertel ist noch bis September 2025 Empfänger der Diakoniespende des Kirchenverbandes Köln und Region. Bis zu einer Summe von 100.000 Euro verdoppelt der Kirchenverband die Summe.

Die Feier, zu der in diesem Jahr rund 65 geladene Gäste kamen, hat eine lange Tradition. Und sie ist jedes Jahr aufs neue Anlass großer Vorfreude. Traditionell eingeläutet wird der gemeinsame Nachmittag mit dem gemeinsamen Singen. Diesmal, und das auch nicht zum ersten Mal, war dabei wieder Musiker Tom Words mit von der Partie. Er wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft des Vringstreff und erinnert sich gerne und breit lächelnd an sein allererstes Unplugged-Konzert, denn das fand in der Begegnungsstätte statt. Seitdem war er oft als Musiker zu Gast, manchmal mit seiner Tochter Céline, die Geige spielt. „Sie war ganz traurig, dass sie diesmal zur Nikolausfeier nicht kommen konnte“, berichtet der Musiker. Er sieht den Vringstreff auch für sich als „Backup“, denn er ist der Meinung: „Wir können alle ganz schnell mal in Not geraten. Dann ist es gut, wenn wir eine Anlaufstelle haben.“ Manchmal komme er mittags zum Essen, erzählt er. Die Menschen seien sympathisch und authentisch: „Das mag ich sehr.“

Die Botschaft von Weihnachten heißt ,Frieden auf Erden‘

Ja, und dann ist es Zeit für den Besuch von Bischof Nikolaus: Er schreitet am schön geschmückten Weihnachtsbaum, genannt Abraham, vorbei, der dank der katholischen Jugend Chlodwigplatz im Vringstreff steht. Er übergibt seinen Bischofsstab zu treuen Händen, rückt den Bart zurecht und hält eine Rede, in der immer wieder das Wort „Menschlichkeit“ mitklingt. Mit Blick auf den Vringstreff betont er: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.“ Dazu lobt er Ben Hameleers Küche und den tollen Service von Jasmin und Michellé, die immer die Geduld behalten und mahnt: „Haltet die Menschen in Ehren. Behandelt auch Menschen in Not mit Respekt, die Botschaft von Weihnachten heißt ,Frieden auf Erden‘.“ Dass der Vringstreff ein einladendes Haus bleibe, wünsche er sich von Herzen. Nachdem dann die Tüten mit den Leckereien verteilt sind, verabschiedet der freundliche Bischof sich – um kurze Zeit später als Pastor Johannes Quirl mit lachenden Augen wieder aufzutauchen. Er ist einer der Gründer der Begegnungsstätte, war bis zum Sommer tätig an St. Severin und viele Jahre im Vorstand des Vringstreff e.V.. Er schaut sich im gut besetzten Bistro um und freut sich: „Wenn ich hier als Nikolaus auftauche, sehe ich in erwachsene Kinderaugen. Das ist wunderbar.“ Es sei den Gästen bei der Feier wichtig, das Gefühl zu haben: Der Nikolaus sieht auch mich. „Das ist eine besondere Art der Wertschätzung“, ist der Theologe überzeugt.

Für Michael, der heute als Gast dabei ist, steht die Nikolausfeier jeweils fest im Kalender. Der 58-Jährige hat schwere Zeiten hinter sich, kam vor rund 13 Jahren aus Hamburg nach Köln, nachdem ihn ein schlimmer Schicksalsschlag getroffen hatte. „Ich war letzten Endes obdachlos, ohne Papiere, komplett am Boden und habe über das Projekt ,Housing first‘ des Vringstreff wieder eine Bleibe in Porz gefunden“, berichtet er. Bei seinen Besuchen im Vringstreff wandert er quasi von Umarmung zu Umarmung, denn er hat hier im Service gearbeitet und ist noch immer regelmäßig da. „Das alte Team wiederzusehen, ist schön und auch meine Freunde hier zu treffen, genieße ich sehr.“

Und so geht der Nachmittag schnell vorbei. Es wird geplaudert bei Kaffee und Kuchen, es wird viel gelacht und die Freude, sich in dieser entspannten Atmosphäre zu sehen, ist einfach riesig.

