Diakoniespende 2022/2023: Frisuren für ein Leben auf der Straße – Ehrenamtliche und Spender unterstützen GULLIVER

„Diana, ich habe schon auf dich gewartet“, ist in der Überlebensstation GULLIVER im Bahnbogen 1 an der Kölner Trankgasse in den vergangenen drei Jahren zu einer ganz üblichen Begrüßung geworden. Die herzliche Begrüßung gilt Friseurin Diana Klauß, die den Gästen des GULLIVER ehrenamtlich die Haare schneidet. Dieses Angebot gibt es schon lange, denn das Team des GULLIVER hat früh den Bedarf  seiner Gäste im Hinblick auf Friseur oder auch Fußpflege erkannt. Inzwischen wechseln sich zwei Friseurinnen ab, so dass etwa alle drei Wochen aus dem Tagesschlafraum für ein paar Stunden ein Friseursalon wird. Viele Ehrenamtler wie Diana Klauß unterstützen mit ihrer Arbeit die Überlebensstation GULLIVER. Die Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region geht in diesem Jahr an das GULLIVER – dadurch kann die so wichtige Arbeit weiter ausgebaut werden, weil die Öffnungszeiten erweitert werden können (s. unten).

Praktische Frisuren für „ein Leben draußen“

Diplom-Sozialpädagoge Sebastian Ebert fragte vor einigen Jahren bei Diana Klauß an, ob sie sich vorstellen könnte, die Gäste des GULLIVER zu unterstützen. Die 46-Jährige, die in Köln mit einer Kollegin einen Friseursalon leitet, gibt zu, dass sie sich das GULLIVER erst einmal anschauen wollte, bevor sie ihre Zusage gab. Sie sagt in der Rückschau: „Ich war positiv überrascht und bin seitdem regelmäßig und gerne im GULLIVER.“ Ihr Werkzeug bringt sie mit, eine Haarschneidemaschine wurde gespendet, die dann auch vor Ort bleibt. Modische Ansprüche hat hier kaum jemand. Eher sollen es praktische Frisuren für „ein Leben draußen“ sein, die sich die hauptsächlich männlichen Kunden wünschen.

Was Diana Klauß aber durchaus zu Beginn lernen musste, ist die doch sehr direkte Ansprache. Denn manchmal braucht es eine klare, aber freundliche Ansage. „Das musste ich üben“, berichtet die Friseurin lachend. Ihre Kundinnen und Kunden im GULLIVER freuen sich immer, wenn sie sich im Tagesschlafraum startklar macht. Manche genießen ihren Haarschnitt still und in Ruhe, andere sprechen über Sorgen, Ängste und Probleme. Diese Schicksale lassen natürlich auch die Friseurin nicht unberührt. „Ab und zu muss ich mich hinterher bei Freunden aussprechen und meine Empfindungen teilen. Natürlich nenne ich dann keine Namen. Aber ich nehme doch einiges von hier mit.“ Schließlich können jeden von uns ein ähnliches Schicksal treffen, ist Diana Klauß überzeugt.

Viele Stammkunden

Rund zehn Gästen schneidet sie bei jedem ihrer Besuche in der Trankgasse die Haare, manche sind in den Jahren zu Stammkunden geworden, die sich auf die Begegnung mit der Friseurin schon immer sehr freuen.

Diana Klauß, die den Kundinnen und Kunden ihres Salons regelmäßig von ihrem Engagement für das GULLIVER erzählt, sieht ganz viel Sinn in ihrem Ehrenamt. So betont sie, auch auf der Straße lebende Menschen sollten nach Möglichkeit ihr Selbstwertgefühl bewahren können: „Man muss den Menschen ihre Obdachlosigkeit, ihre oft tragische Lebensgeschichte, ja nicht gleich ansehen. Das ist in meinen Augen eine Frage der Würde.“

Wie gern die Gäste für ihren Service, das Zuhören und Anteil nehmen etwas zurückgeben, hat Diana Klauß erfahren, als einer der Männer ihr eine Schachtel Pralinen überreichte. Diese besondere Geste eines Dankeschöns rührt die Friseurin noch immer, wenn sie davon berichtet.

