25 Jahre Diakoniehaus Salierring: Hilfe für Obdachlose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen

Für Menschen, die auf der Straße leben oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, bietet das Diakonische Werk Köln und Region seit 1998 mit dem Diakoniehaus Salierring ein breit gefächertes Hilfesystem unter einem Dach an. Das 25-jährige Jubiläum feiern Bewohner und Bewohnerinnen und Mitarbeitende des Diakoniehauses Salierring nun gemeinsam mit Gästen aus Stadtverwaltung, Kooperationspartnern und Förderern. Im „Diakoniehaus Salierring“ sind verschiedene Dienste gebündelt, die sich ergänzen und miteinander vernetzt sind: Kontakt- und Beratungsstelle mit Tagestreff (Frühstück, Duschen, Kleiderkammer), Fachberatungsstelle für Wohnungslose, Krankenwohnung, Betreutes Wohnen, ambulant Betreutes Wohnen in Außenwohnprojekten. Michael Lampa, Fachdienstleiter Wohnungslosenhilfe beim Diakonischen Werk Köln und Region gGmbH, spricht über mangelnden Wohnraum und eine dramatische Zunahme der Zahl von wohnungslosen Menschen:

Welche Dienste bietet das Diakoniehaus Salierring für Menschen, die auf der Straße leben oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind?

Michael Lampa: Das Diakoniehaus Salierring vereint viele ineinandergreifende Bausteine der Wohnungslosenhilfe in einem Fachdienst. Wir haben einen Tagestreff und bieten hier von Montag bis Donnerstag Frühstück an. Außerdem donnerstags ein einfaches Gericht in der Mittagszeit. Wohnungslose Menschen haben bei uns die Möglichkeit zu duschen und ihre Wäsche zu waschen. Über die Kleiderkammer verteilen wir außer Bekleidung z. B. auch Bettwäsche, Handtücher, Zelte und Schlafsäcke. Dabei handelt es sich nicht nur um Altkleider, sondern teilweise auch Neuware, die wir dank Spenden anschaffen können. Die Fachberatung hilft bei Schriftverkehr, Antragstellungen und der Regelung von Angelegenheiten. Außerdem können Posterreichbarkeitsadresse und Konto eingerichtet werden.

Wie viele Plätze haben Sie?

Michael Lampa: Im Diakoniehaus am Salierring, haben wir Plätze, um 23 wohnungslose Menschen unterzubringen. In drei Wohnprojekten in Köln-Dünnwald und -Rath haben wir 26 weitere Wohnplätze. Dies geht einher mit einer sozialarbeiterischen Unterstützung und zielt auf den Bezug einer eigenen Wohnung oder eine passende Anschlussperspektive wie beispielsweise eine Langzeitwohneinrichtung. Wir haben eine Krankenwohnung mit 6 Plätzen, für gesundheitlich beeinträchtigte wohnungslose Menschen, die sich hier nach einem Krankenhausaufenthalt oder während einer Erkrankung erholen können und ebenfalls sozialarbeiterisch unterstützt werden.

Welche Projekte führen Sie zudem durch?

Michael Lampa: An drei Sonntagen im Monat führen wir gemeinsam mit der Dr. Peter Deubner-Stiftung das Kölner Wohnungslosenfrühstück in wechselnden Stadtteilen durch. Über Viadukt vermitteln wir Wohnungen an wohnungslose Menschen aus den verschiedenen Einrichtungen des Kölner Hilfesystems. Dies wird gefördert durch den europäischen Sozialfond und von uns in Kooperation mit dem SkF und dem SKM umgesetzt. Mit den beiden Trägern kooperieren wir darüber hinaus bei Claro, einer Sozialberatung für Bürgergeldbezieher und Miet-fest, einem Projekt zur Wohnraumabsicherung im Auftrag der Fachstelle Wohnen.

Das Diakoniehaus Salierring besteht seit 25 Jahren. Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?

Michael Lampa: Wenn ich mir unsere Angebote anschaue, dann muss ich sagen, dass wir sehr konstant geblieben sind. Alles, was wir machen, wird gut angenommen. Das eine oder andere würden wir gerne ausweiten, zum Beispiel die Krankenwohnung oder Angebote für spezielle Zielgruppen mit psychischen und/ oder Suchterkrankungen.

Können Sie die generelle Entwicklung der Kölner Wohnungslosenhilfe in den letzten 25 Jahren beschreiben?

Michael Lampa: In Köln besteht ein umfangreiches Netzwerk von Diensten und Angeboten im Bereich der Wohnungslosenhilfe, die eine intensive und gute Arbeit leisten. Trotzdem hat die Problematik immer weiter zugenommen und wir sehen immer mehr Menschen im Stadtbild, die wohnungslos sind und verelenden. Das, was wir offensichtlich wahrnehmen, bestätigen die Zahlen des Wohnungsnotfallberichts NRW. Die Zahl wohnungsloser Menschen in Köln hat sich in der Zeit von 2013 bis 2021 mehr als verdoppelt. 2022 gab es einen weiteren starken Anstieg infolge des Ukrainekrieges. Derzeit versucht die Stadt Köln das Problem mit neuen Ansätzen besser in den Griff zu bekommen und das ist mit Sicherheit auch gut. Das Hauptproblem bleibt jedoch, dass über Jahre zu wenig Wohnungen gebaut wurden und Menschen in Armut besonders von diesem Mangel betroffen sind.

Welche Erfolge hat das Diakoniehaus Salierring in den letzten 25 Jahren erzielt?

Michael Lampa: Wir werden von unserer Nachbarschaft angenommen. Anfängliche Befürchtungen gegenüber einem Haus wie dem unseren konnten abgebaut werden. Wir konnten einer Vielzahl von Menschen in unseren Appartements und Wohnprojekten ein Zuhause gegeben und haben Ihnen intensiv dabei geholfen, ihre persönliche Situation zu verbessern und wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Wie wichtig ist die Vernetzung und Zusammenarbeit der verschiedenen Dienste im Diakoniehaus Salierring?

