Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Gemeinsam etwas erschaffen

Unser Adventskalender: Törchen 2 ist „Komm, wir stricken uns zusammen“: Erfolgreiche Tipi-Strickaktion

„Komm, wir stricken uns zusammen“ – nach diesem Motto ist in der Evangelischen Christusgemeinde Brauweiler Königsdorf ein riesiges Tipi aus gestrickten und gehäkelten Quadraten entstanden. Mehr als 100 Menschen haben sich beteiligt. Das „Zelt der Begegnung“ besteht aus 1200 gestrickten und gehäkelten Quadraten aus Wollmaterial, die jeweils 15 mal 15 Zentimeter groß sind. Dadurch ist das Zelt auf insgesamt fünf mal fünf mal fünf Meter angewachsen.  „Während die Corona-Pandemie Menschen voneinander und von der Gemeinde trennt, wollen wir mit dem Tipi-Projekt ein Zeichen dagegen setzen: Individuell gestaltete Elemente fügen sich in einer großen Gemeinschaftsaktion zusammen zu etwas Neuem, Ganzen“, sagt Pfarrer Christoph Nötzel.

Hier geht’s zum zweiten Rückblick:

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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Unser Adventskalender „Besondere Momente 2022“: Evangelisch heißt Vielfalt

Die Adventszeit steht für Besinnlichkeit. Für Nächstenliebe, Vergebung und Großzügigkeit. Für Vorbereiten auf Weihnachten. Die Adventszeit ist eine Zeit, die wir nutzen können für ein wenig Stille, Rückblick und Innehalten. In unserem Adventskalender blicken wir daher auf besondere Momente im Jahr 2022 zurück – berührende, aufwühlende, mitreißende Momente. Mit dieser Rückschau wollen wir gemeinsam aufbrechen und auf das Licht der Weihnacht zugehen.

Unser Adventskalender: Törchen 1 ist der CSD-Gottesdienst: „Gott nimmt uns so an, wie wir sind“

Ein überzeugtes, kraftvolles „Jaaa“ schallte CityKirchenPfarrer Markus Herzberg entgegen. Über 350 Menschen reagierten einhellig auf seine Eingangsfrage, ob sie den ökumenischen Abendmahlsgottesdienst zum Christopher-Street-Day (CSD) in der Corona begründeten Zwangspause ebenso vermisst hätten wie er selbst. Viele Besucher*innen saßen schon eine Stunde vor Beginn in der AntoniterCityKirche. Als zum Einzug die ersten Töne der Bordkapelle der StattGarde Colonia Ahoj e.V. von der Empore erklangen, waren auch die Stehplätze in Teilen der Gänge und im Foyer besetzt.

Hier geht’s zum ersten Rückblick:

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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Ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen: 121 Schuhpaare erinnern an Femizide

Jede dritte Frau in Deutschland (also mehr als 12 Millionen Frauen) erlebt mindestens einmal im Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt. An jedem dritten Tag wird in Deutschland eine Frau ermordet – nur weil sie eine Frau ist. In der Zeit zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) und dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember machen sollen die Orange Days dieses Thema enttabuisieren und in die Stadtgesellschaft tragen.

Bilder der orange erleuchteten Kartäuserkirche.

Auch in Köln finden im Rahmen der Orange Days zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt. Den Auftakt bildeten 121 Paar orange gefärbte Schuhpaare am Bierbrunnen an der Antoniterkirche – eines für jeden der 113 Femizide in Deutschland (sowie acht weitere Morde im Zusammenhang mit Partnergewalt) im Jahr 2021. Außerdem konnten sich die Passant*innen zwischen 15 und 18 Uhr an einem Infostand mit Flyern und Broschüren zum Thema „Gewalt an Frauen und Mädchen“ versorgen, sich über konkrete Hilfsangebote informieren oder mit engagierten Frauen ins Gespräch kommen. Zwei (von insgesamt fünf) orangefarbenen Bänken, gefertigt vom Kölner Handwerkerinnenhaus, luden nicht nur zu einer kurzen Shopping-Pause ein, sondern wiesen auch auf sexualisierte Gewalt und Femizide hin. Organisiert wurde der weithin sichtbare „Stolperstein“ inmitten des Trubels auf Deutschlands meitstfrequentierter Einkaufsstraße vom Kölner Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen, dem Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern sowie mehreren Kölner Frauen-Service-Clubs.

Orangefarbene Schuhpaare „auf Wanderschaft“

 Bilder von der europaweiten Demonstration in Berlin.
Bilder von der europaweiten Demonstration in Berlin.
Bilder von der europaweiten Demonstration in Berlin.
Bilder von der europaweiten Demonstration in Berlin.

Margret Schnetgöke von der Beratungsstelle „FrauenLeben e.V.“ kritisiert, dass in den Medien oft von einem „Beziehungsdrama“ oder einem „Ehedrama“ die Rede sei, wenn man eigentlich klar und deutlich von Femizid sprechen müsste. Außerdem wünscht sich Margret Schnetgöke mehr Stellen in den Frauenberatungsstellen und Präventionsangebote bereits in den Schulen. Ein weiterer Punkt auf Schnetgökes To-do-Liste für die Stadt Köln wären mehr Frauenhausplätze bzw. die Schaffung eines dritten Frauenhauses in Köln.

Mit Blick auf die statistisch erfasste Gewalt gegen Frauen geht Margret Schnetgöke von einer hohen Dunkelziffer aus. „Die meisten Frauen, die sich an mich wenden, haben noch nie die Polizei gerufen. Die tauchen in keiner Statistik auf!“, berichtet sie. Oft würden Drohungen zunächst nicht ernst genommen.

