Christliche Wohngemeinschaft auf dem Campus Kartause: Thema „Reparierbar“ in der Melanchthon-Akademie

Reparierbar? Das ist das Thema, das sich durch das Programmheft der Melanchthon-Akademie im ersten Halbjahr 2026 zieht. Das Wort ist sehr konkret, handwerklich.  Ich kann mein Fahrrad reparieren, kleine Dinge zu Hause, schon beim Toaster wird es schwierig, von einem Auto ganz zu schweigen. Funktioniert das Reparieren auch im übertragenen Sinn? Kann ich die Welt reparieren? Oder menschliche Beziehungen, oder gar meine Beziehung zum Göttlichen?

Spirituelle Bewegungen sind genau dieser Versuch.

Drei Beispiele:

1.

Das alte und auch das neue Gebäude der Melanchthon-Akademie steht auf dem alten Klostergelände des Kartäuser Ordens, der im 14. Jahrhundert erkannte, dass Kontemplation nicht nur in einsamen Gebirgsgegenden wichtig ist, sondern besonders mitten in der Stadt. So kam es im 14.und 15. Jahrhundert zur Gründung von Stadtkartausen, wie hier in Köln. Ein Beitrag etwas zu reparieren? Vielleicht, bemerkenswert ist auf jeden Fall: Kirche ist nicht nur traditionell, Kirche ist der nächste Schritt.

2.

Im September 2025 führte eine Studienreise der Akademie nach Iona, Schottland. (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community) Die Iona-Community ist eine ökumenische, weltweit zerstreut lebende Gemeinschaft von Menschen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Ihr Zentrum haben sie in der alten Benediktiner-Abtei auf der Insel Iona, der Iona-Abbey. Alle Menschen, die dorthin kommen, bilden die Gemeinschaft und erleben Gemeinschaft auf Zeit in ihrer schönsten Form. Es ist das erklärtes Ziel der Community of Iona, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen. Ich übersetze das so: die Welt ein Stückchen zu reparieren.

Wir machen sie das? Ihre herausfordernde These heißt: nur in und mit Gemeinschaft können wir einen Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit leisten. Gemeinschaft/Beziehung ist ihr Werkzeug zur Reparatur.

Wie geht das konkret? Mit einer einladend, gastfreundlichen Haltung voller Respekt.

Wie sieht das aus? Im alten Refektorium sitzen während der Mahlzeiten immer 10 Menschen auf Bänken am langen Tisch. Ein Platz ist der „Head of the table“. Für diese Mahlzeit ist es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle eine angenehme Mahlzeit haben. Er achtet darauf, dass die Wasserkaraffen gefüllt sind, genug Brot auf dem Tisch steht, holt die Suppentassen und räumt am Ende den Tisch mit ab. Alle anderen dürfen ihre Mahlzeit einfach genießen. Sie wissen, bei einer der nächsten Mahlzeiten bin ich dran, denn diese Aufgabe wechselt durch.

Gelingende Gemeinschaft braucht respektvolle Kommunikation. Das ist ein Herzstück der Arbeit auf Iona. Respektvolle Kommunikation untereinander, mit der Mitwelt und der Ewigen. Auf Iona sind sich alle klar, dass sich unsere Sprache verändert und es Worte gibt, die nicht mehr für jede/n passen. Sie laden dazu ein, solche Worte zu ändern, tun dies auch selbst. Immer mit Respekt. Die Sprache in den Gottesdiensten ist mitten in der Welt von heute verankert, klar, schlicht und voller Schönheit. Für Jede/n ist ein Wort dabei, das berührt, Gottes Wirklichkeit transparent werden lässt. Ein Wort, das ermutigt diese Haltung, diese Erfahrung nach zu Hause zu tragen, in das eigene Leben.

3.

Diese Ermutigung trägt das Wohnprojekt: Gemeinsam leben – Wohnprojekt im Campus Kartause. Dort können ab Januar 2027 Menschen im Geist der Community of Iona kommunitär zusammen leben.

Hier finden Sie die Ausschreibung:

In der Südstadt von Köln entsteht auf dem Gelände der „Kartause“, des ehemaligen Kartäuserklosters, heute Sitz der Evangelischen Kirche in Köln und einer lebendigen Gemeinde, ein großer Campus – ein Haus der Bildung für Menschen in der langen Spanne des Erwachsenenseins, dazu Wohnraum für Studierende, für Menschen mit und ohne Einschränkungen und vieles mehr. (Home – Campus Kartause)

Es entsteht Raum für gemeinsames Leben, in aller Individualität und persönlichen Freiheit.

Inspiriert von der Vision der ökumenischen Community of Iona (Welcome to the Iona Community – A Christian ecumenical community), und in der Überzeugung, dass Gemeinschaft verändernde Kraft hat, starten wir ein Wohnprojekt, das Anfang 2027 bezugsfertig ist.

Das wollen wir teilen:

  • Wir teilen unsere Sehnsucht nach einer gerechten und friedvollen Welt, in der das Leben für alle Geschöpfe blühen kann.
  • Wir teilen Gemeinschaft, die sich als ein offener Prozess versteht.
  • Wir teilen geistliches Leben, dessen Formen sich in unserer Gemeinschaft entwickeln werden.

Wir vertrauen dabei auf die verändernde Kraft einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht, im Hören, Sprechen und Teilen.

Es gibt 9 Appartements und gemeinschaftliche Räume wie Küche und Essbereich.
Die Appartements haben eine Größe von 59 bis 83 qm incl. der Anteile an den Gemeinschaftsflächen. Der Mietpreis pro qm beträgt voraussichtlich 18,-€ ohne Nebenkosten.
Wir erwarten, dass sich Interessierte zumindest für einen Zeitraum von drei Jahren zu einem Zusammenleben mit der Gruppe verpflichten.