Michael Lampa: Die Zusammenarbeit ist uns sehr wichtig. Wir möchten Menschen die optimale Unterstützung geben und arbeiten innerhalb des Fachdienstes Hand in Hand. Wir haben alle zwei Wochen ein regelmäßiges Teammeeting, an dem alle Bereiche beteiligt sind und führen einen konstruktiven Informationsaustausch. Häufig wechseln Klient:innen von einem niederschwelligen Bereich, wie der Fachberatung in das Betreute Wohnen und im Idealfall von dort über Viadukt in die eigene Wohnung. Darüber hinaus ist uns aber auch die Vernetzung mit anderen Diensten des DW und auch bei anderen Trägern wichtig. Oberste Priorität hat dabei immer das Wohl der Klient und Klientinnen.

Wie unterstützt das Diakoniehaus Salierring Menschen dabei, ihre Wohnsituation zu verbessern und eine langfristige Perspektive zu finden?

Michael Lampa: Durch unsere Arbeit in den Wohnprojekten und den ambulanten Hilfen geben wir den Menschen Stabilität und Struktur und helfen ihnen, sie gezielt bei den persönlichen Themen zu unterstützen, die akut sind und der gesellschaftlichen Teilhabe entgegenstehen. Dies kann sich auf gesundheitliche, finanzielle, berufliche und soziale Belange beziehen. Die Sozialarbeit unterstützt dieses breite Spektrum, klärt mit den Menschen, was in welcher Reihenfolge angegangen werden soll, hilft dabei Termine zu vereinbaren, vorzubereiten und begleitet wenn notwendig beim Gang zum Arzt, Rechtsanwalt, Amt und vielem mehr.

Welche Herausforderungen gibt es in der Arbeit mit wohnungslosen Menschen und wie wird darauf reagiert?

Michael Lampa: Die größte Herausforderung ist die mangelnde Verfügbarkeit von Wohnraum. Auch mit guten Ausgangsvoraussetzungen, ist es in Köln nicht einfach, eine Wohnung zu finden. Die Mieten sind auf ein extremes Niveau gestiegen und immer mehr Menschen sind trotz geregeltem Einkommen auf staatliche Transferleistungen angewiesen. Wohnungslose Menschen erleben ihre Situation häufig als chancenlos und resignieren. Dem wollen wir mit Energie, Optimismus, guten Ideen und einer positiven Lebenseinstellung entgegenwirken.

Sie haben knapp 70 Ehrenamtliche. Welche Rolle spielen Ehrenamtliche im Diakoniehaus Salierring und wie können sich Interessierte engagieren?

Michael Lampa: Ein Großteil dieser ehrenamtlich Mitarbeitenden ist beim Kölner Wohnungslosenfrühstück tätig, das ohne diese Leistung nicht umsetzbar wäre. Auch für den Tagestreff suchen wir regelmäßig Ehrenamtliche, um unseren Besuchenden montags bis freitags Frühstück anbieten zu können.

Was sind die zukünftigen Ziele und Pläne des Diakoniehauses Salierring?

Michael Lampa: Wir möchten weiterhin aktiv an der Bekämpfung der Wohnungslosigkeit mitarbeiten und unsere Hilfen gerne ausweiten. Früher gab es eine strikte Trennung zwischen den Angeboten der Wohnungslosenhilfe und denen der Suchthilfe oder der Hilfen für psychisch kranke Menschen. In der Praxis bestehen diese Bedarfe häufig parallel. Deshalb können wir uns zukünftig Kooperationen vorstellen, durch die diese Bedarfe abgedeckt werden.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Michael Lampa/Kai Kostrzewa

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Rolf Theobold im Interview: Interreligiöse Kita – Unterschiede als Bereicherung erleben

„Religionsübergreifende Geschwisterlichkeit“ und „Unterschiede als Bereicherung erleben“: In einem inspirierenden Interview spricht Pfarrer Rolf Theobold, Evangelische Kirchengemeinde Porz, über seine Vision einer interreligiösen Kindertagesstätte in Köln und seine Eindrücke vom Friedenskindergarten „Cologne Day Care Peace Center“ in Tel Aviv.

Sie haben den Friedenskindergarten „Cologne Day Care Peace Center“ in Tel Aviv besucht und möchten mit ihm eine Kooperation eingehen. Wie weit wurden dieser Wunsch bereits in die Wirklichkeit umgesetzt?

Rolf Theobold: Erste zarte Bande wurden schon geknüpft. So wurden zum Beispiel von Kindern gemalte Bilder ausgetauscht oder aufgenommene Lieder vorgespielt. Und dann war natürlich unser Besuch in Tel Aviv – Yafo ein wichtiger Baustein zum Aufbau der Partnerschaft. Das gegenseitige Interesse ist groß, und wir müssen sehen, wie wir die Partnerschaft weiter gestalten und ausbauen. Natürlich machen die Entfernung und die Sprachbarriere das nicht nur einfach. Aber wir werden Wege finden, diese Partnerschaft mit Leben zu füllen.

Der Friedenskindergarten, den die Stadt Köln finanziert und aufgebaut hat, ist ein gutes Beispiel für interreligiöses Zusammenleben und Koexistenz. Wie haben Sie von der interreligiösen Kindertagesstätte erfahren und was hat Ihr Interesse daran geweckt?

Rolf Theobold: Über Monika Möller, die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Köln-Tel Aviv-Yafo. Besonders beeindruckend fand ich die Tatsache, dass dort seit über drei Jahrzehnten erfolgreiche Arbeit stattfindet und nun schon Kinder in der zweiten, teilweise dritten Generation dorthin gebracht werden. Wir wollten es aber nicht beim Hörensagen belassen, sondern das auch mit eigenen Augen anschauen. Also sind wir im Juni 2023 mit dem Städtepartnerschaftsverein dorthin gereist. Die Begegnungen und Gespräche mit den dortigen Verantwortlichen und zu sehen, wie selbstverständlich und unbelastet die Kinder miteinander spielen, all das hat bei uns einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Was hat Sie dazu inspiriert, eine ähnliche Kindertagesstätte in Köln gründen zu wollen?