Diakoniespende

Ein Jahr lang, bis September 2023, steht die Überlebensstation GULLIVER im Bahnbogen 1 in der Trankgasse am Kölner Hauptbahnhof im Mittelpunkt der jährlichen Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Die Spende soll dazu dienen, die Öffnungszeiten, die pandemiebedingt eingeschränkt werden mussten, wieder auszuweiten. Denn die Anlaufstelle für obdachlose Menschen, die täglich rund 200 Gäste zählt, möchte ab dem kommenden Frühjahr an 365 Tagen im Jahr statt von 8 bis 15 Uhr von 8 bis 18 Uhr für die Menschen da sein. Das Besondere an der Diakoniespende: Bis zu einem Spendenaufkommen von 100.000 Euro verdoppelt der Kirchenverband Köln und Region die Summe.

www.wohnungslos-in-koeln.de

www.diakoniespende-koeln.de

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Anpfiff zum Gottesdienst mit FC-Fans

Unser Adventskalender: Törchen 13 ist „Macht das Ziel nicht zu klein“: Gottesdienst mit FC-Fans mit Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

Wenn es einen Fußballgott gibt, dann ist er kein Schalker. Jedenfalls nicht am ersten Spieltag der Bundesliga. Drei klare Fehlentscheidungen trafen der berühmte Kölner Keller und Schiedsrichter Robert Schröder und ebneten damit den Kickern vom 1. Fußball-Clubs Köln den Weg auf die Siegesstraße. Von all diesen Aufregungen ahnten die vielen tausend Fans natürlich nichts, die vor dem Saison-Auftakt-Gottesdienst bei bestem Fußballwetter vor dem Dom standen und auf Einlass warteten. Die Schlange reichte über die Domplatte und den Wallrafplatz bis zum Museum für Angewandte Kunst. Und auf der Burgmauer standen ebenfalls Hunderte. Da dauerte es natürlich, bis alle im Dom einen Platz gefunden hatten. „Kann sein, dass sich der Anpfiff zum Gottesdienst ein bisschen verzögert“, verkündete Stadtdechant Robert Kleine am Mikrofon unter dem Gelächter derer, die bereits auf den Kirchbänken saßen. Am Ende waren auch die Stehplätze gut gefüllt. Kleine und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger leiteten den Gottesdienst. Der Stadtdechant begrüßte als erstes natürlich die FC-Fans, fragte aber kurz danach: „Sind auch Schalker hier?“ Die  Wenigen, die in blau-weißer Ausstattung erschienen waren, antworteten mit einem spontanen „Glück auf!“

Hier geht’s zum 13. Rückblick:

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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27. Altenberger Domforum: Was fehlt, wenn Christen fehlen?

In einem ökumenischen Gottesdienst im Altenberger Dom wurden die Besucherinnen und Besucher schon auf das brisante Thema eingestimmt, was anschließend im Martin-Luther-Haus im Rahmen des Altenberger Domforums diskutiert wurde. Zum 27ten Mal hatten die evangelische und die katholische Kirche in Altenberg sowie der Rheinisch-Bergische Kreis in das Martin-Luther-Haus zu einer interessanten und teilweise kontroversen Diskussion eingeladen.

Auf dem Podium begrüßte Moderatorin Melanie Wilens Dr. Claudia Lücking-Michael vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Dr. Dr. Joachim Kahl vom humanistischen Verband Deutschlands, Dr. Tobias Kläden von der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral der deutschen Bischofskonferenz sowie die evangelische Pfarrerin Julia Rebecca Riedel.

