Kirche2go fragt: Warum feiern wir eigentlich den Buß- und Bettag? Laura Kadur erläutert, was dahinter steckt und welche Rolle der Buß- und Bettag für ihr Leben spielt. Der Buß- und Bettag lädt uns dazu ein, uns an Schuld zu erinnern, die wir auf uns geladen haben. Dabei sind wir mit unserer Schuld nicht alleine, denn Schuld ist etwas sehr Menschliches. Dieser besondere Tag erinnert uns auch daran, dass wir jederzeit die Gelegenheit haben, unser Schicksal zu verändern und macht uns Mut, umzukehren.
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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:
Ab Mitte November überschlagen sich immer so ein bisschen die Ereignisse. Und zwar gibt es da einen Feiertag, der leider gar kein Feiertag mehr ist. Das ist der Buß- und Bettag. Ich glaube, dass der Buß- und Bettag ein Tag der Umkehr ist. Also der uns immer wieder daran erinnert, all das, was wir angehäuft haben, an Schuld also, wo wir uns persönlich schuldig fühlen. Da sind wir immer wieder in der Lage, diesen Weg zu verlassen und zurückzukehren. Das ist ein total schwieriges Bild, denn wenn man so ganz verstrickt ist in sich selber, dann sieht man manchmal auch überhaupt keinen Ausweg und denkt Umkehr, was soll das denn heißen. Das ist ein blöder biblischer Begriff, das hat überhaupt nichts mit meinem Leben zu tun. Also wenn ich darüber nachdenke, was Umkehr heißt, dann ist das nicht immer das große Ganze, sondern es fängt quasi im Kleinen an. Also mit einer Sache am Tag, die ich anders mache als sonst, oder mit einer Begegnung, die mich so geprägt hat, das ich sage, ich ziehe da ‚was raus für mein Leben. Und das verändert mich. Das ist für mich eine Form, auch der Umkehr, Unschuld zu haben oder schuldig zu werden. Das ist was nur menschliches und es ist gut und wichtig, dass wir an diesen Tag denken, auch wenn wir ihn gar nicht mehr feiern – leider nicht mehr feiern – aber es ist gut zu wissen, es gibt solche Tage, die uns daran erinnern: Du machst Fehler, aber du bist jederzeit in der Lage, diese Fehler hinter dir zu lassen, umzukehren, einen neuen Weg einzuschlagen, den Kurs nochmal auszurichten, sich noch mal ein bisschen selber anzuschauen, wie mache ich es eigentlich oder was kann ich ändern an mir. Und deshalb finde ich den Buß- und Bettag so wichtig.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/11/kaldur.jpg7201280https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-22 08:00:002023-11-29 09:10:07Kirche2go fragt: Warum feiern wir den Buß- und Bettag?
In der kommenden Woche laden verschiedene Wochentipps ein: In Lechenich findet im Rahmen von „Das Buch für die Stadt“ eine Lesung des Kriminalromans „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher statt. In Köln-Rath-Ostheim können Besucher ein Konzert mit Harfenklängen von Simone Sorgalla erleben. Im Evangelischen Gemeindezentrum Pesch präsentiert der Kabarettist Fatih Çevikkollu sein neues Programm „Zoom“. Die Orgelfestwochen in Junkersdorf finden einen krönenden Abschluss mit einem Konzert von Cristina Esclapez und Frank Stanzl. Und in der Erlöserkirche Weidenpesch wird das 50. Jubiläum der Philipp Nicolai-Orgel mit einem Benefizkonzert gefeiert. Außerdem findet ein Einführungsgottesdienst für den neuen Geschäftsführer des Evangelischen Jugendreferates Köln und Region, Daniel Drewes, in der Kartäuserkirche statt. Außerdem gibt es verschiedene Veranstaltungen im Rahmen der „Orange Days“.