Rolf Theobold: Seit vielen Jahren bin ich interreligiös engagiert, insbesondere im Arbeitskreis der Religionen in Porz. Im Hintergrund steht die Idee, dass die Religionen mehr verbindet als trennt, und dass sie einen wichtigen Beitrag zum Frieden leisten können. Leider haben vielen Menschen von anderen Religionen vereinfachte, stereotype Vorstellungen. Uns scheint es ein heilsames Gegenmittel, möglichst früh einen selbstverständlichen und wertschätzenden Umgang mit den je anderen Religionen zu lernen. Das geschieht durch konkrete Begegnungen, im Idealfall schon als Kinder, die noch weitgehend unbelastet sind von erwachsenen Grenzziehungen. Die Kindertagesstätte an der Lukaskirche, die wir hierfür als Pilotprojekt ins Auge gefasst haben, eignet sich dafür in mehrfacher Hinsicht: Erstens ist die Lukaskirche schon lange Teil der interreligiösen Kultur in Porz, zweitens planen wir hier ein Quartierszentrum, das neue Begegnungsräume in Porz schaffen soll, und drittens ist die Lukaskirche mit der Biografie einer der bedeutendsten Schauspielerinnen in Israel verbunden. Orna Porat (gest. 2015), nach der in Tel Aviv ein Theater benannt ist, wurde 1938 in der Lukaskirche als Irene Klein konfirmiert. Ihr Lebensweg, der von protestantischen Wurzen über Widerstand im Dritten Reich, schließlich zur Auswanderung nach Israel und Konversion zum Judentum führte, ist Vorbild im entschiedenen Eintreten für Menschlichkeit über Grenzen hinweg, auch über Religionsgrenzen hinweg.

Wie stellen Sie sich den Alltag in einer interreligiösen Kindertagesstätte vor und wie sollen die verschiedenen Religionen und Kulturen miteinander integriert werden?

Rolf Theobold: Es wäre so schön einfach, wenn wir die Konzepte aus Tel Aviv-Yafo einfach übernehmen könnten. Wir sind hier in Köln aber in einer anderen Situation als in Israel. Das für uns passende organisatorische und vor allem das pädagogische Konzept muss erst noch gemeinsam mit allen, die mitwirken wollen, entwickelt werden. Das wird in verschiedenen Stufen geschehen und braucht seine Zeit. Was man aber jetzt schon sagen kann, ist, dass es sicher dazugehören wird, die wichtigsten Feste der Religionen und die wichtigsten Grundlagen der Religionen auf kindgerechte Weise in den Kita-Alltag einzubeziehen. Gerne werden wir dafür auch Anregungen und Beratung aus Berlin und Pforzheim suchen, die schon weiter sind als wir.

Welchen Einfluss erhoffen Sie sich von einer interreligiösen Kindertagesstätte auf die Kinder, ihre Familien und die Gemeinschaft insgesamt?

Rolf Theobold: Einen ähnlichen Einfluss, wie wir ihn in Israel erlebt haben. Im Ergebnis wünschen wir uns auch für hier, dass durch die Kita selbstverständliche Begegnungen nicht nur der Kinder, sondern der Familien zum Normalfall werden, und dass dadurch Berührungsängste abgebaut und ein offener, freundlicher, vielleicht sogar freundschaftlicher Umgang miteinander möglich wird. Das wird auch auf die Gesellschaft ausstrahlen und kann ein wichtiger Schritt sein, um von oberflächlichen Vorurteilen über die je andere Religion wegzukommen und stattdessen ein zunehmendes Verständnis für das zu gewinnen, was anderen Menschen in ihrer Religion wichtig und wertvoll ist. Ideal wäre eine religionsübergreifende Geschwisterlichkeit, die im anderen den Bruder, die Schwester sieht, und die Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung erlebt. Es ist zugleich eine freundliche, aber klare Absage an die extremistischen Ränder, die es in jeder Religion gibt. Ebenso sehen wir darin einen gelebten und lebendigen Beitrag gegen Antisemitismus und Rassismus.

Welche Schritte planen Sie als nächstes, um Ihre Vision einer interreligiösen Kindertagesstätte in Köln Wirklichkeit werden zu lassen?

Rolf Theobold: Das Wichtigste wird sein, dass wir an der konkreten Konzeptentwicklung arbeiten. Der erste Schritt wird darin bestehen, dass wir einen Masterplan und die dafür notwendigen Ziele und Zwischenziele festlegen. Unsere Vision, die in Israel nochmals deutlich gestärkt wurde, wird uns helfen, nun auch die nötige Energie und Ausdauer auf dem Weg zu diesem wunderbaren Ziel aufzubringen.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Rolf Theobold

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Melanchthon-Akademie: Wohnen lernen und aktiv werden

Die Melanchthon-Akademie in Köln und der Verein WQ4 (Verein zur Förderung der Quartiersarbeit e. V.) in Düsseldorf begleiten seit vielen Jahren das wachsende Interesse an den Themen „Wohnen und Leben im Alter“ und „zukunftsfähiges Quartier für alle Generationen“ und haben dementsprechend Bildungsprogramme entwickelt, die über Informationsveranstaltungen zu Wohnprojekten, Hochglanzbroschüren von Baugesellschaften und allgemeinen Beratungsstellen der Wohnungswirtschaft und sozialer Einrichtungen hinausgehen. Seminareinheiten wurden systematisch analysiert und führten 2013 zur Gründung der „Wohnschule Köln“. Dabei stand die Frage im Raum: „Muss man Wohnen lernen?“, und die Antwort darauf wurde mit einem deutlichen „Ja“ bewertet.

