Innovative Ansätze zur Mitgliederbindung beim Evangelischen Kirchenverband Köln: Erste Schritte und spannende Angebote für 17,5-Jährige und 22-Jährige

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region (EKV) will junge Menschen mit frischen Ideen und einer persönlichen Ansprache ganz anders als bisher erreichen. Nachdem die „Arbeitsgruppe Mitgliederbindung“ im vergangenen Jahr initiiert wurde, um Konzepte zur Stärkung der Bindung der Gemeindemitglieder zu entwickeln, sind nun bereits erste Briefe an 17,5-Jährige und 22-Jährige in den beteiligten Projektgemeinden verschickt worden und kommen in den nächsten Tagen an.

Das Pilotprojekt für die Landeskirche konzentriert sich darauf, sowohl ländliche als auch städtische Gemeinden aus allen vier Kirchenkreisen einzubeziehen. Dazu wurden gezielt ausgewählte Gemeinden aus allen Teilen der Region ausgewählt. Zu den Beispielgemeinden gehören Bayenthal und Lechenich im Süden, Bensberg und Lindlar im Osten, sowie Ehrenfeld und Weiden im Norden. Durch diese breite Abdeckung möchte der EKV sicherstellen, dass Stimmen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten gehört werden.

Neue Wege beschreiten

„Wir stellen fest, dass gerade junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren oft wenig Kontaktfläche zu ihrer Kirche haben, weil sie sich im Aufbruch und Entdecken der neuen Lebensinhalte befinden. Dabei bietet ihnen unsere Kirche aus ihrer Sicht nicht viel an, was sie für ihre Lebensorientierung gebrauchen können. Sie haben nicht selten das Gefühl: Ich habe nichts von Kirche“, erklärt Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. „Daher wollen wir vor allem Kontakt aufbauen, zeigen, dass wir an junge Menschen denken und sie begleiten wollen, beim Weg in die Ausbildung, in die Selbständigkeit und bei den Lebensfragen, die sich stellen.“ Dazu dienen die Karten, die individuellen Selfmailer und die digitalen Angebote. Er ergänzt: „Wenn wir merken, wir verlieren Bindekraft, müssen und können wir etwas dagegen tun und Kontakte aufbauen und pflegen und Raum zum Mitmachen geben. Das machen Fußballclubs und andere Netzwerke auch. Da können wir noch viel lernen.“

Konzeptentwicklung in der Arbeitsgruppe

Zu den wichtigsten Zielen der Arbeitsgruppe gehört es, herauszufinden, welche relevanten Angebote die Kirche für die Menschen in ihren Lebenswelten bereitstellen kann. In mehreren Treffen wurden Ideen gesammelt und diskutiert sowie Konzepte entwickelt, die sich um die Bedürfnisse der Mitglieder gruppieren. Ein zentrales Element des Projektes war und ist es, Vorzeigeideen zu identifizieren, die sich vervielfältigen und auf andere Gemeinden übertragen lassen. Der EKV hat dabei Menschen aus den Zielgruppen aktiv einbezogen, um ihre Perspektiven zu nutzen und ansprechende Designs für zukünftige Angebote zu entwickeln. Zudem wird die Entwicklung von Finanzierungskonzepten angestrebt, die als Vorbilder für die gesamte Landeskirche dienen können.

Der EKV beweist mit diesem Projekt, dass er bereit ist, innovative Wege zu gehen, um die Bindung zu den Menschen vor Ort zu stärken. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden, der aktiven Einbindung der Zielgruppen und einem kreativen Ideenprozess soll die Beziehung zwischen Kirche und Gemeindemitgliedern nachhaltig gefestigt werden.

Im Zuge dessen wurden auch spezielle Internetseiten eingerichtet, die auf die Bedürfnisse und Interessen der verschiedenen Zielgruppen eingehen. Die Inhalte umfassen unter anderem gezielte Informationen zum Umgang mit Veränderungen im Leben, eine kreative „Bucket List“ für Köln und die Region sowie eine spielerische Aufbereitung der Rechte und Freiheiten, die mit der Volljährigkeit einhergehen. Außerdem wurde speziell für diese Zielgruppe ein EKV-Karten-Spiel von einer gesonderten Arbeitsgruppe entwickelt.

Besonders interessant sind die unterhaltsamen Elemente, mit denen die Inhalte präsentiert werden. Dazu gehören beispielsweise digitale „Glückskekse“, die beim Öffnen inspirierende Botschaften oder kleine Anregungen vermitteln. Diese interaktive Möglichkeit soll junge Menschen ermutigen, sich mit den Themen ihrer Lebenssituation auseinanderzusetzen und die Kirche auf eine lockere, ansprechende Art und Weise kennenzulernen.

Bernhard Seiger erläutert, dass individuelle Mitgliederkommunikation in Zukunft vermutlich noch stärker erforderlich sein wird: „Hier als Kölnerinnen und Kölner vorne dabei zu sein, gibt Energie. Ich freue mich, dass wir so ein sympathisches Bild zeigen und Kontakt aufnehmen und pflegen mit Menschen, die die Zukunft unserer Kirche sein werden.“ Er hebt außerdem hervor, dass Gemeinden, Kirchenverband und Jugendreferat dieses Projekt gemeinsam angehen. „Wir wollen auf allen Ebenen dasselbe: Präsent, partizipativ und unterstützend für junge Menschen da sein.“

Den Aufschlag machen nun in einem ersten Schritt die Geburtstagsgrüße – es folgen weitere Karten zum Sinn des Lebens, Umzug oder Ferienangeboten. Dabei wird der Projektverlauf nicht statisch sein, sondern noch während des Projektverlaufs und der Aussendungen auf Feedback, sei es positiv oder negativ, reagieren. „Gut wäre es, wenn wir merken, dass die, die wir zum Geburtstag oder Umzug oder zu den Ferien anschreiben, sich über die Kontaktaufnahme und die Grüße freuen. Wenn 25 % der Angeschriebenen auch noch ein Jahr später noch wissen, dass wir als evangelische Kirche sie angeschrieben haben oder sie über den QR-Code auf unsere digitalen Seiten gekommen sind, dann wäre das für mich ein Erfolg“, sagt Bernhard Seiger. „Ein Erfolg wäre es auch, wenn in unseren Gemeinden und unserer Kirche insgesamt aktiv und neugierig über Mitgliederkommunikation gesprochen und das, was es alles schon gibt, hier und dort kreativ weiterentwickelt wird.“

Text: APK
Foto(s): APK/Ausschnitte der Internetseite

Der Beitrag Innovative Ansätze zur Mitgliederbindung beim Evangelischen Kirchenverband Köln: Erste Schritte und spannende Angebote für 17,5-Jährige und 22-Jährige erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Unsere Wochentipps: Schweigegang, Lesung von Ilja Richter und Hochzeit am 11.11. mit Haetzjeföhl

Musik, Literatur, Kunst – lassen Sie sich von unseren Wochentipps inspirieren und entdecken Sie die vielfältigen Veranstaltungen im Bereich des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region:

06.11.2024, 19:30
Evangelische Gemeinde Köln
Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2-4, 50677 Köln-Südstadt
Konzert mit Eddi Hüneke
„Im Ernstfall locker bleiben“
Mit seinem neuen Album „Im Ernstfall locker bleiben“ lädt der Pop-Liedermacher Eddi Hüneke (ehemaliges Mitglied der Wise Guys) dazu ein, auch in stürmischen Zeiten Gelassenheit zu zelebrieren. Am Mittwoch, 6. November, 19.30 Uhr, gibt er in der Lutherkirche Südstadt, Martin-Luther-Platz 2-4, ein Konzert. Mit Empathie, Eindringlichkeit und Euphorie verbindet der Sänger eingängige Melodien mit tiefgreifenden Botschaften und schafft so Songs mit Ohrwurm-Garantie. Der Eintritt kostet 19 Euro, ermäßigt 13 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf unter lutherkirche.ticket.io. Eine Reservierung für ermäßigte Eintrittskarten ist per E-Mail an suedstadt.leben@koeln.de möglich. An der Abendkasse kostet der Eintritt 21 Euro, ermäßigt 15 Euro.
www.lutherkirche-suedstadt.de