Wer den Auftakt der Orange Days auf der Schildergasse verpasst hat, hat noch bis zum 10. Dezember an verschiedenen Orten in Köln die Gelegenheit, mehr über unterschiedliche Aspekte des Themas Gewalt an Mädchen und Frauen zu erfahren. Dafür gehen auch die orangefarbenen Schuhpaare „auf Wanderschaft“.

Mehr Informationen und das komplette Programm sind unter www.orangedays-koeln.de zu finden.

Tag der Menschenrechte

Bilder von der europaweiten Demonstration in Berlin.

Zum Abschluss der Orange Days gibt es eine lange Lesenacht in der Kartäuserkirche (Kartäusergasse 7) mit starken Geschichten gegen Gewalt unter dem Motto „Frauen Leben Freiheit“ am 10. Dezember ab 18 Uhr. Die Frauenbeauftragte der evangelischen Kirche, die Melanchthon Akademie, die Kartäuserkirche und der deutsch-iranische Kulturverein DIWAN laden zu Lesung, Musik und Begegnung ein. Texte von und über Frauen mit Gewalterfahrung aus Iran, Afghanistan und Deutschland werden in Solidarität mit den protestierenden Frauen und Männern im Iran und Afghanistan zu Gehör kommen. Freiheitsliebende Frauen und Männern sind in Iran und Afghanistan in ihrem Kampf um Selbstbestimmung aktuell großer Gewalt ausgesetzt. Poetische, dokumentarische, biographische, historische, tagesaktuelle Texte und musikalische Beiträge aus dem Iran, aus dem Exil und aus Köln werden vorgestellt.

Isabel Schayani und Ali Samadi sprechen über ihre aktuelle Situation, Sepideh Raissadat singt iranische Lieder, Yalda Yazdani von female voices of Iran/Afghanistan spielt Tar und berichtet. Arezu Rezwani und Nasi Shahin u.a. singen Protestlieder, die aktuell im Iran gesungen werden. Thomas Frerichs und u.a. einheimische und eingewanderte Sprecherinnen und Musikerinnen lesen und spielen zum Thema. Es geht um die Verbundenheit und Solidarität mit all denen, die Gewalt am eigenen Leib erfahren.

Die orangen Schuhpaare, die zu Beginn der Orange Days auf der Schildergasse zu sehen waren, werden ebenfalls in der Kartäuserkirche installiert sein.

Die lange Lese- und Musiknacht wird ein offenes Forum sein – alle sind herzlich willkommen, so lange zu bleiben, wie sie mögen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Die Kirche ist auf ca. 16 Grad geheizt, Decken sind vorhanden.

Weitere Informationen: schaper@melanchthon-akademie.de

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke/Dorothee Schaper

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Unsere Wochentipps: Weihnachtszaubermarkt und weihnachtliches Mitsingkonzert

Adventsstimmung überall: Unseren Wochentipps merken Sie an, dass es auf Weihnachten zugeht.  Mit Chorälen und Kerzenlicht gibt es adventliche Stimmung im Blücherpark und ein weihnachtliches Mitsingkonzert in der Johanneskirche Brück. Chor- und Orgelmusik zum Advent vom Europäischen Kammerchor ist im Altenberger Dom zu hören. Ein Weihnachtszaubermarkt findet in der Kirche der Versöhnung Lechenich statt. Und das Kindertheater Zauberflöckchen präsentiert „Warten auf das Christkind“ – eine Benefizveranstaltung zugunsten ukrainischer Familien. Außerdem gibt es die zweite Benefiz-Kunstausstellung in Bayenthal, Johannes Quack lädt zu den „Kirchentönen“ ein und Bettina Mathar zeigt Metaphern in ihrer Kunstausstellung in der Kulturkirche Hürth.

Die Termine in der Übersicht:

02.12.2022, 18:15
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Johannes Quack lädt zu den „Kirchentönen“ ein
Konzert findet in der Antoniterkirche statt

Werke von César Franck, Enjott Schneider und Ann-Christin Bloch präsentiert Kirchenmusikdirektor Johannes Quack (Orgel) am Freitag, 2. Dezember, 18.15 Uhr, in der Antoniterkirche, Schildergasse 57. Das Konzert findet im Rahmen der Reihe „Kirchentöne“ statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

www.antonitercitykirche.de

03.12.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Kahnstation Blücherpark, 50823 Köln
Choräle und Kerzenlicht
Adventliche Stimmung im Blücherpark

Unter freiem Himmel, bei Kerzenlicht und Glühwein und dem gemeinsamen Singen von alten und neuen Weihnachtsliedern stimmen sich die Menschen am Samstag, 3. Dezember, 18 Uhr bis 18.45 Uhr, auf Weihnachten ein. Wer dabei sein möchte, trifft sich im Blücherpark in der Nähe der Kahnstation. Wer möchte, bringt von zu Hause ein Teelicht im Marmeladenglas und einen Becher Glühwein oder Kinderpunsch mit oder kauft sich ein Getränk an der Kahnstation. Das stimmungsvolle Treffen wird am Samstag, 17. Dezember, 18 Uhr, wiederholt.

