Unser Adventskalender: Törchen 8 ist das inklusive Sportfest „Kirche läuft“: Vielfältig, entspannt und fair
Bernward Siemes, Vorsitzender des DJK, katholischer Sportverband Köln, blickt in die Runde und sieht glücklich aus: Der 13. Pax-Bank Stadionlauf auf den Wiesen am Kölner RheinEnergieStadion hat rund 700 Läuferinnen und Läufer jeden Alters angezogen, insgesamt sind seiner Schätzung nach 1000 Menschen zu diesem inklusiven Sportfest gekommen. Die besondere „Kirche läuft“-Fairness der Teilnehmenden zeigte sich unter anderem, als ein Starter aus Regensburg, der zunächst einen großen Vorsprung hatte, sich im Gelände verlief. Er hätte Zweiter sein müssen, kam aber als Vierter durchs Ziel. „Er wurde vom Zweit- und Drittplatzierten vorgelassen. Beide bestanden darauf, zu seinen Gunsten zurückzutreten“, berichtet Bernward Siemes und sagt: „So etwas erlebt man nur bei ,Kirche läuft‘!“
Konzerte, Lesenacht und Adventsveranstaltungen gibt’s bei unseren Wochentipps: „Loss mer singe“ präsentiert den vorweihnachtlichen Mitsingabend „Himmel & Ääd“. Es gibt Adventssingen in Brauweiler, eine Lesenacht in der Kartäuserkirche „Starke Geschichten gegen die Gewalt“ und Orgelmusik aus Frankreich und Deutschland in der Erlöserkirche. Die Einweihung der neuen Orgel findet in der Stephanuskirche statt und ein MAK-Vortrag behandelt das Thema „Die Seele. Eine Reanimation“.
Die Termine in der Übersicht:
09.12.2022, 20:00
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt „Loss mer singe“ präsentiert „Himmel & Ääd“
Ein vorweihnachtlicher Mitsingabend in der Lutherkirche
Zum Singen kölscher und internationaler Weihnachtslieder sowie poppiger Musik lädt der Projektchor „Loss mer singe“ am Freitag und Samstag, 9. und 10. Dezember, jeweils 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), gemeinsam mit dem „Orchester der Liebe“ in die Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, ein. Der Chor mit etwa 70 Sängerinnen und Sängern hatte sich vor fünf Jahren unter der Leitung von Wolfgang Krumpen gegründet. Die vorweihnachtlichen Mitsingabende zwischen „Himmel un Ääd“. werden von Helmut Frangenberg moderiert. Ein Textheft als Mitsinghilfe erleichtert allen das Mitmachen. Der Eintritt kostet 20 Euro im Vorverkauf unter www.himmelundaeaed.ticket.io und 25 Euro an der Abendkasse.
10.12.2022, 17:00
Evangelische Christusgemeinde Brauweiler-Königsdorf
Gnadenkirche Brauweiler, Friedhofsweg 4, 50259 Pulheim Adventssingen in Brauweiler
Text- und stimmsicher in die Weihnachtszeit
Die Adventszeit lädt zum Singen ein – und gemeinsam ist es sowieso viel schöner – egal, ob jeder Ton getroffen wird. Die Evangelische Christusgemeinde Brauweiler-Königsdorf lädt zu einem gemeinsamen Singen von Advents- und Weihnachtsliedern mit der Kantorin Min-Ga Seo am Samstag, 10. Dezember, 17 Uhr, in das Gemeindehaus Brauweiler, Friedhofsweg 4, ein. Die Teilnahme ist kostenlos.