07.11.2024, 16:30
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Ilja Richter: „Lieber Gott als nochmal Jesus“
Buchvorstellung und Musik
„Lieber Gott als nochmal Jesus“, so heißt das neu erschienene Buches von Ilja Richter. Am Donnerstag, 7. November, 16.30 Uhr, kommt der lebens- und bühnenerfahrene Autor und Sohn eines jüdischen Vaters aus Berlin nach Köln in die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, zu einer Lesung. Dem Publikum wird er dann seine Ansage erklären und damit seinen ernsthaften Humor und seine ebenso ernsthaften Gedanken vorstellen. Wenn Theologisches, Humorvolles und satter Pianoklang zusammenkommen, da bleibt kein Auge trocken. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung der Melanchthon-Akademie kostet 10 Euro.
www.melanchthon-akademie.de

07.11.2024, 19:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Jüdisches Museum, Kreuzung Obenmarspforten/Unter Goldschmied, 50667 Köln
Ökumenischer Schweigegang am 7. November 2024 – Ilja Richter geht ebenfalls mit
„Wir gedenken der Opfer von Holocaust und Judenhass. Wir stehen an der Seite unserer jüdischen Nachbar*innen!“
Der Evangelischer Kirchenverband Köln und Region ruft gemeinsam mit dem Katholischen Stadtdekanat Köln und dem Katholikenausschuss zu einem Schweigegang zum Jahrestag der Pogromnacht vor 86 Jahren (9. November 1938) auf. Die Teilnehmenden treffen sich am Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, Jüdisches Museum, Kreuzung Obenmarspforten/Unter Goldschmied. Der Gedenkgang endet gegen 20.15 Uhr an der Synagoge, Roonstraße 50. Schweigend soll der Opfer von Krieg und Terror gedacht und ein starkes Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit mit den jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn gesetzt werden, die von anhaltendem Antisemitismus betroffen sind. Auf Reden wird verzichtet. Es wird darum gebeten, keine Transparente und Fahnen mitzuführen. Alle sind herzlich eingeladen mitzugehen. Auch Autor Ilja Richter geht mit.
www.kirche-koeln.de

07.11.2024, 19:30
Evangelisch Leben in Köln und Region
Vringstreff, Im Ferkulum 42, 50678 Köln
„Authentische Ansichten eines Trunkenbolds und Clowns“
Eine musikalische Lesung mit Richard Bargel im Vringstreff
Der Kölner Musiker, Schauspieler, Autor und Fotograf Richard Bargel präsentiert sich am Donnerstag, 7. November, 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr), im Vringstreff in der Südstadt, Im Ferkulum 42, als überzeugender Kleinkunstdarsteller. Mit einer Mischung aus Musik und Textvortrag, aus humorvollen und bewegenden Kurzgeschichten und Gedichten, satirischen und kabarettreifen Mini-Dialogen sowie pointierten Aphorismen und Lebensweisheiten unterhält er sein Publikum. In seine Texte und Geschichten fließen authentische Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner 30-jährigen Karriere als trotziger Trunkenbold und bemitleidenswerter Clown ein. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro.
www.vringstreff.de

08.11.2024, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Evangelische Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9, 51429 Bergisch Gladbach
Doc Esser zum Gesundheitsrisiko „Einsamkeit“
Veranstaltung in der Evangelischen Kirche Bensberg
Heinz-Wilhelm Esser ist Facharzt und als Doc Esser bekannt als Fernseh-, Podcast- und Hörfunkmoderator sowie als Autor und Musiker. Das Prinzip der Mutigen heißt ein Buch, in dem er darüber schreibt, wie man gestärkt aus Krisen hervorgehen kann. Darüber und über das Gesundheitsrisiko Einsamkeit spricht er am Freitag, 8. November, 19 Uhr, in der Evangelischen Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9. Der Eintritt kostet 22,50 Euro. Im Preis sind kulinarische Kostproben enthalten. Tickets gibt es im Vorverkauf im Evangelischen Gemeindezentrum Bensberg, Im Bungert 3, immer dienstags von 10 bis 14 Uhr, sowie in der Buchhandlung Zeilenreich, Kölner Straße 19–21, immer montags bis freitags von 9 Uhr bis 18.30 Uhr, und samstags von 9 bis 14 Uhr.
www.kirche-bensberg.de

08.11.2024, 19:30
Evangelische Kirchengemeinde Porz
Markuskirche Porz-Eil, Martin-Luther-Straße 38, 51145 Köln
Konzert mit den „BluesRockBuddies“
Musik aus verschiedenen Genres wird gespielt
Ein Konzert mit den „BluesRockBuddies“ findet am Freitag, 8. November, 19.30 Uhr, in der Markuskirche Porz-Eil, Martin-Luther-Straße 38, statt. Die vier Musiker der Band kommen aus Köln und dem Bergischen Land. Sie verfügen über ein Repertoire von mittlerweile über fünfzig Stücken aus den letzten siebzig Jahren der Blues-, Rock-, Soul- und Pop-Musikgeschichte. Ihr Programm bringen sie als akustische Coverversionen, einige davon kölsch-synchronisiert, auf die Bühne. Oftmals werden sie dabei von zwei Gastmusikern mit Saxophon und Trompete begleitet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.kirche-porz.de

10.11.2024, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
Matinee mit Günter Wallraff
Im Zeichen der Aufklärung und Menschlichkeit
Im Gottesdienst am Sonntag, 10. November, 11 Uhr, stehen die Ereignisse im Mittelpunkt, die historisch mit dem Vortag verbunden sind: die Ausrufung der Republik (9.11.1918), die Pogromnacht (9.11.1938) und der Mauerfall (9.11.1989). Es geht um Verantwortung und demokratische Teilhabe, um Aufklärung und Menschlichkeit. Als Gast dabei ist Günter Wallraff, Schriftsteller und Journalist, dem diese gesellschaftlichen Werte ein Herzensanliegen sind. Zudem wirken mit: ein Projektchor, das Ruhama Trio sowie Pfarrer Ivo Masanek. Der Eintritt ist frei.
www.kirche-klettenberg.de

10.11.2024, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Epiphaniaskirche Bickendorf, Erlenweg 39, 50827 Köln
Les Saxosythes trifft Rai in der Epiphaniaskirche
Doppelkonzert zweier Kölner Chöre
Der Kölner Kammerchor Les Saxosythes unter der Leitung von Rodrigo Lopez Klingenfuss und der Deutsch-Ukrainische Chor Rai unter der Leitung von Mariana Sadovska lassen in einem gemeinsamen Konzert am Sonntag, 10. November, 17 Uhr, in der Epiphaniaskirche Bickendorf, Erlenweg 39, sehr unterschiedliche Chorklänge ertönen: Während der Chor Les Saxosythes sich seit über 40 Jahren „schräg durch die Jahrhunderte“ singt und dabei bekannte wie auch eigens für den Chor komponierte oder arrangierte Lieder aus aller Welt präsentiert, arrangiert Mariana Sadovska für den 2019 gegründeten Chor Rai traditionelle ukrainische Gesänge und bringt sie mit Liedern anderer Kulturen wie der Georgischen und Deutschen in Dialog. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.kirche-ehrenfeld.de