03.12.2022, 19:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Chor- und Orgelmusik zum Advent
Europäischer Kammerchor im Altenberger Dom

„Advent – wenn Friede wäre“ ist der Titel eines Konzerts im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, am Samstag, 3. Dezember, 19.30 Uhr, mit Volker Hempfling an der Orgel sowie dem Europäischen Kammerchor unter der Leitung von Michael Reif. Zu Gehör kommt Chor- und Orgelmusik zum Advent von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy, Ola Gjeilo, Sven-David Sandström, Thomas Jennefelt und anderen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

www.altenberger-dommusik.de

04.12.2022, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Lechenich
Kirche der Versöhnung Lechenich, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt
Weihnachtszaubermarkt in der Kirche der Versöhnung Lechenich
Selbstgemachtes wird zum Verkauf angeboten

Holunderblütensirup aus dem Sommer, leckere Konfitüren und Gelees, fruchtiger Essig sowie Liköre, abgefüllt in Gläser und Flaschen, hat der Weihnachtszaubermarkt an der Kirche der Versöhnung Lechenich, An der Vogelrute 8, am Sonntag, 4. Dezember, 11 bis 14 Uhr, zu bieten. Auch selbstgemachte Dekoration kann auf dem Markt bestaunt und erworben werden. Der Erlös aus dem Verkauf geht an die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Lechenich.

www.kirche-lechenich.de

04.12.2022, 11:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 7, 50968 Köln
Zweite Benefiz-Kunstausstellung in Bayenthal
Der Erlös geht an das Blau-Gelbe Kreuz e.V.

An alle Kunstfreundinnen und -freunde richtet sich die zweite Benefiz-Kunstausstellung im großen Gemeindesaal der Reformationskirche Bayenthal, Mehlemer Straße 7. Noch bis Sonntag, 4. Dezember, werden dort Arbeiten von Kees van Dongen, Georg Meistermann, Hans-Bernd Gossel, Hubert Berke, Horst Jansen, Miro, Anton Räderscheid, Emil Schumacher, Milan Sladek und Brigitta Zeumer gezeigt und zum Verkauf angeboten. Die Ausstellung wurde durch die ehrenamtliche Unterstützung des Kurators Uwe Holl aus Bayenthal zusammengestellt. Der Verkaufserlös kommt zu einem wesentlichen Teil dem Verein „Blau-Gelbes Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein e. V.“ zugute. Die Ausstellung ist von Montag bis Samstag, 15 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11.30 Uhr bis 15 Uhr geöffnet.

04.12.2022, 12:00
Evangelische Kirchengemeinde Hürth
Martin-Luther-Kirche Gleuel, Am Hofacker 41, 50354 Hürth-Gleuel
Bettina Mathar zeigt Metaphern
Kunstausstellung in der Kulturkirche Hürth

Mit einer Vernissage am Sonntag, 4. Dezember, 12 Uhr, eröffnet die Kulturkirche Hürth ihre erste Kunstausstellung mit der Künstlerin Bettina Mathar. In der Ausstellung mit dem Titel „Metaphern“ sind Zeichnungen zu sehen, in denen neben den sichtbaren Motiven besonders gerne Botschaften enthalten sind, die durch Metaphern hinter dem Offensichtlichen liegen. So drücke Bettina Mathar aus, wofür ihr die passenden Worte fehlen. „Gleichnisse, Geschichten, Metaphern. Gerade, wenn uns die passenden Worte fehlen, bauen Bilder Brücken und helfen uns, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.“, erklärt die aus Köln stammende Künstlerin. Bilder ermöglichten es, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung in der Martin-Luther-Kirche Hürth-Gleuel, Am Hofacker 41, ist an den Adventssonntagen 4., 12. und 18. Dezember, jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

www.evangelisch-in-huerth.de

06.12.2022, 16:00
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt
Warten auf das Christkind – Kindertheater Zauberflöckchen
Benefizveranstaltung zugunsten ukrainischer Familien

„Warten auf das Christkind!“ ist die Geschichte vom Zauberflöckchen, das vom Engel Angie auf die Erde geschickt wird, um das verschwundene Rezept der Zauberflöckchen-Plätzchen wiederzufinden. Dabei helfen ihm die spanische Ratte Ramon und der Engel Marie. Das Kindertheater „Zauberflöckchen“ versetzt Kinder und Eltern am Dienstag, 6. Dezember, 16 Uhr, in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, in eine weihnachtliche Stimmung, um die Wartezeit auf das Christkind etwas zu verkürzen. Eine Wiederholung des Stücks beginnt am gleichen Tag um 17 Uhr. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf unter www.koelnticket.de für 10 Euro. Nach Abzug der Kosten werden die Einnahmen zugunsten von ukrainischen Familien in der Kölner Südstadt gespendet.

www.kindertheater-zauberfloeckchen.de und www.lutherkirche-suedstadt.de

06.12.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück-Merheim
Johanneskirche Brück, Am Schildchen 15, 51109 Köln
Weihnachtliches Mitsingkonzert in der Johanneskirche Brück
Kölsche Weihnachtslieder werden auf dem Akkordeon begleitet

Deutsche und kölsche Weihnachtslieder präsentiert Johanna Otten mit Stimme und Akkordeon am Dienstag, 6. Dezember, 18 Uhr, in der Johanneskirche Brück, Am Schildchen 15. Alle sind eingeladen, mit einzustimmen. Texthefte werden zur Verfügung gestellt. Johanna Otten war langjährige Leiterin des kölschen Schulchores „Bickendorfer Pänz“. Sie leistete Bühnenauftritte mit den Musikgruppen Bläck Fööss, Höhner und Pavaier. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

www.brueck-merheim.de

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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„Friedensethik in Umbruchzeiten“: Militärdekanin Petra Reitz beim Jahresempfang

Eine „Friedensethik in Umbruchzeiten“ war Thema beim traditionellen Jahresempfang des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger hat zahlreiche Gäste aus der Zivilgesellschaft bei der traditionellen Veranstaltung begrüßt, zu der der Verband immer am Montag nach dem ersten Advent einlädt. Gekommen waren neben vielen anderen die Bürgermeister Andreas Wolter, Ralph Elster und Brigitta von Bülow, Stadtdechant Robert Kleine, Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses der Stadt Köln, Miguel Freund von der Synagogengemeinde, Jürgen Wilhelm von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft, Mitglieder des Rates der Religionen und des ACK. Der Kölner Polizeipräsident Falk Schnabel hatte sich ebenso eingefunden wie der Sozialdezernent Harald Rau. Und neben Seiger nahm auch die Superintendentin Susanne Beuth sowie ihre Amtskollegen Markus Zimmermann und Torsten Krall am Empfang teil. Aus Düsseldorf war Oberkirchenrätin Wibke Janssen angereist.