Der Begriff „Wohnschule“ hat sich inzwischen bundesweit etabliert und steht für ein vielfältiges und wachsendes Bildungsangebot. Das Spektrum reicht von kreativen Workshops für Einsteigerinnen und Einsteiger, über Exkursionen zu Modellprojekten bis hin zu komplexen Qualifizierungsprogrammen. In allen Modulen geht es um Sensibilisierung für die Herausforderungen des demografischen, gesellschaftlichen und klimatischen Wandels, um die Aktivierung der Teilnehmenden, den Aufbau von Netzwerken und vor allem um die Förderung von Selbsthilfe und Selbstorganisation.

Alternatives Wohnen – der persönliche Zugang

Sie wollen wissen, wie man eine Altenwohngemeinschaft gründet, ein Generationen-Wohnprojekt startet und finanziert, ein Nachbarschaftsprojekt auf den Weg bringt oder nachbarschaftliche Netzwerke aufbaut? Wichtig ist es, so betonen die Gründerinnen und Gründer der Wohnschule, Karin Nell (WQ4 Düsseldorf) und Joachim Ziefle (Melanchthon-Akademie), Interessierte auf ihrer Suche nach alternativen Wohnformen kritisch begleiten, sie dazu befähigen, Entscheidungen zu treffen wie auch eigene Ideen umzusetzen. Ziel ist es, die Komplexität des Themas verständlich zu machen und mit kreativen Übungen einen Perspektivwechsel zu ermöglichen und dabei entscheidende Lebensfragen zu erörtern.

Handlungskonzept Keywork

Der Aufbau und die Weiterentwicklung der Wohnschule orientieren sich am Keywork-Ansatz. Dieses Handlungskonzept wurde in enger Zusammenarbeit von hauptamtlichen und freiwilligen Kräften aus der sozialen, der kulturellen und der Bildungsarbeit entwickelt. Wesentliche Faktoren von Keywork sind Innovation, Partizipation, neue Lernformen, neue Lernorte und neue Gestaltungsräume. Für die Wohnschule gilt daher: Alle Angebote werden gemeinsam mit den Teilnehmenden entwickelt und erprobt. Hauptamtliche Mitarbeitende und Teilnehmende bringen ihre Kompetenz und ihre Lebens- und Berufserfahrung gleichberechtigt ein (Stichwort: neuer Profi -Laien-Mix).

Experimentelle Lernformen unterstützen die Verknüpfung von Ideen und Wissen und lösen traditionelle Formate der Wissensvermittlung ab. In den Angeboten der Wohnschule wird großer Wert auf die Aktivierung der Teilnehmenden gelegt. Es geht dabei darum, Menschen für Veränderungsprozesse zu begeistern und sie bei kleinen wie auch größeren Projekten zu ermutigen, zu beraten und zu unterstützen. Lernorte und Gestaltungsräume wie Museen, Theater, Bibliotheken, Wartezimmer, Künstlerateliers werden neu entdeckt. Einen hohen Stellenwert hat die Entwicklung der Verantwortungsrollen („role making“ statt „role taking“). Prozessqualität wird großgeschrieben, Scheitern ist erlaubt.

Die Verantwortung der Gesellschaft

„Die Erwachsenenbildung muss reagieren und sich von der programmatischen Gestaltung hin zu einer partizipativen Mitwirkung bewegen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass dieser Trend des ,aktivierenden Staats‘ von politischen und sozialpolitischen Akteuren unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten insofern gerne gesehen wird, als sie darauf setzen, dass soziale Probleme von der Zivilgesellschaft selbst gelöst und Staat und Wirtschaft sukzessive aus der Verantwortung genommen werden sollen“, so Joachim Ziefle, stellvertretender Akademieleiter und Studienleiter an der Melanchthon-Akademie.  „Auch darf man die Vermutung äußern, dass die neu entdeckte Vergesellschaftungsform fehlende Investitionen in öffentlichen Haushalten ersetzen soll. Bei der ,Altersaktivierung‘ in unserer Gesellschaft darf man aber diejenigen nicht vergessen, die es nicht gelernt haben, sich selbst zu helfen und nicht in der Lage sind, ihr Leben allein zu bewältigen. Ganz besonders für sie brauchen wir Konzepte und pädagogische Antworten. In der Wohnschule Köln wollen wir dem gerecht werden.“

Wohnen im Alter – Informationsabend über mögliche Wohnformen

Die Referentin Anne Dellgrün zeigt am Donnerstag, 9. November 2023, 19 bis 20.30 Uhr, die Vielfalt von Möglichkeiten von Wohnen im Alter auf, wie etwa alternative Wohnformen, Betreutes- oder Service-Wohnen, Wohnen gegen Hilfe, Senioren-WG, Mehrgenerationenhaus und berichtet auch über Projekte wie Demenz-WG und unterstützende Pflege.  Der Informationsabend bei der Melanchthon-Akademie (Nr. 2307Z) kostet fünf Euro.

Text: Joachim Ziefle
Foto(s): Canva/APK

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Schutz vor Starkregen: Team der Mobilen Hochwasserhilfe informiert

Schutz vor Starkregen: Das Team der Mobilen Hochwasserhilfe des „Diakonischen Werkes Köln und Region“ veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Hochwasser Kompetenz Centrum e.V. eine Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasserschutz und Kanalrückstau. Die Veranstaltung findet am Montag, 23. Oktober, im Dorfgemeinschaftshaus „Em Dörp“ in Erftstadt statt und dauert von 14 bis 18 Uhr. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, für Snacks und Getränke wird gesorgt.

Ein Schwerpunkt der Informationsveranstaltung liegt auf der Frage, wie man sein Objekt effektiv vor Starkregen schützen kann. Hierzu wird Reinhard Vogt vom Hochwasser Kompetenz Centrum e.V. als Referent auftreten und wertvolle Tipps und Informationen geben.