11.11.2024, 10:00
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
Orangerie Theater Volksgarten, Volksgartenstraße 25, 50677 Köln
Segnung für Paare am 11.11.
„Hätzjeföhl – Segensbüro Köln & Region“ lädt zu „Krapfen, Kölsch und Ja ich will!“ ein
Paare, die heiraten möchten, können am Montag, 11. November, „Ja“ sagen und sich von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer segnen lassen. Die Aktion von „Hätzjeföhl – Segensbüro Köln & Region“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region findet unter dem Motto „Krapfen, Kölsch und Ja ich will!“ im Orangerie Theater Volksgarten, Volksgartenstraße 25, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr statt. Eine Anmeldung per E-Mail an ist erwünscht, aber keine Voraussetzung für eine Segnung. Alle sind willkommen.
www.haetzjefoehl.de

Text: APK
Foto(s): APK

Der Beitrag Unsere Wochentipps: Schweigegang, Lesung von Ilja Richter und Hochzeit am 11.11. mit Haetzjeföhl erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Churchtrail war ein Erfolgsrezept aus Sport, Spiritualität und Stadtentdeckung in Köln

Der Churchtrail – ein gelungener Mix aus Sport, Spiritualität und Stadtentdeckung – hat zahlreichen Teilnehmenden die Möglichkeit geboten, Köln auf eine besondere Art und Weise zu erkunden. Der Tag begann im Kölner Dom mit einer feierlichen Segensfeier, die gemeinsam mit den Teilnehmenden des Kinderlaufs zelebriert wurde. Gegen 11 Uhr machten sich die Läufer und Läuferinnen auf die etwa 9 Kilometer lange Strecke, die an mehreren Kirchen sowie einer Moschee vorbeiführte. Während der Tour erhielten die Teilnehmenden spirituelle Impulse, die die einzigartigen Besonderheiten der besichtigten Kirchen in den Fokus rückten. Um den Lauf angenehm zu gestalten, wurde das Gepäck von einem Wagen der DJK, dem katholischen Sportverband des Bistums Köln, transportiert. Der DJK hat den Lauf organisiert.

Unterwegs haben sie sieben Kirchen und eine Moschee besucht: den Dom, die ev. Christuskirche, Neu St. Alban, die Sandkapelle der ESG, Christi Auferstehung, die Melatenkapelle und die DiTiB-Moschee, und den Abschluss haben sie in St. Josef in Ehrenfeld erlebt. Diese Kirche entwickelt sich unter der Leitung von Pfarrer Klaus Thranberend zu Sportkirche von Köln mit allerhand kreativen Angeboten wie dem Bibel-Yoga.

„Es waren für die Gruppe reiche Stunden“

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger hat dieses Jahr zum ersten Mal am Churchtrail teilgenommen: „Die Idee ist es, mit Leib und Seele unsere Stadt zu erlaufen. So bekommt man neue Sichtweisen und läuft Strecken, die man sonst nicht unbedingt läuft, je nachdem wo man wohnt und seine vertraute Laufumgebung hat.“ Sie sind mit etwa 40 Läuferinnen und Läufern in zwei verschiedenen Laufgruppen unterwegs gewesen, „das ist hilfreich für die unterschiedliche Geschwindigkeit. Wir sind durch schöne Grünanlagen mitten in der Stadt gelaufen, die ich so auch noch nicht erlebt habe: die Grünanlagen am Mediapark, den Stadtgarten und die Uniwiesen etwa.“

„An jedem Ort gab es einen geistlichen Impuls, es wurde innegehalten. So haben wir uns an Neu St. Alban an die Kriegsschäden, die tiefe Erschütterung für die Menschen und die Wiederverwendung von Ausstattungsgegenständen aus Alt St. Alban in der Wiederaufbauzeit erinnern lassen. Wir haben in der Sandkapelle mit nackten Füßen den Sand gespürt und dabei in uns selbst hineingehorcht und einen Segen empfangen“, erklärt Bernhard Seiger. „Es waren für die Gruppe reiche Stunden. Zum Glück spielte das Wetter hervorragend mit. Durch die Laufpausen konnte sich der Körper immer etwas erholen. Als mit vielen Sinnen ausgestattete Wesen haben wir so vieles in unserer Nähe wahrgenommen, das sonst an einem vorbeirauscht. Eine spannende Kombi: In Bewegung sein und zugleich immer wieder bewusst innehalten. Das bewusste Umgehen mit dem Leib hilft uns, auch das Spirituelle reichhaltiger wahrzunehmen.“

„Ein rundum gelungener Tag voller Begegnungen“

Marco Beumers, Sportbeauftragter des EKV, war ebenfalls dabei. Er erzählt: „Es war toll festzustellen, wie viele bekannte Gesichter dabei waren, die bereits im vorherigen Jahr mit dabei waren. Strahlender Sonnenschein, 40 fröhliche Gesichter, ein rundum gelungener Tag voller Begegnungen und kleiner Abenteuer!“ Ein Ereignis ist im besonders im Gedächtnis geblieben: „Als wir vor einer schönen, aber leider verschlossenen Kirche standen, ließ Pfarrer Klaus Thranberend seiner Fantasie freien Lauf und beschrieb das Innere in lebendigen Farben, dass wir alle kurz das Gefühl hatten, tatsächlich dort zu stehen.“

20241005_105237
20241005_115842
IMG_3792
6F2A6AE7-9FD9-4CE0-9A3A-93DB94254461
IMG_3794
IMG_3793
IMG_3790
IMG_3789

previous arrow
next arrow

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Marco Beumers

Der Beitrag Churchtrail war ein Erfolgsrezept aus Sport, Spiritualität und Stadtentdeckung in Köln erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

„Es kann nicht zu viel Bildung geben“: Grundsteinlegung für den Campus Kartause

„Die beste Form der Nachhaltigkeit ist die Schönheit.“ Stadtsuperintendent Bernhard Seiger hat den Architekten Kaspar Kraemer bei der Grundsteinlegung für den Campus Kartause zitiert. In Kraemers Büro ist der Campus geplant worden. Am Kartäuserwall sollen ab Ende 2026 die Melanchthon-Akademie, die Evangelische Familienbildungsstätte, das Evangelische Jugendreferat, das Schulreferat, das Pfarramt für Berufskollegs und ein Teil der Verwaltung der linksrheinischen Kirchenkreise ein neues Zuhause finden.

Darüber hinaus sind Wohnungen und ein Studierendenwohnheim geplant. Auch eine evangelische Kommunität wird einziehen. „Bildung war von Anfang die Wurzel der Reformation. Es kann nicht zu viel Bildung geben. Und sie sollte so vielen Menschen wie möglich zugänglich sein“, erklärte Seiger. „Und sie sollte lebenslang erfolgen. Das geschieht mit unserem Bildungscampus.“

Zentrale Bildungseinrichtungen des Evangelischen Kirchenverbands

Die zentralen Bildungseinrichtungen des Evangelischen Kirchenverbands werden am Kartäuserwall gebündelt. 50 Prozent der Wohnfläche des Campusgeländes ist öffentlich gefördert. Angesichts von Kirchenschließungen und Rückgang der Mitgliederzahlen nannte Seiger den Neubau „antizyklisch“: „Warum tun wir das? Weil wir an die Zukunft glauben. An die Zukunft unserer Arbeit, an die Menschen, die hier leben, lernen und arbeiten und an die Zukunft unserer Kirche.“

Große Unterstützung für integratives Konzept

Der Stadtsuperintendent bedankte sich ausdrücklich bei Politik und Verwaltung: „Wir haben von Anfang an in der Kölner Politik, bei allen Fraktionen große Unterstützung für unser integratives Konzept gefunden. Ich möchte an dieser Stelle meinen Dank für die politische Unterstützung und die verbindliche, hochkompetente und zielgerichtete Begleitung der Kölner Stadtverwaltung aussprechen. Es ist vieles kompliziert, die Zahl der notwendigen Gutachten ist erschreckend, die formalen Vorschriften erdrücken Investoren und hemmen auch sinnvolle Entwicklungen. Wir haben zu definitiv viele Regelwerke. Aber dafür können die einzelnen Mitarbeiter der Stadtverwaltung nichts.“