IHRE HILFE WIRKT DOPPELT

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region verdoppelt jeden gespendeten Cent bis zu einem Gesamtspendenaufkommen in Höhe von 100.000 Euro im Zeitraum vom 01.10.2024 bis zum 30.09.2025.

SPENDEN SIE AN

Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: VRINGSTREFF
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC: COKSDE33XXX

www.diakoniespende-koeln.de

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Himmlische Klänge im Altenberger Dom: Bachs Weihnachtsoratorium berührt Herzen und spendet Trost

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach vor der beeindruckenden Kulisse des Altenberger Domes hören zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Für unzählige Menschen gehören die sechs Kantaten voller wunderschöner Klänge, der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas folgend, fest zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit. Und so nimmt es nicht Wunder, dass die beiden Konzerte, zu denen die Domkantorei Altenberg, das Consortium Musica Sacra Köln sowie als Solistinnen und Solisten Jana Baumeister (Sopran), Susanne Gritschneider (Alt), Cornel Frey (Tenor) und Valentin Ruckebier (Bass) unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner eingeladen hatten, schnell restlos ausverkauft waren.

Trost spenden und Mut machen

Am vierten Wochenende Advents kamen die Zuhörenden so in den Genuss eines prachtvollen Eingangschores, der mit seinem „Jauchzet, frohlocket“ aktuelle Sorgen kurz vergessen ließ. Denn gerade dieses Wochenende wurde überschattet durch die Tragödie in Magdeburg – ein Anschlag mit mehreren Todesopfern und unzähligen Verletzten. Darauf bezugnehmend sagte Pfarrerin Claudia Posche in ihrer Begrüßung: „Johann Sebastian Bach hat für uns das Wunder der Heiligen Nacht in himmlische Klänge gefasst, die Trost spenden und Mut machen.“ Gott wolle die Welt ins Licht drehen, der Heiland sei mitten unter uns, auch in Zeiten der größten Sorge, versicherte sie.

Chor, Solistinnen und Solisten wie auch das Consortium Musica Sacra unterstrichen diese Zusicherung. Wer die Solostimmen von seinem Platz aus beobachten konnte, erhielt den Eindruck, dass sie sich die Worte voller Genuss auf der Zunge zergehen ließen. Es lag ungemein viel Gefühl in den Arien und Rezitativen des Evangelisten (Cornel Frey), die, allesamt eingebettet in den großartigen, samtig-feinfühligen Chorklang von mehr als 100 Sängerinnen und Sängern, darunter Thomas Taxacher, katholischer Pfarrer am Altenberger Dom und der katholische Domkantor Rolf Müller, größte Weihnachtsfreude vermittelten. Mit dem Jubel der Musik des Consortium Musica Sacra wurde das Oratorium zu einem klangvollen Gesamtkunstwerk.

Es war nur folgerichtig, dass es nach beiden Konzerten – am Samstag wurden die Teile I bis III aufgeführt, am Sonntag die Teile IV bis VI sowie noch einmal Teil I – minutenlangen Beifall und begeisterte Gratulationen für die Mitwirkenden gab. Zumal die Aufführung des Weihnachtsoratoriums auch einen Abschied markierte.

