Diakoniespende 2024/2025 sichert Mittagsküche beim Vringsreff – Koch Benjamin Hameleers sorgt für die Gäste

Ab Oktober bis September 2025 ist der Vringsreff im Severinsviertel Empfänger der Diakoniespende des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Ein Spendenaufkommen bis zu 100.000 Euro wird durch den Kirchenverband verdoppelt. Der Vringstreff ist täglich Begegnungsstätte für rund 100 Gäste, die dort, egal welche Geschichte oder welchen Hintergrund sie mitbringen, Beratung erfragen können, praktische Unterstützung bekommen oder einfach da sind, um ein Schwätzchen beim Essen zu halten.

Mit den Spendengeldern soll daher unter anderem das Gehalt von Koch Benjamin Hameleers gesichert werden. Der 46-Jährige sorgt seit rund anderthalb Jahren dafür, dass es von Montag bis Donnerstag um zwölf Uhr ein gesundes, saisonales Mittagessen mit möglichst regionalen Zutaten gibt. Und nein, er arbeitet dabei nicht in einer Suppenküche. „In meinem Umfeld kam diese Frage nach der Suppenküche sofort auf, als ich erzählte, dass ich im Vringstreff anfange“, berichtet Benjamin Hameleers lachend. Eine Suppenküche ist das helle Bistro tatsächlich nicht. Die Gäste zahlen fürs Mittagessen mit oder ohne Fleisch einen kleinen Obolus und genießen dafür eine Atmosphäre wie im Restaurant.

„Menschen begegnen sich hier voller Respekt“

Die Ankunft der lebhaft plaudernden Gäste ab halb zwölf beobachtet der Koch mit einem breiten Lächeln von der offenen Tür zur perfekt organisierten Küche aus. „Ich habe mir Anfang letzten Jahres gedacht, ich muss etwas finden, wo mir die Arbeit wirklich Spaß macht. Es hat funktioniert!“ Eine Krankheitsvertretung mündete im Herbst 2023 in einen unbefristeten Vertrag mit Vollzeitstelle. Und seither ist es Benjamin Hameleers, gemeinsam mit den beiden Mitarbeitenden in der Küche und den zwei Servicekräften, ein Anliegen, den Gästen des Vringstreff das Gefühl zu geben, sich entspannen zu können und sich ein bisschen verwöhnen lassen zu dürfen. Er erinnert sich: „Als ich nach dem Vorstellungsgespräch nach Hause ging, wusste ich für mich schon, dass das absolut passt. Ich finde es toll, dass die Menschen sich hier voller Respekt begegnen, und mag es, ihnen ein bisschen Würde geben zu können.“ Die ehrliche Freude, das unmittelbar geäußerte begeisterte Dankeschön, seien ihm viel mehr wert als ein großes Trinkgeld, betont der gelernte Koch.

„Gäste genießen diese Stunden am Mittag“

Nach seiner Ausbildung in den Niederlanden habe er auch schon mal in einem Sternerestaurant gearbeitet. Doch die Atmosphäre im Vringstreff trifft eher seine Auffassung von seiner Tätigkeit. „Hier gibt es durch die überschaubare Anzahl von etwa 60 Essen pro Mittagstisch zum einen weniger Leistungsdruck und ich kann zum anderen die Wünsche der Gäste berücksichtigen.“ Es gibt noch mehr Vorteile, die der Vringstreff als Arbeitgeber mit sich bringt: „Ich erlebe, wie sehr unsere Gäste diese Stunden am Mittag genießen und muss nicht irgendwann nach unpersönlichen Internetrezensionen suchen. Außerdem, und das ist in der Gastronomie selten, sind meine Arbeitszeiten sehr familienfreundlich“, verrät der zweifache Vater lachend.

Und dann verrät er noch sein Rezept für eine Kürbissuppe, die nicht nur kostengünstig ist, sondern auch wunderbar in die herbstliche Jahreszeit passt.

Kürbissuppe für zwei Personen

  • 200 gr. Kürbis
  • 350 ml Gemüsebrühe
  • 1 Tomate
  • 1 Zwiebel
  • 50 ml Kokosmilch
  • Butter oder Öl zum Braten
  • Kürbiskerne zum Garnieren
  • Petersilie zum Garnieren
  • Den Kürbis in Stücke schneiden und die Haut entfernen. Eine Pfanne auf den Herd stellen und die Butter oder das Öl erhitzen und die Kürbisstücke dazugeben.
  • Die Zwiebel und die Tomaten grob hacken und ebenfalls in die Pfanne geben. Etwa 3 Minuten braten und dann mit der Gemüsebrühe aufgießen. Nun alles ca. 20 Minuten bei schwacher Hitze garen lassen. Mit dem Stabmixer vorsichtig zu einer glatten Suppe pürieren.
  • Die Kokosmilch dazugeben und nochmals gut verrühren. Die Suppe weitere zwei Minuten auf den Herd stellen und noch einmal erwärmen. Mit etwas Petersilie, Kürbiskernen und etwas extra Kokosmilch nach Geschmack servieren. Die Kürbiskerne nach Belieben rösten.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Unsere Wochentipps: Orgelvesper, „Stille Konzertstunde“ und Krimidinner

Unsere Wochentipps: Wir präsentieren Ihnen die fünf ultimativen Wochentipps für diese Herbstferienwoche! Lassen Sie sich von unseren ausgewählten Veranstaltungen inspirieren und nutzen Sie die Zeit, um mit Familie und Freunden besondere Erlebnisse zu schaffen. Entdecken Sie, was diese Woche auf Sie wartet!

18.10.2024, 15:00
Diakonisches Werk Köln und Region
DiakoniePunkt Nippes, Yorckstraße 10, 50733 Köln
Eröffnungsfeier des „DiakoniePunkt Nippes“
Verschiedene Anlaufstellen kommen unter einem Dach zusammen
Das Diakonische Werk Köln und Region lädt am Freitag, 18. Oktober, 15 Uhr, zur Eröffnungsfeier des neuen „DiakoniePunkt Nippes“ in der Yorckstraße 10, ein. Er ist eine neue Anlaufstelle für die Menschen im Veedel und aus dem Stadtgebiet Nippes. Bestehende diakonische Beratungsangebote wie die Seniorenberatung, die Demenzinitiative TANDEm und die Clearingstelle „Claro“ kommen hier unter einem Dach zusammen. Zudem eröffnet das Lokal Vielfalt seine Türen als transkultureller und generationenübergreifender Begegnungsort für Menschen verschiedener Nationalitäten. Zur Eröffnungsfeier gibt es Musik und Austausch sowie Getränke und Snacks.