Auch an die Anwohner richtete sich der Stadtsuperintendent: „Wir bemühen uns alle nach Kräften, die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Wir stehen im engen Kontakt mit unseren Nachbarn, suchen jeweils zeitnah Lösungen und danken für das Verständnis. Wir denken, die beste Beschränkung der Belastung ist es, so schnell zu bauen, wie es möglich ist, und damit schnell fertig zu werden: Und dann hier in Ruhe und mit Dankbarkeit einen Cappuccino im Schatten des Campanille und am römischen Brunnen zusammen zu trinken.“

Glocken läuteten einträchtig

Ein Drehbuchautor hätte es sich nicht besser ausdenken können. Während der Feier der Grundsteinlegung für den Campus Kartause läuteten einträchtig die Glocken von St. Severin und der evangelischen Kartäuserkirche. Und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger wandte sich an den Stadtdechanten Robert Kleine mit den Worten: „Ein besseres Zeichen dafür, dass dies ein Ort der Ökumene wird, kann es nicht geben.“

Kaspar Kraemer wies darauf hin, dass sich der Bau sehr gut in die Nachbarbebauung einfüge: „Mit der Grundstruktur des Arkadenhofs, akzentuiert durch den Kampanile, soll der Campus Kartause im Sinne der baulichen Tradition der kirchlichen Orden sowie der Glaubens- und Bildungsidee des Protestantismus ein sichtbares Zeichen des Anknüpfens an diese Tradition setzen. Möge der Campus Kartause zu einem attraktiven, signifikanten Zentrum gelebter Religiosität und Bildung, des friedlichen Zusammenlebens und Miteinanders sowie bereichernder Veranstaltungen im Kontext des Kartäuser-Kirchengeländes der Kölner Südstadt sowie der ganzen Stadt Köln werden.“

Komplexität des Planungsverfahrens

Der Architekt war beeindruckt vom Baufortschritt: „Feiert die Einweihung die gelungene Fertigstellung, die Vollendung des Bauwerks, würdigt das Richtfest sein In-die-Welt-Treten in ablesbarer Gestalt, seine körperliche und räumliche Erscheinung sowie den Übergang vom Rohbau zum Ausbau, so symbolisiert die heutige Setzung des Grundsteins den Beginn des Bauens, der in unserem Fall bereits etwas länger zurückliegt und dessen schnelles und professionelles Fortschreiten wir heute bereits staunend und bewundernd wahrnehmen können.“

Er erinnerte an die Komplexität des Planungsverfahrens. „Gegensätzliche Interessen und Anforderungen müssen in Einklang gebracht werden. Ein komplizierter Prozess, der Dialogfähigkeit, konstruktive Auseinandersetzung und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten verlangt. Die Grundsteinlegung symbolisiert, dass dieser Prozess funktioniert hat.“

Gudrun Gotthardt, Leitende Landeskirchenbaudirektorin der Evangelischen Kirche im Rheinland, würdigte den „Mut zur Zukunft“, den das Kölner Projekt symbolisiere. „Ich spreche von Mut, nicht von Leichtsein. Dieser Neubau ist wohldurchdacht und zeigt das integrierte Bildungsverständnis unserer Kirche. Wir werden kleiner. Aber das Verbleibende soll von hoher Qualität sein.“

Ein Ort der Bildung, der Kultur und der sozialen Begegnung

Bürgermeister Ralph Elster bedankte sich bei Seiger „für das besondere Engagement für die Stadt“. Er lobte die Kirche, die mit dem hohen Anteil an gefördertem Wohnraum soziale Verantwortung übernehme. Der Campus Kartause werde ein Ort der Bildung, der Kultur und der sozialen Begegnung sein. Und mit dem „Raum der Stille“ werde auch ein Ort der Kontemplation zur Verfügung gestellt.

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke sprach von einem „spirituellen und kulturellen Leuchtturmprojekt“. Bisher verlaufen die Bauarbeiten nach Plan. Im kommenden Herbst soll Richtfest gefeiert werden, im Herbst 2026 die Inbetriebnahme. Man rechnet mit Baukosten in Höhe von 65 Millionen Euro. Und bei so viel Lob wollte sich auch der zuletzt kriselnde FC nicht lumpen lassen. Seiger steckte auch eine Ausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers in die Grundsteinkapsel: „Mit einem 3-zu-0-Sieg des FC gegen Kiel“, merkte er an.

IMG_8992
IMG_8987
IMG_9199
IMG_9181
IMG_9153
IMG_9151
IMG_9141
IMG_9140
IMG_9120
IMG_9058
IMG_9021
IMG_9007
IMG_9004

previous arrow
next arrow

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

Der Beitrag „Es kann nicht zu viel Bildung geben“: Grundsteinlegung für den Campus Kartause erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

„Was ist wahr?“: Christina Brudereck predigte bei der Reformationsfeier in der Trinitatiskirche

Unter der Überschrift „Was ist wahr?“ stand die zentrale Reformationsfeier des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger begrüßte die zahlreichen Gäste in der Trinitatiskirche. Unter anderem waren der Einladung gefolgt Weihbischof Rolf Steinhäuser, Stadtdechant Robert Kleine, die Bürgermeister Dr. Ralph Elster und Andreas Wolter, Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, die Stadtkämmerin Professor Dörte Diemert, Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses der Stadt Köln, und Dr. Volker Haarmann als Vertreter der Landeskirche. Seiger begrüßte auch den Liverpool Cathedral Choir, der gemeinsam mit der Schola der Tersteegenkirche Dünnwald im Gottesdienst sang, und Reverend Dr. Sue Jones, Dean of Liverpool, und Canon Philip Anderson von der katholischen Liverpool Cathedral. Wolf-Rüdiger Spieler begleitete an der Orgel.

„Was ist Wahrheit?“

„Was ist Wahrheit?“, griff Seiger das Thema des Abends auf. Das habe schon Pilatus im Gespräch mit Jesus gefragt. „Und wenn wir hören, was es alles an ,Fake news‘ und ,alternativen Wahrheiten‘ gibt und welche Rolle sie im amerikanischen Wahlkampf spielen, dann wissen wir, welche Macht von dieser Frage ausgeht. Wer bestimmt, was als wahr gilt? Und wenn wir uns dann noch die antijüdischen Verschwörungstheorien vor Augen stellen, die es inzwischen wieder verstärkt gibt, spätestens dann wird einem sehr mulmig, weil nichts mehr sicher ist. Umso wichtiger ist es, sich die der Frage zu stellen, denn Christen liegt an Wahrhaftigkeit und am Vertrauen in das, was gilt und was uns gesagt wird.“

Seiger begrüßte insbesondere die Predigerin der Reformationsfeier, Christina Brudereck aus Essen. „Sie ist evangelische Theologin, Schriftstellerin, Musikerin, Bloggerin und vor allem Gottsucherin.“ Der Stadtsuperintendent verwies auf die Social-Media-Kanäle, auf denen Brudereck sehr präsent sei.