Prognose: Christen werden zur Minderheit

Melanie Wilens begann die Diskussion mit einer für die Christen bitteren Prognose. Im Jahr 1950 waren in NRW 95 Prozent der Bevölkerung in einer der beiden christlichen Kirchen, 2020 waren das nur noch 60 Prozent. Bis 2060 soll sich dieser Anteil auf 30 Prozent einpendeln, ein Zustand, den Tobias Kläden in Thüringen schon heute erlebt. Er ist bewusst aus dem christlich geprägten Rheinland in die sogenannte Diaspora gegangen. „Katholiken sind hier absolut in der Minderheit, jetzt habe ich eine völlig veränderte Perspektive. Ich habe gelernt, das Christentum ist nicht selbstverständlich.“

Was fehlt ohne Christen? Hier war sich die Runde nicht wirklich einig. Claudia Lücking-Michael stellte fest, dass viele Dinge von christlichem Engagement getragen werden, hier würde sehr viel fehlen. „Christen haben sich immer da engagiert, wo kein anderer da war. Die Kirche sollte heute ganz schnell nach denen schauen, um die sich keiner kümmert und nicht auf eine rein betriebswirtschaftliche Abrechnung ihrer Leistungen achten.“

Für Joachim Kahl ist dieses Argument „ganz schwach, diese Leistungen werden sowieso zu 90 Prozent staatlich finanziert.“ Alles würden weiter gehen, weil die Bedürfnisse da sind.“ Sein zunächst schockierendes Fazit: „Wenn Christen fehlten, würde nichts fehlen.“ Allerdings relativierte er dieses Statement gleich im nächsten Satz: „Das wäre sehr zynisch, das ist nicht meine Art. Man kann sagen, es kommt auf die Christen an. Wenn der Kardinal fehlen würde, das wäre sogar ein Zugewinn.“

Julia Rebecca Riedel beantwortet die Frage mit ihrer täglichen Arbeit. Sie kommt aus dem Ahrtal, dort will sie den Flutopfern beistehen, was allerdings als Pfarrerin gar nicht so einfach ist. „Erst sagen Leute, du kannst ja handwerklich nichts, aber dann kommen Fragen zu sachlichen oder seelischen Problemen der Leute.“ Hier habe sie als Pfarrerin ein offenes Herz für die irdische und jenseitige Zukunft. „Genau das würde fehlen, wenn es keine Christen mehr gebe.“

Was fehlen wird, sind die Menschen

Tobias Kläden betont, dass „alle aber sehr nett und anständig sind, auch wenn sie keine Christen sind“. Man müsse erstmal merken, dass wir als Christen in die Minderheit kommen, Christsein ist kein Normalzustand mehr. Um den Menschen zu zeigen, was ohne Christen fehlt, geht man dort ganz unkonventionelle Wege. „Wir bieten Menschen etwas, was ihnen im Alltag etwas bringt, etwa eine Feier der Lebenswende, ein monatliches Totengedenken oder den Beziehungssegen am Valentinstag.“ Auch werde darauf aufgebaut, wo den Kirchen Kompetenz zugesprochen wird, Stichwort Caritas. „Wir wollen so die Leute zu uns holen.“

Auch die Bedeutung kirchlicher Feiertage war in der Diskussion. Einig war man sich, dass die meisten deren Bedeutung gar nicht mehr kennen und diese so immer mehr ausgehöhlt würden. In einigen Ländern weiche man auf andere Feiertage wie den Frauentag aus.

Lebhaften Protest konnte der bekennende Atheist und ehemalige Theologiestudent Joachim Kahl einfahren: „Der Verlust des Christentums bedeutet den Verlust einer illusionären Deutung des Alltags.“ Ebenso müsse man sich von der Deutung verabschieden, dass das Leben keine Durchgangsstation ist. Es ist einfach irgendwann vorbei.“ Auch damit waren nicht alle einverstanden. Schließlich einigte man sich darauf, dass man nicht den Verlust der Institution Christentum bemerken würde, den Verlust christlich geprägter Menschen allerdings sehr deutlich.