Schutz vor Starkregen und Kanalrückstau

Darüber hinaus wird auch das Thema Kanalrückstau behandelt, das ein bedeutendes Risiko darstellt. Andrea Schnackertz und Daniel Pfeiffer von der Mobilen Hochwasserhilfe der Diakonie sowie die Gutachter Ulrich Stoffels und Jörn Holger vom Hochwasser Kompetenz Centrum e.V. stehen persönlich vor Ort zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und weiterführende Informationen zu geben.

Der Schutz vor Starkregen und Kanalrückstau ist von großer Bedeutung, um Schäden an Gebäuden und Eigentum zu vermeiden. Diese Informationsveranstaltung bietet die Möglichkeit, sich über wirksame Schutzmaßnahmen zu informieren und von Fachleuten wertvolles Wissen zu erhalten.

Text: Martina Schönhals/APK
Foto(s): Diakonie Köln und Region

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Neue Hospizhelfer für „Die Brücke“

Der ambulante Hospizverein „Die Brücke“ freut sich über neue ehrenamtliche Mitarbeitende in der Hospizarbeit: Acht Teilnehmende haben erfolgreich den Qualifizierungskurs zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen absolviert und erhielten kürzlich im Rahmen des Sommerfestes des Vereins ihre Zertifikate. Die frisch gebackenen Hospizhelferinnen und -helfer sind Claudia Beck, Dagmar Brombach, Michelle Hürtgen, Ulrike Jansen, Christiane Klocke, Bettina Schuppe-Hillebrand, Jutta Tüllmann und Hildegard Wiedemann.

Empathie, Kommunikation und Selbstreflexion

Die Hospizarbeit erfordert von den Ehrenamtlichen vor allem Empathie, Kommunikation und Selbstreflexion. Sie müssen mit Krisensituationen umgehen, diese angemessen wahrnehmen und einschätzen und entsprechend handeln. Die Ausbildung ist daher stark ausgerichtet auf die Entwicklung von Haltung und Persönlichkeit.

Eine Teilnahme an der Schulung verlangt nach einer gesunden Psyche und der Bereitschaft, sich selbst zu öffnen, anderen Menschen persönlich zu begegnen und an der eigenen Persönlichkeit und Haltung zu arbeiten. Die Schulung umfasst 90 Unterrichtsstunden und ein abschließendes Praktikum.

Nächster Qualifizierungskurs

Der nächste Qualifizierungskurs findet von Januar bis Juni 2024 statt. Interessierte erfahren im Rahmen eines Informationsabends am Montag, 4. September 2023, um 19 Uhr alles über die Aufteilung des Kurses in 5 Themenblöcke, das Praktikum, die abschließende Zertifizierung und vieles mehr. Der Informationsabend findet im Kulturhaus Zanders, Hauptstraße 269 in 51465 Bergisch Gladbach statt.

Alle weiteren Informationen per Telefon unter 02202 / 186 77 28, per E-Mail an info@hospiz-diebruecke.de oder unter www.hospiz-diebruecke.de.

Text: Daniel Beer
Foto(s): Daniel Beer

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Kirche2go fragt: Was ist das Priestertum aller Gläubigen?

Kirche2go fragt: Was ist das Priestertum aller Gläubigen? Diese faszinierende Idee von Martin Luther wirft Fragen auf: Sind wir alle Priester und Priesterinnen? Wie beeinflusst sie unsere Beziehung zu Gott? Pfarrer Nico Buschmann erklärt im aktuellen Video zudem, warum Offenheit für andere Sichtweisen der Schlüssel zu einer lebendigen Gottesbeziehung ist.

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Der ganze Text zum Nachlesen:

Was ist eigentlich das Priestertum aller Gläubigen? Das Priestertum aller Gläubigen klingt zunächst ein wenig seltsam. Sind wir alle irgendwie Priester und Priesterinnen? Und was würde die katholische Kirche dazu sagen? Dieser Ausspruch stammt von Martin Luther. Zur Zeit Martin Luthers war es so, dass man die katholische Kirche dringend benötigte, um Kontakt zu Gott aufzunehmen und mit ihm in Beziehung zu treten. Martin Luther sagte, dass dies eigentlich etwas völlig Unbiblisches sei. Durch Jesus Christus sind wir von Geburt an alle Priester und Priesterinnen, und wir benötigen niemanden, der zwischen uns und Gott steht. Stattdessen können wir eine direkte Beziehung zu Gott aufbauen.

Nun könnte man sich natürlich fragen, warum man dann überhaupt die Kirche braucht. Die Kirche ist letztendlich der Ort, an dem alle Priester und Priesterinnen zusammenkommen, um miteinander zu beten, Gottesdienste abzuhalten und sich auszutauschen. Sie dient dazu, nicht nur in unserer eigenen Weltanschauung gefangen zu sein, sondern tatsächlich von anderen Menschen und ihren Gotteserfahrungen zu lernen. Nur wenn wir offen für andere Meinungen und Sichtweisen bleiben, können wir eine lebendige Beziehung zu Gott aufrechterhalten und uns nicht in unserem selbstgeschaffenen Gottesbild verfangen.

Text: Nico Buschmann
Foto(s): APK

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Unsere Wochentipps: Nacht der offenen Kirchen in Brühl, Beatmesse und „Diversität stärken“

Unsere Wochentipps: Die Evangelische Kirchengemeinde Bensberg lädt zu einem Vortrag von Doc Esser ein, bei dem er Impulse für Körper, Geist und Seele geben wird. Die Evangelische Kirchengemeinde Brühl veranstaltet die „Nacht der offenen Kirchen“ mit dem Thema „Lebenswenden“, während die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg zu einer Beatmesse mit dem „Kölner Don Camillo“ Pfarrer Franz Meurer einlädt. Es gibt außerdem Theateraufführungen, Ausstellungsbesuche und den Entpflichtungsgottesdienst für Pfarrer Stephan Romot in der Evangelischen Kirchengemeinde Lindlar. Abgerundet wird das Programm durch ein Frauenmahl unter dem Motto „Jetzt ist die Zeit für Solidarität und Gerechtigkeit“ im Evangelischen Kirchenkreis Köln-Nord und ein Konzert mit Werken von Zelenka und Bach in der Trinitatiskirche in Köln.