Wenn Sie/Dich das interessiert, können hier Fragen gestellt oder eine Interessensbekundung abgeben werden: rinecker@melanchthon-akademie.de

Text: Anje Rinecker
Foto(s): Archiv

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Barbara Mulack: Abschied nach über drei Jahrzehnten Kirchenmusik in Rodenkirchen

Mit einem letzten Orgelspiel an Weihnachten und zum Altjahrsabend 2025 endete eine Ära in der Erlöserkirche Rodenkirchen: Barbara Mulack, über drei Jahrzehnte lang das musikalische Gesicht der Gemeinde, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Seit 1992 prägte sie als Kantorin mit Engagement, Innovationskraft und feinem Gespür für liturgische wie konzertante Musik das geistliche und kulturelle Leben im Kölner Süden – nun übergibt sie die Verantwortung, bleibt der Musik jedoch verbunden.

Engagement mit Klang – Musik in Gottesdienst und Konzert

50 Jahre Erlöserkirche in Köln Rodenkirchen 2017. Die Kantorei Rodenkirchen, Solisten und das Orchester Rodenkirchener Barock unter Leitung der Kantorin Barbara Mulack (rechts)

Barbara Mulack trat ihre Stelle im Oktober 1992 an und war bis zuletzt regelmäßig an der Orgel der Erlöserkirche zu hören – auch an Weihnachten und zum Altjahrsabend 2025. Bereits am 1. Advent wurde sie in einem festlichen Singegottesdienst verabschiedet. Pfarrer Michael Miehe würdigte ihr großes Engagement und ihre Beharrlichkeit. Mulack blickt dankbar auf ihre Zeit in Rodenkirchen zurück. Sie habe große Freiheiten in der musikalischen Gestaltung erlebt – in Gottesdiensten ebenso wie in der Konzertplanung. Die Kantatengottesdienste in Zusammenarbeit mit der Kantorei Rodenkirchen und dem Orchester Rodenkirchener Barock seien ihr besonders wichtig gewesen. Hinzu kamen zahlreiche Konzerte im Gemeindesaal, darunter auch Werke der Romantik und Moderne.

Auch neue Chöre entstanden unter ihrer Leitung: ein Jugendchor, ein Gospelchor sowie ein Seniorenchor. Besonders hervor hebt sie die Zusammenarbeit mit der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinschaftsgrundschule (heute EMAnuel-Schule), an der sie viele Jahre den Kinderchor leitete – eingebunden in den schulischen Alltag und getragen von einem engagierten Team.

Impulsgeberin im Kirchenkreis Köln-Süd

Auch über Rodenkirchen hinaus war Barbara Mulack aktiv. Von 2009 bis 2024 wirkte sie als Kreiskantorin im Kirchenkreis Köln-Süd. Hier setzte sie sich für stabile Strukturen in der Kirchenmusik ein – etwa durch Beratung von Gemeinden und die Wiederbesetzung offener Stellen. 2010 startete unter ihrer Mitwirkung die gemeinsame C-Ausbildung in der Region Köln/Bonn/Rhein-Sieg. Nachhaltige Impulse setzte sie auch in der musikalischen Bildungsarbeit: Der „Orgelemporentag“ machte das Instrument generationsübergreifend erlebbar, es folgten Orgelfahrten und Kinder-Aktionstage rund um das Organetto. Besonders am Herzen lag ihr das Projekt „Kinder- und Jugendchor im Fokus“ mit einer jährlich stattfindenden Herbstsingwoche für den gesamten Kirchenkreis.

Verbundenheit bleibt – trotz Ruhestand

2017 nach dem Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Erlöserkirche in Köln-Rodenkirchen: Pfarrer Michael Miehe, Kantorin Barbara Mulack und Bernhard Seiger, damals Superintendent.

Auch nach dem offiziellen Ruhestand bleibt Barbara Mulack der Musik verbunden: Bis zur Erstellung eines neuen kirchenmusikalischen Profils für die fusionierte Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rodenkirchen (aus Rodenkirchen, Rondorf und Sürth/Weiß) wird sie die Kantorei Rodenkirchen weiterhin leiten – ein Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit mit der Gemeinde und ihrer Musik.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Ein Loblied auf das Ehrenamt: Ökumenischer Gottesdienst für alle Karnevalisten im Dom mit Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

Stadtdechant Robert Kleine bei der Segnung der Kerze des Kinderdreigestirns

Einmal im Jahr darf der Stadtdechant den Festkomitee-Präsidenten „nass machen“. Mit unverhohlener Freude sorgte Robert Kleine bei der Segnung der Kerze des Kinderdreigestirns dafür, dass Christoph Kuckelkorn – in seiner letzten Session als Präsident – ein paar Spritzer abbekam. Gemeinsam mit Kleine leitete Stadtsuperintendent Bernhard Seiger den ökumenischen Gottesdienst für Karnevalisten im Kölner Dom. Eindrucksvoll war der Einzug der Plaggen, deren Träger:innen sich hinter dem Altar versammelten. Viele Gesellschaften hatten Vertreter:innen geschickt, auch das Dreigestirn, das Kinderdreigestirn und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester waren dabei.