Ob man den Bedeutungsverlust des Christentums so hinnehmen muss, war umstritten, das Publikum wollte das nicht akzeptieren. So kamen von hier auch ganz klare Ansagen: „Christ sein ist mehr, als caritativer Dienst, es ist Grundlage des Zusammenlebens.“ „Es würde der Glaube fehlen, die tiefe existenzielle Antwort auf die Sinnfrage des Lebens.“ „Es würden viele kulturelle Aspekte wegfallen, fehlen würde der Schutz vor dem Islam sowie humanitäres Handeln in der Politik.“ „Atheisten haben kein übergeordnetes Wertesystem, Christen stehen für Nächstenliebe.“ Überzeugen konnte letztlich niemand den anderen, etwas zum Nachdenken gab es an diesem Abend aber für alle Beteiligten und Gäste.

Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann

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Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Jupf + Gamescom = Dreamteam

Unser Adventskalender: Törchen 12 ist das Jupf auf der Gamescom: „Die Atmosphäre war toll“

265.000 Besuchende aus über 100 Ländern, rund 1.100 Ausstellende aus 53 Ländern – das war die Gamescom 2022, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. Mit 75 Prozent Anteil kamen mehr Ausstellende aus dem Ausland als sonst. Zusätzlich verfolgten Millionen Menschen weltweit das digitale Programm. Auch die Evangelische Jugend Köln war mit einem eigenen Stand und Großspielgeräten sowie knapp 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfern bei der Gamescom. Jugendbildungsreferent Daniel Drewes, Evangelisches Jugendpfarramt Köln, zieht ein positives Fazit.

Hier geht’s zum zwölften Rückblick:

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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Online-Übertragung des Gottesdienstes für Sternenkinder am 11. Dezember

Aus Anlass des Weltgedenktages für verstorbene Kinder, der immer am zweiten Sonntag im Dezember stattfindet, wird am Sonntag, 11. Dezember, 18 Uhr, in der Christuskirche, Dorothee-Sölle-Platz 1, in einem Gedenkgottesdienst besonders der Sternenkinder gedacht. Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben.

Der Gottesdienst ist eine Initiative von #himmelaufkoeln, einem Projekt junger Pfarrer und Pfarrerinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Ehrenamtlichen aus evangelischen Gemeinden in Köln. Pfarrerin Dorit Felsch, Pfarrerin Miriam Haseleu und Pfarrer Christoph Rollbühler gestalten den Gottesdienst, der auch online unter www.youtube.com/kirchekoeln mitverfolgt werden kann.

www.christuskirche-mitten-im-leben.de

Text: APK
Foto(s): Screenshot Ankündigung/APK

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Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Familien feiern Konfirmation am Rheinufer

Unser Adventskalender: Törchen 11 ist „Ihr seid stärker, als ihr denkt“: Konfirmation und Taufe am Rhein

Die Bibel ist wohl das einzige Buch, das nicht altert. Manchmal allerdings sind ganze Sätze oder einzelne Worte nicht auf den ersten Blick zu verstehen. Für Verständnis sorgen Pfarrer wie Hans Mörtter bei der Konfirmationsfeier am Rheinufer. „Du hast als Spruch einen Satz aus dem Römerbrief gewählt“, sagte er beim Handauflegen zu einem Konfirmanden. „Lass Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten! In moderne Sprache übersetzt: Vergiss Amazon.“ Das Gelächter der rund 400 Familienangehörigen und Freunde der Konfirmanden war dem Pfarrer der Lutherkirche in der Südstadt sicher – Gemeinden der Kartäuserkirche und der Lutherkirche haben am Rheinufer konfirmiert und getauft. 43 junge Leute bekundeten durch die Konfirmation ihren Glauben und ließen sich je nach Bedarf vorher noch taufen. Es gab aber auch Konfirmationssprüche, die keiner Interpretation bedurften. „Alle Eure Dinge lasst in der Liebe geschehen“, aus dem ersten Korintherbrief. „Das ist der rote Faden des Lebens“, sagte Mörtter an die Konfirmandin und Täufling Carlotta gewandt. „Dein Herz mache deinen Segen weit, dein Geist den Verstand klar. Du bist gesegnet, Carlotta, und du wirst ein Segen sein.“