Denn Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner wird im kommenden Mai in den Ruhestand gehen, seine Stelle wird nicht komplett neu besetzt. Wie Pfarrerin Claudia Posche ankündigte, wird es aber ein klangvoller Abschied sein. Unter anderem dirigiert der Musiker im Mai Guiseppe Verdis „Requiem“ als Abschiedskonzert und gestaltet zudem eine Orgelnacht. Aber es ist eben doch ein Abschied, obwohl Andreas Meisner zusichert, er wünsche sich, weiter als Organist tätig werden zu können. Zum 25. Mal führte die Domkantorei das Bach‘sche Oratorium nun unter seiner Leitung auf, insgesamt 27 Jahre hat Andreas Meisner den Chor dirigiert. In dieser Zeit ist die Domkantorei auf mehr als 100 Mitglieder angewachsen, die zum Teil weite Strecken zur Probenarbeit auf sich nehmen. Eine Tatsache, die der Musiker lachend mit „Vielleicht meckere ich nicht genug!“ kommentiert.

„Für mich entsteht die Weihnachtsfreude, wenn ich das Oratorium gehört habe“

Für ihn sei das Weihnachtsoratorium, mit seiner regelmäßig wiederkehrenden Probenarbeit ab Anfang November, nie zur Routine geworden, berichtet er: „Es ist immer neu und frisch, erzeugt jedes Mal Gänsehaut. Niemand hat die Weihnachtsgeschichte so wunderbar vertont wie Bach.“ Die Musik berühre jeden Menschen, sei er gläubig, angehörig egal welcher Religion, oder glaubenslos. „Für mich entsteht die Weihnachtsfreude, wenn ich das Oratorium gehört habe“, war Andreas Meisner sich mit vielen Konzertbesuchenden einig.

Und dann lag da noch eine Besonderheit in diesen beiden Konzerten. Die Domkantorei konnte in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiern. Gegründet zunächst durch Kirchenmusiker Johannes Eschen als Evangelischer Kirchenchor Altenberg, wuchs der Chor zügig. Vor allem junge Leute schlossen sich Anfang der 1950er Jahre an. 1972 änderte sich der Name des Chores in Domkantorei. 1975 wurde das Weihnachtsoratorium zum ersten Mal im Altenberger Dom aufgeführt, unter der Leitung von Kirchenmusiker Volker Hempfling, auch damals schon vor ausverkauften Plätzen. 1998 übernahm Andreas Meisner die Leitung, den die Altenberger schon seit 1985 als Domorganisten kannten. Der Chor faszinierte das Publikum mit großen Werken der Kirchenmusik wie dem „Requiem“ von Hector Berlioz, wuchs weiter zu einer Gemeinschaft zusammen, die bei ihren Auftritten positive Energie ausstrahlt.

Eine Stimme aus dem Chor beschreibt das Gefühl, Teil der Domkantorei zu sein, so: „Beim Singen bin ich manchmal dem Himmel ein Stück näher. Das Singen im Altenberger Dom ist großartig.“

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Diakonie am Salierring: Traditioneller Weihnachts-Brunch für Wohnungslose

Auch in diesem Jahr hat die Diakonie Köln und Region im „Diakoniehaus Salierring“ wieder ihren traditionellen Weihnachtsbrunch für Obdachlose veranstaltet. Zwei Tage vor Heiligabend, am 4. Advent, kamen rund 100 Frauen und Männer, die im Laufe des Jahres die Hilfsangebote des Fachdienstes „Wohnungslosenhilfe“ in Anspruch genommen hatten, oder in einer der Einrichtungen zum Betreuten Wohnen leben, der Einladung nach. Gemeinsam genossen sie das liebevoll gedeckte und umfangreiche Frühstück, den Austausch untereinander und die festliche Stimmung in den weihnachtlich dekorierten Räumlichkeiten. Die Bewirtung der Gäste übernahmen dabei Haupt- und Ehrenamtliche des Fachdienstes.

Michael Lampa, Leiter der „Wohnungslosenhilfe“, freut sich, dass die Tradition auch in diesem Jahr fortgesetzt werden konnte: „Um die Feier gestalten zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Ohne die wäre das alles hier nicht möglich. So sehen wir auch heute wieder, wie wichtig gemeinschaftliches Engagement ist, sodass wir denjenigen, die es gerade im Winter schwer haben, in der Adventszeit eine kleine Freude bereiten können.“

Kleine Geschenktüten mit Lebensmitteln

Nicht nur die Speisen und die festliche Stimmung machten den Brunch zu einem besonderen Erlebnis. Jeder Gast erhielt ebenfalls eine kleine Geschenktüte, gefüllt mit Lebensmitteln sowie einem Wertgutschein, um die bevorstehenden Feiertage etwas unbeschwerter zu gestalten.