„Die Bibel hat eine Stimme in meinem Leben“

„Was ist Wahrheit?“ sei eine große Frage, erklärte die Predigerin gleich zu Beginn. Sie wolle die Frage kleiner fragen: „Was können die reformatorischen Ideen zur Wahrheit sagen? Welche Spuren habe ich entdeckt beim Fragen dieser Frage? Ein Herz für das Wort wünsche ich mir. Ein Herz für die Bibel.“ Sie liebe die Bibel, bekannte Brudereck. Was wohl zuerst daran liege, dass sie Bücher liebe. Und Geschichten. Von der Bibel allerdings erwarte sie mehr. „Die Bibel hat eine Stimme in meinem Leben. Sie ist eine Autorität. Nicht autoritär, eine echte Autorität, die das Gespräch sucht, weckt und Fragen aushält. Aber ja, eine, die mehr weiß als ich, älter ist, erfahrener, angefüllt mit verrückten, heiligen Ideen. Weltliteratur.“

Selbst zu lesen, sei eine erste Spur, Wahrheit zu finden. Schwierig werde es, wenn es verschiedene Wahrheiten gebe. Wem traue man die Verifizierung zu? Als Predigttext seien die Zeilen 8:15-17 aus dem Buch des Propheten Sacharja ausgesucht worden. Darin heiße es, man solle sich nicht fürchten und verlässlich miteinander sprechen. „Fürchtet Euch nicht“ stoppe zwar die Angst nicht, aber es forme sie. Der Satz formuliere den Glauben: Sola fide. Das hebräische Wort für Verlässlichkeit stehe auch für Festigkeit, Beständigkeit, Treue, Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Verbindlichkeit.

„Rede einer mit dem anderen Wahrheit und richtet wahrhaftig und recht, schafft Frieden in euren Toren“, zitierte Brudereck aus dem Bibeltext. Und bezog auch ein Wort von „unserem charmanten Bruder aus Nazareth“ mit ein: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Solus Christus. „In der Mitte die Wahrheit, wird umarmt von Weg und Leben. Es gibt sie nicht ohne diesen Rahmen aus Erfahrung und Alltag. Aus Verlauf und Verlaufen, Umwegen, Stationen. Aus Leben. Lebensgefühl, Lebensfragen und -krisen und -phasen. Sie ist nicht beziehungslose Wahrheit. Sondern umgeben vom Gehen und vom Erfahrenen. Sie wird relevant unterwegs.“

Wahrheit finde sich im Gespräch, im Austausch

Brudereck nannte das Lagerfeuer als Bild. Geselligkeit und Wärme vereinten Menschen unter freiem Himmel. Dort könne jeder erzählen. „Auch die, die uns stören.“ Solche Erzählräume zu schaffen, ist Brudereck „akuter Traum“ von Kirche. Erzählräume seien Lernorte und Geschenke für die Demokratie. „Wir sind beteiligt. Wir haben eine Stimme. Das ist eine Herausforderung und unsere Würde.“ Wenn die Kirche solche Räume anbiete, erweise sie der Gesellschaft ein Dienst. „Denn nicht nur die Kirche braucht ja Reformation. Auch unsere Gesellschaft.“ Wahrheit finde sich im Gespräch, im Austausch. Auf der Suche nach dem richtigen Weg. „Die Wahrheit ist in der Suche. Die wir wagen mit Offenheit, Toleranz und Respekt. Mit unserem Gespür für Unwahrhaftigkeit. Mit unserer Wahrnehmung. Wahrheit ist ein Gespräch. Sie findet sich im Gedankenaustausch.“

Aber: Wahrheit ohne Gnade sei kalt. Sola gratia. „Ich schätze, wie frech Christus und Scriptura sind gegenüber Autoritäten, Macht und Geld. Wie kritisch und frei. Wie die Bibel mich wärmt mit ihrer Weisheit. Wie wunderschön sie Wünsche äußert.“ Das Buch Sacharja zeige, dass es etwas gebe, das größer sei als die Angst. „Zeigen wir Haltung. Mischen uns weiter ein.“ Kirche müsse auffindbar und ansprechbar sein. Und sie müsse Auskünfte geben über ihre Hoffnung. „Erzählen wir die Geschichte der Güte. Von Recht, Würde und Menschlichkeit. Bringen wir in gnadenloser Zeit trotzkräftig die Gnade in Gespräch.“

Bürgermeister Andreas Wolter erinnerte daran, dass die Kölner Partnerschaft mit Liverpool seit 1952 bestehe. Er forderte dazu auf, sich kritisch für die Wahrheit einzusetzen. Es gebe endlos viele Informationen. Es sei zu zuletzt Aufgabe der Medien, Fakten und Fiktionen zu unterscheiden. Die Medien seien der vierte Grundpfeiler der Demokratie. Das Vertrauen in sie sei erschüttert. Es gebe aber keine Alternative. Viele fühlten sich aktuell vom politischen Diskurs ausgeschlossen. Deren Stimmen müssten sichtbar gemacht werden. „Demokratie lebt vom Engagement aller.“

Die Predigt von Christina Brudereck können Sie hier nachlesen.

2541A9CE-3EC1-4355-98CE-759475A0C06B
06FBE399-91B3-4827-ADC2-E29E8ACF0DE7
DD263FB8-8862-4374-B9B9-277F22A1483B
FAF46658-4DCD-4F76-A31A-8A552A3193A7
FC7B35C4-B9D8-40C8-A4FF-32FFF1C6FBB6
5AD84C55-AF80-493D-8AA1-11E7A1928293

previous arrow
next arrow

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

Der Beitrag „Was ist wahr?“: Christina Brudereck predigte bei der Reformationsfeier in der Trinitatiskirche erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Ilja Richter: „Lieber Gott als nochmal Jesus“ – Buchvorstellung und Musik

„Lieber Gott als nochmal Jesus“, so heißt das neu erschienene Buches von Ilja Richter. Am Donnerstag, 7. November, 16.30 Uhr, kommt der lebens- und bühnenerfahrene Autor und Sohn eines jüdischen Vaters aus Berlin nach Köln in die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, zu einer Lesung. Dem Publikum wird er dann seine Ansage erklären und damit seinen ernsthaften Humor und seine ebenso ernsthaften Gedanken vorstellen. Wenn Theologisches, Humorvolles und satter Pianoklang zusammenkommen, da bleibt kein Auge trocken. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung der Melanchthon-Akademie kostet 10 Euro. Eine Anmeldung ist erwünscht.

Ilja Richter spricht im Interview über Musik, Schreibblockaden und Humor:

Wo haben Sie hauptsächlich geschrieben?

Ilja Richter: Meine Heimat lag früher in der Bewegung: Ich schrieb viel in Zügen. Mein neues Buch ist eine Reise zu mir selbst – also schrieb ich es zu Hause.

Gibt es bestimmte Elemente der Umgebung, die Ihre Kreativität inspiriert haben, lief zum Beispiel Musik?

Ilja Richter: Musik läuft bei mir nur nach der Arbeit, nie währenddessen. Ich mag keine „Berieselung:“ Ich schrieb mein Buch in aller Stille. Ein Jahr lang. Sporadisch.

Welche Reaktionen erhoffen Sie sich vom Publikum auf Ihre Lesung und auf das Buch im Allgemeinen?

Ilja Richter: Gute Unterhaltung will ich machen.  Ich weiß nicht, ob ich Gott mit meiner „Beichte“ zum Lachen bringen kann; ich bin  schon mit einem Lächeln im Publikum glücklich.

Hatten Sie schon einmal Schreibblockaden?

Ilja Richter: Schreibblockaden kenne ich nicht, mein Problem ist eher Zeitmangel. Diesmal nahm ich mir mehr Zeit.

Welche Rolle spielt Humor in Ihrer Auseinandersetzung mit religiösen Themen?

Ilja Richter: Wer viele Witze abfeuert, muss nicht unbedingt Humor haben. In meinem Buch finden Sie nur einen, dafür aber viel Humor, glaube ich!   „LIEBER GOTT ALS NOCH MAL JESUS“ ist keine Predigt, sondern „fast eine Beichte.“ Allein dieser Untertitel geht von einer Barrierefreiheit aus. Geschichten zwischen Kreuz und Davidstern. Genau dazwischen finden Sie mich – wohnhaft auf einem Bindestrich.