„Mer dunn et för Kölle“ – und das mit Sinn

Das Sessionsmotto zog sich wie ein roter Faden durch die Feier. Seiger erinnerte daran, dass Ehrenamt weite Horizonte eröffnet: „Im Ehrenamt dienen wir einer Aufgabe, die größer ist als wir selbst.“ Er dankte dem Festkomitee und allen Engagierten, insbesondere Kuckelkorn für neun Jahre Präsidentschaft – auch unter schweren Bedingungen, etwa der pandemiebedingten Absage des Rosenmontagszugs oder der Organisation der Friedensdemo 2022. Die Motivation, so Seiger, sei oft die Liebe zur Stadt – auch zu ihren Schattenseiten: „Viele Baustellen, Unfertiges – und der FC ist auch nicht immer auf der Siegerstraße.“ Ehrenamtliche in Karneval, Politik, Sport, Verwaltung oder Feuerwehr würden dazu beitragen, dass Köln lebenswert bleibe. Und: „Wenn ich viel schenke, ist die Chance groß, dass mir auch etwas geschenkt wird.“

Tradition mit einem Augenzwinkern

Kinderdreigestirn und designiertes Dreigestirn (Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne) gemeinsam im ökumenischen Gottesdienst für Karnevalisten und Karnevalistinnen im Kölner Dom

Kleine bezeichnete den Fastelovend als festen Bestandteil der Stadtkultur – getragen von unzähligen freiwillig Engagierten. Er zitierte den ersten Korintherbrief: „Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, so sind wir alle durch den einen Geist zu einem Leib geworden.“ Das Ehrenamt im Karneval sei ein lebendiges Bild dafür. Auch wenn nicht jeder im Rampenlicht stehe, seien alle wichtig. Lieder wie „Spring“ von Brings oder „En unserm Veedel“ spiegelten das Miteinander in Köln wider. „Jesus ging dorthin, wo die Menschen lebten. Und auch der Karneval lebt im Veedel – getragen von Ehrenamtlichen.“ Das Lied „Mir sin eins“ von Kasalla erinnere daran, dass Köln aus Menschen bestehe – nicht aus Steinen. Kleine betonte: „Nicht Leistung macht uns wertvoll, sondern dass wir Teil der Gemeinschaft sind. Im Ehrenamt zeigt sich das ganz deutlich: Jede helfende Hand zählt.“

Köln lebt vom Mitmachen

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger betonte in seiner Predigt die Bedeutung des Ehrenamts für das gesellschaftliche Miteinander in Köln

Seiger und Kleine erinnerten abschließend daran, wie sehr das soziale Leben Kölns vom Engagement vieler getragen werde – ob im Karneval, in Gemeinden oder in Nachbarschaften. Das Ehrenamt sei keine Pflicht, sondern Ausdruck von Gemeinschaft, Verantwortung und Liebe zur Stadt.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Magazin des Jugendreferats heißt jetzt „Impuls“: Interview mit Juref-Leiter Daniel Drewes

Aus dem „Jupf Info“ wird jetzt „Impuls“: Das Magazin des Evangelischen Jugendreferats Köln und Region hat mit dem neuen Namen auch ein klares Profil – kurz, klar, relevant für die Praxis. Der neue Titel knüpft an den Namenswechsel vom Jugendpfarramt zum Jugendreferat an. „Impuls“ erscheint drei Mal im Jahr und informiert über Themen, Veranstaltungen und Ideen aus der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in Köln und Region. Gemeinden können eigene Beiträge einreichen.

Wir haben mit Daniel Drewes, Leiter des Evangelischen Jugendreferates Köln und Region, gesprochen:

Warum heißt das Magazin jetzt „Impuls“ – was steckt hinter dem neuen Namen?

Daniel Drewes: Mit den immer unterschiedlichen Schwerpunkten, die von den Referentinnen aufgearbeitet werden, möchten wir Impulse in die Kinder und Jugendarbeit in den Gemeinden senden, sich mit bestimmten Themen tiefer auseinander zu setzen. Dadurch, dass wir die Themen nun deutlich mehr aufarbeiten, haben wir die Zeit des „ Infos“ hinter uns gelassen und setzen Impulse.

Wie profitieren Pfarrpersonen, Jugendleitenden und weitere Menschen aus der Kinder- und Jugendarbeit in Köln und Region ganz konkret von dem Magazin?

Daniel Drewes: Wir freuen uns den Lesenden, die zu großen Teilen aus Pfarrpersonal, Jugendleitenden und anderen interessierten Personen bestehen, dreimal im Jahr Schwerpunktthemen inhaltlich so aufzuarbeiten, dass sie sowohl eine inhaltliche Dimension als auch praktische Impulse für die Arbeit vor Ort beinhalten.

Wie können Gemeinden eigene Beiträge einreichen – und welche Themen wünschen Sie sich besonders?

Daniel Drewes: Wir freuen uns immer, wenn wir Projekte und Beiträge aus den Gemeinden zugeschickt bekommen und diese im Heft abbilden können. Auf der letzten Seite eines jeden Heftes steht der Redaktionsschluss sowie das Schwerpunktthema des folgenden Heftes. Auskunft erteilt hierbei immer unsere Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Claudia Klein-Adorf (claudia.klein-adorf@ekir.de, Telefon 0173 7369326).

Hier finden Sie das neue Magazin: juref.evangelische-jugend.koeln/info

Text: APK
Foto(s): Archiv/Collage: APK

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„Menschenrechte stark machen! Menschenrechte machen stark!“: Interview mit MAK-Kooperationspartnerin Maike Nadar

Maike Nadar ist Expertin im Bereich Kinder- und Menschenrechte. Seit mehreren Jahren ist sie enge Kooperationspartnerin der Melanchthon-Akademie in diesem Themenfeld. Dr. Stefan Hößl, Studienleiter bei der Melanchthon-Akademie, führte ein Gespräch mit ihr:

Maike, seit Langem arbeitest Du mit der MAK zusammen im Themenfeld „Menschenrechte“. Zusammen haben wir z. B. einen Fachtag zur Kritik des Antisemitismus gestaltet und im Rahmen der Reihe „Liebe ist politisch!“ hast Du ein menschenrechtlich fundiertes Plädoyer für den Respekt vor unterschiedlichen Formen der Liebe formuliert hast. Viele Menschen aus dem Akademie-Umfeld kennen Dich insofern schon. Für die anderen: Bitte stelle Dich kurz vor.