19.10.2024, 18:30
Evangelische Kirchengemeinde Lechenich
Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt-Lechenich
Orgelvesper in der Kirche der Versöhnung
Mark Gornetzki spielt Orgelkompositionen von Max Reger
Die Evangelische Kirchengemeinde Lechenich lädt zur kommenden Orgelvesper in die Kirche der Versöhnung am Samstag, 19. Oktober, 18.30 Uhr, ein. Die Orgelvesper ist eine traditionelle Form des musikalischen Abendgebets, die Orgelmusik mit liturgischen Elementen verbindet. Kantor Marc Gornetzki wird an diesem Abend Orgelkompositionen von Max Reger (1873 bis 1916) spielen, die in der guten Akustik der Kirche ihre volle Pracht entfalten werden. Diese Vesper ist eine Einladung zur inneren Einkehr und Besinnung. Die Besucher erwartet eine wohltuende Auszeit vom hektischen Alltag.
www.kirche-lechenich.de

20.10.2024, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Kirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach-Kippekausen
„Stille Konzertstunde“
Einladung in die Zeltkirche Kippekausen
Aus Anlass des „Tages der nicht sichtbaren Beeinträchtigungen“ am Sonntag, 20. Oktober, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Bensberg zu einer „Stillen Konzertstunde“ in die Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, ein. Unterbrochen durch mehrere Pausen erklingt ab 18 Uhr für etwa eine Stunde ruhige Klavier- und Flötenmusik. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Spende gebeten. Die „Stille Stunde“ ist eine Initiative für die Inklusion von Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen.
www.kirche-bensberg.de

20.10.2024, 18:00
Evangelische Gemeinde Weiden/Lövenich
Ev. Kirche Weiden/Lövenich, Aachener Straße 1208, 50858 Köln
„Es muss ja weitergehen!“
Der Abendgottesdienst mit Pfarrerin Judith Schaefer am Sonntag, 20. Oktober, 18 Uhr, in der Evangelischen Kirche Weiden/Lövenich, Aachener Straße 1208, steht unter dem Thema „Es muss ja weitergehen!“. Es geht darin um die Frage „Was brauche ich, um wieder zu Kräften zu kommen, wenn es grad nicht so einfach weitergeht?“. Erzählt wird die Geschichte vom Propheten Elia, der in seiner tiefsten Erschöpfung von einem Engel mit Brot und Wasser versorgt (1. Buch Könige, Kapitel 19, Verse 1–8).
www.ev-gemeinde-weiden-loevenich.de

20.10.2024, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald
Tersteegenkirche, Amselstraße 22, 51069 Köln
Krimidinner der besonderen Art
Musik zum Tatort kommt aus Dünnwald
Am Sonntag, 20. Oktober, 20.15 Uhr, strahlt die ARD Kommissar Murots neuesten Tatort mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle aus. Begleitet von einem Krimidinner der besonderen Art kann diese Folge in bester Akustik auf einer Großleinwand im Gemeindehaus der Tersteegenkirche, Amselweg 22, geschaut werden. Und dabei sollte man vor allem die Ohren spitzen. Die Musik für den Film hat nämlich Simon Rummel, Improvisationsmusiker, Komponist, Klangkünstler und Kirchenmusiker, geschrieben. Der Filmabend in der Evangelischen Kirchengemeinde Dünnwald geht um 19 Uhr los. Wer kommt, möchte bitte einen Beitrag für das Buffet mitbringen. Getränke spendiert die Gemeinde.
www.evangelisch-in-duennwald.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Oratorienchor Köln singt die Petite Messe Solennelle von Gioachino Rossini am 27.10. in der Trinitatiskirche

Ein wirklich klangschönes, melodienreiches und wuchtiges Werk, das über weite Strecken den Tonfall ernster Kirchenmusik verlässt und in die italienische Oper entführt: Die Reihe der Konzerte des Netzwerks Kölner Chöre in der Kölner Trinitatiskirche wird am Sonntag, 27. Oktober, fortgesetzt. Ab 17 Uhr singt der Oratorienchor Köln in der Evangelischen Kulturkirche am Filzengraben die „Petite Messe Solennelle“ von Gioachino Rossini.

Seit einigen Jahren findet die besondere Konzertreihe des Netzwerks mit dem Titel „Chorkonzerte EXTRA“ in der Trinitatiskirche sechs Mal im Jahr statt. Besonderes Kennzeichen ist, dass das Publikum nach jedem Konzert noch zu einem Umtrunk eingeladen wird. Das Netzwerk schreibt dazu: „Fast so schön wie der Klang eines Konzertes ist sein Nachklang. Deshalb lädt das Netzwerk Kölner Chöre nach den Konzerten dieser Reihe ins Foyer der Trinitatiskirche ein. Die Getränke sind im Eintrittspreis enthalten.“

Die „Petite Messe“ ist kein „kleines“ Stück

Die Komposition selbst nimmt in der Vielzahl der Messvertonungen einen besonderen Platz ein. Rossini, der vor allem als Opernkomponist Weltruhm erlangte, kann in seiner Messe seine opernhafte Tonsprache nicht verleugnen. In seinem Vorwort zur Messe schreibt der Komponist sinngemäß: „Lieber Gott! Hier ist die arme kleine Messe. Habe ich nun wirklich heilige Musik gemacht? Du weißt es wohl: Ich bin für die Oper geboren.“

Schon der Titel ist ein wenig irreführend: Die „Petite Messe“ ist kein „kleines“ Stück, sondern hat mit einer Aufführungsdauer von rund 90 Minuten ein zeitliches Ausmaß, das weit über die Länge der meisten Messvertonungen hinausgeht. Der Oratorienchor Köln führt die Rossini-Messe in der ursprünglichen Fassung aus dem Jahr 1863 auf. Diese enthält anstelle einer Orchesterbesetzung, die Rossini erst 1867 ergänzte, eine kammermusikalische Begleitung für zwei Klaviere und Harmonium. Den Klavier- und Harmoniumpart betreuen Tobias Krampen und Hendrik Hasenberg.

Oratorienchor blickt auf eine 67-jährige Geschichte

Der Oratorienchor blickt bereits auf eine 67-jährige Geschichte zurück. 1957 vom damaligen Kirchenmusikdirektor Gerhard Bork gegründet, war er zunächst viele Jahrzehnte der offizielle Chor des damaligen Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln“. Unter Leitung von Andreas Meisner firmierte der Chor Ende der achtziger Jahre unter seinem heutigen Namen.

Seit 2022 leitet mit Joachim Geibel ein junger Dirigent mit einem vielfältigen Profil den Oratorienchor Köln. Geibel leitete bereits viele Jahre den Chor der Evangelischen Studierendengemeinde, arbeitete am Collegium Musicum der Universität zu Köln und wurde für seine Arbeit ausgezeichnet. Er ist auch ökumenisch unterwegs: 2023 wurde er zum Leiter der Musikschule der Kölner Dommusik berufen. Damit ist die Leitung der Kölner Domkantorei und der Kölner Domkapelle verbunden. Als Solisten wirken mit Elisabeth Menke (Sopran), Linda Kruse (Alt), Maximilian Fieth (Tenor) und Frederik Schauhoff (Bass).