Wer die Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes unterstützen möchte, findet weitere Informationen hier: www.diakonie-koeln.de/die-diakonie/spenden

Text: Elisabeth Kausche
Foto(s): Michael Lampa/Maggie Basile

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„Wir brauchen das Licht in der Dunkelheit“ – Weihnachtspredigt von Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

„Zum Eigentlichen kommen wir, wenn wir ganz da sind in unserer Zeit, wenn wir die Menschen um uns her wahrnehmen und spüren können. Das Eigentliche ist das Spüren des eigenen Lebensgefühls, das Gespür für Entspannung“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger in der Predigt am Heiligabend in der Reformationskirche in Köln-Bayenthal. Er sprach über den Predigttext Jesaja 9, 1-6. Lesen Sie hier die Predigt:

Liebe Gemeinde,
Ich spreche ein Gebet für uns:
„Gott, schenke uns ein Wort für unser Herz –
und ein Herz für dein Wort.“

Liebe Gemeinde!
Den Predigttext für diesen Heiligen Abend finden wir in den Worten des Propheten Jesaja im 9. Kapitel. Ein poetischer Text, in dem viel Vertrautes mitschwingt.
– Textverlesung –
Wir erkennen viele der weihnachtlichen Symbole wieder: Licht und Finsternis, die Geburt eines Kindes, die erhabenen Titel Ewig-Vater und Friedefürst und dann überhaupt die Worte von Frieden, Recht und Gerechtigkeit.
Wie hören wir diese Worte, können wir sie aufnehmen?

Wir hören die Worte als Menschen, die einen langen Weg hinter sich haben. Viele von uns haben in den letzten Wochen Stress und Anstrengung erlebt, ich kenne jedenfalls viele. Bürgermeisterin Reker sagte letzte Woche bei einem Treffen: „Da ist keine Besinnlichkeit in unserer Adventszeit – und wir wissen warum.“

Die Geschehnisse der Welt und im Land treiben uns um. Verstört sind wir von dem sinnlosen und brutalen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt von Magdeburg mit so viele Toten und Verletzten. Neben der erschreckenden Gewalt in unserer Nähe und den anhaltenden Weltkonflikten gibt es aber auch dies: Wir haben den Sturz des brutalen Assad-Regimes erlebt und dass tatsächlich Tyrannei zuende gehen kann! Und jeder hat auch seine privaten Geschichten dieser Tage, bei denen es schwierig war, aber auch Fragen geklärt wurden.

Wir sind vielleicht nicht atemlos durch die Nacht gereist, aber doch zuweilen atemlos durch die Adventszeit: Bevor wir zum Eigentlichen kommen.
Ist das Eigentliche das, was dableibt, wenn die Pflichten erledigt sind? Könnte sein. Und was ist, wenn die Dinge nicht fertig werden? Und manche großen Themen sind nicht fertig, wir sind mittendrin.
Zum Eigentlichen kommen wir, wenn wir ganz da sind in unserer Zeit, wenn wir die Menschen um uns her wahrnehmen und spüren können. Das Eigentliche ist das Spüren des eigenen Lebensgefühls, das Gespür für Entspannung.

Ich vermute, wir kennen die Sehnsucht, nach vielem, was uns fordert und beansprucht, zur Mitte zu kommen.
Wir brauchen das Licht in der Dunkelheit, einen Ort, an dem Ruhe herrscht, an dem sich die Gedanken sammeln können und an dem wir einfach nur betrachten können, ohne etwas tun zu müssen.