Entwicklung von Friedenskonzepten

In seiner Begrüßungsrede ging Seiger auf den Angriffskrieg in der Ukraine ein. „Wir spüren, dass der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine ein tiefer Einschnitt in diesem Jahr war.  Wir haben gemerkt, wie uns die Ereignisse erschüttert haben. Undenkbares war offensichtlich geworden. Die Souveränität von Staatsgrenzen gilt auch in Europa nicht mehr selbstverständlich, 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.“ Fragen seien aufgekommen. Dürfe man Waffen liefern? Die Geflüchteten aus der Ukraine, die Energie-Abhängigkeit von Russland, Menschen sorgten sich vor Lieferengpässen, kalten Wohnungen und einbrechender Industrieproduktion. Die Evangelische Kirche habe in den vergangenen Jahrzehnten Friedenskonzepte entwickelt, die auf eine zivile Sicherheitsarchitektur vertraut hätten. „Wir haben in unserer Tradition sowohl die pazifistische Denkweise, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus guten Gründen viele Anhänger fand und die sich auch biblisch begründen lässt. Zugleich haben wir eine verantwortungsethische Denkweise, die mit der Realität des Bösen und von Gewalt rechnet und daher Kriterien zur Verteidigung und Abwehr des Bösen mit Gewalt reflektiert.“

Seiger verwies auf die Friedensdenkschrift der EKD von 2007, die beide Denkrichtungen in Balance halte. „Die heftigen Debatten über den richtigen Weg hat unsere Kirche in den vergangenen Monaten in aller Öffentlichkeit geführt. Wir spüren im ehrlichen Dialog die Zerrissenheit, wir sehen das Recht der Argumentation der jeweils Anderen.“ Seiger betonte angesichts vieler autoritärer Regime weltweit den Wert der Freiheit. Die Evangelische Kirche wolle und fördere die Kultur des Diskurses und der Meinungsfreiheit. „Die Suche nach dem Willen Gottes für unsere Zeit im wachen Schauen auf das Gewissen und unter Benutzung des eigenen Verstandes, das treibt uns an. Auch und gerade am Beginn des neuen Kirchenjahres! So wollen wir als Christen – evangelisch und katholisch – leben.“

Pazifistisch akzentuierte Friedensethik

Als Gastrednerin hatte man Pfarrerin Petra Reitz gewinnen können, Leitende Militärdekanin Westdeutschlands. Die Evangelische Kirche habe in den vergangenen Jahrzehnten eine eher pazifistisch akzentuierte Friedensethik vertreten, warf die Dekanin einen Blick zurück und nannte mit Martin Niemöller einen profilierten Vertreter des pazifistischen Wegs. Otto Dibelius habe einen anderen Weg verfolgt und als EKD-Ratsvorsitzender durchgesetzt, dass mit der Aufstellung der Bundeswehr auch eine evangelische Militärseelsorge etabliert wurde. Beide Seiten hätten lange nebeneinander existiert. Ausdruck dessen seien die Heidelberger Thesen von 1959 gewesen. Man habe sich gegenseitig anerkannt.

Reitz wies vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine allerdings auf ein großes Manko dieser pazifistischen Friedensethik hin: „In den theologischen Grundsatzerwägungen fehlt völlig eine skeptische Anthropologie auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes. Der Mensch ist nicht gut von Jugend an, und wir können nicht voraussetzen, dass alle immer nur gute Absichten haben.“ Reitz ritt zu einer Zurückbesinnung, um der skeptischen Anthropologie in einer weiterentwickelten Friedensethik Raum zu geben. „Und was dann aus einer skeptischen Anthropologie für realpolitische Schlüsse gezogen werden, ist Aufgabe der Politik, nicht der Kirche.“

Universalität der Menschenrechte

Wer sich für gerechten Frieden und die Universalität der Menschenrechte einsetzen wolle und wer dem Recht einen hohen Stellenwert einräume, dürfe die Frage nach der Durchsetzung dieses Rechts nicht gering achten. Es sei unabdingbar, dass man sich mit anderen Staaten in einer globalisierten Welt weiter vernetze und wirtschaftliche und soziale Interdependenzen herstelle, „die uns aufeinander angewiesen sein lassen, aber auch und zugleich Abschreckung zulassen“. Die Ukraine habe 1996 ihre Atomwaffen abgegeben. „Es wäre zu fragen, ob sie in dieser Form angegriffen worden wäre, wenn sie sie noch hätte“, so die Militärdekanin.  Ihr Fazit: „Wenn wir also Interdependenzen durch globale wirtschaftliche und soziale Vernetzungen weiter ausbauen, die uns immer mehr aufeinander angewiesen sein lassen und Abschreckung vorhalten, dann muss evangelische Friedensethik hier ihren Beitrag leisten, indem sie das Verhältnis beider Komponenten näher bestimmt unter Berücksichtigung einer realistischen christlichen Anthropologie.“

Bürgermeister Andreas Wolter überbrachte die Grüße von Oberbürgermeisterin Henriette Reker und zeigte sich bestürzt angesichts des Krieges in der Ukraine. Er rief die Kölnerinnen und Kölner zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine auf, „die ohne Strom, Wasser und Heizung leben müssen“. Er sei, so der Bürgermeister, während der Nachrüstungsdebatte zur Politik gekommen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal für Waffenlieferungen einsetze. Jetzt ist es soweit.“ Es sein eine Situation eingetreten, „in der man nicht neutral bleiben kann, weil alle menschlichen Werte mit Füßen getreten werden“.