Der Eintritt zum Konzert kostet 15, ermäßigt 8 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über kvstickets.com, einige Restkarten werden noch an der Abendkasse angeboten.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler

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Evangelische Kirche auf der Gamescom 2024 – analoge Action und mehr

Action und Spaß im analogen Raum auf der Gamescom – das hat die Evangelische Jugend den Besucherinnen und Besuchern in diesem Jahr geboten. Kirche als Angebot auf dieser Messe war für viele etwas Unerwartetes. Julia Körfgen, Referentin im Evangelischen Jugendreferat Köln und Region, ist begeistert über das Engagement der Evangelischen Kirche: „Ich glaube, dass es immer ganz wichtig ist, dass Jugendverbände generell und die Jugend der Evangelischen Kirche sich an Orten zeigen, wo junge Menschen sind. Deswegen sind wir hier auf der Gamescom.“

So machten viele Gäste vielleicht sogar ihre erste Begegnung mit der Evangelischen Kirche – und das in einem ungewohnten Raum. Ein Erinnerungsfoto gab es auf Wunsch gratis dazu. Das Angebot der Evangelischen Jugend Köln und Region war vielfältig. „Wir sind hier wieder mit dem Bungee-Run, mit der Fotobox, den Duffy-Bords und mit Kikos“, zählt Julia Körfgen auf. Aus ihrer Sicht ist das „Feeling, wieder auf der Messe zu sein“, für viele Jugendliche und die Helferinnen und Helfer schon ein Highlight.

Faire Spiele und Begegnungen gab es nicht nur beim Kickern, sondern auch in den vielen Gesprächen beim Verschnaufen oder einem kleinen Kaltgetränk nach dem Spiel. „Die Jugendlichen sind mega froh, wieder hier zu sein. Es ist auch ein bisschen wie ein kleines Klassentreffen“, freut sich die Jugendreferentin. „Jedes Jahr kommen neue Gesichter und auch alte Gesichter, die man dann wiedersieht. Um einfach mal wieder in Gespräche zu kommen, auszutauschen über Gaming, aber auch über Erfahrungen in den Gemeinden und den Kirchenkreisen – das macht super viel Spaß.“ Eine Fortsetzung von „Kirche auf der Gamescom“ ist schon geplant. Ein Wiedersehen soll es im nächsten Jahr geben. Dann wird die Evangelische Jugend Köln und Region wieder mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfenden auf der Gamescom dabei sein.

Einen Filmbeitrag über die Evangelische Kirche auf der Gamescom 2024 können Sie hier anschauen:

 

Text: APK
Foto(s): APK

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Ein Ruf zum Frieden: Kölner Gebet der Religionen

Selten war es so notwendig wie heute –  dieses Gefühl hatten wohl die meisten der Teilnehmenden am Gebet der Religionen, zu dem der Kölner Rat der Religionen (RdR) Ende September in die Zentralmoschee nach Ehrenfeld eingeladen hatte. Die Veranstaltung findet regelmäßig und abwechselnd in den Räumlichkeiten einer der Mitgliedsgemeinschaften des RdR statt.

Dr. Emine Seçmez, Vorstandsmitglied der DITIB, sagte: „Wir wollen beten für den Frieden sie auf der ganzen Welt“ und erinnerte an die „Kölner Friedensverpflichtung“ vom 29.10.2006. „Frieden lässt sich nicht einfach so verordnen“, erklärt die Verpflichtung, „er muss im alltäglichen Handeln spürbar werden.“ Friede sei kein Anliegen einer einzelnen Person oder einer einzelnen Gesellschaft. „In dieser Zeit ist es unsere Pflicht, uns gegen jede Form von Terror und Gewalt zu stellen!“ „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Religionen als Mittel für Hass und Gewalt missbraucht werden!“

Oberbürgermeisterin Henriette Reker wies auf das Datum des Zusammentreffens, den Weltfriedenstag der Vereinten Nationen, hin und dankte für die Gastfreundschaft. „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Kampfhandlungen“, betonte sie und mahnte: „Unser Frieden ist bedroht, wie schon lange nicht mehr!“ In Bezug auf die Debatte um die Begrenzung illegaler Migration erklärte Reker: „Mir widerstrebt es zutiefst, dass Demokratinnen und Demokraten sich von Rechtspopulisten ihre Agenda vorschreiben lassen!“ Trotz allem glaube sie an eine friedliche und vielfältige Gesellschaft. In Köln gebe es circa 130 Religionsgemeinschaften und Menschen aus rund 180 Nationen. Da sei Frieden „nicht Wunsch, sondern Notwendigkeit“. Frieden beginne mit Zuhören, sagte die Oberbürgermeisterin. Das Gebet der Religionen sei ein Aufruf zum Teilen der Überzeugung vom gleichen Wert eines jeden Menschen.

Ein Vertreter des Ahmadiyya Muslim Jamaat e.V. und Gründer eines muslimischen Fahrrad-Clubs, betonte, der Friede spiele eine besondere Rolle im Islam. Die Vertreterin der Baha´i Gemeinde Köln trug einen Text aus der Baha´i-Tradition vor, in dem Gott als Schöpfer und Bewahrer aller Menschen gepriesen uns die Erde als „Heim“ der Menschen beschrieben wird. Mit der Bitte um die Einheit der Menschen wendet sich der Autor Gott: „Du bist der, der die Menge der ganzen Menschheit übersieht!“

Für den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region trat Dorothee Schaper ans Rednerpult. Sie trug zunächst Worte aus Psalm 85 vor, der sie in schwierigen Zeiten immer wieder getröstet habe: „Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserem Lande Ehre wohne, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue.“ Beim Ringen um neue Worte angesichts der Weltlage griff sie auf dieses jahrtausendealte Glaubens- und Hoffnungszeugnis zurück. „Der Ausblick scheint ganz weit weg zu sein“, gab Dorothee Schaper zu, „aber er ist uns zugesagt.“ Zum Abschluss sang sie das Luther-Lied „Verleih uns Frieden gnädiglich“.