Am letzten Mittwoch wurde in der ARD der neue Weihnachtsfilm „Bach – ein Weihnachtswunder“ vom Regisseur Florian Baxmeyer gezeigt. Es geht um die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsoratoriums 1734 in Leipzig. Dabei werden die Umstände des Komponierens in damaliger Zeit gezeigt, aber eben auch die Konflikte in der großen Bachfamilie. Die Auseinandersetzungen entsprechen durchaus der Realität, was überlieferte Briefe belegen.
Bachs Musik, die zu Herzen geht und ohne die für manche von uns gar nicht Weihnachten werden kann, entsteht mitten in den Spannungsfeldern der Zeit und der Dynamiken in einer Familie. Der Film ist kein Dokumentarfilm, sondern eine verdichtete Erzählung. Der damalige Stadtrat Stieglitz hatte Bach damals vorgeworfen, seine Musik sei nicht geistlich, sondern sei viel zu modern und opernhaft. Die Menschen würden von seiner Musik zu starken Gefühlen hingerissen werden, seine Musik sei „eitel und sündig“.
Jeder, der heute Bachs Musik hört, kann nur denken: Wie gut, dass die Gefühle zum Klingen kommen! Von zart und nachdenklich über das Jubeln bis hin zu inniger Dankbarkeit.

Es gibt wohl nicht wenige Menschen, die erreicht die frohe Botschaft nicht mehr über Worte, aber Musik öffnet die Herzen. Bach entgegnet mitten im Konflikt:
„Sie bestellen bei Musikern religiöses Gefühl, aber keine Leidenschaft. Sie haben Angst vor der Wucht der Musik, weil sie sich nicht beherrschen lässt.
Es muss klingen, dann erst spüren sie Weihnachten.“
Diese Wucht, diese Leidenschaft beschreibt auch unser Bibeltext. Er beginnt mit einem Fanfarenstoß:
„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande,
scheint es hell.“
Finsternis. Dagegen das Neue. Die Hoffnung. Das Licht.

Wer Finsternis erlebt, der fragt: Gibt es auch für mich Licht?
Gibt es ein kleines Glück für mich?
Wer Krieg und Gewalt erlebt: der Soldat in der Ukraine im Schützengraben und Frauen wie Giséle Pelicot, die über Jahre Schlimmstes erdulden musste, welches Licht sehen sie? Ihre Sehnsucht ist, dass die Angst und die Demütigung aufhören, dass die Wahrheit ans Licht kommt und das Recht sich durchsetzt und ihre Würde wieder da ist.
Von dieser Sehnsucht nach Licht spricht der Prophet Jesaja. Er sieht den Grund der Hoffnung voraus – ungefähr 700 Jahre vor Christus, so alt sind diese Worte schon.
Christenmenschen haben diese Worte dann vor 2000 Jahren neu gehört, sie haben das Licht gesehen und gespürt. Seitdem tragen sie die Botschaft von Weihnachten weiter.
Diese Botschaft lautet, ganz schlicht und einfach: Gott wird Mensch, er wird ein Kind, verletzlich und ausgeliefert. Diese Zartheit ist der größtmögliche Gegensatz zum Gedröhn der Stiefel und des perfiden Umgangs mit Macht.

Das heißt, es gibt keinen Ort und keine Situation, auf die Gott sich nicht einlassen würde.
Er ist dort, wo Menschen arbeiten und Lasten tragen.
Er ist dort, wo Gewalt brutal Menschen aus dem Leben reißt und Menschen verzweifeln.
Er ist da im Krankenhaus, wo Menschen in Sorge um verletzte Angehörige sind.
Er ist dort, wo einer mit der Einsamkeit umgehen muss.
Er ist in unseren Familien, wo wir uns reiben und feiern.
Er ist auch im Krankenhaus, wo Menschen in Sorge sind.

