Sarah, Maike und Tim freuen sich aufs Tauffest: „Das Motto ‚Vielfalt feiern‘, das ist genau unseres.“

Die Taufe als Zeichen der Gemeinschaft und der Liebe Gottes – am 13. August 2022 veranstalten viele evangelische Gemeinden aus Köln und Region gemeinsam ein großes, buntes Tauffest im Rheinpark unter dem Motto „Vielfalt feiern“. Sarah und Maike mit ihrem zweijährigen Sohn Tim* feiern mit und freuen sich schon. Wir haben mit ihnen gesprochen:

Das Tauffest steht ja schon fast vor der Tür – wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen?

Sarah: Unsere Familie ist schon eingeladen, wir haben aber noch keinen Taufspruch. Meine Frau sagte zu mir: „Mach‘ du mal!“ – aber ich habe noch keinen passenden gefunden.

Sie haben sich für die Taufe beim Tauffest entschieden – warum?

Sarah: Die klassische Taufe mit der engsten Familie in der Kirche und Kaffee und Kuchen im Garten, das passte irgendwie nicht zu uns. Das Leben,  das wir leben, ist nicht konservativ, wir wollten etwas Offenes und Unkonventionelles. Das Motto „Vielfalt feiern“, das ist genau unseres. Das bringt genau die Vielfalt der Gesellschaft und Vielfalt der Lebensformen zum Ausdruck, die uns wichtig ist: Es geht um das bunte Leben! Die katholische Kirche sieht uns als Familie ja nicht so gerne…

Sind Sie selbst getauft?

Sarah: Ja, ich bin überzeugte Evangelin und Religionslehrerin. Meine Frau ist katholisch getauft, aber eher kirchenfern. Wir wurden beide als Kinder getauft.

Warum haben Sie sich entschieden, Ihren Sohn als Kind taufen zu lassen?

Sarah: Für mich ist das selbstverständlich. Wir haben auch darüber nachgedacht, ihm die Entscheidung zu überlassen. Aber die Taufe tut keinem Kind weh, und wenn er alt genug ist, kann er sich ja auch selbst gegen die Kirche entscheiden. Wir leben in einem Land, in dem Religionsfreiheit herrscht. Wir haben uns bei katholischen und evangelischen Kindergärten in der Nähe beworben und da kann es auch nicht schaden, wenn Tim getauft ist.

Wer sind die Taufpaten?

Sarah: Meine Schwester ist offizielle Taufpatin und unser bester Freund ist inoffizieller Patenonkel, weil er nicht getauft ist.

Wer wird sonst alles dabei sein?

Sarah: Wir feiern mit den Großeltern, den Geschwistern und unseren besten Freunden, die auf dem Tauffest ebenfalls ihre zweite Tochter taufen lassen werden.

Wie leben Sie Ihrem Kind den Glauben vor?

Sarah: Leben und glauben ist bei uns eins – auch losgelöst von der Kirche. Wenn man so will, basieren die Grundfeste unserer Gesellschaft, fast einer jeden Gesellschaft, auf den zehn Geboten. Sind fast überall gültig als Grundregeln des Zusammenlebens. Das sind die Werte, die wir unserem Kind vermitteln wollen.

Wie wird die Taufkerze aussehen?

Sarah: Sie wird wahrscheinlich ganz klassisch mit einem Regenbogen geschmückt – als Zeichen der Verbindung zu Gott. Aber auch unabhängig davon ist es einfach ein schönes Bild, das Kinder wegen der vielen Farben gerne mögen.

Noch können sich Familien, die ihre Kinder taufen lassen möchten oder Erwachsene, die getauft werden wollen, zu unserem Tauffest anmelden: 

www.tauffest2022.de

*Namen von der Redaktion geändert

Text: APK
Foto(s): APK

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Unsere Wochentipps: Musik von Bach, Literatur der Ukraine und ein Liederabend zum Mitsingen

Unsere Wochentipps: Zwei Konzerte mit Musik von Johann Sebastian Bach in der Trinitatiskirche und im Altenberger Dom, „Literatur der Ukraine im Dialog mit Musik“ in Brühl, ein Open-Air-Konzert mit Klassikern der weiblichen Rock-Musik, ein Mitsingabend „Singen macht glücklich“ in Pesch sowie die  Stadtteilführung „Porzer Geschichte(n) – Von Eil nach Urbach“ – Ein abwechslungsreiches Programm erwartet Sie in den kommenden sieben Tagen.

 

Die Termine in der Übersicht:

27.07.2022, 18:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Diakonisches Werk Köln und Region, Kartäusergasse 9-11, 50678 Köln
Neues Beratungsangebot für Gastgebende Geflüchteter aus der Ukraine
Zwei Auftaktveranstaltungen im Juli und August

Für alle, die bei sich Zuhause Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben, startet das Diakonische Werk Köln und Region in Kürze mit einem neuen Beratungs- und Vernetzungsangebot. Für Gastgebende sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Geflüchtetenarbeit sowie Kirchengemeinden in Köln, dem Rhein-Erft-Keis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es dazu zwei Auftaktveranstaltungen am Mittwoch, 27. Juli und am Dienstag, 16. August, jeweils 18 Uhr, im Diakonischen Werk, Kartäusergasse 9-11.  Viele Kölnerinnen und Kölner haben sich in den letzten Monaten dazu entschieden, geflüchtete Menschen aus der Ukraine in ihren Wohnungen und Häusern aufzunehmen. Diese Gastfreundschaft ist oft auch eine Herausforderung. Daher hat das Diakonische Werk Köln und Region mit Unterstützung von evangelischen Kirchengemeinden und dem Evangelischen Kirchenkreis Köln-Mitte die Beratungsstelle für Gastgebende eingerichtet.

www.diakonie-koeln.de

28.07.2022, 20:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
„Bach & danach“
Musik mit dem Blick auf den 272. Todestag von J.S. Bach