Maike Nadar: Ich bin Sozialarbeiterin. Seit 2024 baue ich – zusammen mit Anna Bahr – an der Universität Rostock das Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz auf. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Kinder und Jugendliche als Rechtssubjekte und Gestalter*innen unserer Gesellschaft. Wir setzen uns dafür ein, die Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft bekannter zu machen und umzusetzen.

Auf Menschenrechte wird immer wieder Bezug genommen. Um was genau geht es da?

Maike Nadar: Menschenrechte sind Rechte, die allen Menschen gleichermaßen allein aufgrund ihres Menschseins zustehen und in der Würde eines jeden Menschen gründen. Wie in der UN-Behindertenrechtskonvention beschrieben, muss es allen Menschen ermöglicht werden, ein Bewusstsein ihrer Menschenwürde zu entwickeln.

Wenn Du auf die aktuellen Entwicklungen blickst – wie nimmst Du diese wahr?

Maike Nadar: Ich ziehe eine sehr nüchterne Bilanz. Es steht sehr ernst um Menschenrechte, Freiheit und Demokratie! Menschenrechte waren nie auch nur halbwegs verwirklicht, aktuell befinden sie sich in einer fundamentalen Krise. Mit Rückschlägen musste immer gerechnet werden. Die Idee der Menschenrechte wurde in der Vergangenheit von einem Glauben an eine langsame, aber stetig positive Entwicklung getragen. Dieser Rückenwind scheint aktuell auszubleiben, wie Heiner Bielefeldt, der von 2010 bis 2016 Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats war, attestiert.

… trotzdem sollte an der Idee der Menschrechte unbedingt festgehalten werden…

Maike Nadar: Ja klar. Es gibt gute Gründe für mehr menschenrechtliches Selbstbewusstsein! Denn Menschenrechte sind plausibel und haben Überzeugungskraft. Wir müssen Menschenrechte ernst nehmen, denn menschenrechtliche Verträge sind mehr als politische Ziele oder ethische Leitlinien. Sie sind in Deutschland bindendes Recht. Menschenrechte leben von Menschen, die von ihrem Sinn überzeugt und bereit sind, politisch dafür einzustehen und deren Plausibilität immer wieder argumentativ darzulegen, gegen Angriffe, Missverständnisse, Verdrehungen und Einwände zu verteidigen. Menschenrechte stellen, mit Waltraut Kerber-Ganse gesprochen, eine Vision und einen Maßstab dar, der schon heute gilt und „der im Hier und Jetzt“ umzusetzen ist. Es geht bei Menschenrechten um Standards, die neben der juristischen und ethischen auch eine politische Dimension besitzen, aus denen gesellschaftliche Konsequenzen resultieren, die nicht vergessen werden dürfen. In der Quintessenz bedeutet das: Menschenrechte machen stark, aber wir müssen uns immer wieder auch für sie stark machen!

Fachtag Menschenrechte. Jetzt erst RECHT!

Mit Prof. Dr. Janieta Bartz,
Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt,
Prof. Dr. Christoph Gille,
Saloua Mohammed,
Maike Nadar &
Prof. Dr. Joachim Söder.

Mi, 29.04. 12-20 (10 UStd)

Dieser Kurs kostet 10 Euro

Nr. 2129H

Haus der Ev. Kirche, Kartäusergasse 9-11

Text: Stefan Hößl
Foto(s): Maike Nadar

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Ordination von Andreas Helmer – Beauftragt zum Verkündigungsdienst

„Andreas Helmer ist seit ewigen Zeiten in unserer Gemeinde aktiv. Zum Beispiel als Finanzkirchmeister. Als ich hier Pfarrer wurde, war er schon da“, sagte Jörg Wolke zur Begrüßung der Gäste im Gottesdienst in der Erlöserkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Höhenberg-Vingst.

Langjähriges Engagement wird sichtbar: Andreas Helmer, ehemals Finanzkirchmeister, übernimmt als frisch ordinierter Prädikant Verantwortung in der Verkündigung.

Superintendent Torsten Krall war gekommen, um Andreas Helmer als Prädikant zu ordinieren. Krall zitierte den Konfirmationsspruch des Prädikanten: „Wie Wasser, das man aus der Tiefe schöpft, sind Worte eines klugen Menschen.“ „Ich wäre auch gern klug“, setzte der Superintendent fort, der auch gern Worte finden würde wie klares, kühles Wasser, „Worte, die Sehnsucht stillen“. Weisheit beginne mit der Ehrfurcht vor dem Herrn. Klugheit bedeute, darauf zu hören, was Gott einem sage. Es gelte, aufmerksam zu sein auf das, was von oben komme, und auf das, was die Menschen bewege, die einem seien.