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Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Teamgeist beim Fußballspiel

Unser Adventskalender: Törchen 10 ist „Rheinteam“ gewinnt den Präses-Cup ungeschlagen und souverän mit 26:1 Tore – Wanderpokal kommt nach Köln

„Wir hätten es uns gewünscht und gehofft – aber damit gerechnet haben wir nicht“, freut sich Marco Beumers, Koordinator für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region über den Mannschaftssieg: Die Mannschaft „Rheinteam“ aus Köln, Leverkusen und den Rhein-Sieg-Kreis hat das diesjährige Turnier um den Präses-Cup souverän gewonnen. Damit kommt der Wanderpokal nach Köln. Zum 20. Mal haben kirchliche Fußballteams um den Pokal des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland gekämpft. Schirmherr des Turniers in Duisburg war Präses Dr. Thorsten Latzel.

Hier geht’s zum zehnten Rückblick:

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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#wärmewinter – Energiekrise: Neue Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Köln und Region

Das Diakonische Werk richtet zu Beginn des neuen Jahres eine soziale Beratungsstelle ein, an die sich alle wenden können, die wegen der steigenden Kosten existentiell in Not geraten. Es kann dabei ganz konkret um finanzielle Probleme bei der Bezahlung der Stromkosten gehen, aber auch um generelle Schuldnerberatung, Leistungsansprüche und Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote zu den Themen Wohn- oder Bürgergeld. Der Schwerpunkt liegt auf der Energiekrise, aber es ist nicht das alleinige Thema. Die individuelle und damit ganzheitliche Beratung soll helfen zu prüfen, ob es mögliche weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten gibt. Finanziert wird diese Beratung durch zusätzliche Kirchensteuermittel, die der Evangelische Kirchenverband Köln und Region und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe aufgrund der zu versteuernden 300-Euro-Pauschale erhalten haben. Angedockt ist die Beratungsstelle an die Abteilung „Menschen in besonderen Lebenslagen“.

Das Diakonische Werk hat in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen mit der „Mobilen Beratung Hochwasserhilfen“ sammeln können, daher soll das Beratungsangebot zu besonderen Themen ausgebaut werden. „Uns als Diakonischem Werk ist es wichtig, den Menschen langfristig zu helfen. Eine persönliche Beratung ist dabei das nachhaltigste und effektivste“, erklärt Martina Schönhals, Mitglied der Geschäftsleitung des Diakonischen Werkes Köln und Region.

Möglichkeiten, sich aufzuwärmen

Jörg Zeyßig und Martina Schönhals.

Das Diakonische Werk Köln und Region und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region machen damit auch bei der bundesweiten Aktion #wärmewinter mit. „Mit der Aktion #wärmewinter setzen Kirche und Diakonie ein deutliches Zeichen, dass sie Menschen, die aufgrund der Energiekrise in Not geraten, nicht alleine lassen,“ sagt Jörg Zeyßig, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Köln und Region. „Und vielleicht entstehen so auch neue Treffpunkte und Formen der Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie.“

Möglichkeiten, sich aufzuwärmen, bietet das Diakonische Werk Köln und Region auch in diesem Winter an vielen Stellen an, zum Beispiel im Tagestreff des Diakoniehauses Salierring, wo es montags bis freitags ein Frühstück mit warmen Getränken für obdachlose Menschen gibt.

Kirchengemeinden, die beheizte Räume zur Verfügung stellen oder sich mit anderen Aktionen am #wärmewinter beteiligen, können sich beim Diakonischen Werk Köln und Region melden (Link auf www.diakonie-koeln.de oder Mailadresse geschaeftsstelle@diakonie-koeln.de). Hier wird auf der Homepage www.diakonie-koeln.de eine Übersicht zur Verfügung gestellt.