Der Evangelischer Kirchenverband Köln und Region lädt am Donnerstag, 28. Juli, 20 Uhr, zum Konzert „Bach & danach“ in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4 ein. Bertold Seitzer, seit 2016 Organist und Kantor an der Christuskirche/Stadtkirche Leverkusen, spielt Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Johann Christian Bach (1735-1782), Pierre Du Mage (1674-1751), Louis Vierne (1870-1937), Edgar Arro (1911-1978), Kurt Boßler (1911-1976) sowie Max Reger (1873-1916). Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

www.trinitatiskirche-koeln.de

 

28.07.2022, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Internationales Orgelfestival im Altenberger Dom
Orgelmusik zum 272. Todestag von Johann Sebastian Bach

Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner trägt am Donnerstag, 28. Juli, 20 Uhr, an der Orgel im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, Fantasie und Fuge g-Moll, Triosonate Es-Dur, Choralvorspiele und anderes von Johann Sebastian Bach vor. Das Konzert mit Orgelmusik zum 272. Todestages von Johann Sebastian Bach findet im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals statt. Der Eintritt kostet 10 Euro.

www.altenberg-dom.de

 

30.07.2022, 18:00
AntoniterCityTours
Frankfurter Straße/Ecke Berger Straße
„Porzer Geschichte(n) – Von Eil nach Urbach“
Neue Stadtteilführung der AntoniterCityTours

In einer neuen Stadtteilführung der AntoniterCityTours stellt Referent Thomas van Nies am Samstag, 30. Juli, 18 Uhr, den Kölner rechtsrheinischen Stadtteil Porz vor. Auf dem Weg von Eil nach Urbach erfahren die Teilnehmenden viel über die geschichtliche Entwicklung des seit der fränkischen Zeit besiedelten Ortsteils. Dabei gibt es bedeutende historische Bauten zu sehen. Die Teilnehmenden treffen sich an der Frankfurter Straße/Ecke Berger Straße. Die Teilnahme kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

www.antonitercitytours.de

31.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
„Literatur der Ukraine im Dialog mit Musik“
Sommerkonzert „Wunder, zufällig“ in der Christuskirche Brühl

Täglich wird von der Ukraine im Zusammenhang mit dem völkerrechtswidrigen Überfall durch Putins Armee und dem zerstörerischen Krieg berichtet. Über die kulturellen Traditionen des Landes wissen hingegen nur wenige Menschen etwas. In der Veranstaltung „Wunder, zufällig“ am Sonntag, 31. Juli, 17 Uhr, in der Christuskirche Brühl, Mayersweg 11, wird Literatur der Ukraine vorgestellt und in Dialog mit Klängen von John Cage und anderen treten. Die Lesung gestaltet Pfarrerin Renate Gerhard. Die Musik trägt Ruth Dobernecker am Klavier vor. Der Eintritt ist frei.

www.kirche-bruehl.de

 

31.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Gnadenkirche, Hauptstraße 256, 51465 Bergisch Gladbach
„The Right Pill“ präsentieren Klassiker der weiblichen Rock-Musik
Open-Air-Konzert an der Gnadenkirche Bergisch Gladbach

„Female Rock Classix“ ist der Titel eines Open-Air-Konzerts am Sonntag, 31. Juli, 17 Uhr, auf der Open-Air-Bühne des „Quirls“ an der Gnadenkirche, Hauptstraße 256a. Die Band „The Right Pill“ rockt Klassiker von ausschließlich weiblichen Vertretern des Genres wie Alanis Morissette, Joan Jett, Melissa Etheridge, Anouk oder Pink. Der Eintritt zu diesem Konzert der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach ist frei.

www.quirl.de

02.08.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch
Ev. Gemeindezentrum, Montessoristraße, 50767 Köln
„Singen macht glücklich“
Evangelische Kirche in Pesch lädt zu einem vergnüglichen Abend ein

„Einfach singen!“ ist das Motto von Gertrud Meinert und Hubert Vendel am Dienstag, 2. August, 17 Uhr bis 18.30 Uhr, im Gemeindezentrum Pesch, Montessoristraße 15. Im Gepäck dabei haben die Musikerin und der Musiker kölsche Lieder, Mundorgel- und Volkslieder und auch den ein oder anderen Schlager. Sie laden zu einem vergnüglichen Sommerabend ein, bei dem alle fröhlich mit einstimmen können. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe NaTour und KulTour der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Pesch statt.

www.dem-himmel-so-nah.de

02.08.2022, 19:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Mit Anmeldung bis 02.08.: „Zukunft findet Stadt“
Sommerakademie der Melanchthon-Akademie

„Zukunft findet Stadt“ ist der Titel der Sommerakademie 2022 zu der die Melanchthon-Akademie am Wochenende Freitag und Samstag, 5. und 6. August, einlädt. Im Mittelpunkt steht die Vision einer Stadt der Zukunft. Am Beispiel des Stadtteils Ehrenfeld gehen die Teilnehmenden den Themen, Fragen und Idealvorstellungen zu Wohnqualität, Mobilität, Migration, Klimawandel, Teilhabe, Exklusion und Gerechtigkeit nach. Die Sommerakademie startet am Freitag, 5. August, 19 Uhr, in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, mit einer Diskussion zum Thema „Wem gehört die Stadt?“. Akteurinnen und Akteure aus Ehrenfeld berichten über und laden ein, über Veränderungen im Stadtteil nachzudenken. Am Samstag, 6. August, 10 Uhr, steht ein Besuch im Allerweltshaus, Körnerstraße 77, zum Thema „Köln ist Migration“, auf dem Programm. Anschließend erkunden die Teilnehmenden den Stadtteil in Kleingruppen. Nach einem Austausch über das Erlebte und einem Mittagessen leitet Pfarrerin Dorothee Schaper eine entschleunigende Kirchraumerfahrung in der Friedenskirche an. Die symbolische Umgestaltung eines Platzes in Ehrenfeld mit Gabi Linde, Erlebnispädagogin und Experience Designerin, rundet das Wochenende ab. Die Teilnahme an dem Seminar kostet 15 Euro. Darin enthalten ist ein Mittagsimbiss. Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder per Telefon 0221/931803-0 bis Dienstag, 2. August, ist erforderlich.

www.melanchthon-akademie.de

Text: APK
Foto(s): APK

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„Zukunft findet Stadt“: Sommerakademie der Melanchthon-Akademie