„Das Volk sieht ein helles Licht.“ Die dunklen Nächte werden vorbei sein! Ein neuer Tag bricht an: Freude und Zuversicht – das sind die neuen Metaphern.
Das Joch wird zerbrochen werden, die Last wird genommen, die Unterdrückung und das Ausnutzen von Menschen durch Menschen soll aufhören. „Und jeder Stiefel, der mit Gedröhn daher geht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt werden.“
Jedes Tun, das Menschen bedrückt, soll ein Ende haben. Ein Mahnwort an alle, die aus niederen Motiven Gewalt gegen Menschen anwenden.
Ein Trostwort für alle, die Enttäuschungen und Verletzungen erlebt haben. Für sie scheint es hell.
Über denen, die sich in ihrer Familie, in Politik und Gesellschaft um Aufbruch und Zuversicht bemühen, scheint es hell.

Dieses Licht müssen wir nicht selber machen oder anzünden. Nein, das Licht ist längst da für uns. Zart oder strahlend.
Wir müssen es allerdings erkennen und weitergeben.
Die Bilder des Textes sind geradezu kühn.
„Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.“ Das Bild von Freude über die reiche Ernte, Freude über die ein-gefahrenen Früchte. Noch plastischer ist das Bild vom Austeilen einer Beute, ein Bild aus der Gaunersprache. Wenn man eine reichlich beladene Karawane überfallen hat und sich freut, dass es etwas zu verteilen gibt.
Unsere Freude über kleine Geschenke an Weihnachten, die Neugier von Kindern, nicht mit dem Auspacken warten zu können – darin steckt etwas von der ganz sinnlichen und schönen Freude am Geschenkten.

Was Jesaja hier verheißt, ist konkret. Die Freiheit von der Knechtschaft geschieht dort, wo jemand ein freier Mensch werden darf. Dort, wo Menschen ihre Würde zurückerlangen. Wo ehrliche Verständigung und wo Versöhnung nach einem Streit geschieht, da leuchtet Gottes warmer Schein in unsere Welt und in unsere Herzen.
Wie erkenne ich das Licht?
Dunkle Nachrichten und Gefühle kann ich reichlich finden, wenn ich sie suche. Es kommt darauf an, in die richtige Richtung zu sehen. Dazu macht der Prophet Mut:
Seht auf die Zeichen der Hoffnung!
Seht auf Menschen, die neu anfangen.
Seht auf Gottes Tun, das dort geschieht, wo ihr es zulasst.

Dann folgt der wunderschöne Vers 5:
„Denn uns ist ein Kind geboren,
ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter.
Und er heißt Friedefürst.
Seine Herrschaft werde groß und des Friedens kein Ende.“

Das Kind nimmt den Gegensatz von Licht und Finsternis auf und steht für das Licht. Jesaja hat alle seine Hoffnungen auf ein Kind gesetzt. Angst und Furcht sind weit weg, wenn wir auf das Neugeborene sehen.
Das aber ist Weihnachten: Man schlägt die Augen auf und sieht alles noch einmal von vorn, mit den Augen des Kindes.
Farbe kommt ins Bild. Strahlende Gesichter, fröhliche Stimmen, Begeisterung, Lachen, Freude.
Das Kind ist das Zeichen, an dem man den Aufbruch ablesen kann. Das Symbol der Zeitenwende. Mit jedem Kind, das zur Welt kommt, geschieht etwas Besonderes.
Aber diese Nacht ist noch anders als alle Tage und Nächte, in denen Kinder geboren werden.
Das ist die Verzauberung dieser Nacht:
Ein Kind wird geboren, das König wird und dabei doch Kind bleibt. Warm und verletzlich wie ein Kind ist dieser Mann.
Einer, der wie ein Kind um Vertrauen wirbt und Vertrauen schenkt.
Und so ist es Gottfried Bach, der stille und in sich gekehrte Junge, der im Bachfilm die Wende herbeibringt. Er rührt mit seinem unerwarteten Einsatz selbst den knorrigen Leipziger Stadtrat.
So ist Gott, anders als wir denken. Das haben die Engel und die Hirten begriffen. Jedenfalls so, dass sie anbetend stehen bleiben.
Wer sich so anrühren lasst, dessen Herz wird warm und weich. Es kann anfangen zu klingen, und dann können wir Weihnachten spüren.
Amen.
Und der Friede Gottes, der weiter reicht als ….

