Internetseite bündelt Präventionsschulungen im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region
Die neue Seite ekv-praeventionsschulung.de bündelt die Präventionsarbeit des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region rund um den Schutz vor sexualisierter Gewalt. Sie macht deutlich: Prävention ist eine gemeinsame Aufgabe und betrifft alle Arbeitsfelder. Entsprechend werden hier Schulungen vorgestellt, die praxisnah, sensibel und fachlich fundiert vermitteln, wie sichere Räume für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestaltet werden können. Der Fokus liegt darauf, Mitarbeitende und Ehrenamtliche zu stärken, hinzusehen, Risiken zu erkennen und im Ernstfall handlungsfähig zu sein.
Konkret finden Interessierte auf der Seite verschiedene Schulungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen: von Formaten in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit über Basis- und Intensivschulungen bis hin zu Aufbau- und Leitungskursen für Erwachsene und Kitapersonal. Ergänzt wird das Angebot durch weiterführende Informationen, Ansprechpartner*innen und Hintergrundmaterialien – etwa zur Ansprechstelle der EKir, zu Studien oder zum Rahmenschutzkonzept. Die Seite dient damit nicht nur der Buchung von Schulungen, sondern auch als zentrale Informationsplattform für alle, die sich mit Prävention und dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung beschäftigen.
HIER finden Sie das neue aktualisierte Schutzkonzepte zum Download.
Wir haben mit Christian Gröger, Geschäftsführer der Evangelischen Beratungsstelle Köln, und Daniel Drewes, Geschäftsführer des Evangelischen Jugendreferats Köln und Region, gesprochen:
Herr Drewes, warum ist eine gemeinsame Plattform für Präventionsschulungen aus Ihrer Sicht ein wichtiger Schritt – gerade für die Kinder- und Jugendarbeit?
Daniel Drewes: Eine gemeinsame Plattform schafft zunächst einmal Verlässlichkeit. Gerade in der Kinder- und Jugendarbeit arbeiten viele Haupt- und Ehrenamtliche an unterschiedlichen Orten und mit ganz verschiedenen Erfahrungen. Wenn alle auf dieselben Grundlagen und Standards zugreifen können, entsteht ein gemeinsames Verständnis davon, was Prävention bedeutet und wie wir verantwortlich handeln.
Außerdem macht die Plattform Schulungen einfacher zugänglich. Ehrenamtliche engagieren sich oft neben Schule, Studium oder Beruf. Digitale und gut strukturierte Angebote helfen dabei, Prävention nicht als zusätzliche Hürde zu erleben, sondern als selbstverständlichen Teil guter Jugendarbeit.
Wie gelingt es Ihnen, Prävention so zu vermitteln, dass sie für Ehrenamtliche und junge Menschen alltagsnah und umsetzbar bleibt?
Daniel Drewes: Prävention wird dann greifbar, wenn sie nah am Alltag ist. Deshalb arbeiten wir viel mit konkreten Situationen aus der Kinder- und Jugendarbeit: Freizeiten, Gruppenstunden, Fahrten oder Social Media. Viele Ehrenamtliche merken dann schnell: Das hat direkt mit meinem Verhalten und meiner Verantwortung zu tun.
Uns ist wichtig, dass Prävention nicht mit Angst vermittelt wird, sondern mit Handlungssicherheit. Menschen sollen wissen: Was kann ich tun? Wo bekomme ich Unterstützung? Und wie schaffe ich eine gute und respektvolle Atmosphäre?
Herr Gröger, warum war es Ihnen wichtig, die Präventionsangebote auf einer gemeinsamen Seite zu bündeln – und welchen Mehrwert bietet das für die Praxis?
Christian Gröger: Wir haben festgestellt, dass es für die Mitarbeitenden in den verschiedenen Bereichen (Seniorenarbeit, Verwaltung, Presbyterium, Jugendarbeit etc.) vor Ort schwierig ist, zu erkennen, welche Schulung die richtige ist und wofür sie sich anmelden können. Daher haben wir nochmal alle Informationen und auch die Anmeldemöglichkeiten auf einer Seite zusammengefasst. Auch die verantwortlichen Leitungspersonen können hier Orientierung bekommen, wohin Sie Ihre Mitarbeitenden schicken sollen.
Beratungsstelle und Jugendreferat ziehen hier an einem Strang, daher jetzt auch eine gemeinsame Seite.
Wie möchten Sie alltagsnahe und einfach umsetzbare Präventionsangebote vermitteln?
Christian Gröger: Prävention setzt auf vielen Ebenen an, je nach Funktion und Aufgabe der Mitarbeitenden. Zum Beispiel brauchen Mitarbeitende in der Kita spezielles Wissen über sexualisierter Gewalt an und auch unter Kindern, Leitungskräfte müssen sich konkret mit den Interventionsplänen auseinandersetzen und Ehrenamtliche sollen sensibel werden für Grenzüberschreitungen. Jeder und jede soll wissen, das Undenkbare gibt es leider und was kann ich bei einem Verdacht von sexualisierter Gewalt konkret tun.
Mehr zum neuen Schutzkonzept finden Sie hier:
Text: APK
Foto(s): APK/Screenshot
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