Die Sommerakademie 2022 „Zukunft findet Stadt“ der Melanchthon-Akademie tagt am Freitag, 5. August 2022, von 19 – 20.30 Uhr und am Samstag, 6. August 2022, von 10 – 16.30 Uhr. Das Nachdenken über die Zukunft von Städten ist stets verbunden mit Idealvorstellungen, Wünschen und Zielsetzungen gesellschaftlicher Entwicklung. Heute ist es vor allem der globale Klimawandel, der prägend auf die Vorstellungen einer Stadt von Morgen wirkt. Daher geht es in Visionen von Städten um ökologische Modelle, um Vernetzung, aber auch ums gemeinschaftliche Leben, Teilen und Teilhabe. Diese Sommerakademie soll vor allem neue Ideen und das utopische Denken inspirieren und so wird es um die realisierten Visionen gehen, die zukunftsweisenden Modelle, die in Workshops, Kunst, Musik und neuen Initiativen speziell im Stadtteil (oder „Stadtlabor“) Ehrenfeld erprobt werden.

„Wir haben ein spannendes, facettenreiches und buntes Programm geplant, mit dem wir in der Stadt unterwegs sein werden“, erklärt Studienleiterin Lena Felde. „Wo finden sich jetzt bereits Spuren von Zukunft in der Stadt und Spuren einer Stadt der Zukunft? Wie wollen wir künftig gemeinsam leben? Im Titel selbst zeigt sich der Vorgeschmack auf Aktivität, ein ,Nach-vorne-Blicken-und-Gehen‘ und Lebendigkeit. Wir wollen von Entwicklungen nicht überrascht werden, sondern selbst mitdenken, mitreden und teilhaben.“ So wird am Freitagabend in der Akademie ein einführendes Podium stattfinden, bei welchem die Experten und Expertinnen für Kultur und Mobilität, Lale Konuk und Dr. Martin Herrndorf, ihren speziellen Blick auf Ehrenfeld teilen und so erahnen lassen, wo es in Zukunft hingehen könnte und was damit in Bezug auf die Stadt überhaupt gemeint ist. Am nächsten Tag werden dann verschiedene good-practise-Beispiele entlang der Fachbereiche der Melanchthon-Akademie aufgegriffen und vertieft – in Workshops zu Themen wie Wohnen, Klima, Spiritualität, Kultur, Migration, Teilhabe und Gerechtigkeit.

Lena Felde sagt: „In Köln gibt es bereits sehr zukunftsweisende Programme, die zeigen, in welche Richtung es gehen kann. Am Samstag gehen wir dazu in Erkundung, Bewegung und Austausch.“ Besonders neu an einer sonst so denk- und sprechintensiven Sommerakademie findet sie den Programmpunkt des „Kirchraumliegens“ mit der Theologin Dorothee Schaper (6.8., 14 Uhr, s.u.), bei dem es eben nicht um Produktivität, sondern um eine bewusst gelebte Passivität und Entschleunigung geht: „Die Teilnehmenden wechseln hier buchstäblich die Perspektive – denn üblicherweise liegt man ja nicht in einer Kirche. Wir wechseln den Blickwinkel und sehen die Dinge neu.“

Das Programm in der Übersicht:

Freitag, 5. August 2022

19 – 20.30 Uhr
„Wem gehört die Stadt“: Über dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld liegt ein ganz besonderer Duft, einst ein Industriegebiet, heute ein kultureller Schmelztiegel, mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen und Generationen, Künstler und Künstlerinnen, Handwerker und Handwerkerinnen und Studierenden. Akteure und Akteurinnen aus Ehrenfeld berichten und laden ein, über Veränderungen im Stadtteil nachzudenken.
Lale Konuk, geschäftsführender Vorstand KulturNetzKöln
Dr. Martin Herrndorf, Bürgernetzwerk Agora
Moderation: Lena Felde, Studienleiterin
Ort: Melanchthon-Akademie

Samstag, 6. August 2022

10 – 11 Uhr
Köln ist Migration: Besuch im Allerweltshaus Köln mit Gesprächen

11 – 12 Uhr
Visionen und Narrative. Was passt? Was kann geändert werden? Erkundung des Stadtteils Ehrenfeld in Kleingruppen

12 – 13 Uhr
Mittagspause. Mittagessen im Motoki-Kollektiv

13 – 14 Uhr
Wirkungen verstehen: Austausch über die gesammelten Erfahrungen in den Kleingruppen
Joachim Ziefle, Studienleiter

14 Uhr
2 x 15 Minuten, die die Stadt entschleunigen: Vom Erkunden, Liegen und Lassen – eine etwas andere Kirchraumerfahrung in der Friedenskirche
Dorothee Schaper, Theologin

14.30 – 16 Uhr
Vom Unort zum Ort: Wir erobern uns einen Platz in Ehrenfeld und gestalten ihn symbolisch neu, mit einer Methode aus dem objektorientierten Spiel.
Gabi Linde, Erlebnispädagogin / Experience Designerin

16 – 16.30 Uhr
Stadt findet Zukunft
Ausklang mit Tee und Mokka in Ehrenfeld

Weitere Informationen

Anmeldung erforderlich bis zum 2. August 2022 mit der Seminarnummer 6203F unter Anmeldung@melanchthon-akademie.de oder Telefon 0221-931803-0.  Der Treffpunkt am Freitag ist in der Melanchthon-Akademie, der Treffpunkt am Samstag im Allerweltshaus, Körnerstraße 77, 50823 Köln. Die Gebühr kostet 15 Euro inklusive einem Mittagsimbiss.

Text: Frauke Komander
Foto(s): Dorothee Schaper

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Allerhand Alltagsgeschichte über einen Apfelbaum

Diesmal berichtet uns Pfarrer Dieter Schwirschke bei Allerhand Alltagsgeschichten eine Geschichte von zwei Jungen und ihrer Erfahrung auf einem Apfelbaum. Wie viel Vertrauen ist nötig, um vom Baum in die Arme eines anderen Menschen zu springen? Sollte man doch lieber auf dem Baum sitzen bleiben? Warum Vertrauen und Angst in unserem Leben so wichtig sind und was man aus der Geschichte über den Apfelbaum lernen kann, erzählt Pfarrer Dieter Schwirschk in Gebärdensprache in Allerhand Alltagsgeschichten.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Hallo und herzlich willkommen zu Allerhand Alltagsgeschichten!