Text: Frauke Komander
Foto(s): APK/Diakonisches Werk Köln und Region

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Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Ökumenische Pilgerfahrt mit dem Rad

Unser Adventskalender: Törchen 9 ist Pilger-Stafette „Ökumene am und im Fluss“: Gemeinschaft auf dem Rad erleben

25 Kilometer von Stammheim nach Porz-Zündorf – auf dem Fahrrad. Bei der Zweirad-Aktion „Fahrradpilgern am Rhein“ hat auch Rolf Groh aus Rondorf teilgenommen: „Ich habe noch nie eine ökumenische Pilgerfahrt mitgemacht und wollte mal sehen, wie das so ist.“ Von April bis August findet eine Stafette von ökumenischen Pilgerwegen am Rhein und seinen Nebenflüssen mit Karlsruhe als Ziel statt, wo ab dem 31. August 2022 die elfte Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) tagt. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Köln hatte deswegen dazu eingeladen, bei einer Radtour ökumenische Gemeinschaft zu erleben und ein Zeichen für Versöhnung, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu setzen. Fachleute der Radstation am Kölner Hauptbahnhof, einem Projekt von IN VIA Köln e.V., begleiteten die Tour und standen bei notwendigen Reparaturen respektive mit Ersatzrädern umgehend bereit.

Hier geht’s zum neunten Rückblick:

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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„Willkommen und Abschied“: Einführung und Entpflichtung in der Kartäuserkirche

Der Gottesdienst in der Kartäuserkirche war vollgepackt mit gleich zwei wichtigen Ereignissen. Superintendent Markus Zimmermann entpflichtete Pfarrer Martin Häusling nach langjähriger Dienstzeit am Berufskolleg Bergisch Gladbach, im gleichen Atemzug wurden Studienrat Sebastian Kleinert und Pfarrerin Claudia von Aswegen in das Amt der Bezirksbeauftragten im Pfarramt für Berufskollegs eingeführt.

„Wir erleben heute Willkommen und Abschied“ –  Pfarrer Jost Klausmeier-Saß begrüßte die Gemeinde zum Gottesdienst in der Kartäuserkirche mit einem Gebet: „Wir sind bestürzt, was Menschen einander antun. Wir sind Dir dankbar Herr, dass du uns Menschen in Deinem Geist sendest. Lass uns spüren, dass Du uns hörst“.

Mathias Häusling nach 36 Jahren verabschiedet

Anschließend trat Superintendent Markus Zimmermann vor den Altar und bat Pfarrer Martin Häusling nach vorne. „Wir verabschieden Sie als Pfarrer vom Berufskolleg. Sie haben das Evangelium weitergegeben. Jetzt schließt sich ein Kreis, vor genau 36 Jahren wurden Sie ordiniert.“ Mit einem Rückblick auf die Tätigkeiten von Martin Häusling, in der Hauptsache auf 25 Jahre als Pfarrer am Berufskolleg Bergisch Gladbach, hob Markus Zimmermann das besondere Engagement des Pfarrers am Berufskolleg hervor: „Wie viele Schüler haben Sie kennengelernt, Sie hatten schwierige Gruppen, Sie waren sehr einfühlsam. Herzlichen Dank dafür, auch für das zusätzliche Engagement im Kreissynodalvorstand.“ In einem Sabbatical konnte Martin Häusling sich auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten. „Sie dürfen immer noch taufen, predigen und das Abendmahl halten, aber das alles nur, wenn sie auch wollen.“

In einem Gebet dankte der Superintendent für die Arbeit und bat um Vergebung „für das, was wir ihm schuldig blieben.“ Ein besonderer Dank ging an die Familie für die Unterstützung bei seiner Arbeit. Dann war es so weit: „Hiermit entpflichte ich Sie von Ihrem Amt, Gott segne Sie“.