Der Jahresempfang wurde musikalisch begleitet von dem Chor  CONSTANT, der unter der Leitung von Judith Mohr schon bei der diesjährigen Reformationsfeier für Furore gesorgt hatte.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Beratungsstelle für Kölner Gastgebende, die Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben

Viele Kölner und Kölnerinnen haben seit Februar Geflüchtete aus der Ukraine in ihren Wohnungen und Häusern aufgenommen. Mit ihren Fragen nach Unterstützung und den Herausforderungen des Zusammenlebens unter einem Dach wurden sie lange weitestgehend alleine gelassen. Das „Diakonische Werk Köln und Region“ bietet seit August eine entsprechende Beratung im „Fachdienst Migration“ an. Die Beratungsstelle ist entstanden auf Initiative des Arbeitskreises Migration und wird finanziert von der Diakonie, dem Kirchenkreis Köln-Mitte sowie der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes und der Evangelischen Nathanael-Kirchengemeinde Köln-Bilderstöckchen. Die Beratungsstelle versteht sich als Anlaufstelle für Gastgebende, die praktische Anliegen haben unter anderem zu Aufenthalt, Wohnung, Arbeit, Finanzen und Schule, aber auch psychosoziale Fragen hinsichtlich des Zusammenlebens. Die Sozialarbeiterin und Projektleitung Saphira Liesendahl bietet Informationen und Kontakte und baut ein Netzwerk für gegenseitige Unterstützung auf. Ein Interview mit Saphira Liesendahl:

Wie viele Kölner:innen haben seit Februar Geflüchtete aus der Ukraine in ihren Wohnungen und Häusern aufgenommen? War dies gerade am Anfang sehr wichtig, oder ist dies weiterhin in einem fortlaufenden Prozess wichtig?

Sozialarbeiterin und Projektleitung Saphira Liesendahl.
Sozialarbeiterin und Projektleitung Saphira Liesendahl.

Saphira Liesendahl: Seit Februar wurden in Köln ca 2/3 der Geflüchteten aus der Ukraine von Gastgebenden aufgenommen. Die genauen Zahlen schwanken, das Verhältnis ist aber gleichbleiben. Im November meldet die Stadt, dass über 8000 privat untergebracht sind. Die Städtischen Unterkünfte sind an ihre Kapazitätsgrenzen angelangt. Ohne die vielen engagierten Menschen, die ihre Häuser und Wohnungen geöffnet und so viel Zeit und auch Geld investiert haben und immer noch investieren, stände die Stadt Köln vor einem kaum lösbaren Problem.

Wie wird die Beratungsstelle angenommen?

Saphira Liesendahl: Eine Anlaufstelle und Beratung für die sehr engagierten Gastgebenden ist enorm wichtig. Von Gastgebenden bekomme ich die Rückmeldung, dass sie sehr dankbar sind, sich hierhin wenden zu können. Auch andere Initiativen und Engagierte profitieren davon, dass ich als Ansprechpartnerin für Fragen und Vernetzung zur Verfügung stehe.

Die Beratungsstelle für Gastgebende von Ukraine-Geflüchteten berät zu Fragen zu Herausforderungen des Zusammenlebens unter einem Dach. Was sind hier Fragen, die besonders oft kommen?

Saphira Liesendahl: Die meisten Fragen beziehen sich tatsächlich mehr auf praktische Themen. An erster Stelle stehen da die steigenden Energiekosten. Für viele Gastgebenden hat sich der Haushalt verdoppelt und finanziell gibt es keine Unterstützung für die dadurch entstanden Mehrkosten. Bezüglich des Zusammenlebens gibt es manchmal Unsicherheiten, die geklärt werden müssen: Wieviel Unterstützung muss ich geben? Muss ich mir Sorgen machen, wenn unsere Gäste selten ihr Zimmer verlassen? Warum zeigen sie mir nicht ihre Papiere von den Ämtern, ich kann doch helfen… Mir ist es wichtig, für individuelle Freiräume zu werben und nochmal aufzuzeigen, dass erwachsene Menschen auch in schwierigen Lebenslagen eigene Entscheidungen treffen dürfen und sollen. Die gesamte Bandbreite der Gesellschaft ist geflüchtet. Bedürfnisse und individuelle Vorlieben sind sehr unterschiedlich, dürfen aber sein. Ein weiteres Thema sind traumatische Erfahrungen. Viele Gastgebende haben Bilder aus Butcher gesehen, bevor diese in den Medien gezeigt wurden. Da darf man sich auch abgrenzen und professionelle Hilfe für die Gaste suchen.

Was sind die Ziele der Beratungsstelle?

Saphira Liesendahl: Es gibt zwei große Ziele, die mir wichtig sind. Mir ist es wichtig die Gastgebenden so gut wie möglich zu unterstützen und zu beraten. Sowohl als Gesprächsgegenüber als auch als Vermittlerin in einem großen Netzwerk von Ehrenamtlern, um darüber hinaus zu unterstützen. Das zweite Ziel ist, immer wieder mit Politik und Verwaltung im Gespräch zu sein, um die Anliegen und Schwierigkeiten der Gastgebenden zurückzumelden. Ich wünsche mir sehr, dass den Gastgebenden mehr Unterstützung und auch finanzielle Hilfe geboten wird.