Ich weiß noch, ich war damals ungefähr so acht, neun Jahre alt, da war es an einem Sonntag, dass meine Eltern zu mir sagten: „Wir drei gehen heute in die Kirche zum Gottesdienst!“ Also musste ich mitgehen. Normalerweise war dieser Gottesdienst auch etwas langweilig für mich. Der Pfarrer redet die ganze Zeit und vieles ging an mir vorbei. Aber an diesem Sonntag war es anders. Der Pfarrer erzählte eine interessante Geschichte.

Es war einmal eine grüne Wiese und ein Apfelbaum stand darauf. Zwei Jungen kamen und beide wollten hoch hinauf in den Apfelbaum. Der war groß und beide hatten das Glück, dass eine Leiter auf dem Boden lag. Sie nahmen sich die Leiter stellten sie an den Baum und kletterten hoch, setzen sich auf einen Ast, pflückten die Äpfel ab und aßen sie. Etwas später wollten die beiden wieder hinunter. Aber hoch ist leichter als runter. Und so passierte es, dass ein Junge mit seinem Fuß die Leiter anstieß, die dann zu Boden fiel. Beide saßen nun auf dem Ast und schauten hinunter. „Wie kommen wir runter?“ Zum Glück kam ein Mann daher, dieser sah die beiden und begriff sofort, dass sie wieder hinunter wollten. Und der Mann sagte zum ersten Jungen: „Komm, spring in meine Arme!“ Aber der Junge sprang nicht. So sagte er zu dem zweiten Jungen: „Komm, spring!“ Und tatsächlich: der zweite Junge sprang hinunter, landete in seinen Armen und sicher auf dem Boden.

Plötzlich unterbrach der Pfarrer seine Geschichte und fragte die Leute in der Kirche: „Ein Junge springt nicht und ein Junge springt. Warum ist das so, was meint ihr?“. Ich selbst bekam einen Schock, der Pfarrer fragte in der Kirche, das war ja wie in der Schule. Normalerweise redet der Pfarrer in einem durch und fragte niemals und wartet auf Antworten. Und jetzt, also schaute ich ganz betreten zur Seite, aber zum Glück waren da andere Leute, die sich meldeten und ihnen Antwort gaben und sagten: „Ja, ich glaube der Junge, der nicht gesprungen ist, der hatte wahrscheinlich Angst davor.“ Der Pfarrer sagte: „Jaja, das stimmt schon, aber das ist noch nicht das, was ich als Antwort haben will“ Und dann waren andere, die sagten: „Der Junge der springt, er hat eben Mut.“ Ja, aber die richtige Antwort ist das auch nicht.“ Und niemand konnte den Pfarrer zufrieden stellen mit seiner Antwort. So sagt der Pfarrer selbst die richtige Antwort. „Der Junge der gesprungen ist, in die Arme des Mannes, der unten stand, wisst ihr, wer dieser Mann war der die Arme aufhielt? Es war sein Vater. Der Junge kannte eben seinen Vater und ist deshalb voller Vertrauen hinunter gesprungen und der zweite Junge, der nicht gesprungen ist, ja, er kannte ihn nicht so gut und deshalb hatte er Angst und hielt sich zurück und blieb auf dem Baum sitzen.“ Damals hat der Pfarrer die Geschichte weitererzählt. Wie, weiß ich nicht mehr genau, ob dann der Mann die Leiter hoch gestellt hat und den zweiten runtergeholt hat, ich hab’s vergessen.

Aber heute weiß ich, dass der Pfarrer mit seiner Geschichte vom Apfelbaum und den zwei Jungen in Wahrheit eine Geschichte erzählt hat über das Thema Vertrauen und Angst. Klar, der zweite Junge, der das Vertrauen hatte, sein Vertrauen war ja aber auch nicht einfach da, es kam wahrscheinlich daher, dass er bestimmt vorher schon sehr viele positive Erfahrungen gemacht hatte. Vielleicht war er mal gelaufen und Papa stand da und er hat ihn aufgefangen, als er in seine Hände gesprungen ist oder hat ihn manchmal auch einfach nur ein bisschen hoch geworfen und der Junge hat gespürt, als ein paar Sekunden in der Luft war: „Ich weiß, wenn ich runterkomme, dann ist Papa da, seine starken Arme halte mich.“ Und ich bin sicher, sein Vertrauen ist daher gekommen, dass er sehr viele positive Erfahrungen machen konnte, die aufgebaut ein Netz von Vertrauen bilden. Der zweite Junge, der nicht gesprungen ist, ich muss ehrlich sagen, früher habe ich sehr oft auch negativ über ihn gedacht, hab gedacht: „Mensch, was ein Angsthase oder ein Feigling, der müsste doch eigentlich Mut haben und mal einfach springen.“ Heute denke ich ein bisschen anders darüber. Ich meine, er hat es richtig gemacht so, er hatte Angst, ja, das stimmt, aber seine Angst war auch sehr gut, denn sie hat ihm gesagt: „Bitte warte noch einen Moment, du kennst doch diesen Menschen da unten gar nicht richtig. Denn die Beziehung ist nicht stark genug, dass du dieses Vertrauen bilden kannst. Hält er dich? Es ist besser, wenn du noch oben bleibst!“ Manchmal denke ich, unser Leben, das ist wie eine Geschichte von Vertrauen und von Angst. Manchmal ist in meinem Leben mein Vertrauen groß genug, dass ich den nächsten Schritt machen kann in meinem Leben, dass ich sozusagen „springen“ kann und manchmal ist in mir auch Angst da, die ich spüre, nicht genügend positive Erfahrungen, und so warte ich noch ab. Angst und Vertrauen – beide sind da in unserem Leben und beide sind auch sehr wichtig für unser Leben. Die brauchen auch nicht gleich zu bleiben, sondern gehen auf und ab und können sich entwickeln. Für mich ist diese Geschichte von Vertrauen und Angst eine sehr spannende und interessante Geschichte.

Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Text: APK
Foto(s): APK

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Die Würde des Menschen altert nicht: Clarenbachstift besteht seit 40 Jahren

Mit einem Festakt haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner das 40-jährige Bestehen des Clarenbachstift gefeiert. In Ihren Reden haben Ehrengäste wie Bürgermeister Ralf Heinen, Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp und Superintendent Markus Zimmermann den gesellschaftlichen Stellenwert der sozialen Einrichtung für die ältere Generation gewürdigt: „Sie verinnerlichen seit vier Dekaden den diakonischen Auftrag. Die Würde des Menschen hat für Sie Priorität. Sie sorgen hier für das körperliche und seelische Wohlbefinden und machen den Clarenbachstift zu einem Ort des Friedens“, wandte sich der Stellvertreter von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Ralf Heinen, an die Gastgeber.

Markus Zimmermann, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, zog in seinem Beitrag Vergleiche zur alttestamentarischen Schilderung der 40-jährigen isrealitischen Wüsten-Wanderschaft unter Moses. Trotz der schwierigen Bedingungen habe das Volk seinen Weg gefunden, so der Geistliche.

„Wir lachen und trauern gemeinsam“

Einrichtungsleiterin und Geschäftsführerin Irina Helmert hob im Zuge ihrer Ansprache das Engagement der Hausbeschäftigten hervor. In der Corona-Pandemie habe man sich gegenseitig unterstützt und zudem die Herausforderungen während der Umbauten der letzten Jahre bewältigt. Dabei sei man noch näher zusammengerückt. „Ich erlebe hier eine familiäre Atmosphäre mit offener Kommunikation. Wir lachen und trauern gemeinsam“, sagte Helmert.

Dass der Stift  darüber hinaus eine beliebte Anlaufstelle für Freizeitaktivitäten darstelle, belegten rund 1000 monatliche Besucherinnen und Besucher in der Müngerdorfer Altentagesstätte Dr. Schaefer-Ismer. Regelmäßig fände man dort vielfältige Teilhabemöglichkeiten aus den Bereichen Kunst und Kultur vor, sagte die Hausleiterin.

Clarenbachstift

Der Stift betreibt zwei Häuser auf der Peter-von-Fliesteden-Straße 1 und 2 (Braunsfeld) sowie die Altentagesstätte Dr. Schaefer-Ismer auf dem Brauweilerweg 8 in Müngersdorf. Neben 17 Alten-Wohnungen für Eheleute und Singles bietet das gemeinnützige Sozialwerk der Evangelischen Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld Vollstationäre Pflege mit 67 Einzelzimmern und sieben Doppelzimmern. Kurzzeit- und Tagespflege ergänzen das Spektrum. Die Belegschaft des Stifts umfasst circa 100 Personen. Auskünfte zu den Angeboten der Einrichtungen erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Rufnummer 0221-9498280.

Weitere Informationen finden sich auf der Onlinepräsenz www.clarenbachstift.de.

Text: Thomas Dahl
Foto(s): Thomas Dahl

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Wochentipps: Konzerte laden zu einem Besuch in der Region ein

Unsere Wochentipps: „Internationales Orgelfestival im Altenberger Dom“, Führung zur Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“, Musik fürs Gemüt und für die Lachmuskeln in Brühl und „Quirl-Sommer“ mit „Jay Ottaway & The Lost Boys“: Drei Konzerte in Altenberg, Bergisch Gladbach und Brühl und eine Ausstellungsführung in Michaelshoven laden zu einem sommerlichen Ausflug in die Region ein.

Die Termine in der Übersicht:

21.07.2022, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Internationales Orgelfestival im Altenberger Dom
Andreas Meisner spielt Werke von Bach

Orgelmusik zum 272. Todestag von Johann Sebastian Bach erklingt im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals am Donnerstag, 21. Juli, 20 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2. Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner trägt an der Orgel Fantasie und Fuge g-Moll, Triosonate Es-Dur, Toccata d-Moll, Fuge g-moll, Präludium G-Dur sowie Choralvorspiele des Komponisten vor. Der Eintritt kostet 10 Euro an der Abendkasse. Eintrittskarten im Vorverkauf gibt es im Altenberger Dom-Laden.

www.altenberger-dommusik.de

23.07.2022, 14:00
Diakonie Michaelshoven
Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5, 50999 Köln
Führung zur Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“
Ein kostenloses Angebot der Diakonie Michaelshoven

Die Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ der Diakonie Deutschland ist zurzeit in der Diakonie Michaelshoven sowie an verschiedenen Orten im Kölner Süden zu sehen. In einer kostenlosen Führung am Samstag, 23. Juli, 14 Uhr, werden einige der Ausstellungsstücke vorgestellt. Interessierte treffen sich vor der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-te-Reh-Straße 7. Die Ausstellung erteilt eine künstlerische Absage an Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus, an Ideologien von angeblicher Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen. Namhafte Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft beteiligen sich an dem Projekt. Ihre Werke fordern die Betrachtenden dazu heraus, sich mit der Gestaltung einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft auseinanderzusetzen. Um Anmeldung per E-Mail an m.carlitscheck@diakonie-michaelshoven.de wird gebeten.

www.kunst-trotzt-ausgrenzung.de und www.diakonie-michaelshoven.de

24.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
Musik fürs Gemüt und für die Lachmuskeln
Sommerkonzert in und vor der Christuskirche

Daniela Bosenius (Gesang und Moderation) sowie Marion Köhler (Klavier und Orgel) laden zu einem Konzert mit Musik fürs Gemüt, für die Lachmuskeln und für die Seele ein. Das Publikum erwartet ein „Sommerabendmärchen“ – so der Titel des Konzerts mit klangvollen Überraschungen in und vor der Christuskirche Brühl, Mayersweg 11. Der Eintritt ist frei. Das nächste Konzert in der Reihe der Sommerkonzerte findet am Sonntag, 31. Juli, 17 Uhr, statt.