Ilja Richter

lja Richter begann seine Bühnenlaufbahn bereits mit neun Jahren. Einem breiten Publikum wurde er in den siebziger Jahren vor allem durch „disco“ (ZDF) bekannt. Ab seinem dreißigsten Lebensjahr wandte er sich vorwiegend dem Theater zu – mit einem breiten Spektrum von „Hello, Dolly!“ bis zu „Richard III.“ Seit einigen Jahren ist er vorwiegend mit seinen Soloprogrammen und Lesungen auf der Bühne zu erleben. Nach zahlreichen CD- und Radioproduktionen wurde er in der Kategorie „Bester Interpret“ für den Deutschen Hörbuchpreis 2024 nominiert (Karel Čapek: „Der Krieg mit den Molchen“, DAV; Longlist).

„Lieber Gott als nochmal Jesus“

„Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn.“ Dieser schillernde Satz des britischen Schriftstellers Julian Barnes gab Ilja Richter den Anstoß, sich auf die Suche nach der eigenen Zugehörigkeit und Identität zu machen – mal ernst und sehr persönlich und dann auch wieder heiter-humoristisch. Dabei nimmt er uns mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat „zwischen Kreuz und Davidstern“: als Sohn einer jüdischen Mutter, die den Naziterror überlebt hat, und eines kommunistischen Vaters, selbst aufgewachsen ohne konfessionelle Verankerung oder Traditionen, vom protestantischen Religionsunterricht abgesehen.

Die Suche vollzieht sich in den unterschiedlichsten Formen: in Geschichten von bitterer Komik, in pointierten Dialogen und Sketchen, in tatsächlich geführten Interviews (u. a. mit Gregor Gysi), aber auch in kleinen Essays über Religion im Werk einiger zeitgenössischer Schriftsteller oder in Betrachtungen über persönliche Erlebnisse und Erfahrungen. Thematisch geht es dabei um Väter und Söhne, um Glauben, Gott und Jesus und um die eigene Position zwischen Judentum und Christentum – fernab aller Disco-Klischees.

www.melanchthon-akademie.de

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Hannes Caspar

Der Beitrag Ilja Richter: „Lieber Gott als nochmal Jesus“ – Buchvorstellung und Musik erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Aufruf zum Schweigegang am 7. November: Wir gedenken der Opfer von Holocaust und Judenhass

Das Katholische Stadtdekanat Köln, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region rufen gemeinsam zu einem Schweigegang zum Jahrestag der Pogromnacht vor 86 Jahren (9. November 1938) auf.

„Ich stelle mir vor, wie es unseren Nachbarn jüdischer Herkunft zur Zeit in Deutschland und in Köln geht“, sagt Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. „Sie nehmen die unsichere gesellschaftliche Entwicklung aufmerksam wahr und beobachten und spüren, wie weltweit mit falschen Narrativen über das Judentum gedacht und gesprochen wird. Ich nenne die Zahl von bis zu 24% von Bürgerinnen und Bürgern in NRW, die nach der jüngsten Antisemitismusstudie des Landes vom September in unterschiedlicher Weise antisemitische Einstellungen äußern. Daher ist mir wichtig, deutlich zu sagen: Unsere Kirchen stehen fest an der Seite der jüdischen Geschwister, teilen ihre Sorge und zeigen unsere Verbundenheit mit ihnen. Ich bin dankbar für das klare Agieren der staatlichen Behörden und unserer verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, die einen klaren Kompass gegen Antisemitismus in unserem Land haben. Ich finde, alle Bürger sind heute mit ihrer Zivilcourage gefragt, bei dieser kritischen Zeitfrage die Zeichen der Zeit zu erkennen und Stellung zu beziehen.“

„Mich bedrückt es zu sehen, wie sich die Stimmung in Deutschland, aber auch in unserer Domstadt Köln mit Blick auf unsere jüdischen Brüder und Schwestern verändert“, sagt Msgr. Robert Kleine, Stadtdechant des Katholischen Stadtdekanats Köln. „Judenfeindliche Übergriffe haben seit dem islamistischen Angriff der Hamas auf Israel am 07. Oktober 2023 zugenommen. Um Solidarität mit allen Menschen auszudrücken, die unter diesen gesellschaftlichen Veränderungen leiden, möchten die beiden großen Kirchen in Köln ein stilles, aber lichtvolles Zeichen setzen – mit einem Schweigegang ohne Reden, sondern mit der Kraft und Hoffnung des Lichts. Und es freut mich sehr, dass unser Aufruf von so vielen Organisationen und Gruppierungen aus unserer Stadtgesellschaft breite Unterstützung erfährt und mitgetragen wird. Das ist ein wichtiges Zeichen – nicht nur für unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, sondern für unsere ganze Zivilgesellschaft.“

„Mit großem Befremden mussten wir mit ansehen, dass Menschen auf der Straße feierten, als auf unschuldige Menschen in Israel Raketen geschossen und Gräueltaten verübt wurden“, sagt Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln. „Mit dem Schweigegang wollen wir ein menschliches Zeichen unseres Mitgefühls an alle senden, die von Terror, Krieg und Antisemitismus betroffen sind.“

Start: Donnerstag, 7. November 2024, 19 Uhr, Jüdisches Museum (Kreuzung Obenmarspforten/Unter Goldschmied)

Wegstrecke: Jüdisches Museum, Alt St. Alban, Cäcilienstraße, Neumarkt, Habsburgerring, Synagoge

Ziel: Synagoge an der Roonstraße 50, Ende des Gangs gegen 20.15 Uhr

Unterstützt wird der Schweigegang in Köln von den Kirchen, dem Rat der Religionen, muslimischen Verbänden, gesellschaftlichen Organisationen und Netzwerken sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesellschaft.

Schweigend möchten wir der Opfer von Krieg und Terror gedenken und ein starkes Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit für unsere jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn setzen, die von anhaltendem Antisemitismus betroffen sind. Wir wollen gemeinsam schweigen und verzichten auf Reden. Wir bitten darum, keine Transparente und Fahnen mitzuführen.

Den Aufruf finden Sie auch auf der Internetseite www.oekumenischer-schweigegang.de. Dort finden Sie auch die Liste der Unterstützerinnen und Unterstützer, die laufend aktualisiert wird.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

Stadtdechant Robert Kleine

Vorsitzender Katholikenausschuss Gregor Stiels

Text: Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, Stadtdechant Robert Kleine, Vorsitzender Katholikenausschuss Gregor Stiels
Foto(s): APK

Der Beitrag Aufruf zum Schweigegang am 7. November: Wir gedenken der Opfer von Holocaust und Judenhass erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Einladung zu Gedenkveranstaltungen: Erinnerung an die Pogromnacht von 1938

Im Gedenken an die Gräueltaten zur Zeit des Nationalsozialismus und an die Pogromnacht von 1938 finden in Köln, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und im Rhein-Erft-Kreis mehrere Gedenkveranstaltungen statt:

07.11.2024, 19:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Jüdisches Museum, Kreuzung Obenmarspforten/Unter Goldschmied, 50667 Köln
Ökumenischer Schweigegang am 7. November 2024
„Wir gedenken der Opfer von Holocaust und Judenhass. Wir stehen an der Seite unserer jüdischen Nachbar*innen!“
Der Evangelischer Kirchenverband Köln und Region ruft gemeinsam mit dem Katholischen Stadtdekanat Köln und dem Katholikenausschuss zu einem Schweigegang zum Jahrestag der Pogromnacht vor 86 Jahren (9. November 1938) auf. Die Teilnehmenden treffen sich am Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, Jüdisches Museum, Kreuzung Obenmarspforten/Unter Goldschmied. Der Gedenkgang endet gegen 20.15 Uhr an der Synagoge, Roonstraße 50. Schweigend soll der Opfer von Krieg und Terror gedacht und ein starkes Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit mit den jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn gesetzt werden, die von anhaltendem Antisemitismus betroffen sind. Auf Reden wird verzichtet. Es wird darum gebeten, keine Transparente und Fahnen mitzuführen. Alle sind herzlich eingeladen mitzugehen.