Werner Heidenreich vom Buddhistischen Zentrum StadtRaum ermahnte zu einer „Geisteshaltung zum Frieden“, die auch eine „Friedfertigkeit zu sich selber“ einschließe. Er lud zu einer Kontemplation ein, bei der die einzelnen Artikel der Friedensverpflichtung verlesen und von meditativen Gongklängen begleitet wurden. Heidenreich forderte dazu auf, sich der Verpflichtung anzuschließen. Bevor einige Frauen aus der Islamischen Gemeinde der Bosniaken „Gazi Husrevbeg“ ein islamisches Gebetslied vortrugen, sprach Gregor Stiels vom Katholikenausschuss in der Stadt Köln den Anwesenden einen Segen zu, der der Frage Raum gab: „Was bringt das Beten?“

Einen Segen sprach auch Rabbiner Dr. Daniel Katz von der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln Gescher La Massoret. Von ihm waren allerdings auch kritische Töne zu hören. „Ich möchte zunächst erklären, warum ich kein Gebet spreche“, sagte Katz. Er empfinde interreligiöse Gebete als inszenierte Schauspiele. Auch übte er Kritik am Termin, der nicht nur mit den letzten Stunden des Schabat, sondern zudem mit wichtigen jüdischen Feiertagen Ende September kollidiere. Dennoch würdigte Katz das gemeinsame Bemühen um Frieden. Nur Frieden mache den Menschen vollständig. Friedensstifter würden mit Anteil an der kommenden Welt belohnt. Bernd Skoppe von der Neuapostolischen Kirche stellte die grundlegende Frage: „Ist Frieden möglich?“ Frieden sei eine aktive Tugend, die den Einsatz der gesamten Menschheit erfordert. Ein kleiner Chor umrahmte seinen Redebeitrag mit zwei Liedern aus der Friedensmesse in G von Lorenz Maierhofer.

Superintendentin Susanne Beuth, Vorsitzende des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) in Köln, wies darauf hin, dass Jubiläen und Jahrestage oft eine Folge von Spaltung seien und erinnerte als Beispiel an das große Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Sie betete mit den Anwesenden das Vater unser als Gebet, das Christinnen und Christen weltweit verbindet.  Anschließend sprachen alle gemeinsam das Gebet der Vereinten Nationen, einen 1942 entstandenen Text des US-amerikanischen Dichters und Pulitzer-Preisträgers Stephen Vincent Benét: „Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen. Amen.“ Im Anschluss hatte die DITIB-Gemeinde in der Kantine des Moschee-Zentrums beim gemeinsamen Essen und Trinken zu Begegnungen und Gesprächen eingeladen.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Unsere Wochentipps: Klavierkonzert mit Lukas Höver, Dellbrücker Jazzmeile und Konzert mit Doc Esser

Unsere Wochentipps: In der kommenden Woche gibt es in Köln eine Vielzahl spannender Veranstaltungen, die sowohl kulturelle als auch interreligiöse Themen in den Fokus rücken. Morgen, 10. Oktober, findet die ökumenische Tagung u.a. der Melanchthon-Akademie „Der 7. Oktober und die Kirchen“ statt. Am Freitag, 11. Oktober, laden die Evangelischen Kirchengemeinden Köln-Dellbrück/Holweide und Köln-Nippes zu jazzaffinen Konzerten ein, während am Samstag, 12. Oktober, die Reformationskirche und die Trinitatiskirche Orgel- sowie Literaturveranstaltungen anbieten. Am Sonntag, 13. Oktober, können Sie in der Christuskirche Dellbrück und der Pauluskirche an Jazz-Gottesdiensten teilnehmen.

0.10.2024, 18:00
Melanchthon-Akademie
Karl Rahner-Akademie, Jabachstraße 4, 50676 Köln
„Der 7. Oktober und die Kirchen“
Ökumenische Tagung in der Karl-Rahner-Akademie
„Der 7. Oktober und die Kirchen – Eine Zäsur für unser Verhältnis zu Israel“ ist der Titel eines ökumenischen Workshops am Donnerstag, 10. Oktober, 18 bis 21 Uhr, in der Karl Rahner-Akademie, Jabachstraße 4. Professor Mouhanad Khorchide, Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen, Thomas Frings und Professor Christian Rutishauser diskutieren über die Frage, welche Auswirkungen der Konflikt im Nahen Osten für den interreligiösen Dialog in Deutschland hat. Der Terrorangriff der Hamas hat bei Jüdinnen und Juden weltweit auf traumatische Weise Erinnerungen an die Shoa wachgerufen. Gleichzeitig vermissen sie von den Kirchen eindeutige Worte der Solidarität mit Israel. Die Veranstaltung der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit findet in Kooperation mit der Karl Rahner-Akademie, dem katholischen Stadtdekanat Köln, dem Katholischen Bildungswerk Köln und der Melanchthon-Akademie statt. Die Teilnahme kostet 12 Euro. Eine Anmeldung per Telefon 0221/9318030 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erwünscht.
www.melanchthon-akademie.de

11.10.2024, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, 51069 Köln
Konzert zur 28. Dellbrücker Jazzmeile
ENSEMBLE X ist in der Pauluskirche zu Gast
Im Rahmen der diesjährigen 28. Dellbrücker Jazzmeile präsentiert das ENSEMBLE X, bestehend aus Anne Krickeberg (Violoncello), Michael Lohmann (Saxophon), Frank Ebeling (Marimbaphon und Gesang), Georg Sachse (Kontrabass), Thomas Becker (Piano), Volkmar Müller (Keyboards) und Valerie Kohlmetz (Schlagzeug), am Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr, in der Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, intuitive improvisierte Musik. Der Eintritt ist frei.
www.eikdh.de

11.10.2024, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Nippes
Lutherkirche, Siebachstraße 85/ Merheimer Straße 112, 50733 Köln
Konzert mit Doc Esser & Band
Ein „Doc für alle Fälle“ in der Kulturkirche Köln
Der Arzt Dr. Heinz-Wilhelm Esser alias Doc Esser, bekannt auch als TV-Moderator, gibt mit seiner Band am Freitag, 11. Oktober, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), in der Kulturkirche Köln, Siebachstraße 85, ein Konzert. Doc Esser & Band nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise in die achtziger und neunziger Jahre, als die Welt noch eine andere war. Die Band geht auf die Suche nach medizinischen Zusammenhängen und den Auswirkungen auf das persönliche Glück. Auf seine ganz eigene Weise wird Doc Esser & Band Zeiten aufleben lassen, in denen der Sinn und Unsinn des Lebens noch anders bewertet wurde. Der Eintritt kostet 29 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr unter www.kvstickets.com.
www.kulturkirche-koeln.de

12.10.2024, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Reformationskirche, Mehlemer Straße 29, 50968 Köln
Orgelkonzert mit Autorinnenlesung
„Aufklärung. Ein Roman“ von Angela Steidele
Am Samstag, 12. Oktober, 18 Uhr, gibt es in der Reformationskirche erstmals ein Konzert „Orgel & Literatur“. Zu Gast ist die Kölner Autorin Angela Steidele und liest aus ihrem Buch „Aufklärung. Ein Roman“. Dazu spielt Kantor Samuel Dobernecker Werke von Johann Sebastian Bach, der auch im Roman eine prominente Rolle spielt. Wissenschaftlich recherchieren und literarisch schreiben ist Angela Steideles Markenzeichen. Für ihren Roman „Rosenstengel“ erhielt sie den Bayerischen Buchpreis. „Aufklärung. Ein Roman“ war 2023 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur ausgezeichnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 5 Euro.
www.kirche-bayenthal.de