23.11.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Lechenich
Ev. Gemeindezentrum Lechenich, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt-Lechenich Erftstadt liest: Volker Kutscher „Der nasse Fisch“
Lesung im Rahmen von „Das Buch für die Stadt“
Zu einer spannenden Lesung im Rahmen von „Das Buch für die Stadt“ lädt die Evangelische Kirchengemeinde Lechenich am Donnerstag 23. November, 19 Uhr, ins Gemeindezentrum Lechenich, An der Vogelrute 8, ein. Das Lese-Team von „Erftstadt liest das ganze Buch“ wird in fünf aufeinanderfolgenden Abenden ab Montag, 20. November, jeweils 19 Uhr an verschiedenen Orten in Erftstadt-Lechenich den Kriminalroman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher vorlesen. Die Lesungen finden an folgenden Orten in Lechenich statt: Buchhandlung Köhl, Bonner Straße 17, Vorleser: Jörg Neuburg; Stadtbücherei, Bonner Straße 29, Vorleser: Ingo Rehling; Bistro am Minigolf-Platz, Johann-Kiel-Promenade 1, Vorleserin: Anette Dewitz; Gemeindesaal Evangelische Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, Vorleser: Mirco Sobetzko; ALTERnatives wohnen, Steinstraße 20, Vorleserin: Clelia Meyer. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Um Anmeldung in der Buchhandlung Köhl unter Telefon 02235/955510 oder per E-Mail an joerg.neuburg@koehl-buecher.de wird gebeten. www.kirche-lechenich.de
25.11.2023, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim
Auferstehungskirche Ostheim, Heppenheimer Straße 7, 51107 Köln Konzert in der Auferstehungskirche
Harfenspiel mit Simone Sorgalla
Am Samstag, 25. November, 18 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim zu einem Konzert mit Simone Sorgalla in die Auferstehungskirche Ostheim, Heppenheimer Straße 7, ein. Die Ostheimerin singt und spielt Harfe. Der Eintritt ist frei. www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de
25.11.2023, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch
Ev. Gemeindezentrum, Montessoristraße, 50767 Köln „Zoom“ mit Fatih Çevikkollu
Kabarett im Evangelischen Gemeindezentrum Pesch
Der Kabarettist Fatih Çevikkollu ist am Samstag, 25. November, 20 Uhr, zu Gast im Evangelischen Gemeindezentrum Pesch, Montessoristraße 15, und präsentiert sein neues Programm mit gewohnt hintergründiger Gesellschaftskritik. „Zoom ist das analoge Lagerfeuer in Zeiten digitaler Kälte: es wärmt, unterhält und bringt zum Lachen“, beschreibt Fatih Çevikkollu sein erstes Programm nach der Corona-Zwangspause. Der Eintritt kostet 20 Euro. Tickets können per E-Mail an karten@dem-himmel-so-nah.de vorbestellt werden. www.dem-himmel-so-nah.de
25.11.2023, 20:00
Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln Die Orgelfestwochen in Junkersdorf gehen zu Ende
Abschlusskonzert in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
Zum Abschluss der Orgelfestwochen an der Evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Junkersdorf, Birkenallee 20, lädt Organist Frank Stanzl zu einem Konzert am Samstag, 25. November, 20 Uhr, ein. Cristina Esclapez aus Barcelona (Klavier) und Frank Stanzl (Orgel) spielen Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, César Franck sowie Alexander Nikolajewitsch Scriabin. Der Eintritt kostet 15 Euro. www.ev-in-junkersdorf.de
26.11.2023, 18:00
Evangelische Immanuelgemeinde Köln-Longerich / Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch
Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, 50737 Köln 50 Jahre Philipp Nicolai-Orgel
Benefizkonzert in der Erlöserkirche Weidenpesch
Am Sonntag, 26. November, 18 Uhr, blicken die Evangelische Immanuelgemeinde Köln-Longerich und die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch auf die Adventszeit und feiern das 50. Jubiläum ihrer Orgel mit einem gemeinsamen Benefiz-Konzert zugunsten der Kirchenmusik. In der Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflinger Straße 9, erklingt ein abwechslungsreiches Programm mit feierlicher Orgelmusik. Mit dabei sind verschiedene Organisten, unter anderem auch Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk aus Wuppertal. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. www.kirche-mauwei.de
27.11.2023, 16:00
Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln Daniel Drewes ist neuer Geschäftsführer des Evangelischen Jugendreferates Köln und Region
Einführungsgottesdienst mit Superintendent Bernhard Seiger
Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region lädt zur Einführung von Daniel Drewes in sein Amt als Geschäftsführer des Evangelischen Jugendreferates Köln und Region am Montag, 27. November, 16 bis 21 Uhr, in die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, ein. Die Einführung erfolgt durch Pfarrer Bernhard Seiger, Superintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Im Anschluss an den Gottesdienst findet im Evangelischen Jugendreferat, Kartäuserwall 24b, ein Umtrunk statt. Um Anmeldung unter www.juref.evangelische-jugend.koeln/online-anmeldung wird gebeten. www.evangelische-jugend.koeln
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/Cream-and-Green-Harp-Concert-St.-Patricks-Day-Instagram-Post-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-21 23:00:002023-11-28 23:10:06Unsere Wochentipps: Harfenspiel, Kabarett mit Fatih Çevikkollu und Orgel-Benefiz-Konzert
Ein weites, hohes Metallgestell im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums/Fondation Corboud. Darin, von orangefarbenen Gurten gehalten, hängt Finja Sander. Sechzig Minuten verbringt sie in dieser relativ waagerechten Haltung. Hin und wieder senkt sie zur Entspannung der Halsmuskulatur ihren Kopf. Wohl die meisten Besuchenden, die das Bild auf Abstand sitzend, näher umkreisend oder in direkter Nähe wahrnehmen, wissen um den Hintergrund.