Zwei neue engagierte Bezirksbeauftragte

Nach einem Lied und einem Gebet traten Claudia von Aswegen und Sebastian Kleinert nach vorne, die jetzt in ihre Ämter eingeführt werden sollten. Markus Zimmermann blickte kurz auf das berufliche Leben von Claudia von Aswegen zurück, besonders stolz betonte er ihren Weg von Düsseldorf nach Köln. „Wir schätzen Deine Arbeit, zunächst in der Diakonie, jetzt im Berufskolleg, sehr. Uns freut besonders, dass Du dich zusätzlich als Bezirksbeauftragte engagierst, ich danke dir dafür“. Auch für Sebastian Kleinert hatte der Superintendent lobende Worte: „Mit Dir haben wir einen echten Gymnasiallehrer als Bezirksbeauftragten, eine absolute Premiere. Du bist bewusst zum Berufskolleg gegangen und scheust Dich damit nicht vor einigen vielleicht etwas schwierigeren Menschen. Wir schätzen alle Deine optimistische und menschenzugewandte Art“.

Dann wurde es ernst: „Seid Ihr bereit, den Dienst als Bezirksbeauftragte zu übernehmen?“ Die Antwort lautete: „Ja mit Gottes Hilfe“. „Hiermit führe ich Euch in dieses Amt ein.“ In einem Gebet bat der Superintendent Gott, die beiden zu stärken ihnen Kraft sowie die richtigen Menschen an ihrer Seite zu geben. Mit einer Handauflegung und Segnung wurde dieser Akt abgeschlossen. „Begleitet den Dienst der Beiden mit Wohlwollen, wir sind alle berufen, jungen Menschen die Botschaft Gottes weiterzugeben“, wandte sich Markus Zimmermann an die Gemeinde.

Gemeinsame Predigt – ist Dankbarkeit ein Dauerzustand?

Für die gemeinsame Predigt hatten Claudia von Aswegen und Sebastian Kleinert das Thema Dankbarkeit gewählt. „Dankt Gott dem Vater zu jeder Zeit und für alles“, dieser Vers aus dem Epheser-Brief stand als Motto über dem Gottesdienst. Was wurde den Menschen mit diesen Briefen gesagt? „Der Verfasser hat viele Ermahnungen ausgesprochen. Er mahnte, dass Christen sich von anderen Menschen unterscheiden sollen, von denen, die verfinstert sind, von hoffnungslosen Menschen.“ Man solle als Christ auf diese Menschen zugehen, deren Situation verstehen und sich um die, die Hilfe brauchen, kümmern. „Durch die Erlösung von Jesus Christus bekommen die Menschen einen neuen Blick aufeinander“. Aber was ist Dankbarkeit heute? „Frage ich die Suchmaschine, sagt sie, wie man Dankbarkeit lernen kann. Es ist allerdings sehr anspruchsvoll, zu jeder Zeit dankbar zu sein, es gibt auch stressige Tage.“  So finde man Ratgeber wie „60 Sekunden Dankbarkeit“ oder „In 108 Tagen zur Zuversicht finden“. Auch das bringe nicht weiter. „Vielleicht muss man in verschiedenen Situationen einfach die Perspektive wechseln. Ich ärgere mich nicht, wenn die Wohnung durcheinander ist, ich bin dankbar für das Dach über dem Kopf“. Es gebe auch eine tiefe dauerhafte Dankbarkeit gegenüber Gott dafür, dass er uns geschaffen hat. „Gott liebt jeden Menschen, dafür bin ich dankbar“.

Nach einem musikalischen Zwischenspiel, den Fürbitten und dem Segen wurde in einer Kollekte für die Möglichkeit des Besuches von Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs gesammelt, für eine Woche nach Polen reisen können, um dort vor Ort die Azubis in polnischen Berufsschulklassen kennenzulernen und Erfahrungen zu tauschen. Beim anschließenden Empfang wurden die Verabschiedung und Einführung noch gebührend gefeiert.

Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann

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