19.10.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Ev. Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9, 51429 Bergisch Gladbach
Doc Esser macht die Rentner in Bensberg fit
Impulse für Körper, Geist und Seele
Am Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr, begrüßt die Evangelische Kirchengemeinde Bensberg Doc Esser in der Evangelischen Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9. Das Thema: „Doc Esser macht die Rentner fit – Impulse für Körper, Geist und Seele“. Der aus dem Fernsehen bekannte Arzt gibt Tipps zur Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit für Menschen im Alter ab 60 Jahren. Der Eintritt kostet 19,50 Euro. Darin enthalten sind kulinarische Kostproben. Tickets gibt es im Evangelischen Gemeindezentrum Bensberg, Im Bungert 3, immer dienstags von 10 bis 14 Uhr und im Gemeindebüro Herkenrath, Straßen 54, immer donnerstags 10 bis 13 Uhr.
www.kirche-bensberg.de

20.10.2023, 16:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
NS-Dokumentationszentrums, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln
„Diversität stärken“
Besuch einer Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum
Das Projekt „Diversität stärken“ soll in den kommenden zwei Jahren helfen, auf struktureller Ebene in evangelischen Kirchengemeinden Barrieren abzubauen, durch die Partizipation eingeschränkt wird oder Menschen ausgeschlossen werden. Pfarrerin Dorothea Ugi wurde vom Evangelischen Kirchenkreis Köln-Mitte damit beauftragt, das Projekt zu gestalten. Seit Mai dieses Jahres ist die promovierte Pfarrerin im Kirchenkreis und in der Evangelischen Gemeinde Köln-Nippes tätig. Sie ist seit zehn Jahren im Rheinland zu Hause und versteht sich selbst als queer. Am Freitag, 20. Oktober, 16 Uhr, lädt sie Interessierte zu einem kostenfreien Besuch der Ausstellung „Diversity“ im NS-Dokumentationszentrum, ein. Die Wanderausstellung informiert über verschiedene Dimensionen von Vielfalt. Danach gibt es die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen. Treffpunkt ist der Haupteingang des NS-Dokumentationszentrums, Appellhofplatz 23-25.

20.10.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
Nacht der offenen Kirchen in Brühl
Thema: „Lebenswenden“
Bei der Nacht der offenen Kirchen in Brühl am Freitag, 20. Oktober, 19 Uhr, geht es in diesem Jahr um das Thema „Lebenswenden“. In drei Kirchen erwarten die Besuchenden Berichte einer Hebamme, einer Familienberaterin und eines Bestatters. Dazu gibt es musikalische Beiträge von der Kantorei der Christuskirche und dem Kirchenchor Sankt Margareta sowie Marion Köhler und Peter J. Klasen an Orgel und Klavier. Beginn ist in der Evangelischen Christuskirche Brühl, Mayersweg 10, mit dem Thema „Neues Leben“. Anschließend (19.45 Uhr) geht es in der Schlosskirche St. Maria von den Engeln, Schloßstraße 2, um das Thema „Mitten im Leben“. Die Nacht der offenen Kirchen endet mit einem Gespräch zum „Ende des Lebens“, das um 20.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Margareta, Pastoratsstraße 20, beginnt. Der Eintritt ist frei.
www.kirche-bruehl.de

22.10.2023, 10:30
Ev. Familienbildungsstätte Köln
Evangelische Familienbildungsstätte Köln (fbs), Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Theater: „Das Geheimnis der Gemüsesuppe“
Kochen mit Serge für Eltern mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahre
Torben ist Koch und möchte eine köstliche Gemüsesuppe kochen. Dafür bringt er am Sonntag, 22. Oktober, 10.30 Uhr bis 12.45 Uhr, in die Evangelische Familienbildungsstätte (fbs), Kartäuserwall 24b, viele leckere Dinge mit. Darunter auch eine geheime Zutat: Serge, sein kleiner Freund, ist ein Gorilla und wohnt in einem Kochtopf. Im Anschluss an das Theaterstück essen Kinder und Eltern gemeinsam die gekochte Gemüsesuppe. Die Teilnahme kostet 9 Euro. Eine Anmeldung über die Homepage www.fbs-koeln.org ist erforderlich.
www.fbs-koeln.org

22.10.2023, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
Beatmesse mit Pfarrer Franz Meurer
Besonderer Gottesdienst mit viel Musik
Die nächste Beatmesse findet am Sonntag, 22. Oktober, 11 Uhr, in der Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße, statt. Die Predigt wird als Gast Pfarrer Franz Meurer, der „Kölner Don Camillo“ halten. Für die musikalische Gestaltung sorgt wieder die Band Ruhama.
www.kirche-klettenberg.de

22.10.2023, 15:00
Evangelische Kirchengemeinde Lindlar
Jubilate-Kirche, Auf dem Korb, 51789 Lindlar
Entpflichtungsgottesdienst für Pfarrer Stephan Romot
Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Lindlar geht in den Ruhestand
In einem Gottesdienst am Sonntag, 22. Oktober, 15 Uhr, in der Jubilate-Kirche, Auf dem Korb, wird Pfarrer Stephan Romot in den Ruhestand verabschiedet. Die Entpflichtung erfolgt durch Pfarrer Torsten Krall, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch.
www.ev-kirche-lindlar.de