Im Januar dieses Jahres startete die 1996 in Hildesheim geborene Künstlern die zwölfteilige Reihung „Für Morgen“. Ihre Performance geht aus vom „Güstrower Ehrenmal“, auch „Schwebender“ genannt. Ernst Barlachs Bronzeplastik mit den Gesichtszügen von Käthe Kollwitz wurde 1927 im Dom der mecklenburgischen Stadt Güstrow installiert und unter den Nationalsozialisten 1941 eingeschmolzen. Glücklicherweise gab es schon Anfang 1939 eine von einem ehemaligen Mitarbeiter des 1938 verstorbenen Künstlers initiierte Sicherungskopie des Werkes. Diese kam 1952 in die evangelische Antoniterkirche nach Köln. Ein Drittguss hängt seit 1953 im Güstrower Dom.
Citykirchenpfarrer an der Antoniterkirche Markus Herzberg
Idee und Form des „Schwebenden“ regten Sander an, „verschiedene Mechanismen des kollektiven Erinnerns“ zu untersuchen und weiterzudenken. Ihre Reihung startete im Januar dieses Jahres auf dem brandenburgischen Truppenübungsplatz Döberitzer Heide und gastierte bislang etwa in der Museumshalle Barlachmusseen in Güstrow und im Berliner Olympiastadion. Zehnte Station bildete nun das Museum in Köln. Teil der Veranstaltung, die in Kooperation des Käthe Kollwitz Museums Köln mit den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e. V. durchgeführt wurde, war ein von Lynn B. Busch geleitetes Künstlerinnengespräch. Neben Sander, die im Sommer 2022 ihr Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin abgeschlossen hat, beteiligten sich daran Katharina Koselleck (Direktorin des Käthe Kollwitz Museums Köln) und Markus Herzberg (Citykirchenpfarrer an der Antoniterkirche).
Skulptur der „Trauernden Eltern“ von Kollwitz in der Kirchenruine Alt St. Alban
Finja Sander bediene sich auf bewegende Weise dieser Figur, stellte die Moderatorin fest. Sie gebe ihre Körperlichkeit ein Stück auf, um ein plastisches Objekt zu werden. Busch und Koselleck informierten, dass Barlach und Kollwitz eine tiefe gegenseitige Wertschätzung verbunden habe. Nun sitze man hier in direkter Nachbarschaft einer Kopie der Skulptur der „Trauernden Eltern“ von Kollwitz in der Kirchenruine Alt St. Alban. Sie war die erste Gedenkstätte des Bundes für die Gefallenen beider Weltkriege. Man habe das Projekt von Sander schon länger im Blick, sagte Koselleck. Gerne hätte man es im Kollwitz-Museum gezeigt. Aber das sei derzeit geschlossen. Aber wie sich jetzt herausstelle, sei dieser Ort hier viel mehr geeignet, vis-à-vis der „Trauernde Eltern“.
Seit fünf Jahren ist die Performance Sanders Medium. Ausgehend vom fotografischen Selbstporträt sei sie zur Performance gelangt. „Seitdem lässt mich das nicht mehr los: der körperliche Ausdruck, mein körperlicher Ausdruck.“ Ihr Talent liege vor allem in der statischen Haltung. Spannend finde sie die Vielfalt des Mediums, auch die ortsspezifische Wahl – die Möglichkeit, „mich immer wieder an Orte oder Geschehnisse, an Gesellschaften anzupassen“. Das „Güstrower Ehrenmal“ sei ihr natürlich bekannt gewesen. Als sie vor rund vier Jahren erstmals in Mecklenburg vor ihm gestanden habe, „war das noch mal etwas ganz anderes“. Es sei sehr, sehr bewegend gewesen. „Weil diese Figur einfach eine unheimliche Ausstrahlung hat und fast eine Aggression in ihrer Gerichtetheit, in ihrer Konsequenz, wie sie konzipiert wurde.“ Sie denke alles von ihrem Körper aus, erklärte Sander. Und ihr Körper selber sende starke Signale, wenn sie sich für etwas interessiere. So habe sie begonnen, „den Gedanken auszufeilen, mich mit Barlach und dem ´Schwebenden´ auseinanderzusetzen“.