„Andreas Helmer wird ordiniert auf das, was Menschen vorher bekannt haben: die Barmer Erklärung.“ In der hätten sich die Unterzeichner verpflichtet, auf Jesus Christus zu hören und auf das, was die Menschen wirklich brauchen. „Wir trauen dir zu, ein kluger Mensch zu sein, und möchten dich beauftragen, das Wort Gottes in dieser Zeit zu verkünden“, wandte sich Krall direkt an Andreas Helmer. „Wir brauchen als Gemeinschaft kluge Menschen. Avuch solche, die einen Talar tragen. Am Ende muss die Gemeinschaft garantieren, dass du auf sie zählen kannst. Dass die Gemeinschaft sagt: So haben wir es gewollt.“ Krall hatte auch Empfehlungen für Helmer mitgebracht: „Suche die Rückmeldung, die deine Gemeinde dir gibt. Tritt vor Gott und allen Menschen ein für die, die deine Unterstützung brauchen.“

Predigt mit persönlicher Note

Nach der offiziellen Ordination predigte der neue Prädikant über Lukas 6,27–38 und sorgte mit seinem ersten Satz für einen Lacher in der Gemeinde: „Endlich komme ich auch mal zu Wort.“ Helmer erinnerte an seine Ausbildung mit seinem Mentor Jörg Wolke. Ausbildung sei der falsche Begriff, es heiße ja „Zurüstung“. „Irgendwann kam der Moment, in dem ich dachte, ich muss ja gar nicht alles wissen, ich kann ja auch mal was glauben.“

Feindesliebe und Vergebung als praktisches Glaubenszeugnis

Gemeinde und Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen feiern die Ordination von Andreas Helmer.

Das zentrale Wort in Lukas 6,27–38 sei die Feindesliebe. Es gehe um bedingungslose Vergebung und großzügiges Geben. Lukas fordere dazu auf, die Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die einen hassen, und für die zu beten, die einen verfluchen, die sie verfluchen, die andere Wange hinzuhalten und nicht zu richten, um selbst nicht gerichtet zu werden. Denn mit dem Maß, mit dem man gebe, werde einem gegeben.

Und wie verwirklicht Helmer das ganz praktisch? „Wenn mich jemand hasst, frage ich mich als Erstes: Habe ich ihm was getan? Kommt er mit meiner Art nicht klar? Könnte ein klärendes Gespräch helfen?“ Aber auch noch die andere Backe hinhalten? Ignoranz, Mobbing, Schläge – manche ließen sich das gefallen. Anderen mit Worten den Wind aus den Segeln zu nehmen, sei schwierig. Daher: „Erkenne früh, wenn sich ein Streit anbahnt. Bemühe dich um Deeskalation. Das ist nicht immer einfach, wenn auf beiden Seiten der Blutdruck steigt. Vielleicht löst man einen Streit besser am nächsten Tag. Oder man geht ihm aus dem Weg, wenn man ihn nicht lösen kann.“ Denn: „Wie oft ärgert sich Gott, dass wir Menschen nicht nach seinen Regeln spielen? Seid barmherzig. Vergebt, so wird auch euch vergeben.“

Drei Fragen an Andreas Helmer:

Wie lange sind Sie schon in der Gemeinde tätig?

Andreas Helmer: Ich bin seit der Taufe meiner Tochter im Jahre 1992 in meiner Gemeinde Vingst-Neubrück-Höhenberg ehrenamtlich tätig. Angefangen hat es mit der Mitarbeit im Kindergottesdienst. Ich wollte meine Tochter dort abgeben und die Leiterin fragte mich, ob ich auch Lust hätte, mitzuarbeiten. Also bin ich dabeigeblieben und habe letztlich gut acht Jahre im Kindergottesdienst mitgearbeitet. So fand ich einen Zugang zu meiner Gemeinde. Wir haben auch an den Gemeindefesten teilgenommen und für mich begann die Kirche, eine Glaubensheimat zu werden. Im Jahre 2000 wurde ich dann gefragt, ob ich mich zur Wahl für das Presbyterium stellen würde. Seitdem bin ich nun Mitglied im Presbyterium und habe mich mit der Gemeindearbeit befasst. Ich habe in vielen Gremien mitgearbeitet und auch schon bald das Amt des Finanzkirchmeisters übernommen, welches ich bis heute innehabe.

Was motiviert Sie für das Prädikantenamt?

Andreas Helmer: Ich habe mich oft gefragt, ob ich denn an Gott glaube. Und auch Bekannte haben mich dies gefragt. Ich war mir oft nicht sicher und habe erstmal ja gesagt. Im Laufe der Zeit habe ich mich mehr damit befasst. Ich begann, Lesungen im Gottesdienst zu halten und habe mich oft auch mit den Hintergründen befasst. Ich habe viele Predigten gehört und festgestellt, dass die Lehre Jesu für mich ein wichtiger Punkt im Leben ist. Ich möchte mehr davon erfahren und verstehen und meine Mitmenschen davon überzeugen. Der Zufall wollte es, dass ich bereits zweimal einen Gottesdienst halten durfte, weil kein Pfarrer oder Prädikant verfügbar war. Bei der Vorbereitung der Predigten befasste ich mich mit Predigttexten. Natürlich anders als ein Pfarrer oder eine Pfarrerin, denn mir fehlt dazu der theologische Hintergrund.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Andreas Helmer: Ich sehe meine Aufgabe als Prädikant darin, den Text in der Bibel mit meiner weltlichen Erfahrung anzureichern und ein positives Fazit daraus zu ziehen. Und dies möchte ich den Menschen, für die ich dann predige, weitergeben. Ich möchte ihnen die Lehre Jesu verständlich machen und Ihnen etwas mit auf den Weg geben. Ich mache auch gerne kölsche Gottesdienste. Ich möchte viel ausprobieren, um meine Gemeinde zu erfreuen.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Kultur in der Trinitatiskirche: Sinnstiftung in schwierigen Zeiten

In der aktuellen gesellschaftlichen Unruhe wirkt die Trinitatiskirche wie ein Kontrapunkt: musikalisch, offen, spirituell – und voller Leben. Das Jahresprogramm 2026 zeigt, wie Kirche heute klingen kann. 161 Veranstaltungen, 31.000 Gäste und ein inhaltlicher Schwerpunkt, der weit über klassische Kirchenmusik hinausgeht: Mit Orgelkunst, Mitsingprojekten, geistlichen Impulsen und internationalen Kooperationen schafft die Trinitatiskirche Räume für Begegnung und Sinn. Zugleich begleitet das Programm die Fusion der drei linksrheinischen Kirchenkreise – musikalisch akzentuiert durch ein großes Mitsingkonzert im Mai.