Text: Bernhard Seiger/APK
Foto(s): Archiv

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Kirche2go fragt: Was ist die Weihnachtsgeschichte?

Kirche2go fragt: Was ist die Weihnachtsgeschichte? Die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu Christi kennen viele Menschen. Sie wird im Neuen Testament in der Bibel erzählt, doch es gibt mehrere Varianten dieser Geschichte. Die Überlieferung der Geburt von Jesus Christus setzt sich aus zwei Berichten zusammen, die unterschiedliche Aspekte betonen. Was im Lukasevangelium im Mittelpunkt steht, erfahren Sie in diesem Video.

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu Christi ist vielen Menschen bekannt. Sie wird im Neuen Testament in der Bibel erzählt, doch es gibt nicht die EINE Geschichte. Die Überlieferung der Geburt von Jesus Christus setzt sich aus zwei Berichten zusammen, die unterschiedliche Aspekte betonen. Im Lukasevangelium beginnt die Geschichte von der Geburt von Jesus Christus mit der Ankündigung, der so genannten Verheißung der Geburt. Der Engel Gabriel sagt Maria, dass sie bald schwanger werden wird und einen Sohn bekommt. Das Kind soll sie Jesus nennen. In der damaligen der Zeit hatte der regierende Kaiser Augustus eine Volkszählung anordnet. Alle Menschen im römischen Reich mussten sich an ihrem „väterlichen“ Herkunftsort registrieren lassen. Die inzwischen hochschwangere Maria und ihr Verlobter Josef reisten daher von Nazareth nach Betlehem. Dort angekommen fanden die beiden keine Unterkunft, da alle Herbergen voll waren. Josef und Maria konnten nur noch in einem Stall unterkommen. Dort wurde dann ihr erstes Kind, Jesus, geboren. Da der Evangelist Lukas aber lediglich von vollen Herbergen und einer „Krippe“, einem Futtertrog, berichtet, in den Jesus nach der Geburt gelegt wurde, vermuten einige Theologinnen und Theologen, dass die junge Familie bei Verwandten von Josef untergekommen ist. Die Krippe haben sie daher vermutlich nur zufällig als Wiege genutzt. Außerdem beschreibt Lukas, wie ein Engel einigen Hirten ankündigt, dass in Bethlehem der Messias geboren worden sei… und die Hirten gingen nach Bethlehem und fanden das neu geborene Kind. Hier endet der Bericht des Evangelisten Lukas. Die Heiligen drei Könige zum Beispiel kommen in seiner Fassung der  Weihnachtsgeschichte nicht vor.

Text: APK
Foto(s): APK

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„Die Nacht, in der alles möglich ist“: Pfarrerin Miriam Haseleu leitete den ARD-Weihnachtsgottesdienst in der Nippeser Lutherkirche

„Die Nacht, in der alles möglich ist.“ So lautete das Motto des Gottesdienstes. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Lutherkirche an diesem Sonntag. Das wollte man sich nicht entgehen lassen. Etliche Gläubige erlebten den Gottesdienst im Stehen. Miriam Haseleu leitete den Weihnachtsgottesdienst der ARD, der an Heiligabend um 16 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. „Dieser Abend ist heilig“, sagte die Nippeser Pfarrerin zur Einleitung. „Gott kommt in die Stadt. Das Wunder ist nah.“