Mehr Informationen:

https://www.diakonie-koeln.de/aktuelles/berichte?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=120&cHash=448c190f47afa6b6d8886f27810ae180

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Internetseite diakonie-koeln.de/Privat

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Einweihungs- und Jubiläumsfest des ambulanten Hospizvereins „Die Brücke“

Nah an den Menschen: Mit einem Einweihungs- und Jubiläumsfest hat der ambulante Hospizverein „Die Brücke“ den Einzug in seine neuen Räumlichkeiten im Kulturhaus Zanders im Herzen der Stadt Bergisch Gladbach gefeiert. Zwei Holzscheite zum Kreuz zusammengehalten, dazu ein Segenswort im Dialekt des Bergischen – so feierte der Hospizverein im 20. Jahr seines Bestehens jetzt den Einzug in die neuen Räumlichkeiten im Kulturhaus Zanders. Auf das traditionelle Entzünden des Ofens mit den beiden Hölzern verzichtete der Vorsitzende Pastor Dr. Rainer Fischer jedoch aus Brandschutzgründen lieber.

„Der Umzug war notwendig“, sagte Dr. Fischer in seiner Begrüßung, denn der Raumbedarf des Hospizvereins, der seit 2013 an der Hauptstraße neben einer Tankstelle und einem Fotostudio beheimatet war, ist durch mittlerweile 70 Ehrenamtliche stark gewachsen. Der Vorsitzende dankte in seiner Begrüßung deshalb insbesondere dem Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach als Besitzer des Kulturhaus Zanders dafür, dass der Hospizverein als Kooperationspartner in die wesentlich größeren und repräsentativeren Räumlichkeiten einziehen durfte.

Koordinatorin Silvia Schmidt und Vereinsvorsitzender Pastor Dr. Rainer Fischer beim bergischen Einweihungssegen.

In den neuen Räumlichkeiten im ersten Stock gibt es jetzt nicht nur genug Fläche für Teamabende, Trauergruppen und Fortbildungen, sondern auch Arbeitsplätze für die aktuell zwei und künftig wieder drei hauptamtlichen Koordinatorinnen des Vereins. Im Erdgeschoss kann der Verein für größere öffentliche Veranstaltungen neben dem großen Gartensaal, in dem die Eröffnungsfeier stattfand, auch das Außengelände hinter dem Gebäude nutzen.

Weitere Dankesworte richtete Dr. Fischer an die vielen Kooperationspartner des Vereins, wie SAPV-Dienste, Ärzte, Pflegeeinrichtungen und die Kirchengemeinden. Letztere wurden vertreten durch den Vorsitzenden des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinden in Bergisch Gladbach, Pfarrer Carsten Bierei, und Norbert Wingensiefen vom 1. Pfarrbezirk/Gnadenkirche, zu dem ebenfalls eine enge Verbindung und nun auch die direkte Nachbarschaft besteht.

Danke sagte Dr. Fischer auch in Richtung der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde der Baptisten aus Bensberg, die ihr großes Gemeindezentrum während der Corona-Pandemie für Fortbildungen und andere Veranstaltungen des Hospizvereins zur Verfügung gestellt hatte. Sein besonderer Dank galt an diesem Tag außerdem noch einmal ausdrücklich dem Engagement der Ehrenamtlichen.

Im Namen der Stadt Bergisch Gladbach gratulierte die erste stellvertretende Bürgermeisterin Anna Maria Scheerer zum Einzug und dem 20-jährigen Jubiläum: „Toll, dass dieses schöne Gebäude eine neue Aufgabe bekommen hat.“ In einer immer älter werdenden Gesellschaft leiste der Hospizverein eine sehr wichtige Arbeit, sagte Scheerer, und dankte allen, die sich ehrenamtlich in der Sterbe- und Trauerbegleitung engagieren.

Bei einer Fotopräsentation ließen einige der Aktiven der ersten Stunde und langjährige Mitstreiter die vergangenen zwei Jahrzehnte des Vereins Revue passieren. Pfarrer Christoph Nötzel, Mitinitiator und Gründungsmitglied, berichtete von den Anfängen im Jahr 2002 als gemeinsame Aktion der Kirche und des EVK: „Zu Beginn waren wir eine Gruppe von Menschen, denen es einfach wichtig war, sterbende Menschen ehrenamtlich zu begleiten.“

„Der Name symbolisiert unter anderem unsere ökumenische Offenheit“

Gestartet als evangelische Hospizinitiative entwickelte sich der Verein in den folgenden Jahren zu einem offiziellen Hospizdienst mit einer ersten hauptamtlichen Koordinatorin weiter. Silvia Schmidt, heute eine der Koordinatorinnen des Vereins, hatte bereits im zweiten Jahr nach Vereinsgründung den Kurs zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung absolviert. „Damals wie heute ist mir die Begleitung sterbender Menschen eine Herzensangelegenheit“, sagte sie.

In den ersten Jahren hatte der Verein seine Büros in der heute nicht mehr existierenden Parksauna Zanders auf dem Quirlsberg. „Jetzt haben wir unser Zuhause im Kulturhaus Zanders, es wiederholt sich eben alles“, so Silvia Schmidt.