09.11.2024, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
„GEDENKE! – Gottesdienst gegen das Vergessen“
86. Jahrestag der Pogromnacht
In diesem Jahr jährt sich der folgenschwere Terror der Novemberpogrome von 1938 zum 86. Mal. An dieses Ereignis und seine Folgen gedenkt die Evangelische Gemeinde Köln am Jahrestag, Samstag, 9. November, 18 Uhr, in einem Gottesdienst gegen das Vergessen in der Antoniterkirche, Schildergasse 57. Die musikalische Gestaltung liegt beim Orkes Streichquartett. Prädikant Martin Weiler gestaltet die Liturgie. Die Novemberpogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden ab 1933 hin zu ihrer systematischen Vertreibung und Unterdrückung. Mit der Teilnahme an diesem Gedenkgottesdienst wird daran erinnert, dass die grausamen Ereignisse niemals vergessen werden dürfen und die Menschen heute gegenüber allen Entwicklungen, die neue totalitäre und menschenverachtende Strömungen verharmlosen oder fördern, wachsam sein und ihnen entschieden entgegentreten sollen. Zugleich wird im Gedenken Respekt und Anteilnahme gegenüber den Opfern der Gewalt – damals wie heute gezeigt.
www.antonitercitykirche.de

09.11.2024, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Wesseling
Apostelkirche, Antoniusstraße 8, 50389 Wesseling
„Gang des Gedenkens“
Erinnerung an die Zerstörung jüdischen Lebens in Wesseling
Am Samstag, 9. November, 18 Uhr, beginnt an der Apostelkirche Wesseling, Antoniusstraße 8, der „Gang des Gedenkens“. Von dort führt der Weg zum Gedenkstein der ehemaligen Synagoge und findet seinen Abschluss auf dem jüdischen Friedhof an der Römerstraße. Der „Gang des Gedenkens“ soll an die schrecklichen Ereignisse im Zusammenhang mit der Vernichtung jüdischen Lebens zur Zeit des Nationalsozialismus erinnern. Auch in Wesseling gab es vor 86 Jahren Verfolgung, Vernichtung, Tod und Leid.
www.evangelisch-wesseling.de

09.11.2024, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Kerpen
Johanneskirche Kerpen, Filzengraben 19, 50171 Kerpen
Musik jüdischer Komponisten
Konzert zum Gedenken an die Pogromnacht
Am Samstag, 9. November, 18 Uhr, findet die jährliche Gedenkveranstaltung der Stadt Kerpen am Mahnmal (Alter Friedhof) unter Beteiligung einiger Jugendlicher statt. Anschließend (Beginn 19 Uhr) lädt die Evangelische Kirchengemeinde Kerpen zu einem besonderen Konzert in die Johanneskirche, Filzengraben 19, ein. Herbert Vietor (Klavier), Maria Kapuscinska (Violine) und Martin Rümmler (Klarinette) bringen Werke jüdischer Komponisten wie etwa Felix Mendelssohn-Bartholdy, Fritz Kreisler, Leonard Bernstein und vielen weiteren zu Gehör. Auch werden einige bekannte Stücke Klezmer zu hören sein. Durch das Programm führt Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.evangelisch-in-kerpen.de

09.11.2024, 19:00
Evangelische Begegnungsgemeinde Köln
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, 50737 Köln
Gedenkfeier zur Reichspogromnacht
Ökumenisches Gedenken in der Erlöserkirche
Am Samstag, 9. November, 19 Uhr, lädt die Evangelische Begegnungsgemeinde zu einem ökumenischen Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 ein. In der Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, werden Pfarrer vorgestellt, die in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben und Bezug zur Kirchengemeinde hatten. Anhand ihrer Biografie und Haltung wird deutlich, welcher Riss mitten durch die evangelische Kirche ging und welcher Auftrag sich daraus für die Menschen heute ableitet. Die Gedenkveranstaltung wird musikalisch begleitet.
www.begegnungsgemeinde.de

10.11.2024, 11:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Johanneskirche Klettenberg, Nonnenwerthstraße 78, 50937 Köln
Matinee mit Günter Wallraff
Gottesdienst im Zeichen der Aufklärung und Menschlichkeit
Im Gottesdienst am Sonntag, 10. November, 11 Uhr, stehen die Ereignisse im Mittelpunkt, die historisch mit dem Vortag verbunden sind: die Ausrufung der Republik (9.11.1918), die Pogromnacht (9.11.1938) und der Mauerfall (9.11.1989). Es geht um Verantwortung und demokratische Teilhabe, um Aufklärung und Menschlichkeit. Als Gast dabei ist Günter Wallraff, Schriftsteller und Journalist, dem diese gesellschaftlichen Werte ein Herzensanliegen sind. Zudem wirken mit: ein Projektchor, das Ruhama Trio sowie Pfarrer Ivo Masanek. Der Eintritt ist frei.
www.kirche-klettenberg.de

10.11.2024, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Gegen das Vergessen – Texte aus den Konzentrationslagern
Zur Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November 1938
Texte aus den Konzentrationslagern zur Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November 1938 lesen Mitglieder des Ensemble 1517, Gerrit Pleuger und Uwe Melchert, am Sonntag, 10. November, 18 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7. Der Eintritt ist frei.
www.kartaeuserkirche-koeln.de

10.11.2024, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Porz
Lukaskirche, Porz-Mitte, Mühlenstraße 2, 51143 Köln
Gedenkgottesdienst zum Pogrom von 1938
Veranstaltung verschiedener Religionsgemeinschaften
Der Arbeitskreis der Religionen in Porz lädt zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht am 9. November 1938 am Sonntag, 10. November, 19 Uhr, in die Lukaskirche, Mühlenstraße 2, ein. Neben den Beiträgen der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen teilnehmenden Religionsgemeinschaften werden auch wieder Schülerinnen und Schüler einer Porzer Schule mitwirken. Gemeinsam soll der Trauer und dem Schmerz Ausdruck verliehen werden, aber auch ein Zeichen der Hoffnung und Selbstverpflichtung für ein friedliches, achtungsvolles und demokratisches Zusammenleben gesetzt werden.
www.kirche-porz.de

Text: APK
Foto(s): Canva/APK

Der Beitrag Einladung zu Gedenkveranstaltungen: Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Verbindung zwischen Glaube und Wissenschaft – „Kekskrümel im All“: Fortbildung für Religionslehrende

Das Schulreferat Köln und Region ist die Brücke zwischen den allgemeinbildenden Schulen und der evangelischen Kirche. Das Referat für Berufskollegs beim Evangelischen Kirchenverband Köln und Region begleitet und berät Studienräte und -innen und Pfarrpersonen, die an einem Berufskolleg Evangelische Religion unterrichten. Sie bieten Fortbildungen an, die speziell für die didaktischen Entwicklungen und Fragestellungen am Berufskolleg konzipiert sind.

Am Montag, 18. November 2024, gibt es die fächerübergreifende Fortbildung zum Kinderbuch „Kekskrümel im All. Wie groß ist die Unendlichkeit?“ im Haus der Evangelischen Kirche.