12.10.2024, 18:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Orgelvesper in der Trinitatiskirche
Mit Pfarrer Michael Miehe und Organist Wolf-Rüdiger Spieler
Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche in Köln, trägt am Samstag, 12. Oktober, 18 Uhr, an der Orgel in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Sigfrid Karg-Elert vor. Michael Miehe, Pfarrer in Rodenkirchen und Synodalassessor des Kirchenkreises Köln-Süd, leitet die Liturgie der Orgelvesper. Der Eintritt ist frei.
www.trinitatiskirche-koeln.de

12.10.2024, 19:00
Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft
Gemeindesaal Quadrath-Ichendorf, Lutherstraße 27, 50127 Bergheim
Klavierkonzert mit Lukas Höver
Eigenkompositionen kommen zu Gehör
Zu einem Klavierkonzert mit Eigenkompositionen von und mit Lukas Höfer lädt die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft am Samstag, 12. Oktober, 19 Uhr, in den Gemeindesaal Quadrath-Ichendorf, Lutherstraße 27, ein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
www.trinitatis-kirchengemeinde.de

13.10.2024, 10:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Christuskirche Dellbrück, Dellbrücker Mauspfad /Ecke Bergisch Gladbacher Straße, 51069 Köln
Jazzmeilengottesdienst
Mit dem Gospelchor Voice TABS
Im Rahmen der 28. Dellbrücker Jazzmeile musiziert der Gospelchor Voice TABS unter der Leitung von Mechthild Brand in einem Jazz-Gottesdienst am Sonntag, 13. Oktober, 10 Uhr, in der Christuskirche Dellbrück, Dellbrücker Mauspfad /Ecke Bergisch Gladbacher Straße.
www.eikdh.de

13.10.2024, 11:15
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, 51069 Köln
Jazzmeilengottesdienst in der Pauluskirche
Trompete und Klavier erklingen
Im Rahmen der 28. Dellbrücker Jazzmeile findet am Sonntag, 13. Oktober, 11.15 Uhr, in der Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, ein Jazz-Gottesdienst statt. Christoph Fischer (Trompete) und Thomas Becker (Klavier) musizieren Jazzkompositionen und Improvisationen.
www.eikdh.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Kein frommes Selbstgespräch: Der Gottesdienst der ACK im Kölner Dom stellte das Gebet in den Mittelpunkt

Im Rahmen der Dreikönigswallfahrt hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zu einem ökumenischen Gottesdienst in den Kölner Dom eingeladen. Dieser stand unter dem – von der Kölschrockband BAP entliehenen – Thema „Wenn et Bedde sich lohne däät“.

„Wir beschenken uns in dieser Stunde mit dem gemeinsamen Gebet“, begrüßte Stadtdechant Msgr. Robert Kleine die Anwesenden am Dreikönigsaltar, auf den Tag genau 702 Jahre nach der Weihe von Domchor und Hochaltar am 27.09.1322.

Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, erinnerte daran, dass unter den ersten Menschen, die Jesus angebetet haben, die Drei Könige waren und betete mit Worten aus Psalm 27: „Gott ist unser Licht und Heil. Vor wem sollten wir uns fürchten.“ Am Ende des Psalms ist von der Hoffnung des Beters die Rede, eines Tages „die Güte des Herrn“ zu sehen, und „wo Güte ist“, so Bock, „verschwindet die Angst.“

Vaterunser in Gebärdensprache

Das anschließende Vateruser konnte, dank einer Gebärdendolmetscherin, nicht nur gebetet, sondern auch visuell wahrgenommen werden.

Sr. Ancilla Wißling (Karmel Maria vom Frieden) nahm Bezug auf den jüdischen Philosophen Martin Buber, wenn sie das Beten vor allem als eine Du-Beziehung beschrieb. Sie zitierte aus dem „Buch des Lebens“ der spanischen Karmelitin Teresa von Avila: Beten sei „Sich gern und oft bei dem aufhalten, von dem ich mich geliebt weiß wie bei einem Freund“. Beten sei ein „Beziehungsgeschehen“ und keine Münze, die man in einen „Wunscherfüllungsautomaten“ wirft.

Pfarrerin Dorothea Ugi beschrieb, wie ihr Verhältnis zum Gebet einen Wandel durchmachte. Sie sei aufgewachsen in einer charismatischen Gemeinschaft in Süddeutschland, in der das Beten eine herausgehobene Stellung und vor allem eine klare Form hatte. „Ich habe immer sehr angestrengt hingehört, ob Gott auch zu mir spricht. Und nicht nur ich zu Gott. Und meistens war ich verzweifelt, weil das mit der Kommunikation nicht ganz so gut geklappt hat, wie bei anderen.“ Das verrückteste Gebetserlebnis, von dem ihr eine Person berichtet habe, sei das einer Wandergruppe gewesen, die abends, am Ende ihrer Kräfte, Gott um Hilfe gebeten habe. Am nächsten Morgen sei der Berg einfach verschwunden gewesen. Da hatte wohl jemand die bergeversetzende Kraft des Glaubens etwas zu wörtlich genommen … „Wenn ich heute bete, versuche ich nicht, Gott zu meinem Vorteil zu beeinflussen, Gott davon zu überzeugen, wie es gut für mich und die Welt wäre.“

„Beten zieht den großen Gott in ein kleines Herz“

Dr. Brigitte Saviano warf einen Blick auf Beten und Gebet in der Caritas-Arbeit, wo Menschen am Anfang und am Ende ihres Lebens, in Krankheits- und Krisensituationen begleitet werden. „Dabei möchten wir den Menschen in seiner Ganzheit sehen. Es bedeutet, diesen konkreten Menschen in seinem Da-Sein und seinem Geworden-Sein wahrzunehmen und kennenzulernen. Dazu gehört seine Biografie, seine Welt, seine Spiritualität.“ „Warum beten Sie?“ Diese Frage wurde vor einigen Jahren Caritas-Mitarbeitenden aus den verschiedenen Arbeitsbereichen gestellt. Brigitte Saviano zitierte einige der Antworten, z. B. „All die Dinge, die ich am Tag während der Pflege nicht verarbeiten kann, die schreibe ich am Abend auf und teile sie Gott mit“ oder „Wenn ich im Gebet aussprechen kann: ‚So sehe ich das. So geht es mir.´ Das ist befreiend.“ Beten als selbstverständlicher Bestandteil des Tages, als vertrautes Zwiegespräch mit Gott, dem kein Thema zu banal oder persönlich ist, oder wie Mechthild von Magdeburg es formulierte: „Beten zieht den großen Gott in ein kleines Herz.“

Nach dem von Hanns Dieter Hüsch (mit)getexteten Lied: „Keinen Tag soll es geben“, in dessen Refrain es heißt: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der halte unseren Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe“, wurden Fürbitten von Repräsentanten und -innen der ACK vorgetragen.