Im Jahr 2009 übergab Pfarrer Nötzel den Staffelstab an den heutigen Vorsitzenden Pastor Dr. Rainer Fischer. In dieser Zeit gab sich der Verein nach einem Wettbewerb den heutigen Namen Hospiz „Die Brücke“, wie Dr. Fischer berichtete: „Der Name symbolisiert unter anderem unsere ökumenische Offenheit. Der evangelische Gedanke ist im Verein verwurzelt, aber wir sind in unserer Arbeit nicht konfessionell gebunden.“

Im Ursprung ist die Hospizarbeit immer eine bürgerschaftliche Bewegung gewesen, sagte Dr. Fischer. Und deshalb sei der neue Standort im Herzen der Stadt Bergisch Gladbach auch in dieser Hinsicht ein Gewinn: „Wir sind hier nah an den Menschen.“

Text: Daniel Beer
Foto(s): Daniel Beer

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Pfarrerin Miriam Haseleu in WDR4: „Vielfalt feiern“ und „Gott ist queer“

„Vielfalt feiern“ – „Gott ist queer“ – „Denn sie sollen getröstet werden“: Pfarrerin Miriam Haseleu hat mehrere Radionandachten auf WDR4 gestaltet. Heute um 8.55 Uhr läuft der letzte Beitrag zum Thema „Einsamkeit/Alleinsein“, insbesondere in Zeiten wie dem Advent. „Die ersten beiden Andachten haben Themen aufgegriffen, die in diesem Jahr aktuell und wichtig waren: Das Tauffest ,Vielfalt feiern‘ und die Lebensrealität queerer Menschen. Beide Male geht es auch darum, dass wir als evangelischen Kirche eintreten und sichtbar werden für die Diversität und Vielfalt des Menschseins und der Schöpfung“, erklärt Miriam Haseleu. „Die anderen beiden Andachten nehmen jeweils Themen auf, die mit dem Tag, an dem sie gesendet werden, verknüpft sind: Am 20.11. der Ewigkeitssonntag mit dem Gedenken an die Verstorbenen und am 27.11. der erste Advent.“

Bei allen vier Andachten geht es um Lebensthemen, sagt Miriam Haseleu: „Lebensthemen aus verschiedener Perspektive um die Frage, wie wir miteinander leben und wie wir mit dem umgehen, was das Leben ausmacht – sowohl in der Freude als auch im Schmerz. Und natürlich geht es auch darum, wie Gott uns darin begegnet.“

Kirche im Radio vs. Gottesdienst: Was ist anders, wenn man die Menschen, zu denen man spricht, nicht sieht? „Es ist natürlich ein ganz anderes Setting, eine Andacht im Studio einzusprechen, als mit Menschen vor Ort gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Natürlich habe ich trotzdem Menschen vor Augen und im Sinn, wenn ich die Andachten schreibe und einspreche“, erzählt Miriam Haseleu. „Aber letztlich weiß ich nicht, wer sie hinterher hören wird. Es ist schön, dass es dieses Medium zusätzlich zu den Gottesdiensten vor Ort gibt. Ich stelle mir Menschen vor, die die Andacht beim Frühstück, beim Sport oder im Badezimmer hören. Und ich freue mich darüber, dass ich immer wieder Nachrichten von Menschen bekomme, die die Andachten gehört haben und sich davon angesprochen fühlen. Dabei entsteht Verbindung und gemeinsam Unterwegssein.“

Vielfalt feiern

„Mehr als 3.000 Menschen sind gekommen, um ein buntes Fest zu feiern, das größte evangelische Tauf-Fest, das es in Köln je gegeben hat. 196 Kinder und Jugendliche werden an diesem Tag getauft.“ Den Beitrag „Vielfalt feiern“ finden Sie unter diesem Link:

https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=4&tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=95133&cHash=b51e0cb8efa7781fe6b0bc39948e51e9

Gott ist queer

„Gott selbst wird in der Bibel nicht nur als Vater, sondern auch als Mutter bezeichnet. Schon am Anfang der Bibel heißt es: „Gott schuf den Menschen zu seinem/zu ihrem Bilde: Männlich und weiblich schuf Gott sie.“ (1. Mose 1,27) Gott ist beides. Männlich und weiblich. Alle Menschen sind zum Bilde Gottes geschaffen – mit männlichen und weiblichen Anteilen.“ Den Beitrag „Gott ist queer“ finden Sie unter diesem Link:

https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=4&tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=95134&cHash=53b773aca52875d4fab04f9a448f5c83

Denn sie sollen getröstet werden

„Karl ist schon eine ganze Weile tot. Der Schmerz in Lores Herz ist nicht mehr so stechend. Und doch: Sie lebt jeden Tag mit dem Vermissen. Ihr fehlen sein Lachen und sein Schnarchen und sein Geruch…“ „Selig sind die da trauern; denn sie sollen getröstet werden.“ (Die Bibel, Matthäus 5,4) Den Beitrag „Denn sie sollen getröstet werden“ finden Sie unter diesem Link:

https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=4&tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=95135&cHash=515b67064b8aaa521d8e1d56f9e8f886

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

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Fortbildung und Ausbildung in Seelsorge: Kursanmeldung für 2023

Ab sofort können sich Interessierte wieder für die nächste Fortbildung und Ausbildung in Seelsorge als Basis- und Aufbaukurs anmelden. Das Angebot richtet sich an Ehrenamtliche, die andere Menschen seelsorglich schon begleiten bzw. zukünftig begleiten möchten und Interesse an einer Erweiterung und Vertiefung ihrer Kompetenzen haben. Die Kurse werden vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie angeboten.

Bei dem Stichwort „Seelsorge“ denken wohl die meisten an Profis, also Pfarrerinnen und Pfarrer, doch auch ehrenamtlich Mitarbeitende können mit Grenzsituationen konfrontiert werden. Dann ist es gut, das nötige Handwerkszeug zu haben, um anderen beistehen zu können und dabei selbst an Leib und Seele gesund zu bleiben. Zu den Unterrichtsgegenständen zählten neben der kommunikativen Kompetenz auch das Reflektieren der eigenen Werte, rechtliche und psychologische Grundlagen der Seelsorgearbeit sowie der Umgang mit Tod und Trauer, Leiderfahrung, Schuld und Vergebung.

Der Basiskurs beginnt im Februar 2023 und endet im Juni 2023.