23.10.2023, 09:30
Evangelischer Kirchenkreis Köln-Nord
Evangelische Kirche Weiden / Gemeindezentrum Jochen-Klepper-Haus, Aachener Straße 1208, 50858 Köln-Weiden
Mit Anmeldung bis 23.10.: „Jetzt ist die Zeit für Solidarität und Gerechtigkeit“
Frauenmahl am Morgen in der Evangelischen Kirche Weiden
Der Theologinnenkonvent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord lädt aus Anlass des Reformationstages (31. Oktober) zum Frauenmahl am Morgen am Samstag, 28. Oktober, 9.30 Uhr bis 13 Uhr, in die Evangelische Kirche Weiden/Gemeindezentrum Jochen-Klepper-Haus, Aachener Straße 1208, ein. „Jetzt ist die Zeit für Solidarität und Gerechtigkeit – Kölnerinnen damals und heute kämpfen weiter“ lautet das Motto. Zu Wort kommen zwei Kölnerinnen: Matilde Franziska Anneke, eine weltoffene Revolutionärin aus dem 19. Jahrhundert, und Melek Henze, Leiterin des Lindweiler Treffs, interkulturelle Beraterin und Stimme von heute gegen Armut und für Gerechtigkeit der Kulturen. Nach dem Ankommen mit Empfang und Büchertisch ab 9.30 Uhr, beginnt um 10 Uhr die Begrüßung mit Vorstellung der Rednerinnen. Die Statements der jungen und alten Sozialrevolutionärinnen werden von den Pfarrerinnen Ronja Voldrich und Uta Walger vorgetragen. Es schließt sich ein Interview und „Rede zur Solidarität jetzt!“ von und mit Melek Henze an. Dazu wird ein Dreigänger Lunch gereicht. Das Frauenmahl zeichnet sich durch Tischreden in der Tradition des Reformationstages, ein kleines Menü und Gesprächsrunden aus. Die Teilnahme kostet 12 Euro. Darin enthalten sind Essen und Getränke. Um Anmeldung bis Montag, 23. Oktober, per E-Mail an superintendentur.koeln-nord.@ekir.de oder per Telefon 0221/8209051 wird gebeten. Die Reihenfolge der Anmeldung entscheidet über die Platzvergabe.

25.10.2023, 19:30
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Musik von Zelenka und Bach
Mit dem Vokalensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln und dem Collegium musicum der Uni Köln
Missa votiva (ZWV 18) aus dem Jahr 1739 von Jan Dismas Zelenka (1679-1745) und die Orchestersuite Nr. 1 C-Dur (BWV 1066) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) erklingen bei einem Konzert am Mittwoch, 25. Oktober, 19.30 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4. Zu Gast sind das Gesangsensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln, das Kammerorchester der Universität zu Köln sowie Studierende der Klasse „Chorleitung“ von Professor Florian Helgath (Leitung), Hochschule für Musik und Tanz Köln. Jan Dismas Zelenkas innovative Werke sind reich an schönen Melodien und musikalischen Ideen. Sie zeigen eine kühne Harmonik und sind mit viel Gespür für Dramatik und musikalischen Witz komponiert. Bereits zu Lebzeiten wurde der Böhme aber unterschätzt und geriet nach seinem Tod schnell in Vergessenheit. Erst in jüngerer Zeit wird seine Musik wiederentdeckt. Johann Sebastian Bach, dessen Orchestersuite Nr. 1 im Konzert erklingen wird, war sechs Jahre jünger als Zelenka und hat dessen Kompositionen offenbar geschätzt. In seinem Nachlass fanden sich Abschriften einiger Werke des Kollegen. Die Missa votiva komponierte Zelenka vermutlich als Erfüllung eines Gelübdes, nachdem er sich von einer ernsthaften Erkrankung erholt hatte. Der Eintritt ist frei.
www.trinitatiskirche-koeln.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Solidarität für Israel: Video-Andacht von Miriam Haseleu

Die Nachrichten aus Israel erschüttern und bewegen zutiefst. Der Solidarität, der Trauer und der Fürbitte wurde in einer digitalen Andacht Raum gegeben. Pfarrerin Miriam Haseleu und Mia Kamps bitten darin um Worte für das, wofür wir angesichts von Hass, Terror und Krieg oft keine Worte finden.

In der Andacht, die am 13. Oktober in der Lutherkirche in Köln-Nippes aufgezeichnet wurde, berichtet Miriam Haseleu, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Köln-Nippes sowie Synodalassessorin und damit stellvertretende Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte, von einer Familie und dem Kinderheim Neve Hanna in Israel, die direkt von den Angriffen durch die Terrororganisation Hamas betroffen sind. Im Video sind Bilder des Kinderheims zu sehen. Für die Musik in der Andacht war Dr. Daniel Meier verantwortlich.

Text: ekir.de/APK
Foto(s): Screenshot/APK

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Statement des Rates der Religionen zum Terrorangriff der Hamas auf israelische Ortschaften

Der Rat der Religionen der Stadt Köln hat eine Stellungnahme zum Terrorangriff der Hamas auf israelische Ortschaften abgegeben. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Pfarrerin Dorothee Schaper vertreten als Mitglieder die Evangelische Kirche im Rat der Religionen und stehen hinter dem am 16. Oktober 2023 abgegebenen Statement.

Statement des Rates der Religionen der Stadt Köln

Der Rat der Religionen der Stadt Köln hat sich in der Kölner Friedensverpflichtung dazu verständigt, mit ganzer Kraft dazu beizutragen, Hass und Gewalt zu überwinden, damit die Menschen in Köln und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können. Nichts scheint in diesen Tagen herausfordernder als das.

Der Rat der Religionen verurteilt den Angriff auf die Menschen in Israel auf das Schärfste. Der brutale Angriff der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung lässt auch uns zutiefst erschüttert und sprachlos zurück. Verstörend sind die Bilder der Gewalt, die uns seit dem vergangenen Wochenende aus dem Nahen Osten erreichen. Wie gelähmt verfolgen auch wir die aktuelle Lage in den Nachrichten und den sozialen Medien und sind in unseren Gedanken bei unseren jüdischen und palästinensischen Freund*innen, bei allen Betroffenen und Angehörigen. Wir schließen sie in unsere Gebete mit ein und hoffen auf ein schnelles Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen und des Leids der Menschen.