Welche besondere Rolle das Vaterunser für die Ökumene spielt, ist vielleicht daran abzulesen, dass es in diesem Gottesdienst sogar zweimal, nun gemeinsam, gebetet wurde und Lukas 11, 1-10 zudem Text der Evangeliumslesung war. Mit Segenslied und Segen endete ein Gottesdienst, der das Beten in den Mittelpunkt stellte, nicht als „spirituellen Hochleistungssport“ oder religiöses Lifestyle-Accessoire, sondern als alltägliche „Beziehungsarbeit“.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Überfall der islamistischen Hamas auf Israel: Gemeinsame Stellungnahme zum ersten Gedenktag

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Stadtdekanat Köln und der Katholikenausschuss in der Stadt Köln haben zum ersten Gedenktag des Überfalls der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 eine Stellungnahme verfasst:

„Der 7. Oktober 2023 ist und bleibt eine Zäsur. Der Überfall der islamistischen Hamas auf Israel, der Tod von mehr als 1200 Menschen und die zahlreichen Geiseln, die teilweise bis heute gefangen gehalten werden, haben das Leben der jüdischen Bevölkerung in Israel radikal verändert. Auch in Köln sind diese Veränderungen spürbar.

Das Katholische Stadtdekanat Köln, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln sowie der Evangelische Kirchenverband Köln und Region stehen solidarisch an der Seite des israelischen Volkes und unserer jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn in Köln und weltweit. Mit Gedenkveranstaltungen und Gebeten halten wir die Erinnerung wach und möchten immer wieder ein Zeichen gegen Judenhass und jegliche Form von Gewalt setzen.

Für Donnerstag, den 7. November 2024, haben wir um 19 Uhr einen ökumenischen Schweigegang durch die Kölner Altstadt mit Start am Jüdischen Museum in Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938 geplant, zu dem wir schon heute einladen.“

gez. Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent
gez. Msgr. Robert Kleine, Stadtdechant
gez. Gregor Stiels, Vorsitzender Katholikenausschuss

Text: APK
Foto(s): APK-Collage/Canva

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Stiftungsforum zur ForuM-Studie: Folgen und Stand der Aufarbeitung

Brisante gesellschaftliche Themen anzupacken, sie mithilfe von Experten und Expertinnen zu diskutieren und in die Stadtgesellschaft zu tragen – das ist das Anliegen des mehrmals jährlich stattfindenden Stiftungsforums der Stiftung „Türen zum Nächsten“ der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen. Diesmal war Stadtsuperintendent Bernhard Seiger zu Gast in der Evangelischen Kirche an der Hauptstraße, um über die ForuM-Studie, ihre Folgen und den Stand der Aufarbeitung zu informieren.

Pfarrerin Almuth Koch-Torjuul, Vorsitzende des Stiftungsrates, begrüßte die Gäste. Bernhard Seiger stellte zunächst fest, dass es sich um ein kompliziertes und vielschichtiges Thema handele. Es belaste die Betroffenen über Jahrzehnte und sei mit Scham behaftet. Auf Seiten der Kirche stünden die Begriffe „Schuld“, „Versagen“ und „Verbrechen“ im Raum.

Zeitenwende

Als die ForuM-Studie am 25. Januar 2024 veröffentlicht wurde, kam das einer „Zeitenwende“ in Hinblick auf das Selbstverständnis der evangelischen Kirche gleich. Die 870 Seiten umfassende unabhängige Untersuchung biete „schwere Kost“ und stelle vor die Herausforderung, „ein Gespür für dieses sensible Thema zu entwickeln“ und „sprachfähig“ zu werden. Um eventuellen Retraumatisierungen bei den Teilnehmenden vorzubeugen, wies Seiger auf die vorhandenen Vertrauenspersonen und Beratungsstellen hin.

Zunächst nahm er die Reaktionen auf die Studienergebnisse in den Blick, die „sehr unterschiedlich“ gewesen seien. Nach einem ersten großen Erschrecken hätten sich diese zwischen „Ich habe es geahnt!“, dem Wunsch nach Verdrängung sowie Empörung bis hin zu Austritten bewegt. Bei den Mitarbeitenden hätten die Erkenntnisse aus der ForuM-Studie zu Verunsicherung geführt. Seiger übte aber auch Medienkritik: Die Veröffentlichung der Studie sei „Aufmacher in allen Medien“ gewesen, aber „einen oder zwei Tage später war das Thema durch“. Dies sei zum einen der Ernüchterung geschuldet, zum anderen würden in der evangelischen Kirche jene „Gallionsfiguren“ fehlen, die im Falle der katholischen Kirche als medienwirksame Projektionsflächen dienten.

Externe Stellen beteiligen

Dann wandte Seiger sich den Schritten der Aufarbeitung zu und machte zunächst den Zielkonflikt zwischen Geschwindigkeit oder Qualität deutlich, dessen Lösung auch eine Frage der Glaubwürdigkeit sei. „Wir wollen uns nicht dem Vorwurf aussetzen, wir würden nur oberflächlich aufarbeiten“, hielt er fest. Daher sei es besonders wichtig, externe Stellen an diesem Prozess maßgeblich zu beteiligen.

Bernhard Seiger bemängelte aber auch Fehler im Design der ForuM-Studie, die sich zu sehr an der katholischen Kirche orientiere. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen seien mit einer „disparaten Aktenlage“ konfrontiert gewesen, daher seien auch kaum Zentralakten eingesehen worden. Im Gegensatz zum katholischen Pendant seien auch andere Berufsgruppen (z.B. die Beschäftigten von Kinderheimen und KiTas) sowie Ehrenamtliche berücksichtigt worden, was die Vergleichbarkeit erschwere. Trotzdem handele es sich insgesamt um eine sehr gute Studie. Seiger hob die Bedeutung der Perspektive der Betroffenen (z.B. auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung der Studie) hervor. „Diese Sichtweise hat ihr Recht“, betonte er. Jede Sichtweise, jede Erfahrung habe Dignität. Seiger machte deutlich, dass die persönliche Aufarbeitung des Geschehenen einen oft lebenslangen Prozess darstelle. „Wer betroffen ist, ist nicht einfach fertig“, sagte Seiger und zitierte eine Betroffene: „Ich war jahrzehntelang Opfer, dann war ich lange Betroffene, jetzt, wo wir miteinander sprechen, beginne ich langsam, die Kontrolle über mein Leben wiederzugewinnen.“

In einem dritten Schritt stellte der Stadtsuperintendent die Aufarbeitungskommission Rheinland-Westfalen-Lippe vor. Ein erstes Treffen Betroffener der Region fand im Juni dieses Jahres in Dortmund statt. Bei den etwa 60 Personen handele es sich um eine „disparate Gruppe“. Bei der Einrichtung der Aufarbeitungskommission, der die Kirchenkreise berichtspflichtig sind, habe man unter anderem vor der Frage gestanden: „Wie findet man eine legitimierte Interessenvertretung?“

Verschiedene Arten der Aufarbeitung

Den vierten Teil seines Vortrags widmete Bernhard Seiger den verschiedenen Arten der Aufarbeitung (individuelle, institutionelle und wissenschaftliche Aufarbeitung). Hier seien die Kirchenkreise gefragt. Es seien bereits differenzierte Fragebögen entwickelt worden, um zu klären, wo sich welche Akten befinden. Viele Vorfälle seien allerdings nicht dokumentiert. Momentan seien 23 Staatsanwält*innen zur Aufarbeitung der Fälle beauftragt. Dies trage mit dazu bei, die evangelische Kirche vom Vorwurf der Vertuschung zu entlasten. Auch das gemeindeinterne Gespräch sei wichtig. Um den richtigen Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt zu etablieren, seien verpflichtende Schulungen eingeführt worden, die auch in regelmäßigen Abständen (beispielsweise alle fünf Jahre) wiederholt werden müssten.