„Und dann kamst du wahrscheinlich schnell auf die Themen Denkmalgeschichte und Erinnerungskultur?“, fragte Busch. Wenn man von ihrer Verfassung, von ihrem Körper als Medium ausgehe, formulierte Sander, „dann habe ich den eigenen Körper und andere Körper als Konservatoren von Erinnerung und Erlebnissen angesehen“. Dahingehend sei der Schritt ins Politische, ins Gesellschaftliche gar nicht mehr so weit. Den Schwerpunkt auf den Nationalsozialismus könne sie gar nicht so einfach verorten. Deshalb nicht, weil der „Schwebende“ und seine Werkgeschichte viel umfassender seien. Jedenfalls stelle die Plastik ein entschiedenes Gegenbeispiel zu den Ehrenmalen des Ersten Weltkrieges dar, die sehr oft heroische idealisierende Darstellungen des Heldentodes verkörperten.
Viele der für die Performance-Reihung gewählten Orte stünden in Bezug zu Barlach oder zum Nationalsozialismus, flocht Busch ein. Sich diesen Orten zu stellen, sei wirklich sehr intensiv, reagierte Sander. „Wir können noch so gut planen.“ Jedes Mal passiere irgendetwas anderes. „Da wird die Realität konfrontiert mit einer künstlerischen Setzung – mit einem durchaus ernsthaften Ausdruck.“ Mitunter wunderten sich die Menschen. „Sie lassen sich davon einnehmen. Und es ist immer wieder faszinierend, was da passiert.“
Tiefe durch Wiederholung
Mit dem Rhythmus der monatlichen, jeweils 60-minütigen Performance spiele sie auch auf die Grenzen eines wiederkehrenden Rituals an, erklärte Sander. „Das, was wir jährlich immer wieder in Prozessionen, in Gedenkfeiern zelebrieren.“ Gleichzeitig sei ihr die Konsequenz wichtig. Im September 2022 habe sie ihre Idee der Performance in einer Skizze in einer Leipziger Galerie gezeigt. Da sei ihr bewusstgeworden, dass diese Arbeit Tiefe durch Wiederholung erhalte. Die Wiederholung sei im Gegensatz zu vielen jährlichen Gedenkzeremonien kein unterbewusst wahrgenommenes Ritual, das zum Plan dazugehöre. Vielmehr finde hier die Wiederholung in einer Art Konzentration, einer Art Manifestierung statt. Diese nehme mit auf, wie ernst es ihr sei mit dieser Darstellung. „Es ist eben kein flüchtiger Moment.“
Herzberg ging zunächst ein auf die wechselvolle Geschichte des „Güstrower Ehrenmals“. Von den Nationalsozialisten sei auch Barlachs Kunst und damit der „Schwebende“ als „entartet“ diffamiert und aus dem öffentlichen Raum entfernt worden. Seit Mai 1952, mit ihrer Wiedereinweihung nach der schweren Beschädigung im Krieg, befinde sich der Zweitguss in der Antoniterkirche. Die Gemeinde habe ihn bewusst in der nördlichen Chornische installiert. Dort habe im „Dritten Reich“ ein mit einer Hakenkreuzflagge geschmückter Seitenaltar gestanden. „Die Deutschen Christen konnten dort Führer, Volk und Vaterland huldigen.“ Die Gemeinde habe den „Schreckensort“ weggerissen und das Friedensmahl von Barlach genau dort platziert, erinnerte Herzberg.
Dort werde ja nicht nur der Toten des Ersten Weltkrieges, sondern auch des Zweiten Weltkrieges gedacht, so Busch. Diese Erweiterung der Gedenkplatte sei später nochmal anders, und zwar zeitlich in 1933 bis 1945 gestaltet worden. Als er vor 13 Jahren an die Antoniterkirche gekommen sei, habe er begonnen sich intensiver damit zu beschäftigen, was Barlach mit dem Werk beabsichtigt habe, sagte Herzberg. Warum er die damalige Gedenkkultur so wunderbar durchbrochen habe. Indem er eben die reelle Seite des Krieges, Schrecken und Tod, das Ende von Menschlichkeit habe zeigen wollen.
Die darunterliegende Platte mit den Weltkriegszahlen habe die Absicht des Künstlers eigentlich konterkariert. Dadurch hätten wir wieder unseren Fokus mit Mahnmalen und unserer Gedenkkultur.
