All you need is love! Gottesdienst zur Ordination von Prädikantin Manuela Dreher

Sie sei die Ruhe selbst, erklärt Manuela Dreher zu Beginn ihrer Predigt an diesem besonderen Tag, denn sie sei erfüllt von Liebe. Vorsichtshalber legt sie sich ein Päckchen Taschentücher griffbereit auf die Kanzel, als sie von den unterschiedlichen Formen der Liebe spricht: Agape, die selbstlose Liebe, auch Feindesliebe; Philia, die brüderliche oder schwesterliche, freundschaftliche Form der Liebe; und Eros, die romantische und sexuelle Liebe zwischen zwei Menschen.
Zum Taschentuch greifen nicht nur Manuela Dreher, sondern auch viele Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, als sie den persischen Mystiker und Dichter Hafis aus dem 14. Jahrhundert zitiert: „Im Himmel geschieht es unentwegt, dass Männer und Frauen, die verheiratet sind, sowie Männer und Männer, die Liebende sind, und Frauen und Frauen, die einander Licht schenken, auf die Knie sinken, während sie die Hand ihres Liebsten oder ihrer Liebsten halten, und mit Tränen aufrichtig sagen: ‚Mein Schatz, wie kann ich noch liebevoller zu dir sein? Wie kann ich gütiger sein?‘“
Sich lieben und von Gott ansprechen lassen
Stadtsuperintendent Bernhard Seiger ordinierte Manuela Dreher auf Wunsch der Prädikantin auf das lutherische Bekenntnis. Die Aufgabe von Prädikantinnen und Prädikanten bestehe nicht darin, Theologinnen und Theologen zu ersetzen, sondern ihre Lebens- und Berufserfahrung zu ergänzen, betonte er. Dafür sei ein gutes Maß wichtig: etwa sechs Dienste pro Jahr, damit das Ehrenamt nicht zur Belastung werde.
An dieser Stelle seufzen die Pfarrerinnen Verena Miehe und Renate Gerhard aus dem benachbarten Brühl. Wie oft müssen sie sich bei Krankheiten von Pfarrpersonen ganz auf ihre ehrenamtlichen Mitarbeitenden stützen? Gerade Manuela Dreher ist seit Jahrzehnten ein Stützpfeiler der Gemeinde! Der Cantisto-Chor und die Cantinaband gestalten den Gottesdienst mit Lovesongs von den Beatles und Rod Stewart sowie Kirchenklassikern wie „Amazing Grace“. Dazu passt das Wort aus dem 1. Johannesbrief: „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1 Joh 4,16)
Ein Leben für die Gemeinde
Es sei die logische Konsequenz aus einem langen, kirchennahen Leben, die Fortbildung zur Prädikantin zu absolvieren, erklärt Manuela Dreher auf die Frage, was sie antreibe. Seit 1994 lebt und engagiert sie sich in der evangelischen Gemeinde Wesseling: im Presbyterium, in der Kreativgruppe „Nadel & Faden“ und zuvor hauptberuflich in der Kirchenverwaltung.
Pfarrerin? „Nein“, sagt die 64-Jährige. Am liebsten wäre sie Religionslehrerin geworden. Ihr Glaube hat sie durch schwere Zeiten getragen, und nun ist Zeit zu feiern. Die Kinder, die ihr alle wie eigene Enkel am Herzen liegen, fordern nachdrücklich, dass sie nun das Kuchenbüffet eröffnet.
Hier das Video zur Ordination:
Weitere Fotos in dieser Slide:
Text: Diana Zulfoghari
Foto(s): Diana Zulfoghari (Foto und Video)
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