Dann warf Seiger einen kritischen Blick auf „unser Kirchenbild“. „Wir haben uns für die liberalere und lockerere Kirche gehalten“, stellte er fest. Oft seien es gerade charismatische Persönlichkeiten, die ihren Einfluss auf Jugendliche oder junge Erwachsene ausnutzten. Es habe bisweilen keine Kontrolle gegeben und zu wenig Transparenz. Seiger zitierte die Studie, die in diesem Zusammenhang recht schonungslos von „organisierter Verantwortungslosigkeit“ spricht. Die Bereiche Pfarrhaus und Freizeiten seien besonders ins Blickfeld geraten. Allerdings fehle in der ForuM-Studie ein (geplantes) Kapitel über die Täter, da schlicht niemand sich bereit erklärt habe zu sprechen.

Theologische Perspektiven

Abschließend wandte sich Seiger den theologischen Perspektiven zu. Zum einen gehe es, auch in der evangelischen Kirche, um Machtstrukturen, aber ab den 80er Jahren spiele auch der spirituelle Faktor bei der Entstehung von Abhängigkeitsverhältnissen eine Rolle. Das Spirituelle sei „Faszinosum und Tremendum“ und durch die große Nähe von Sexualität und Spiritualität könne Letztere als Einfallstor dienen. Theologische Fragen wirft auch das Thema der Schuld auf. Sie sei immer individuell und müsse konkret benannt werden, auch Nichthandeln und Wegsehen.

Während der anschließenden Diskussion kamen viele persönliche Erfahrungen, vor allem mit den bereits stattgefundenen Schulungen zur Sprache. Bernhard Seiger gab Auskunft über die konkreten Abläufe in Verdachtsfällen und seine Rolle als Stadtsuperintendent. Es ging aber auch um die Frage der Balance zwischen Vertrauen und notwendiger Prävention. Pfarrerin Almuth Koch-Torjuul zog interessante Parallelen zum kritischen Umgang mit dem Schuldbegriff in der feministischen Theologie und Bernhard Seiger forderte: „Wir müssen die Kreuztheologie neu denken!“ Nicht mehr (allein) der Sünder dürfe Trost und Vergebung unter dem Kreuz finden, sondern dort solle vor allem Platz für das Leid der Opfer bzw. Betroffenen sein. Auch die traditionellen Schuldbekenntnisse müssten angesichts der Studienergebnisse überdacht und ggf. neu formuliert werden.

„Wir dürfen nicht zu schnell mit Versöhnung kommen“, forderte Seiger. „Es ist nicht die Aufgabe der Betroffenen zu vergeben.“ Er blickte auch in die Zukunft: „Wir machen Fortschritte. Wir sehen hin und werden sprachfähiger.“

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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Diskussion zur Zukunft der Kirchensteuer: Herausforderungen und Lösungsansätze

„Kirchensteuer ohne Ende – das Ende der Kirchensteuer?“: Die Zukunft der Kirche hängt ganz wesentlich mit der Zukunft ihrer Finanzierung zusammen. Doch wie könnte die aussehen? Darüber diskutierten in der Karl Rahner Akademie Dr. Anna Ott (seit dem 1. September Kanzlerin der Kurie in Mainz), Gordon Sobbeck (Finanzdirektor und Ökonom des Erzbistums Köln) und Superintendent Markus Zimmermann (Vorsitzender des Ständigen Finanzausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland) in der Karl Rahner Akademie. Der ökumenische Abend wurde moderiert von Norbert Bauer, Leiter der Karl Rahner Akademie, und Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie.

Norbert Bauer erinnerte sich an ein Gespräch, das er zu Beginn seines Studiums mit Oswald von Nell-Breuning führen durfte. Der habe ihm geraten: „Lesen Sie jeden Tag den Wirtschaftsteil der Zeitung! Das brauchen Sie als Theologe.“ Sehr eindrücklich seien die unmittelbaren Auswirkungen der sinkenden Kirchensteuereinnahmen für ihn geworden, als das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Köln beschließen musste, dass man sich von zwei Kirchen (Thomaskirche und Lutherkirche) als Gottesdienstorten trennt. Gründe seien neben der sinkenden Zahl der Kirchenmitglieder, wie sie beispielsweise die „Freiburger Studie“ und die „Projektion 2060“ prognostizieren, die demografische Entwicklung sowie persönliche Entscheidungen.

Historischer Überblick auf das „System Kirchensteuer“

Bevor die Podiumsgäste miteinander ins Gespräch kamen, gab Dr. Anna Ott einen historischen Überblick und erläuterte das „System Kirchensteuer“ aus katholischer Perspektive.

Seinen Ursprung hatte diese Form der Finanzierung in den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 19. Jahrhunderts, insbesondere im Reichsdeputationshauptschluss von 1903.

Sinkende Pfründeeinnahmen und die Ablösung des Zehnt sollten durch die Einführung einer Pflichtabgabe ausgeglichen werden. Ott bescheinigte dem „System Kirchensteuer“ eine „hohe Funktionalität und, abgesehen von der Umstellung von der Orts- auf die Diözesankirchensteuer in den 50er Jahren, eine beachtliche Kontinuität.“ Auch waren kirchliche Ausgaben so besser planbar.

Kirchensteuer in Deutschland sehr stark rechtlich verankert

Die Kirchensteuer sei in Deutschland sehr stark rechtlich verankert, erklärte Ott. Sie sei verfassungskonform und nur mit einer 2/3-Mehrheit zu ändern. Die Verwendung sei eng an kirchliche Aufgaben geknüpft: Gottesdienste, Werke des Apostolats und der Caritas sowie der Unterhalt der Angestellten. Daraus ergebe sich auch eine Sorgfaltspflicht im Umgang mit den Geldern.