10.12.2022, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln „Starke Geschichten gegen die Gewalt“
Lesenacht in der Kartäuserkirche
Am Tag der Menschenrechte und zum Abschluss der Orange Days am Samstag, 10. Dezember, 18 Uhr, gibt es in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, eine langen Lesenacht mit starken Geschichten gegen die Gewalt unter dem Motto „Frauen Leben Freiheit“. Aus aktuellem Anlass kommen in erster Linie iranische und afghanische Stimmen zu Wort. Die Poetischen, dokumentarischen, biographischen, historischen und tagesaktuellen Texte und musikalischen Unterbrechungen werden bis tief in die Nacht vorgetragen. Beteiligte an Lesung und musikalischer Gestaltung sind: Isabel Schayani, Nicola Landgrebe, Mathias Bonhoeffer, Mehrdad Razi, Dorothee Schaper, Thomas Frerichs, Carolin Schreiber, Sinat und Ali Porsani und andere. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
11.12.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Rodenkirchen
Erlöserkirche, Sürther Straße 34, 50996 Köln Orgelmusik aus Frankreich und Deutschland in der Erlöserkirche
Eröffnungskonzert nach der Revision der Orgel
Im Konzert am Sonntag, 11. Dezember, 17 Uhr, erklingt erstmals die Orgel in der Erlöserkirche, Sürther Straße 34, in der von Orgelbau Merten technisch und klanglich überholten Form. Seit August wurde die Orgel revidiert, das heißt gereinigt gewartet und modernisiert. Christian Collum, Konzertorganist und ehemaliger Leiter des Bach-Vereins, trägt an der Orgel Werke von Louis-Nicolas Clérambault, Johann Sebastian Bach, Joseph Bonnet, Jehan Alain, Olivier Messiaen sowie Joseph Weyrauch vor. Die virtuose Musik aus Frankreich und Deutschland ist eingebettet in einen Rahmen adventlicher Choralvorspiele und zeigt ein großes Spektrum an Klangfarben. Im Anschluss an das Konzert lädt das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Rodenkirchen ein zu Gespräch und Austausch bei einem Glas Wein und Gesalzenem. In Anwesenheit der Orgelbauer bietet sich die Gelegenheit, die Orgel in ihrer deutlich überarbeiteten Form näher kennenzulernen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
11.12.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 6, 50735 Köln Einweihung der neuen Orgel in der Stephanuskirche
Konzert mit drei Organisten
Seit Anfang September 2022 hat die Stephanuskirche eine neue Orgel, sodass nach jahrelanger Zwangspause die Gottesdienste wieder mit Orgelmusik untermalt werden können. Das feiert die Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl am Sonntag, 11. Dezember, 17 Uhr, mit einem Einweihungskonzert in der Stephanuskirche, Brehmstraße 6. Drei Organisten spielen auf der Gebrüder Späth-Orgel, die aus der ehemaligen katholischen Kirche St. Hildegard in der Au in Köln-Nippes stammt: Gerhard de Buhr, Wolfgang Siegenbrink sowie Johannes Quack. Die Orgelbauwerkstatt Merten in Remagen hat die Orgel gereinigt und gewartet. Nach einem Konzept von Orgelbauer Martin Hiltmann und Architekt Klaus Zeller wurde die Orgel an ihrem neuen Platz aufgebaut. Fachleute sprechen von einem technischen Neubau.
12.12.2022, 19:00 Melanchthon-Akademie
Karl Rahner Akademie, Jabachstr. 4-8, 50676 Köln „Die Seele. Eine Reanimation“
Vortrag von Professorin Johanna Haberer
Mit Leib und Seele dabei, seelenverwandt – die Alltagssprache kennt die Seele noch. In der Fachliteratur der Bio – und Humanwissenschaften war das Stichwort Seele lange Zeit kaum noch zu finden. Sogar in der Theologie gab es Tendenzen, das Wort als vormodern und unbiblisch zu verabschieden. Professorin Johanna Haberer, evangelische Theologin und Journalistin, will die Seele aber retten – auch für den wissenschaftlichen Diskurs. In ihrem Vortrag am Montag, 12. Dezember, 19 bis 21 Uhr, in der Karl Rahner Akademie, Jabachstraße 4-8, möchte sie zeigen, dass auch wenn die Seele nicht empirisch nachweisbar ist, sie doch Ausdruck von dem ist, was den Menschen ausmacht. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie statt. Der Eintritt kostet 12 Euro. Um Anmeldung per E-Mail an melanchthon-akademie.de wird gebeten.
Unser Adventskalender: Törchen 7 ist „Menschen mit Migrationshintergrund eine Stimme geben“
Kultursensibel in zwölf Sprachen: Das Modellprojekt „Brückenbauer*innen Palliative Care“ unterstützt ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und ihre Familie im Bereich Gesundheit, Pflege und Palliative Care. „Ich freue mich sehr darauf, vor allem älteren Menschen mit Migrationshintergrund eine Stimme zu geben,“ sagt Amal Almakhfi. Sie ist eine von insgesamt acht „Brückenbauer*innen“, die seit Februar beim Diakonischen Werk Köln und Region für das Modellprojekt „Brückenbauer*innen Palliative Care“ angestellt sind.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/12/20221124_Adventskalender_2022_7.png45008000https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2022-12-06 23:00:002022-12-11 23:10:03Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Einsatz für Menschen mit Migrationshintergrund
Durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde die KiTa Volberg komplett zerstört, die 65 Kinder wurden auf verschiedene Einrichtungen verteilt. Jetzt kommen die Kids wieder zusammen, in Rösrath-Venauen wurde ein Interimsstandort der KiTa Volberg eröffnet.