www.kirche-bruehl.de

24.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Gnadenkirche, Hauptstraße 256, 51465 Bergisch Gladbach
„Quirl-Sommer“ mit „Jay Ottaway & The Lost Boys“
Open-Air-Konzert an der Gnadenkirche Bergisch Gladbach

„Jay Ottaway & The Lost Boys“ – Eine neue Formation erfahrener Musiker, die das Musikgenre „Americana“ sowie Singer-Songwriter-Rock lieben, geben am Sonntag, 24. Juli, 17 Uhr, an der Evangelischen Gnadenkirche Bergisch Gladbach, Hauptstraße 256 a, ein Open-Air-Konzert. Jay Ottaway stammt aus Boston in den USA. In den letzten zehn Jahren tourte er durch Deutschland und Europa und ist bekannt durch seine Jay Ottaway Band und seine Solowerke. Mit dabei sind außerdem Guido Lehmann, ein Country-Rock-Gitarrist, Wolfgang Stölzle (Schlagzeug) und Henrik Herzmann (Bass). Der Eintritt ist frei.

www.quirl.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Innehalten, Aushalten, Durchhalten – Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Blessem zum Jahrestag der Flutkatastrophe

Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 wird wohl niemand in Erftstadt je vergessen. Warum es wichtig ist, der Erinnerung Raum und einen Rahmen zu geben, war beim ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Kirche St. Michael in Erftstadt-Blessem, der musikalisch vom Chor „Neue Wege“ aus dem Seelsorgebereich Rotbach-Erftaue gestaltet wurde, deutlich zu spüren. In seiner Begrüßung erinnerte Pfarrer Livic Balascuti nicht nur an die 180 Todesopfer und alle Betroffenen, von denen viele noch immer mit den Folgen kämpfen, sondern dankte auch den zahllosen Helferinnen und Helfern. Von diesem Gedenktag solle ein „Signal der Hoffnung“ ausgehen. Man wolle „mit positivem Blick und Energie in die Zukunft sehen“.

Familie und Freunde helfen durchzuhalten

Anschließend kamen stellvertretend drei Betroffene zu Wort: Eine Frau berichtete, dass Familie und Freunde ihr geholfen hätten durchzuhalten. Nachbarn und Freunde waren da und packten an. Kraft gegeben hätten ihr der Satz „Ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand“, aber auch das Lied „Hey“ von Andreas Bourani. Eine weitere Frau, in der ehrenamtlichen Hochwasserhilfe tätig, stellte fest, dass Frauen oft der erste Anlaufpunkt seien und bei ihnen ein großer Teil der emotionalen und organisatorischen Last zusammenlaufe. Kraft und Zuversicht der Menschen seien bewundernswert. Eine Mitarbeiterin des Caritas-Verbandes erklärte, dieses Leid sei nicht tröstbar. Das Ziel müsse sein, gemeinsam deutlich zu machen, dass niemand alleine bleibt. Sie äußerte ihre Sorge um die Kinder, die mit den traumatischen Erlebnissen der Flutnacht zurechtkommen müssten. Umso wichtiger sei es, eine Sprache für die seelischen Vorgänge zu finden.

Ängste und Nöte vor Gott bringen

Nach diesen sehr persönlichen Erfahrungsberichten hatten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher die Gelegenheit, beim stillen Aufstellen einer Kerze das vor Gott zu bringen, was sie bewegt.

Wenn die eigenen Worte nicht reichten, haben seit Jahrhunderten die Psalmen Menschen geholfen, ihre Not und Verzweiflung vor Gott zu bringen. Wie anders klang es angesichts zerstörter Häuser, Betriebe und Infrastruktur, wenn im Lesungstext aus Psalm 71 von Gott als einer „festen Burg“ die Rede war!

Viele Fragen sind noch offen

In ihrer kurzen Ansprache beschrieb Pfarrerin Andrea Döhrer, wie nun ihr Blick auf die Erft ein anderer sei und dass jeder Hubschrauber, jedes Feuerwehrfahrzeug ungute Gefühle in ihr auslöse. Doch neben der kollektiven Verunsicherung sei da „viel Hoffnung im Raum“. Döhrer betonte, dass die Betroffenen auch der Wut Raum geben dürften, vor allem angesichts eines erneuten Starkregenereignisses am 24. Juni dieses Jahres, das wieder Schäden verursachte und gerade Aufgebautes wieder zunichtemachte. Sind die Kanäle gereinigt und überprüft worden? Warum ist noch immer nicht in bessere Warnsysteme investiert worden? Fragen, auf die die Antworten ausstünden. Und so schwankt ein Jahr nach der Katastrophe die Gemütslage der Betroffenen „zwischen Resignation und Dankbarkeit“, Resignation wegen all der noch offenen Fragen und dem, was noch an Wiederaufbau zu leisten ist, und Dankbarkeit über die Helferinnen und Helfer sowie das, was schon geschafft ist. Was in dieser Situation Halt gebe, sei Gottes Zusage: „Du bist nicht allein!“

Nach dem Gottesdienst standen vor der Kirche kühle Getränke und Knabbereien bereit. Zum Austausch waren besonders alle eingeladen, die mit ihren Gedanken und Gefühlen nach dem Gottesdienst nicht alleine bleiben wollten.

Info

Mobile Hochwasserhilfe
Andrea Schnackertz
Telefon 0163 711 75 93
andrea.schnackertz@diakonie-koeln.de

www.diakonie-koeln.de

 

 

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Archivale Juli: Ein unerwarteter Fund

Bei Aufräumarbeiten im Magazin stößt man manchmal auf Unerwartetes. So entdeckte Stefanie Sternemann einen kleinen schmalen, blaufarbigen Einband ohne Titel. Im Inneren befindet sich ein gefalteter Druck übertitelt mit „Abbildung des denkwürdigen Festaufzuges zu Leipzig am Gedächtnistag der Reformation den 31.October im Jahr 1830“. Es ist eine Miniaturdarstellung des Rollbildes vom Illustrator und Kupferstecher Christian Gottfried Heinrich Geißler (1770-1844), welches den Festzug darstellt, der in Erinnerung an das Augsburger Bekenntnis 1530, in Leipzig im Jahr 1830 unter reger Beteiligung des Militärs, der Geistlichkeit, der Handwerkszünfte und Vertretern der Universitäten und Schulen durchgeführt wurde.