Auf 78 Seiten bietet das neue Jahresprogramm einen Überblick über Konzerte, Gottesdienste, Lesungen, Kirchenführungen und besondere Formate wie „Orgel plus“ oder den Internationalen Orgelimprovisationswettbewerb. Es liegt unter anderem in der Trinitatiskirche, im Domforum und in der Touristinformation der Stadt Köln aus und ist online abrufbar unter www.trinitatiskirche-koeln.de.

Vielfältiges Jahresprogramm mit Orgel, Konzerten und Gottesdiensten

„Die aktuelle Konzertsaison ist seit 2010 die siebzehnte, die wir in der Trinitatiskirche veranstalten“, sagt Wolf-Rüdiger Spieler, der seit 2009 das Programm kuratiert, zusammenstellt und sich auch um alle organisatorischen Belange der Trinitatiskirche kümmert. „Diese umfangreiche Arbeit ist natürlich nicht allein zu leisten. Vielmehr werde ich von der Verwaltung des Evangelischen Kirchenverbandes, vom Arbeitskreis Trinitatiskirche, von der Evangelischen Pressestelle und nicht zuletzt vom Personal vor Ort unterstützt“, sagt Spieler. Dass sich dieses langjährige kirchliche Engagement lohnt, zeigen auch die steigenden Veranstaltungs- und Besucherzahlen in der Trinitatiskirche.

Bernhard Seiger, der sich als Stadtsuperintendent auch intensiv für die Trinitatiskirche engagiert, sagt zu den Beweggründen dafür, die Trinitatiskirche als größte Kulturkirche Kölns zu nutzen: „Unser Anliegen ist es, in einer Zeit der Umbrüche, Unwägbarkeiten, Konflikte und Unsicherheit durch die Verbindung von Kultur und Kirche Orientierung, Erbauung und Sinnstiftung zu vermitteln.“

Gleich im Januar startet das Kulturprogramm mit viel Orgelmusik. Am 10. Januar lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region zunächst zu einer Orgelvesper ein. An den drei Donnerstagen danach, am 15., 22. und 29. Januar, gibt es dann jeweils um 19.30 Uhr ein Orgelkonzert. Unter dem Titel „Orgel plus“ präsentiert sich die Königin der Instrumente in Kombination mit Blechbläsern, Klavier und Gesang. „Danach wird es an jedem letzten Donnerstag eines Monats Orgelkonzerte mit interessanten Solistinnen und Solisten aus dem In- und Ausland geben. Alles bei freiem Eintritt“, sagt Spieler.

Verschiedene besondere Gottesdienste werden 2026 das Jahresprogramm bereichern: Die Feier der Osternacht mit Bach-Kantate am Karsamstag, 4. April, die zentrale Reformationsfeier am 31. Oktober und die elf Orgelvespern an Samstagabenden sind wichtige und wiederkehrende Bausteine des Jahresprogramms. Seit vielen Jahren veranstalten auch Gäste und Kooperationspartner Konzerte in der Trinitatiskirche. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger dazu: „Ein Dank geht an unsere zahlreichen Kooperationspartner, die seit Jahren unser Programm bereichern, und so freuen wir uns auf hervorragende Chöre und Orchester, den WDR, das Gürzenich-Orchester, das Forum Alte Musik, die Universität zu Köln oder die Kölner Musikhochschule.“

Kulturkirche mit wachsender Resonanz und starker Vernetzung

Auch die jüngst erfolgte Fusion der drei Kirchenkreise bildet sich im Programm der Trinitatiskirche ab: Am 30. Mai findet anlässlich der Gründung des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch ein „Feierliches Mitsingkonzert“ mit Chören, Bläsern, einer Band und Instrumentalisten statt, und am 20. September führt die Kreiskantorei Köln-Linksrheinisch das „Leid von der Glocke“ von Andreas Romberg auf. Ein weiterer Höhepunkt wird der Internationale Orgelimprovisationswettbewerb sein, den der Evangelische Kirchenverband Köln und Region seit 2019 jeweils im September veranstaltet. Hier wird besonders zum Finale am 24. September, 18 Uhr, eingeladen, wenn internationale junge Künstlerinnen und Künstler ihr Können präsentieren und das Publikum per Abstimmung einen Publikumspreis verleihen kann.

Neue Impulse durch Kirchenkreisfusion und Sonderformate

Über die gottesdienstlichen und konzertanten Formate hinaus beteiligt sich der Kirchenverband auch an der Langen Nacht der Kirchen (6. März) mit Lesungen und Orgelmusik sowie am Tag des offenen Denkmals (7. und 8. September). Abgerundet wird das Programm durch sieben kostenfreie Kirchenführungen mit Orgelmusik sonntagsmorgens um 12 Uhr. „Hier sind auch spontane Besucherinnen und Besucher willkommen – man kann einfach vorbeikommen und es braucht keine Anmeldung“, so Spieler.