Anhand einer Grafik veranschaulichte Anna Ott dann die Zusammensetzung und die Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen des Erzbistums Köln von 2008 bis 2018. Maßgeblich sind die drei Komponenten Lohnsteuer, Einkommenssteuer sowie die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Hinzu kommen (in sehr geringem Maße) Einnahmen aus dem „besonderen Kirchgeld“, das gut verdienende Personen zahlen, die selbst nicht Mitglied einer Kirchensteuer erhebenden religiösen Vereinigung sind, jedoch mit einem weniger gut verdienenden Kirchenmitglied verheiratet sind.

Dass eine fehlende Kirchenmitgliedschaft ähnliche Folgen nach sich zieht wie eine Exkommunikation, kritisierte Anna Ott als unverhältnismäßig, zumal es keine Prüfung der Motive gebe.

Wofür wird die Kirchensteuer verwendet?

Offensichtlich hat die Institution der Kirchensteuer nicht nur ein demografisches, sondern auch ein Akzeptanz-Problem. Die durch Säkularisierung, Intransparenz und Skandale bestärkte Entfremdung führt zu weniger Taufen und einer steigenden Zahl von Kirchenaustritten, weniger Kirchenmitglieder wiederum bedeuten weniger Kirchensteuerzahlende. Darin könne aber auch eine Chance liegen, stellte Ott fest. Die Frage „Wofür wird die Kirchensteuer verwendet?“ und die damit verbundene Verantwortung rücke wieder stärker in den Fokus.

Ältere, sehr optimistische Prognosen besagten zwar, dass die Einnahmen aufgrund der positiven Lohnentwicklung nominal noch eine Weile steigen würden, faktisch erhielt bereits im Jahr 2023 die Römisch-Katholische Kirche in Deutschland etwa 6,51 Milliarden Euro (330 Millionen Euro bzw. 5 Prozent weniger als im Vorjahr) Kirchensteuer und die Evangelische Kirche nahm 5,9 Milliarden Euro (5,3 Prozent weniger als im Vorjahr) ein. Zudem sinke die Kaufkraft des Geldes.

Breitere Finanzierung der Kirchen

Anna Ott beließ es aber nicht bei der historischen Herleitung und der Darstellung der gegenwärtigen Situation, sondern zeigte auch Handlungsoptionen auf: Zum einen riet sie den Kirchen, sich in Hinblick auf ihre Finanzierung breiter aufzustellen, zum anderen, das Sparpotential von Priorisierung und Profilierung zu nutzen und innerhalb des Systems zu reformieren, beispielsweise indem Spenden von der Kirchensteuerlast abgezogen werden können.

Kirchensteuerhoheit bei den Gemeinden

Zu Beginn der anschließenden Diskussion wies Superintendent Markus Zimmermann darauf hin, dass in der evangelischen Kirche die Kirchensteuerhoheit bei den Gemeinden liegt. Etwa 21 Prozent würden für landeskirchliche Aufgaben verwendet. Allerdings zahlten immer mehr Menschen, z.B. Rentner*innen oder Geringverdiener*innen, keine Kirchensteuer (mehr). Die Gemeinden müssten sich verändern. So werde sein Kirchenkreis Köln-Nord von 16 auf 12 Gemeinden „schrumpfen“ und man müsse mehr als zehn Kirchen abgeben. Als Beispiel nannte er seine Heimatgemeinde, die Begegnungsgemeinde. Dort wurden beide Kirchen zugunsten eines (mittlerweile mit dem Kölner Architekturpreis ausgezeichneten) Neubaus aufgegeben. Schließlich wies der Superintendent auf zwei zukünftige Herausforderungen hin: Alle Gemeinden müssen bis 2026 über ihre Gebäude entscheiden und bis 2035 klimaneutral sein.

Gordon Sobbeck stellte fest: „Das Erzbistum hat sich auf den Weg gemacht!“ Im „Wirtschaftlichen Rahmenplan 2030“ habe man eine Perspektive entwickelt und die Prozesse daraufhin ausgerichtet  „Ich bin ein Verfechter des Systems Kirchensteuer!“, bekannte der ehemalige Kämmerer. Es handele sich um ein Solidarsystem, in dem 25 Prozent der Zahlenden etwa 85 Prozent des Aufkommens erbringen. Die Kirchensteuer ermögliche Unabhängigkeit und eine Änderung des Systems würde zu großen Umwälzungen führen.

„Warum Kirchensteuer?“ – „Weil ich meinen Beitrag leisten möchte.“

Norbert Bauer brachte eine Idee aus Österreich ins Spiel, wo 50 Prozent der Steuer einem konkreten Zweck zugeordnet werden können. Markus Zimmermann bemerkte, dass das „Ortsgemeindedenken“ zunehmend überholt sei. Spendenbereitschaft sei vorhanden. „Wir müssen viel mehr ermöglichen“, forderte Zimmermann und skizzierte die Vision einer „einladenden Kirche“. Auf die Frage „Warum Kirchensteuer?“ sollte die Antwort lauten können: „Weil ich meinen Beitrag leisten möchte.“

Gordon Sobbeck verwies – in Analogie zu den evangelischen Konzepten – auf zwei wesentliche Strategiepläne des Erzbistums: den Nachhaltigkeitsplan und ein Verfahren zur Priorisierung. „Künftig darf auch die Frage nach der Wirkung der eingesetzten Mittel eine Rolle spielen“, forderte er. Als Martin Bock nach den ökumenischen Schnittstellen in der Debatte fragte, zeigte sich Anne Ott überzeugt: „Politische Veränderungen können die beiden großen Kirchen nur gemeinsam durchsetzen.“

Optimistischer Blick auf die notwendigen Fusionsprozesse

Markus Zimmermann setzte den eher pessimistischen Zukunftsaussichten einen optimistischen Blick auf die notwendigen Fusionsprozesse entgegen. „Die Gemeinden entdecken einander“, schilderte er seine Erfahrungen und ermunterte, sich „über den eigenen Tellerrand zu bewegen“. Dem Bekenntnis des Superintendenten „Ich bin ein totaler Fan von Fusion!“ setzte Anna Ott entgegen: „Fusionsprozesse müssen sehr gut begleitet sein.“

Das Publikum in der Karl Rahner Akademie bewegte die Frage nach der Verweigerung eines katholischen Begräbnisses für Nicht-Kirchenmitglieder. Auf dem Podium war man sich einig, dass dafür pragmatische Lösungen vor Ort gefunden werden müssten (und bereits werden).  Eine weitere Frage aus dem Auditorium zielte auf die Anrechnung der Immobilienerträge auf den Kirchensteueranteil. Markus Zimmermann erläuterte daraufhin, dass ein Finanzausgleich stattfinde. Auch kritisierte er die Haltung der ehemaligen Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die Kirchengebäude als Allgemeingut ansieht und eine Aufgabe für nicht zulässig hält.

Das „ökumenische“ Fazit des Abends lieferten schließlich Anna Ott, die darauf hinwies, dass es das „perfekte System“ nicht gebe und Martin Bock, der feststellte, dass „die Mittel schwinden und die Aufgaben wachsen“.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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