1830 fand das 300. Jubiläum der confessio augustana statt, die Philipp Melanchton auf dem Reichstag zu Augsburg Kaiser Karl V. übergab. Die Schrift unterteilt sich in 28 Artikel, die sich im ersten Teil mit den Hauptartikeln des Glaubens und der Lehre und im zweiten Teil kritisch mit den Regelungen in der Kirche auseinandersetzen. Kaiser Karl V. ließ das Augsburger Bekenntnis durch Johannes Eck widerlegen und bestätigte das Wormser Edikt. Nichtsdestotrotz übernahmen verschiedene Fürsten die Schrift für sich und ihr Fürstentum und bildeten den Schmalkaldischen Bund unter der Führung von Hessen und Kursachsen.

Festzug zum 300. Jubiläum in 32 kolorierten Radierungen

Das Rollbild von Christian Geißler hält den Festzug zum 300. Jubiläum in 32 kolorierten Radierungen fest, die zusammen eine über 18 Meter lange Papierbahn ergeben. Die vorliegende Darstellung des Kupferstichs hingegen misst die Maße 50×39 cm. Unter den Bildern findet sich eine handschriftliche Erklärung zum dargestellten Zug. Sie beginnt oben links, wobei die Erläuterungen nicht auf jedes Bild eingehen. Die Reihenfolge der Mitglieder des Zuges lässt sich bei näherer Betrachtung auch durch die Blickrichtungen der dargestellten Personen und Fahnen erkennen. Die verschiedenen teilnehmenden Gruppen lassen sich anhand ihrer Kleidung und Fahnen identifizieren. Als Hilfestellung verfügt jedes Bild über eine im Original handschriftliche Benennung der gezeigten Gruppe als Beispiel die Gruppe der Zöglinge in langen blauen Mänteln und weißen Hosen sowie einer Kopfbedeckung.

Vermutlich erhielt die evangelische Gemeinde Köln dieses Werk als Geschenk und so gelangte er ins Archiv des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Hier wird der historische Altbestand der evangelischen Gemeinde Köln aufbewahrt.

Text: Stefanie Sternemann
Foto(s): Stefanie Sternemann

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Allerhand Alltagsgeschichten über Wurzeln im Alltag

Der Sommer laugt wieder Wiesen, Bäume und Felder aus. Auch die Menschen fühlen sich manchmal so, eben erschöpft und müde – und spüren das Bedürfnis nach Ruhe und danach, die Batterien wieder auftanken zu wollen. „Im Laufe der Zeit merke ich, dass ich innerlich irgendwie ausgedörrt werde, ausgetrocknet bin“, erzählt auch Pfarrerin Dagmar Schwirschke. Dann wird es Zeit, sich eine Auszeit zu nehmen. In Allerhand Alltagsgeschichten berichtet sie in Gebärdensprache von einer Parkanlage in ihrem Urlaubsland Italien – und sie erinnert sich an eine besondere Entdeckung, die sie dort in einer Felsspalte gemacht hat.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Hallo und herzlich Willkommen bei ALLERHAND Alltagsgeschichten!

Dieses Jahr haben ganz viele Menschen gesagt: Ach Du Meine Güte, ist das ein heißer Sommer! Bei uns in Deutschland ist es sehr heiß, aber auch in anderen Ländern. Eigentlich überall ist es so heiß. Ich selbst war dieses Jahr in Italien im Urlaub und da war es genau dasselbe, auch da war es heiß. Und deswegen fand ich es sehr schön, dass es in Italien viele Parkanlagen gibt. Die habe ich dann besucht, weil es dort eben angenehm kühl ist. Oft gibt es in diesen Parkanlagen auch alte Steinmauern, und an einem Tag bin ich an solch einer Mauer vorbeigegangen. Und zunächst war sie wie alle Mauern sind: kahl und trocken und aus Stein.

Und plötzlich war ich total fasziniert, weil in einer kleinen Felsspalte innerhalb der Mauer blühte ein ganz kleines grünes Pflänzchen. Und ich fand das so schön, so klein und hübsch, dass ich ein Foto davon gemacht habe. Und ich habe das auch mitgebracht. Und Sie können das hier sehen. Man nennt diese Pflanze Zimbelkraut. Oder es gibt noch einen anderen Namen dafür, der vielleicht bekannter ist: das Mauerblümchen. Diese Pflanze ist wirklich sehr bescheiden, völlig anspruchslos und braucht überhaupt nicht viel, um wachsen zu können. Nur eben eine kleine Felsspalte, und innerhalb der Felsspalte etwas Wasser.

Hitze, Sonne, Trockenheit kann ihr überhaupt nichts anhaben, das kann sie sehr gut aushalten und vertragen. Für mich persönlich ist es eine besondere Pflanze, sie kann Sonne vertragen, sie kann Hitze vertragen, sie kann Trockenheit aushalten. Es ist nur wichtig, dass sie gut wurzelt. So bin ich dieses Jahr in Italien oft in diesem Park gewesen und habe mir dieses Blümchen angeguckt. Und ja, ich muss ehrlich sagen, ich habe von dieser Pflanze auch gelernt.

Denn in meinem Alltag erlebe ich es manchmal so, dass es auch anstrengend ist, dass ich viel zu tun habe, dass es Stresssituationen gibt, dass es viel Arbeit gibt. Und so im Laufe der Zeit merke ich, dass ich innerlich irgendwie ausgedörrt werde, ausgetrocknet bin. Und dann zeigt mir dieses Pflänzlein: Ja, es ist eben sehr wichtig, dass man gut wurzelt. Dass man gute Wurzeln hat. Und ich verstehe das für mich so, dass es eben wichtig ist, dass man in sich selbst eine tiefe Sicherheit spürt. Ein tiefes Vertrauen, dass man gut verwurzelt und eben nicht alleine ist. Und dann, wenn ich dieses Gefühl von Sicherheit und Vertrauen habe, dann finde ich auch Ruhe in mir und kann auch wieder mehr aushalten. Und so wünsche ich euch, dass auch ihr diese tiefe Sicherheit und dieses tiefe Vertrauen in euch spüren könnt, nicht alleine zu sein. Für mich ist dieses Pflänzchen ein sehr schönes Bild für meinen Alltag.