Das nun veröffentlichte Programm wird im Lauf des Jahres stets weiter ergänzt und steht tagesaktuell auf der Internetseite der Trinitatiskirche. Die Trinitatiskirche wird auch 2026 ein offenes Haus für Kirchen- und Kulturinteressierte sein. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger: „Wir heißen Sie stets herzlich willkommen in der Trinitatiskirche.“

Text: WRS/APK
Foto(s): WRS

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Unsere Wochentipps: Irish Folk, Benefizkonzert für Indien und Lesung mit Tilman Röhrig

Ob Lesung, Benefizkonzert oder Live-Musik: Die Wochentipps bieten wieder ein abwechslungsreiches Programm in und um Köln. Am Freitag liest Tilman Röhrig in der Kulturkirche Hürth aus seinem Roman „Und ohne Tabu explodiert die Welt“, am Samstag bringen die Smart Fools mit ihrem Benefizkonzert in der Andreaskirche Schildgen Groovin’ Rock für ein Hilfsprojekt in Indien auf die Bühne. Am Sonntag wird in der Friedenskirche der stellvertretende Synodalälteste Hans Pfau in sein Amt eingeführt – bevor der Tag musikalisch weitergeht: mit Jazz und Swing von „Krause on the Road“ in der Auferstehungskirche Bocklemünd und Irish Folk mit Fragile Matt in der Kartäuserkirche.

Lesung mit Tilman Röhrig: „Und ohne Tabu explodiert die Welt“

Tilman Röhrig, Autor des Romans „Und ohne Tabu explodiert die Welt“, ist am Freitag, 9. Januar, 19 Uhr, in der Kulturkirche Hürth, Am Hofacker 41, zu Gast. In der Evangelischen Kirchengemeinde Hürth präsentiert der Schriftsteller seine historische Romanbiografie über das Leben von Erich Kästner. Die Teilnahme kostet 13 Euro, der Vorverkauf erfolgt online über cih.digital/roehrig.
www.evangelisch-in-huerth.de

„Smart Fools“ – Benefizkonzert für Chettunnapadu

Mit einem Benefizkonzert zugunsten des indischen Dorfes Chettunnapadu sind die „Smart Fools“ am Samstag, 10. Januar, 19.30 Uhr, in der Krypta der Andreaskirche, Schüllenbusch 2, zu Gast. Die Band präsentiert Groovin’ Rock und weitere Stilrichtungen und verbindet musikalische Energie mit dem Engagement für ein internationales Hilfsprojekt. Veranstaltet wird der Abend vom Verein Human Care & Education in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen. Der Erlös unterstützt Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Chettunnapadu, hauptsächlich im Bereich der Wasserversorgung. Eine Online-Voranmeldung erleichtert die Vorbereitung und hat Vorrang beim Einlass. Der Eintritt ist frei, Spenden sind ausdrücklich erwünscht.
www.andreaskirche-schildgen.de

Einführung des stellvertretenden Synodalältesten Hans Pfau

Im Gottesdienst am Sonntag, 11. Januar, 10 Uhr, in der Friedenskirche, Kastanienweg 8, wird der neu gewählte stellvertretende Synodalälteste Hans Pfau von Pfarrerin Kerstin Herrenbrück, Superintendentin und Pfarrer Torsten Krall, Superintendent, in sein Amt eingeführt. Mit der Einführung übernimmt Hans Pfau offiziell seine Aufgabe im Kreissynodalvorstand und wirkt künftig an der Leitung des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch mit.
www.kirche-rechtsrheinisch.de

Jazz- und Swingkonzert mit „Krause on the Road“

Die Band „Krause on the Road“ ist am Sonntag, 11. Januar, 16 Uhr, in der Auferstehungskirche Bocklemünd, Görlinger Zentrum 39, zu Gast. Bekannt aus Papa Joe’s Jazzlokal „Em Streckstrump“, bringen Johannes Krause, Hans-Günther Adam, Thomas Falke und Uli Schmidt ein buntes Programm auf die Bühne: alte Jazzklassiker, Kölsches, Rock ’n’ Roll, Blues und auch den einen oder anderen Schlager. Mit Spielfreude und augenzwinkernder Leichtigkeit laden sie das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln ein. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Das Konzert-Café in der Auferstehungskirche öffnet eine Stunde vor Beginn des Konzerts.
www.evangelisch-ehrenfeld.de

Irish Folk mit Fragile Matt

Mit einem Konzert der Irish-Folk-Band Fragile Matt steht am Sonntag, 11. Januar, 18 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, ein Abend ganz im Zeichen traditioneller irischer und schottischer Musik auf dem Programm. Fragile Matt, gegründet 2008 im irischen Doolin, verbindet fetzige Jigs und Reels mit mehrstimmigem Gesang und einem authentischen Klang, der Irish Folk als gelebtes Lebensgefühl erfahrbar macht. Katja an der Bodhrán, Andrea mit Gesang und Gitarre sowie David Hutchinson mit Gesang und Bouzouki prägen den charakteristischen Sound der Band, die seit vielen Jahren auf Bühnen in Irland, Deutschland und den Niederlanden unterwegs ist. Der Eintritt kostet 10 Euro.
www.kartaeuserkirche-koeln.de

Text: APK/AI
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Kirche2go fragt: Wie kommen die Heiligen drei Könige in die Weihnachtsgeschichte?

Kirche2go fragt: Wie kommen die Heiligen drei Könige in die Weihnachtsgeschichte? Im Neuen Testament gibt es verschiedene Berichte über die Geburt von Jesus Christus. Das Matthäusevangelium berichtet neben dem Lukasevangelium ebenfalls über die Geburt von Jesus. Matthäus legt in seinem Bericht aber einen anderen Erzählschwerpunkt und betont andere Aspekte. Was bei der Geschichte im Mittelpunkt steht, erfahren Sie in diesem Video.