Die Fortbildung richtet sich an Religionslehrende und auch an alle an MINT- und philosophischen Fragen interessierten Lehrende. Es gibt Ideen für die Unterrichtspraxis – und das Kinderbuch von Dagmar Falcke, Schulleiterin und Religionslehrerin und Heino Falcke, Professor für Radioastronomie an der Radboud-Universität Nijmegen (NL) und Buchautor, wird vorgestellt. Im Ehrenamt ist Heino Falcke Prädikant der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Dagmar und Heino Falcke sprechen im Interview über das Weltall, den Himmel als Hoffnungsort und die Verbindung zwischen Glaube und Wissenschaft:

Welche Botschaft möchten Sie den jungen Lesern und Familien mit Ihrem Buch vermitteln?

Dagmar und Heino Falcke: Stellt Fragen! Stellt sie gemeinsam. Sucht nach Antworten. Denkt selber nach. Entwickelt Ideen. Nehmt euch Zeit füreinander – so oft es geht, auch abends beim Zubettbringen. Lest miteinander, lest vor. Schaut in den Himmel, staunt über seine Größe. Und stellt auch die Fragen nach dem, was dahintersteckt – und fragt vielleicht auch nach Gott.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Vorlesebuch über das Weltall und große Kinderfragen zu schreiben?

Dagmar und Heino Falcke: Das Weltall gehört ja bei uns quasi zum Alltag. Ein Astrophysiker schaut ins All, forscht, beobachtet, erklärt. Kinder mit ihren Fragen gehören zum Alltag einer Lehrerin. Natürlich wird in der Grundschule nicht nur das All hinterfragt, aber alles, was damit zu tun hat, hat eine besondere Faszination. Wir sind der Meinung, dass Sachbücher bestimmt eine ganz wichtige Quelle für Informationen sind, aber Sach-Vorlesebücher sind selten. Eine Geschichte aus der Kinderwelt gibt neben dem Sachwissen die Möglichkeit, die emotionale Ebene mit einzubeziehen und die ist beim Nachdenken über den Himmel, den man nicht mit Teleskopen erforschen kann, unbedingt mitzudenken.

Wie wichtig ist es aus Ihrer Sicht, schon früh das Interesse von Kindern an MINT-Themen zu wecken?

Dagmar und Heino Falcke: Kinder sind ja eigentlich von klein auf Forschende – im Alltag und ganz klar auch darüber hinaus. Sie wollen wissen, wie Dinge funktionieren. Mit dem Blick in den Himmel stellen sich Kinder – und auch Erwachsenen – neue Fragen. Diese ernst zu nehmen und auch fachlich korrekt – von einem Experten – zu beantworten, nimmt Kinder und ihre Fragen ernst. Unser ganzer Alltag wird von Technik und Wissenschaft dominiert, das ist es wichtig Kompetenz und Selbstvertrauen in diesem Bereich aufzubauen, um nicht das Gefühl zu bekommen den Anschluss zu verlieren.

Welche Reaktionen haben Sie bisher von Kindern, Eltern und Lesenden auf Ihr Buch erhalten?

Dagmar und Heino Falcke: Wunderschöne! Das mach wirklich Freude: wir hören von Kinder, die das Buch jeden Abend von ihren Geschwistern vorgelesen bekommen müssen, aber auch von Großeltern, die es selber lesen. Kinder haben nach den Lesungen viele Fragen: zur Größe von Planeten, zu Entfernungen und ganz oft zum schwarzen Loch. Das ist für kleine und große Menschen herausfordernd zu denken. Aber auch Fragen nach der Maus kommen immer wieder. Von Erwachsenen hören wir des Öfteren, dass auch sie gern die Kinderversion lesen. Alle Erwachsenen werden mit Kinderfragen konfrontiert, das ist ganz wunderbar. Ein paar Antworten zu den großen Weltallfragen lassen sich hier finden.

Herr Prof. Dr. Falcke, Sie sind Prädikant bei der Kirchengemeinde Frechen. Wie passen Glaube und Wissenschaft zusammen?

Heino Falcke: Es ist schon erstaunlich, dass wir diese Frage überhaupt stellen müssen. Viele der großen Forscher, auf denen unsere moderne Wissenschaft beruht, waren tiefgläubige Menschen. Im Schöpfungsbericht ist der Sternenhimmel keine von magischen Kräften gesteuerte Götterwelt, sondern Lichter, die wir untersuchen und studieren können. Für Christen zeugen sie und die Naturgesetze von der Verlässlichkeit des Schöpfers. Neben dem praktischen Nutzen ist Naturwissenschaft somit auch ein Stück Theologie, denn sie lehrt uns etwas über den Schöpfer selber.

Worum wird es bei der Lehrerfortbildung gehen?

Dagmar und Heino Falcke: Wir haben Unterrichtsbausteine zu den „Kekskrümeln im All“ entwickelt, die über den QR-Code im Buch abzurufen sind. Da finden sich neben Nachdenkimpulsen auch kreative Vorschläge, ein Gang durch verschiedene Unterrichtsfächer oder auch Angebote für zu Hause. In der Lehrerfortbildung soll neben dem MINT-Blick auch die Frage nach dem Himmel als Hoffnungsort der Christen in den Blick genommen werden.

Kinderbuch „Kekskrümel im All. Wie groß ist die Unendlichkeit?“

„Papa, wie groß ist eigentlich der Himmel?“, ist eine von Janas großen Abendfragen. Angesichts des Sternenhimmels fühlt sie sich klein wie ein Kekskrümel. Zum Glück ist ihr Papa Astrophysiker und begegnet Janas Neugierde mit leicht verständlichen und zugleich faszinierenden Antworten. Gemeinsam machen sie eine Reise durch das Universum. Und Jana fragt immer weiter: Wie entsteht ein Stern? Was ist ein schwarzes Loch? Und was ist hinter unserer Milchstraße? Mit Janas Taschenlampe schicken die beiden Lichtbotschaften in den Himmel. Nach einem Herzschlag schon ist das Blinken auf dem Mond zu sehen! Ob die Oma ihres besten Freundes den Lichtgruß auch sehen kann?, fragt sich Jana am Tag nach deren Beerdigung. Vielleicht. Alles weiß Janas Papa eben auch nicht.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Frauke Komander/APK

Der Beitrag Verbindung zwischen Glaube und Wissenschaft – „Kekskrümel im All“: Fortbildung für Religionslehrende erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Kinder segnen ihre Eltern: WDR 5 Hörfunksendung „Segen gibt Kraft“ am heutigen Reformationstag

„Ich segne dich jetzt: Gott wird immer für dich da sein. Amen.“ – Zehn Kinder aus der Evangelischen Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden haben ihre Eltern gesegnet. Wie sie das gemacht haben, das erzählen sie selbst in der Radiosendung „Was ist Segen und wie geht das jemanden zu segnen?“, die am Reformationstag, Donnerstag, 31. Oktober, 19.30 Uhr bis 20 Uhr, in WDR 5, ausgestrahlt wird.

Zwei Nachmittage lang haben sich die Kinder mit dieser Frage beschäftigt. Gemeinsam haben sie die Geschichte von dem Hirtenjungen David gelesen, der von Samuel gesalbt wurde. Dieses biblische Salböl wurde dann zusammen angerührt und natürlich haben sie sich damit gegenseitig gesalbt. Außerdem haben sie den Pfarrer ihrer Gemeinde, Pfarrer Volker Hofmann-Hanke, interviewt, der viele Antworten auf ihre Fragen gegeben hat.

Auch zum Nachhören unter www.kirche-im-wdr.de unter den Stichworten „Segen gibt Kraft“ oder „Radiogottesdienst“.

Text: Inga Waschke/APK
Foto(s): Inga Waschke/APK

Der Beitrag Kinder segnen ihre Eltern: WDR 5 Hörfunksendung „Segen gibt Kraft“ am heutigen Reformationstag erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.