Tschüss, bis zum nächsten Mal!

Text: APK
Foto(s): APK

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Telefonseelsorge befürwortet gesetzliche Regelung für Suizidprävention

Die TelefonSeelsorge Deutschland (TSD) positioniert sich im Rahmen ihrer Jahresversammlung klar für ein gesetzlich verankertes Maßnahmenpaket zur Suizidprävention. Nötig sei es aber auch, bereits bestehende Angebote und das vorhandene Wissen der für das Thema engagierten Organisationen zu bündeln.

„TelefonSeelsorge ist seit rund 70 Jahren mit Suizidprävention befasst. Selbsttötungen zu verhindern ist ein wesentlicher Grund, warum es uns gibt“, erklärt Pfarrer Frank Ertel, Vorsitzender der TSD und Leiter der TelefonSeelsorge in Aachen. „Es ist höchste Zeit, diesem Thema politische Aufmerksamkeit zu widmen und gesetzlich verankerte Rahmenbedingungen zu geben. Wir unterstützen von daher die Forderungen des nationalen Suizidpräventionsprogramms (Naspro) und weiterer Organisationen nach einer umfassenden und einheitlichen Regelung und einer nationalen Koordinierung.“

„Die TelefonSeelsorge ist deutschlandweit rund um die Uhr kostenfrei erreichbar. Zudem sind Gespräche mit uns völlig anonym. Gerade für Menschen in suizidalen Krisen stellen wir damit eine wichtige mögliche Anlaufstelle dar. Zu unserem Selbstverständnis gehört es, da zu sein, auch wenn sonst niemand mehr da ist, und auch das mit auszuhalten, was ganz unerträglich scheint“, sagt Pfarrerin Dorit Felsch, Leiterin der Telefonseelsorge Köln. „Immer wieder dürfen wir dann auch erleben, dass in solchen Gesprächen ein Kontakt gelingt, der es der anrufenden Person ermöglicht, dem Weiterleben noch eine Chance zu geben.“

9.206 Menschen sind 2020 laut statistischem Bundesamt in Deutschland an Suizid gestorben. Damit übersteigt ihre Zahl deutlich die Zahl der durch Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag, illegale Drogen und AIDS zu Tode Gekommenen. Schätzungen der Naspro gehen von weit über 100.000 Suizidversuchen aus.

Die TelefonSeelsorge verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung von Menschen in suizidalen Krisen. Der Umgang mit diesem Thema ist wesentlicher Bestandteil der Ausbildung für die Arbeit am Telefon. Neben dem rund um die Uhr besetzten Telefon bietet die TelefonSeelsorge Krisenberatung seit über 25 Jahren auch online (per Mail und Chat) an. An über 20 Standorten gibt es auch Angebote für eine Beratung vor Ort.

Eine bessere Aufklärung und Koordination aller existierenden Angebote

Suizidgefährdete oder vom Suizid Angehöriger Betroffene finden außerdem Hilfestellungen zum Umgang mit diesem Thema in der von der TelefonSeelsorge entwickelten App „KrisenKompass.“

„Zugleich muss klar sein, dass unser Angebot begrenzt ist. Um Suizidalität umfassend einzudämmen, bedarf es vieler weiterer Maßnahmen“, betont Pfarrerin Gunhild Vestner, stellvertretende Vorsitzende von TSD und Stellenleiterin der TelefonSeelsorge in Recklinghausen. „Dazu gehört die Koordination aller existierenden Angebote, aber auch eine bessere Aufklärung über Suizidalität bereits in der Schule.“

Die Stärke von TelefonSeelsorge liege in der Niederschwelligkeit ihres Angebots, der 24-stündigen Erreichbarkeit und der Anonymität. Menschen, die einsam oder psychisch krank sind, nutzten TelefonSeelsorge als Anlaufstelle. Sie seien häufig latent suizidal und erlebten im Gespräch mit TelefonSeelsorge Verständnis und Zugewandtheit. Dazu sagt Diplom-Theologe Michael Hillenkamp, Vorsitzender von TSD: „Wir hoffen auf einen Schub für das Thema, der zu materiellen Verbesserungen und zum Ausbau der bestehenden Suizidpräventionsmaßnahmen führt – und damit zur weiteren Verringerung von Suiziden und Suizidversuchen. In den dafür nötigen Prozess bringen wir unsere Expertise gern ein.“

Hintergrundinformation

Mit mehr als 7.700 geschulten Ehrenamtlichen in 104 Städten oder Regionen ist die TelefonSeelsorge deutschlandweit tätig. Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen, stehen Mitarbeitende ganzjährig rund um die Uhr am Telefon zur Verfügung. Die TelefonSeelsorge berät Menschen jeder Nationalität, jedes Geschlechts, jeder Konfession und jedes Alters. Sie verpflichtet sich zu weltanschaulicher Neutralität. Alle Beratungsangebote, auch die Vorort-Beratung, sind anonym und kostenfrei. Seit 1995 bietet TelefonSeelsorge auch Online-Beratung, zunächst per Mail, inzwischen zusätzlich auch per Chat an. Sie wird von rund zwei Drittel der Dienststellen zusätzlich zum rund um die Uhr erreichbaren Telefondienst angeboten. An insgesamt 25 Standorten gibt es auch Beratung vor Ort. Da es hier auch zu einem längerfristigen Beratungssetting kommen kann, arbeiten in der Vor-Ort-Beratung überwiegend hauptamtliche Kräfte mit einschlägiger beruflicher Ausbildung.

2021 wurden 989.160 telefonische und 47.442 persönliche Beratungsgespräche geführt. Es wurden 43.635 Mails geschrieben und es wurde 32.023 mal gechattet. Dank der Unterstützung der Deutschen Telekom sind die Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 seit 1997 gebührenfrei.

Text: Caroline Michaelis / APK
Foto(s): APK

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