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Im Neuen Testament gibt es verschiedene Berichte über die Geburt von Jesus Christus. Der bekannteste Bericht befindet sich im Lukasevangelium. Auch das Matthäusevangelium berichtet auch über die Geburt von Jesus. Der Evangelist legt in seinem Bericht aber einen anderen Erzählschwerpunkt und betont andere Aspekte als das Lukasevangelium. Im Matthäusevangelium erhält Josef die Ankündigung über die Geburt von Jesus. Nachdem Maria schwanger ist, überlegt er, sich von ihr zu trennen. In einer Nacht bringt ihm ein Engel im Traum die Nachricht, dass er Maria heiraten und das Kind Jesus nennen soll. Als Jesus geboren war, bekommt die Familie Besuch von drei Personen aus dem Orient. Sie werden als Magier beschrieben und waren vermutlich Gelehrte oder Sterndeuter. Sie waren einem Stern gefolgt, der zu der Zeit über Bethlehem geleuchtet hatte. Die drei Männer gingen zunächst zum damaligen Herrscher, dem von Rom eingesetzten König Herodes, und befragen ihn nach der Geburt des „neugeborenen König der Juden“. Damit warnten sie den König, denn dieser ordnete die Ermordung aller Neugeborenen Jungen in Betlehem an. Diesem „Kindermord von Betlehem“ konnten Maria und mit ihrem kleinen Jesus entkommen. Sie waren nach Ägypten geflohen. Als die drei Männer Jesus kurz nach seiner Geburt gefunden hatten, brachten sie ihm Geschenke. Der Brauch, die Drei als „Heilige Könige“ zu bezeichnen, hat sich erst in dem frühen Christentum in Rom etabliert. Das Lukasevangelium berichtet in seiner Überlieferung von der Krippe und den Hirten, aus dem Matthäusevangelium kommen die drei weisen Männer aus dem Orient hinzu. Zusammen ergeben sie das Krippenbild, das viele Menschen bei sich zu Hause unter dem Weihnachtsbaum stehen haben.

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Ein Orden wie das Veedel – bunt, lebendig, vielfältig. Pfarrer Oliver Kießig über den neuen Orden für Zollstock

Mit einem neuen Orden und einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm setzt die Kirchengemeinde in Köln-Zollstock auch in der Session 2026 ein starkes Zeichen für Gemeinschaft und Engagement. Das bunte Karnevalsgeschehen steht ganz im Zeichen des Mottos „Alaaf – Mer tun et för Zollstock“ – eine Hommage an die Menschen, die das Veedel mit Leben füllen. Im Interview spricht Pfarrer Oliver Kießig – Vorsitzender des Gemeindeausschusses und aktives Mitglied der Roten Funken – über die Symbolik des Ordens, das geplante Programm und die besondere Atmosphäre der Session.

Wie sieht der neue Orden aus?

Der neue Orden greift das Sessionsmotto 2026 auf: „Alaaf – Mer tun et för Kölle.“ Für unsere Gemeinde haben wir es bewusst abgewandelt in „Alaaf – Mer tun et för Zollstock“. Damit bringen wir zum Ausdruck, wie stark unser Veedel von Menschen geprägt wird, die sich engagieren, anpacken und das Miteinander gestalten.
Optisch ist der Orden farbenfroh und lebendig, fast wie ein kleines Wimmelbild: viele Figuren, viele Szenen, viel Bewegung. Wer ihn in der Hand hält, entdeckt immer wieder neue Details. Er steht damit sinnbildlich für die Vielfalt unseres Stadtteils.

Was ist darauf zu sehen – und warum?

Der Orden zeigt Menschen aus dem Veedel, die sich auf ganz unterschiedliche Weise einbringen. Einige Personen sind bewusst erkennbar gestaltet – etwa unsere Gemeindesekretärin, der Präsident des Schützenvereins oder der Leiter unseres Bläserchores. Sie stehen stellvertretend für viele Engagierte, die Zollstock das ganze Jahr über lebendig halten.
Andere Figuren sind allgemein gehalten, damit sich möglichst viele Menschen in ihnen wiederfinden können. Denn genau das möchten wir mit dem Orden ausdrücken: Jede und jeder trägt etwas zu unserem Veedel bei. Zollstock lebt von seiner Vielfalt – und das wollten wir darstellen.

Was gefällt dir daran besonders gut?

Am meisten begeistert mich die Farbenfroheit und Lebendigkeit des Ordens. Er ist nicht nur schön anzuschauen, sondern erzählt auch eine Geschichte. Und es macht wirklich Freude, immer wieder neue kleine Elemente zu entdecken. Der Orden lädt dazu ein, hinzuschauen und sich selbst als Teil dieses bunten Miteinanders zu verstehen.

Was kommt auf die Jecken in der Session 2026 zu?

Unsere Gemeinde wird auch 2026 wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm anbieten.
Los geht es am 11. Januar mit unserem traditionellen Karnevalsflohmarkt, der jedes Jahr viele Menschen anzieht.
Am 6. Februar feiern wir eine große Karnevalsparty. Am 7. Februar stehen die Kinder im Mittelpunkt – da finden gleich mehrere Kinderkarnevalspartys statt.
Spirituell wird es am 8. und 15. Februar, wenn wir zu unseren Karnevalsgottesdiensten einladen.
Beim Zollstocker Dienstagszug am 17. Februar sind wir selbstverständlich wieder mit einer eigenen Gruppe dabei – ein Highlight für viele aus der Gemeinde.
Und etwas ganz Neues kommt in diesem Jahr hinzu: Zum ersten Mal wird es am 17. Februar auch eine Nubbelverbrennung geben – ein ritueller und zugleich humorvoller Abschluss des jecken Treibens.

Worauf freust du dich besonders?

Ich freue mich auf die besondere Atmosphäre, die der Karneval in unser Veedel bringt. Menschen, die sich sonst vielleicht gar nicht kennen, kommen miteinander ins Gespräch, feiern zusammen, lachen, tanzen und teilen unbeschwerte Momente. Diese Leichtigkeit und dieses gemeinsame Erleben sind für mich das Schönste an der Session – und jedes Jahr aufs Neue bewegend.

Text: Oliver Kießig/ APK
Foto(s): Oliver Kießig/ APK

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