Der Rat der Religionen der Stadt Köln verurteilt den schrecklichen Angriff auf die Zivilbevölkerung in Israel und jegliche Formen von Antisemitismus und Hass. Wir verurteilen das Schüren von Hetze gegen Menschen und Glaubensgemeinschaften und das Beschwören von Feindbildern, die als Legitimation für Gewalt und Terror herangezogen werden. Das grundgesetzlich verbriefte Demonstrationsrecht in Deutschland darf nicht dazu missbraucht werden, das Morden an Menschen zum Anlass für Jubelfeiern zu nehmen und den friedlichen gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zu gefährden.

Für uns ist es inakzeptabel, dass Religionen für Terror und Hass missbraucht werden. Ebenso wenig ist verhandelbar, dass die Würde eines jeden Menschen und die Achtung der Menschenrechte das oberste Gut verkörpert, das es zu verteidigen gilt. Inakzeptabel ist es auch, dass religiöse Bekenntnisse oder die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft Gewalt und Terror legitimieren.

Nicht verhandelbar ist für uns außerdem, dass der gezielte Angriff auf die israelische Zivilbevölkerung ein Akt beispiellosen Hasses ist und dass sich Jüdinnen und Juden unseres Schutzes sicher sein dürfen, in unserer Stadt und darüber hinaus.

Wir als Religionsgemeinschaften im Rat der Religionen stehen an der Seite beider Völker. Das Eskalieren der Gewalt gefährdet in erster Linie die Existenz und Sicherheit der Zivilbevölkerung und die Zukunft aller in der Region.

Der Rat der Religionen der Stadt Köln möchte die Kölnerinnen und Kölner gerade in diesen schweren Tagen und Stunden dazu aufrufen, zusammenzuhalten. Wir lassen uns nicht spalten, wiegen menschliches Leid nicht auf und sind in unseren Gebeten und Gedanken bei allen Getöteten, Verletzten und Betroffenen dieser Tragödie.

Köln, am 16. Oktober 2023

Der Rat der Religionen

Der Kölner Rat der Religionen ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölner und Kölnerinnen einsetzen und jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ablehnen. Mitglieder sind u.a. der Evangelische Kirchenverband Köln und Region und die Melanchthon-Akademie Köln.

Gegenseitige Achtung, Akzeptanz und Toleranz sind ebenso Grundlage des gemeinsamen Handelns wie die Achtung der Menschenrechte, die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils Anderen. Dazu gehört die Distanzierung von Antisemitismus und jeglicher Form von Rassismus. Der Rat der Religionen unterstützt den Aufbau verlässlicher Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen den in Köln vertretenen Religionsgemeinschaften. Die Bedeutung von Religion als integrierendes Element steht dabei im Mittelpunkt.

Alle im Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften verpflichten sich in diesem Sinne, offen für den interreligiösen Dialog zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger und Bürgerinnen zu sein und vertrauensvolle Begegnung zu ermöglichen.

Text: Rat der Religionen
Foto(s): Canva/APK

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Sebastian Haeger ist neuer Geschäftsführer für die Evangelische Kliniken Rheinland gGmbH

 Der Aufsichtsrat der Evangelischen Kliniken Rheinland gGmbH hat Sebastian Haeger zum Oktober als neuen Geschäftsführer bestellt. Er tritt die Nachfolge von Dr. Harald Januschewski an, der sich in den Ruhestand verabschiedet.

 Der 42-jährige Sebastian Haeger ist Diplom-Medizinökonom und hat einen Master of Science im Krankenhaus-Prozessmanagement. Seine Karriere startete er bei der Rhön Klinikum AG und war dort in Führungspositionen von Häusern unterschiedlicher Versorgungsstufen tätig. Ab 2014 arbeitete er für die Sana Kliniken AG, zunächst als Kaufmännischer Direktor für das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont und später für die Sana Kliniken Remscheid und Radevormwald. Zuletzt war er Geschäftsführer des Sana Dreifaltigkeits-Krankenhauses Köln und des Sana-Krankenhauses Hürth.

„Das Gesundheitswesen steht mit der geplanten Krankenhausreform vor tiefgreifenden Veränderungen“

Sebastian Haeger freut sich auf seine neue Herausforderung, wie er sagt: „Ich starte mit großer Vorfreude und gleichzeitig großem Respekt in meine neue Aufgabe. Das Gesundheitswesen steht mit der geplanten Krankenhausreform vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Evangelischen Kliniken Rheinland stehen mit ihren vielfältigen Angeboten für Gesundheit und Lebensqualität für ein intersektorales Versorgungsmodell der Zukunft. Diese Stärken möchte ich weiter prägen, die Marktposition des Unternehmens im Rheinland stärken und eine führende Position einnehmen.“ Haeger ist verheirateter Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie in Bergisch Gladbach.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Lenke freut sich über die Nachfolgeregelung, die Gesellschafter und Aufsichtsrat gemeinsam getroffen haben: „Aus einer Vielzahl von qualifizierten Bewerbern haben wir uns für Sebastian Haeger entschieden. Er ist ein erfahrener Krankenhausmanager mit großer Expertise im Gesundheitswesen und im Management von komplexen Gesundheitseinrichtungen. Seine sehr gute Vernetzung in der Region wird dem Unternehmen und den Menschen vor Ort zugutekommen.“

Die Holding Evangelische Kliniken Rheinland gemeinnützige GmbH bündelt seit 2010 an den Standorten Bergisch Gladbach und Köln wohnortnahe medizinische, pflegerische und therapeutische Behandlungs- und Betreuungsangebote unter einem Dach. Mit dem Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach, dem Evangelischen Klinikum Köln Weyertal und ihren Tochterunternehmen leisten heute rund 2.000 Mitarbeitende einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Menschen im Bergischen Land und in Köln.

Text: Daniel Beer
Foto(s): Susanne Prothmann

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