Kinder waren auf zwei Standorte verteilt
„Für uns war das eine lange Zeit des Organisierens“, berichtet KiTa-Leiterin Sandra Faust. 65 Kinder mussten auf zwei Standorte verteilt werden, die ihrerseits eigentlich aus allen Nähten platzten. Es musste von heute auf morgen Platz geschaffen werden, so mancher Gruppenraum fiel dem zum Opfer, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schränkten sich ein, um alle 65 Kinder unterbringen zu können. Die Kinder wurden an zwei unterschiedlichen Standorten betreut, jetzt kommen sie endlich wieder zusammen.
Unkomplizierte und unbürokratische Lösung
„Ich freue mich, dass diese Aktion hier so reibungslos gelungen ist“, berichtete eine sichtlich erleichterte Bürgermeisterin Bondina Schulze. „Hier haben wirklich alle an einem Strang gezogen.“ Die Stadt hat die ganze Aktion koordiniert, der Investor BBF hat das Grundstück zur Verfügung gestellt, aus Mitteln der Fluthilfe wurden Container aufgestellt, die Platz genug für alle Kinder bieten, bis deren neue KiTa endgültig wieder aufgebaut ist. Dazu wartet man auf Fördermittel des Landes, bis die fließen, sind noch einige Gutachten zu erstellen. „Die Luft ist aber erstmal raus“, freut sich Sandra Faust. „Hier können wir das nächste Jahr gut bleiben, bis der endgültige Bau fertig gestellt ist.“ Die Diakonie Michaelshoven als Träger der Einrichtungen ist froh, dass eine solche Lösung gefunden wurde. „Dank einer kooperativen und unbürokratischen Lösung konnte dieser Interimsstandort schnell umgesetzt werden“, freute sich Franziska Lang von der Diakonie. Die reibungslose Zusammenarbeit mit den Behörden wurde von allen Beteiligten ausnahmslos gelobt.
Der Umzug steht bevor
So gab es denn auch zur Schlüsselübergabe nur strahlende Gesichter. Bürgermeisterin Bondina Schulze durchschnitt mit Leichtigkeit das rote Band, anschließend konnten sich alle Gäste das Innere der Interims-KiTa ansehen. In ein paar Tagen wollen die Kids hier einziehen, vorher heißt es noch packen und organisieren. „Die Kinder sind schon ganz aufgeregt und mit Begeisterung bei der Sache“, konnte Sandra Faust berichten, bevor dann der große Umzug beginnt.
Text: Dr. Klemens Surmann Foto(s): Dr. Klemens Surmann
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/12/Kita-Rösrath-scaled-e1669198934545.jpeg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2022-12-06 05:45:002022-12-11 06:00:07Endlich wieder zusammen: Interimsstandort der KiTa Volberg eröffnet
Unser Adventskalender: Törchen 6 ist der Jugendkreuzweg: Jugendliche geben ihre Handys ab
Wenn Jugendliche ihre Handys freiwillig abgeben, muss das einen starken Anlass haben. Dieser Anlass war mit dem Ökumenischen Jugendkreuzweg der Evangelischen Jugend Köln gegeben, der in Kooperation mit der Katholischen Jugend stattfindet. Knapp 65 Jugendlichen haben Anfang April vier verschiedene Orte in Köln besucht, die das Thema des diesjährigen Kreuzweges „getaped: verbunden – gestützt – geheilt“ aufgriffen. „Ich war überrascht, dass so viele Jugendliche ihre Handys in Briefumschlägen abgegeben haben. Wir wollten damit mal die unsichtbaren Dinge wie Leistungsdruck, Stress in der Familie, Zukunftsängste, die die Jugendlichen belasten, sichtbar machen – und ihnen eine Möglichkeit geben, Lasten abzulegen“, sagte Daniel Phan, theologischer Referent des Evangelischen Jugendpfarramts.
