„Gott sorgt für uns“: Maike Pungs als Pfarrerin in Köln-Widdersdorf eingeführt
Evangelische Heilig Geist Gemeinde Köln Land: Der Name kommt vielen Gemeindegliedern noch nicht wirklich flüssig über die Lippen. Seit dem 1. Januar sind die Evangelischen aus Pulheim, Widdersdorf, Stommeln, Sinnersdorf, Geyen, Sinthern, Manstedten und Stommelerbusch unter einem Dach zusammengefasst und dabei, sich immer besser kennenzulernen. Umso glücklicher ist man, Maike Pungs zu haben, die Pfarrerin in der neuen Gemeinde ist. Die kennen die Gemeindeglieder schon länger. In einem Gottesdienst im Widdersdorfer Gemeindehaus wurde Pungs in ihr „neues“ sozusagen erweiterte Amt eingeführt.
Den feierlichen Akt übernahm Ronja Voldrich, Pfarrerin der Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft und stellvertretendes Mitglied des Bevollmächtigtenausschusses des Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch. Der Gottesdienst-Raum im Gemeindehaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Abgesandte aller früheren Gemeinden waren zahlreich vertreten. Maike Pungs: „Wir stehen vor Herausforderungen: Weltweit, in den Gemeinden und ich auch persönlich“, sagte die Pfarrerin. Maike Pungs verwies in ihrer Predigt auf Genesis 2, 4-9, 15. „Da machte Gott der Herr den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase.“ Gott habe am Anfang viel zu tun gehabt. Gott habe aus Staub Menschen gemacht, keine Superhelden. „Wir stoßen immer wieder an unsere Grenzen.“
„Er schenkt uns die Freude, wenn etwas gelingt“
An den Atem Gottes könne man sich erinnern, wenn einem die Puste ausgehe. Wichtig sei in dieser Schöpfungsgeschichte, dass zuerst der Garten da gewesen sei, bevor Gott den Menschen schuf. „Gott sorgt für uns. Aber der Mensch ist vorgesehen als Gärtner, nicht als Eigentümer des Gartens. Er soll bewahren, und das heißt beschützen. Er soll düngen und gießen. Er soll Gutes bewahren, Dinge loslassen und, wo nötig, Neues wachsen lassen, was in die Zukunft weist.“
„Pfarrerinnen und Pfarrer sind oft Begleiter und Begleiterinnen von Übergängen“, erklärte Ronja Voldrich zu Beginn der Einführung und nannte Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen als Vergleiche. „Vor einem Dreivierteljahr wurden hier aus zwei Gemeinden eine. Das ist nicht immer einfach. Und manchmal auch kein Spaß.“ Sie habe sich sehr gefreut, Maike Pungs in die veränderte Pfarrstelle einführen zu dürfen. „Dafür hat noch nicht einmal die Landeskirche ein Formular. Und eigentlich hat sie für Alles das passende Formular“, brachte sie die Gemeindeglieder zum Lachen. Es stehe ihr nicht an, einer gestandenen Pfarrerin zu sagen, was sie in ihrem Amt zu tun und zu lassen habe, sagte Voldrich, als es ganz „offiziell“ wurde. Und: „Andere zu segnen, ist einfach ein Geschenk und macht Spaß.“ Sie stellte die Veränderung der Gemeinde noch einmal mehr unter den Schutz Gottes. „Er schenkt uns die Freude, wenn etwas gelingt.“ Voldrich gab ihrer Kollegin einen Satz aus 2 Timotheus 1,7 mit auf den Weg: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Und sie warf noch einen Blick in die Zukunft: „Es könnte spannend werden. Und abwechslungsreich.“
Maike Pungs wurde in Essen geboren. Ihr Vater war evangelischer Pfarrer. Als Fünfjährige zog sie mit ihrer Familie nach Porz, weil ihr Vater dort eine Pfarrstelle antrat. Theologie studierte Pungs in Wuppertal, Heidelberg und Jerusalem. Und sie begann ein Mathematikstudium, das sie 2005 beendete. Seit 2010 arbeitete die Mutter von drei Kindern als Pfarrerin in Sinnersdorf.
Text: Gabi Bossler
Foto(s): Gabi Bossler
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