Termine Basiskurs 2023:

Fr. 03.02.; Sa. 04.02.; Mi. 15.02.; Mi. 08.03.; Fr. 17.03.; Sa. 18.03.; Mi. 29.03.; Fr. 21.04.; Sa. 22.04.; Mi. 10.05.; Mi. 07.06

Zeit: Wochentags (mi., fr.) jeweils 18:00–21:00 Uhr; samstags jeweils 9:30–16:30 Uhr

Der Aufbaukurs beginnt im Juni 2023 mit dem Modul Feldkompetenz und endet im Juni 2024. Der Umfang beträgt ungefähr 15 UStd. pro Monat.

Pfarrerin Dagmar Schwirschke leitet den Kurs gemeinsam mit Pfarrer Karsten Leverenz. Karsten Leverenz beschreibt aktives Zuhören als „leibliche Aufgabe“. Ein Wort brauche Hörer und Hörerinnen, um wirksam zu sein. Darum sei es wichtig, immer wieder „in Resonanz zu gehen“ und einfach da zu sein im Hier und Jetzt.

Informationen gibt es unter www.ehrenamt.kirche-koeln.de

Für Nachfragen bitte melden bei

Pfarrerin Dagmar Schwirschke
Tel: 0176 80115046
dagmar.schwirschke@ekir.de

Pfarrer Karsten Leverenz
Tel: 0176 62185271
karsten.leverenz@ekir.de

 

Text: APK
Foto(s): Priska Mielke

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Archivale November: Abendmahl mit Einzel- oder Gemeinschaftskelch?

Hygienischer und sicherer – oder Störung des Gemeinschaftsgefühls? Die Frage, ob das Abendmahl mit Gemeinschaftskelch oder Einzelkelch durchzuführen sei, erhitzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Gemüter in vielen evangelischen Gemeinden im In- und Ausland. Ausgangspunkt der Diskussionen im Deutschen Reich bildete die Aussage von Prof. Dr. A. Moeller-Belzig, dass die Abendmahlsfeier in seiner derzeitigen Form (Gemeinschaftskelch) die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Influenza mitfördere. Tuberkulose zählte im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten oft mit Todesfolge bei der sozial schwächeren Bevölkerung.

Ferner wurde auch aus einigen Gemeinden berichtet, dass Gemeindemitglieder aus Sorge um ihre Gesundheit nicht an der Abendmahlsfeier teilnähmen oder nur mit einem unguten Gefühl. Zwei Lager bildeten sich aus. Die Gegner der Einführung eines Einzelkelchs beriefen sich zum einen darauf, dass es keinen medizinischen Beweis für die Behauptung der Infektionsausbreitung gäbe. „Die Gefahr am Altar kann selbst der Gefahr nicht gleichkommen, der wir täglich (im Alltag) ausgesetzt sind, wo wir alle möglichen und unmöglichen Bazillen verschlucken.“

„Gefahr der Gemeinde- und Familienspaltung“

Zum anderen sahen sie die „Gefahr der Gemeinde- und Familienspaltung“. Die Ungewissheit der praktischen Durchführbarkeit der Einführung des Einzelkelchs wurde dazu genutzt ein Bild zu skizzieren, in dem die Abendmahlsfeier zu einer „Wirtschaftsmanier“ herab degradiert werde. Jedes Gemeindemitglied, so die Vorstellung, würde seinen eigenen Kelch zur Abendmahlsfeier mitbringen. Das Herausholen und Präsentieren der eigenen Kelche würden den Sinn, die Feierlichkeit und die Gemeinschaft stören. Die Befürworter sahen hingegen neben dem Hygieneaspekt eher eine Verbesserung des Gemeinschaftsgefühls, da jedes Gemeindemitglied ohne Sorge am Abendmahl teilnehmen könne.

„Maßregel zum Schutz des Segens am Tische des Herrn“

Auch in der evangelischen Gemeinde Köln wurde sich im Jahr 1904 ausführlich mit diesen Diskussionen auseinandergesetzt. Als Anschauungsobjekt diente dem Presbyterium die evangelische Gemeinde in Bergisch Gladbach. Diese hatte bereits das Abendmahl mit Einzelkelch eingeführt und ließ dem Presbyterium der evangelischen Gemeinde Köln einen Bericht zu kommen. Darin heißt es „Der Einzelkelch beseitigt daher alle Gefühle des Unbehagens, Widerwillens und Ekels, die bei dem Gebrauch des gemeinsamen Kelches sehr leicht entstehen und allen Segen des Abendmahls hinwegnehmen können. Der Gebrauch von Einzelkelchen ist also auch eine Maßregel zum Schutz des Segens am Tische des Herrn.“

Die Bedeutung des Abendmahls als Gedächtnismahl an Jesus Christus werde durch die neue Praxis nicht geschmälert. Eine Entscheidung fällte das Presbyterium jedoch erst im Jahr 1910. Das Presbyterium und die größere Gemeindevertretung entschlossen die Einführung des Einzelkelchs unter Berücksichtigung folgender Punkte: 1. die Abendmahlsfeier mit Einzelkelch sollte zunächst nur in Nebengottesdiensten stattfinden. Bestimmt wurden dafür die Gottesdienste zum Totenfest (Totensonntag), am Mittwochabend in der Passionszeit, am Gründonnerstagabend und an einem Sonntagabend in der Mitte der festlosen Zeit des Kirchenjahres. 2. Privatkelche wurden nicht zugelassen und 3.

Die Teilnehmenden sollten sich an einen genauen Ablaufplan halten, der im Vorfeld festgelegt wurde. Der erste Abendmahlsgottesdienst mit Einzelkelch fand in der Christuskirche am 20.11.1910 statt. 110 Teilnehmenden wurden dabei gezählt.

Text: Stefanie Sternemann
Foto(s): Stefanie Sternemann

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