Wenn 17 gestandene Lehrer und Lehrerinnen über ein Jahr lang 320 Stunden in eine Fortbildung investieren, dann muss es sich schon um eine echte Herzensangelegenheit handeln. Die beiden Schuldezernaten Köln und Bonn bieten in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln regelmäßig Zertifikatskurse an, an deren Ende die „Vokation“, also die Erteilung der Lehrbefähigung für evangelische Religion steht.
Etwa eine halbe Million Schüler und Schülerinnen nehmen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland am evangelischen Religionsunterricht teil und werden dabei von rund 10.000 Lehrer und Lehrerinnen unterrichtet. Schon diese bloßen Zahlen machen deutlich, wie wichtig der Religionsunterricht in einer säkularen Gesellschaft ist, um Kindern und Jugendlichen das Angebot des Glaubens und einer Lebensgestaltung nach christlichen Maßstäben machen zu können. Aus diesem Grund besuchte auch Präses Dr. Thorsten Latzel die angehenden Religionslehrer und Religionslehrerinnen im Vorfeld der Landessynode in Düsseldorf vom 15. bis 20. Januar, deren zentrales Thema „Bildung“ sein soll.
„Hohe Begeisterung“
Nach dem Besuch sprach Thorsten Latzel von einer „beeindruckenden Begegnung“. Er habe eine „hohe Begeisterung“ wahrgenommen. Der Zertifikatskurs verknüpfe Theologie mit Pädagogik. Das Kursziel geht für den Präses weit über die theoretischen Lerninhalte hinaus: „Menschen, die authentisch von ihrem Glauben berichten.“ So könne Religion wieder „Thema im Lehrerzimmer“werden. Religion, so Latzel, leiste einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und sei wichtig für den Diskurs. Der Religionsunterricht trage dazu bei, dass die jungen Menschen „pluralitätsfähig“ werden und lernen, sensibel mit der eigenen Religion umzugehen.
Rainer Lemaire, Schulreferent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region betonte, für die Teilnehmenden sei der Kurs eine „tolle Lern- und Auszeit“ gewesen. Es sei Raum für eigene Fragen und Zweifel gewesen. Der Zertifikatskurs sei für die angehenden Religionslehrer und Religionslehrerinnen „ein Ort gewesen, wo sie miteinander ins Gespräch kommen konnten. Dieser Austausch habe eine hohe Nachhaltigkeit“.
Auf dem Stundenplan standen für die „Spätberufenen“ nicht nur biblische Themen, Kirchengeschichte und systematisch-theologische Fragen, sondern auch „Kirche im Nationalsozialismus“ und Religionspädagogik.
Präses Latzel betonte, dass es sich bei den Zertifikatskursen nicht um ein „Sparmodell“ handele, auch wenn Zertifikatskurse generell dazu dienen, den Bedarf an Lehrpersonal in sogenannten „Mangelfächern“ zu decken.
Gewinn für alle Beteiligten
Im besten Falle sind die Zertifikatskurse ein Gewinn für alle Beteiligten: Die teilnehmenden Pädagogen und Pädagoginnen erweitern nicht nur ihren fachlichen Horizont, sondern auch ihren geistlichen Lebenshorizont und stellen sich anhand der Kursinhalte auch eigenen Lebensthemen. Die Schulen gewinnen hochmotivierte Fachlehrer und Fachlehrerinnen und die evangelische Kirche authentische Glaubensbotschafter und Glaubensbotschafterinnen mitten in der Gesellschaft.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/12/Zertifikatskurs_pm1-scaled-e1670227484947.jpg12352195https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2022-12-05 09:00:002022-12-09 23:00:06Ein Fach für „echte Persönlichkeiten“: Präses Dr. Thorsten Latzel besuchte angehende Religionslehrer
Unser Adventskalender: Törchen 5 ist die #kanutourderhoffnung: Kirche als Ort der Vermittlung im Strukturwandel
Im Rahmen der #kanutourderhoffnung paddelte Präses Dr. Thorsten Latzel am zweiten Tag auf der Erft und besuchte zwei Gemeinden im Kirchenkreis. Auf einen Morgensegen zu Beginn des Tages am Montag von Pfarrerin Ronja Voldrich in Bergheim folgten Besuche in den Kirchengemeinden in Bergheim und Bedburg. Pfarrer Martin Trautner erläuterte dem Präses und seinen Begleiterinnen und Begleitern den Wandel im Revier. Pfarrer Gebhard Müller berichtete von der Gesprächsreihe „Kirche diskutiert anders“, die von den beiden Kirchenkreisen Köln-Nord und Köln-Süd in den vergangenen Jahren gemeinsam veranstaltet worden war.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/12/20221124_Adventskalender_2022_5.png45008000https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2022-12-04 23:00:002022-12-09 15:00:07Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Kirche kommt zu den Menschen
Da steht sie also und reckt ihren Turm in den Himmel über Porz: die Lukaskirche. Zu ihrer Planungs- und Bauzeit – Anfang des 20. Jahrhunderts – bereits visionär: außen Jugendstil, innen expressionistisch. Optisch ein bisschen wie der Zwilling des Darmstädter Wahrzeichens, des Hochzeitsturms. Später dann mit einem Fensterzyklus ausgestattet, der von Auschwitz erzählt. Nun gibt es eine neue Vision, um die seit 40 Jahren denkmalgeschützte Kirche zu erhalten und weiter zu nutzen: rund um den Bau von Maximilian August Benirschke soll das neue Lukasquartier entstehen, ein kirchlich-soziales Zentrum mit Wohnraum, Kita, Kirche und viel Lebensqualität.