Das Thema Einsamkeit stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes. „Manche verbringen Weihnachten in froher Runde. Manche allein.“  Allein gewesen seien Menschen zu aller Zeit. Auch Maria und Josef seien bei der Geburt Jesu. Und noch dazu unverheiratet. Das sei in jener Zeit gesellschaftlich geächtet gewesen. „Viele haben die Nase gerümpft.“ Es gebe auch Berufe, die einsam machten. Beispielsweise im Nachtdienst, wie ihn Hirten verrichteten. Der Chor der Engel mit ihrem Lied von Frieden und Rettung habe die Hirten aus ihrem einsamen Trott gerissen und unterbreche das, was sie immer tun. „Sie machen sich auf den Weg zum Stall. Und plötzlich sind auch Maria und Josef nicht mehr einsam“, sagte Haseleu. Weihnachten könne das Fest sein, in dem die Menschen unterbrochen werden bei dem, was sie immer tun. „Die Veränderung kann bei mir anfangen. Ich kann an der Kasse jemanden vorlassen, jemanden anlächeln oder eine Postkarte schreiben und in einen beliebigen Briefkasten werfen.“ Das Kleine werde plötzlich groß.

„Gott ist da in jedem Lächeln, in jeder Begegnung“

Das Kind in der Krippe sei als Bild zu interpretieren, wie Gott in der Welt wirke. Der Retter sei kein König der Welt, sondern ein Baby. Das übersteige das Erwartete. „Fürchtet Euch nicht, singen die Engel. Das lässt sich leicht sagen in einer Welt, die so oft aus den Fugen gerät.“ Auch davon handele die Weihnachtsgeschichte. „Glaubt an eine Welt, die neu werden kann. Wie wahrscheinlich war es vor 2000 Jahren, dass wir uns jetzt treffen, um das Wunder zu feiern?“ Wichtig sei, dass man einander sehe und wahrnehme. „Gott ist da in jedem Lächeln, in jeder Begegnung. Wir alle gehören dazu. Wir alle sind gemeint. Fürchtet Euch nicht.“

Einsamkeit war auch Thema des Krippenspiels der Nippeser Konfirmandengruppe. Die Jugendlichen stellten eine Szene in einer KVB-Bahn nach, in der die Fahrgäste sich nach allerlei Wirren zum Schluss zum gemeinsamen Essen verabredeten. Alle zusammen.

Miriam Haseleu war verantwortlich für die Texte und die Liturgie. Bei Letzterer unterstützte Mia Kamps. Unter der musikalischen Leitung von Pio Fayner musizierten Tina Teubner (Violine), Ben Süverkrüpp (Piano), Carlotta Süverkrüpp (Cello), Mathilde Süverkrüpp (Violine) und Irene Schwalb (Bratsche). Es sangen Carolin Soyka, Juliane Czessack, Stefan Teutsch und Annette de Fallois. Sie sorgten dafür, dass dank Klassikern wie Tochter Zion, Stille Nacht und O du fröhliche die weihnachtliche Stimmung noch verstärkte.

Die Spenden des Gottesdienstes werden für die Sanierung des Turms der Lutherkirche verwendet.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Wir wünschen Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten!

 Unser Adventskalender 2024: Das sind wir! ⭐ In den vergangenen Wochen haben wir mit unserem Adventskalender 2024 die Vielfalt und das Engagement in der evangelischen Gemeinschaft in Köln und der Region sichtbar gemacht. Hinter jedem Türchen verbarg sich eine andere Geschichte von Menschen, die sich mit Herz und Leidenschaft für die Menschen vor Ort einsetzen.

Heute möchten wir Ihnen allen frohe und gesegnete Weihnachten wünschen! Möge diese besondere Zeit von Liebe, Frieden und Harmonie geprägt sein. Wir wünschen Ihnen unvergessliche Momente im Kreise Ihrer Lieben und mögen Sie neue Hoffnung für das kommende Jahr schöpfen. Lassen Sie uns die Botschaft von Nächstenliebe und Zusammenhalt leben, nicht nur in dieser besinnlichen Zeit, sondern das ganze Jahr über!

Wir bedanken uns bei jedem von Ihnen und wünschen Ihnen wundervolle Feiertage und ein glückliches, gesundes neues Jahr!

 

Text: APK
Foto(s): APK

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