Vor einiger Zeit wurde die Anzahl der Pfarrbezirke von sechs auf vier reduziert, die verbleibenden arbeiten enger zusammen und haben zum Teil fusioniert. Damals stand auch der Immobilienbestand auf dem Prüfstand und die Gemeinde vor der Frage, welche Gebäude verkauft werden sollten. „Auch diese Kirche stand zur Diskussion“, erinnert sich Pfarrer Rolf Theobold. „Aber das ist unsere Mutterkirche. Und ein Denkmal. Das kann man nicht machen.“ Klar war jedoch, dass es für die Lukaskirche keine eigene Pfarrstelle mehr geben wird.
Eventkirche oder Kolumbarium?
Dort, wo jetzt noch ein sanierungsbedürftiges, leerstehende Haus steht, entstehen im Lukasquartier neue Wohnungen.
Nach verschiedenen Projektideen im Bezirksausschuss beriet dann das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Porz darüber, ob aus der Lukaskirche eine Eventkirche oder ein Kolumbarium werden sollte, eine Grabstätte für Urnenbeisetzungen. Es folgte ein Workshop mit dem Theologen, Architekten und Stadtentwickler Jörg Beste. Er empfahl der Gemeinde, größer zu denken. „Also nicht nur das Untergeschoss der Kirche, die wir retten wollen, umzubauen, sondern das ganze Ensemble in den Blick zu nehmen“, erklärt Theobold.
Es entstand die Vision, rund um die Lukaskirche ein Quartier zu entwickeln, das ausstrahlt in die Stadtgesellschaft und für die Menschen in der Nachbarschaft eine Anlaufstelle, ein Aufenthaltsort und ein zentraler Ort in Porz werden könnte. Die Pläne: Ein altes Pfarrhaus wird abgerissen. Es wurde als Erbpacht an einen Investor verkauft, der dort neue Wohnungen bauen wird. Die Erbpacht sichert ein Drittel des Finanzierungsbedarf und soll zum Teil in soziale Projekte fließen. In den Wohnungen – so die Hoffnung – sollen sich Familien ansiedeln, die sich lange ans Lukasquartier binden.
Ein neuer Dorfplatz für Porz
Herzstück des Projektes ist die Lukaskirche selbst. Ihr Untergeschoss soll umgebaut werden. Wo jetzt ein alter Theatersaal mit Bühne ist, sollen flexibel aufteilbare Gruppenräume entstehen, die auch ganz geöffnet werden können. Auf diese Weise bleibt auch die Option auf einen großen Saal erhalten. Eine größere Kirche soll es Gruppen ermöglichen, sie gemeinsam zu nutzen.
„Das Obergeschoss, in dem der Sakralraum ist, bleibt unverändert“, sagt Pfarrer Theobold. Obwohl es auch dort Sanierungsbedarf gibt, steht fest: „Das soll als Sakralraum erhalten bleiben, wobei wir es auch im Quartier zur Verfügung stellen im Rahmen dessen, was man in einer Kirche machen kann, für Konzerte oder Kunstausstellungen oder Ähnliches.“
Das äußere Herzstück wird ein Quartiersplatz sein, der entsiegelt wird. „Das soll ein kleiner Park mit hoher Aufenthaltsqualität werden“, erzählt Theobold, „zur Straße hin auch nicht mehr so abgegrenzt wie jetzt. Es soll eine Art Dorfplatz werden, wo sich dann auch Leben abspielen kann.“ Pläne, dort auf Dauer ein Open-Air-Café anzusiedeln, werden sich voraussichtlich nicht realisieren lassen, aber bei verschiedenen Anlässen könnte es „Pop up“-Gastronomie geben.
Pilotprojekt interreligiöser Kindergarten
Das Pfarrhaus soll als offenes Haus für die Bürgerschaft Teil des Lukasquartiers werden.
In dem Haus, in dem sich das Pfarrbüro und Gruppenräume für die Jugend befinden, wird das gesamte Untergeschoss ebenfalls für das Quartier nutzbar sein, so Theobold. Ein Aufzug soll das Haus barrierefrei machen, wie auch die Lukaskirche selbst durch eine Hubvorrichtung im Außenbereich und eine Rampe für das Untergeschoss barrierefrei werden soll.
Ein weiteres Vorhaben innerhalb des Quartiersprojekts: Der benachbarte Kindergarten, der zur Gemeinde gehört und von der Diakonie Michaelshoven betrieben wird, soll als Pilotprojekt zu einem interreligiösen Kindergarten werden. Vorbilder dafür gibt es in Kölns Partnerstadt Tel Aviv mit dem „Cologne Day Care Center“ und in Berlin, wo sich die Porzer bereits Anregungen holten. Für den Ausbau des bislang zweigruppigen Kindergartens müsste das alte Gebäude abgerissen und das bislang große, parkähnliche Gelände etwas verkleinert werden.
Bei dem Projekt wünscht sich die Gemeinde, dass die Stadt Köln als Partner mit ins Boot kommt. „Wir legen in Köln ja sehr viel Wert darauf, dass wir gegen Rassismus und Antisemitismus arbeiten“, sagt Pfarrer Theobold. „Mit dem Leuchtturmprojekt des Kindergartens hätten wir nicht nur ein ,Wir sind dagegen‘, sondern ein positives Beispiel, wie man konstruktiv etwas bewegen kann. Das könnte wirklich Ausstrahlung haben, auch über Köln hinaus.“
Zukunftskonzept Kirchräume
Betreut und begleitet wird das Projekt im Rahmen einer Förderung der „Landesinitiative Baukultur NRW“ vom Architekturbüro „Wolf R. Schlünz-Projekte“. Auch Jörg Beste vom Stadtentwicklungsbüro „synergon“ behält das Porzer Projekt fest im Blick. Er hatte sich bereits vor der Zusammenarbeit länger mit dem Standort beschäftigt. Gefreut habe ihn, dass sich die Gemeinde mit der Vision vom Lukasquartier für das Programm „Zukunftskonzept Kirchenräume“ der „Landesinitiative Baukultur NRW“ erfolgreich beworben hat, das er selbst auf der Gesamtebene begleitet hatte. „Hier ist es nun eines der inhaltlich und organisatorisch erfolgreichsten Projekte und zu Recht auf dem 30. deutschen evangelischen Kirchbautag im September als Beispielprojekt präsentiert worden“, sagt Beste. Leider sei es nicht gelungen, das Projekt in das stadtentwicklerische Gesamtkonzept der Stadt Köln zur Neuausrichtung von Porz-Mitte einzubinden, „was sicher beiden Projekten gut getan hätte“, so der Stadtentwickler.
„Reizvoll finde ich an diesem Projekt die Verbindung von Kirchengemeinde und Quartier in ihren wechselseitigen Beziehungen und Möglichkeiten“, sagt Jörg Beste. Nach einer früheren falschen Entscheidung, eine Gemeindeimmobilie zu „vermarkten“ habe man sich darauf besonnen, „die Möglichkeiten und Werte der Gemeinde in ein gemeinwohl-orientiertes Gesamtnutzungskonzept einzubringen“. Fragestellungen, wie Kirchengemeinden mit ihren Gebäuden und Standorten in Zukunft weiter umgehen, werden zurzeit „nahezu überall immer drängender“, erläutert Beste.
Pfarrer Rolf Theobold von der Evangelischen Kirchengemeinde Porz.
Es sei deutlich, dass Kirchengemeinden den aktuellen Bestand alleine nicht mehr betreiben können werden. „Die schnelle Lösung, Gebäude und Standorte aufzugeben und zu vermarkten, ist dabei allerdings sowohl für Kirche als auch für das Quartier in den allermeisten Fällen langfristig die falsche“, betont der Theologe und Stadtentwickler. „Hierdurch werden Gemeinden – und damit Kirche insgesamt – zukünftig immer weniger wahrnehmbar, was die Probleme des Mitgliederschwundes weiter verstärken wird.“
Aber auch für die Quartiere, Stadtteile, Siedlungen und Dörfer bedeute die Aufgabe dieser – neben der sakralen Funktion – sozial und kulturell genutzten Treffpunkte auf Dauer einen schweren Verlust, der den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt nicht befördern werde, warnt Jörg Beste. „Somit ist für die Kirchengemeinden sowie für ihre jeweiligen Quartiere alles eine gute Lösung, was in irgendeiner Weise weiterhin eine Verbindung und einen Nutzen dieser wichtigen sozialen Orte darstellt. Kirchenstandorte, die angepasst werden müssen, sind also auch Potenzialräume für die Sozialraumentwicklung.“ Nicht untersuchte Potenziale und schnell aufgegebene Standorte seien verpasste Chancen für Gemeinde und Quartier. „Das ist in Porz zum Glück nicht geschehen!“, freut sich Beste.
Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist noch offen. Aktuell laufen noch die Anträge auf Finanzmittel. Die Preissteigerungen und Lieferprobleme bei Baumaterialien und im Handwerk allgemein waren vorher nicht absehbar. Pfarrer Theobold ist aber hoffnungsvoll: „Wir erwarten Zuschüsse von der Stiftung Wohlfahrtspflege und von der Aktion Mensch, die die Barrierefreiheit bezuschussen.“ Mittel kommen auch von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Des Weiteren sucht die Gemeinde noch weitere Investoren.
In einem Video erzählt Pfarrer Rolf Theobold mehr über die Vision des Lukasquartiers in und für Porz.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/12/Lukasquartier_Pfarrer_Rolf_Theobold_2022_Foto_Hildegard_Mathies-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2022-12-04 05:45:002022-12-09 06:10:05Lukasquartier – das Dorf in der Stadt: In Porz soll ein neues kirchlich-soziales Zentrum entstehen
Unser Adventskalender: Törchen 4 ist die erste Vollversammlung #moodmachen: Der Jugendverband wird bunt
Jana, Tim und Luca aus der evangelischen Kirchengemeinde Vingst-Neubrück-Höhenberg wollen etwas für ihre Kirche bewegen. „Wir sind als Delegierte heute hier, um zu erfahren, was der Verband überhaupt vorhat, aber wir möchten uns auch mit anderen aus der Jugendarbeit vernetzen“, schildert Tim (27) die Beweggründe, warum die drei jungen Kölner und Kölnerinnen zur ersten Jugendverbandsvollversammlung im Haus der Evangelischen Kirche in Köln gekommen sind. Luca (23) ergänzt: „Unser Wunsch nach Vernetzung bezieht sich auf alle Generationen. Aber wir suchen auch nach Ideen, die Jüngeren an die Gemeinden zu binden.“
Unser Adventskalender: Törchen 3 ist „Rund 250.000 Menschen setzten mit Friedensdemonstration durch die Kölner Innenstadt Zeichen gegen Krieg und für Frieden, Demokratie und Freiheit“
„Herr Putin, stoppen Sie den Wahnsinn, stoppen Sie den Krieg!“, wandte sich Christoph Kuckelkorn am Rosenmontag vor Beginn der Demonstration für Frieden in der Ukraine eindringlich Richtung Moskau. Dafür erntete der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval auf dem Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt tosende Zustimmung. Kuckelkorn hatte zuvor den zahlreichen dicht gedrängt stehenden Anwesenden gedankt, dass „ihr heute den Weg hierhin gefunden habt“. Darunter befanden sich auch etliche uniformierte Mitglieder der traditionellen Karnevalskorps und -Gesellschaften und Veedelsvereine. Später sollte die Schätzung ergeben, dass insgesamt rund 250.000 Menschen sich am Demonstrationszug durch die Innenstadt beteiligt haben.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/12/20221124_Adventskalender_2022_3.png45008000https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2022-12-02 23:00:002022-12-08 06:00:07Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Ein Zeichen für den Frieden