„Was ist dieses Mahnmal heute für uns?“
Aber wir müssten schauen, wie uns dieses Kunstwerk beeinflusse. „Was ist dieses Mahnmal heute für uns?“ Es sei eben mehr als das Gedenken an die Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Daher „haben wir die Zahl des Zweiten Weltkrieges ummeißeln lassen und die 33 aus der 39 gemacht“. Dadurch habe man dieses Mahnmal Barlachs so geweitet, dass sich alle Opfer wiederfinden könnten. Damit könne man an diesem Ort an alle Menschen denken, die unter Schrecken, Krieg, Diktatur, Unterdrückung litten. „Und so nutzen wir bewusst dieses Kunstwerk, wie man auch jetzt sehen kann“, berichtete Herzberg vom Beispiel der neben dem „Schwebenden“ als Friedensgebet aufgestellten Kerze mit dem hebräischen Wort Shalom und dem Davidstern
Wenn man das höre, merke man nochmal sehr deutlich, dass wir heute mit diesen Denkmälern lebten, reagierte Koselleck auf Herzbergs Ausführungen. Wir interpretierten sie immer wieder neu. Wenn wir zurückdächten an Initiatoren von Denkmalen, etwa Kriegervereine nach dem Ersten Weltkrieg, würden wir den großen Unterschied feststellen zur damaligen Kirchengemeinde in Güstrow. Was Koselleck so bemerkenswert findet: Barlach und Kollwitz verbindet so stark auch ideell im Gedenken der Toten der Verzicht auf Militarismus, Waffen, Uniform, ebenso das Reduzieren auf das Menschliche, auf den humanistischen Gedanken dahinter. Deshalb findet die Museumsdirektorin es nicht so überraschend, dass Finja Sander sich auf ein solches Projekt einlässt. Ihr sei wichtig, dass Barlach dem „Schwebenden“ eine universelle Form verliehen habe, so Sander. Man könne bis heute nicht wirklich sagen, ob er männliche oder weibliche Züge habe und welcher gesellschaftlichen Schicht er angehöre.
Die Publikumsfrage, inwieweit eine solche Performance das Gedenken und Nachdenken in die nächste Generation trage, bezeichnete Sander als vielschichtig. Ihre Aufführung könne ein guter Impuls sein, wenn dieser weitergetragen werde. Sie sehe sich aber nicht als belehrende Person. „Ich mache nur meine Arbeit.“ Wenn dann aber doch ein gewisser Gedanke greife und das im besten Fall eine gesellschaftliche Wirkung habe, „freut mich das besonders“.
Markus Herzberg: „Nachdenken über unsere Erinnerungskultur“
„Ich war erstmal erstaunt, welche Parallelen im Gesichtsausdruck von Finja Sander zum Schwebenden bestehen“, teilte Markus Herzberg nach der Veranstaltung seine Empfindungen. „Darüber hinaus hat sie mich zum Nachdenken über unsere Erinnerungskultur angeregt.“ Als klug bezeichnete er die Entscheidung, diese Kunstaufführung nicht in unmittelbarer Nähe zum originalen Kunstwerk zu inszenieren. „Denn es geht hier ja nicht um eine originalgetreue Kopie, die dann in Konkurrenz oder Vergleichbarkeit zum ´Schwebenden´ tritt. Sondern die Performance will vielmehr die Intention Barlachs vertiefen bzw. neu anregen über Mahnmäler nachzudenken.“ Zudem stelle sie für ihn auch eine Anfrage an unsere Gedenkkultur. „Am Beispiel der Kaiserdenkmäler wäre dabei ein neuer Gedanke, dass diese zu Verehrung des Kaisers aufgestellten Werke heute als eine Form des Mahnmals zur Geschichte der Kolonialzeit neu zu denken wären.“
Die Performance soll auch nach Ende der Reihe in unregelmäßigen Abständen und auch über die Grenzen Deutschland hinaus wiederholt werden.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/DSC_7724.Performance-Finja-Sander-im-Wallraf-Richartz-Museum.-c-E.-Broich-scaled-e1699517003939.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-20 23:00:002023-11-27 23:00:11Performance von Finja Sander zu Barlachs Schwebendem im Kölner Wallraf-Richartz-Museum
Der Buß- und Bettag ist immer der Mittwoch zwischen dem Volkstrauertag und dem Ewigkeitssonntag – in diesem Jahr der 22. November. An diesem Tag finden in Köln und der umliegenden Region zahlreiche Gottesdienste und Andachten statt. Der Buß- und Bettag ist in der Evangelischen Kirche ein Tag der Besinnung und Neuorientierung. In verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden werden ökumenische Gottesdienste, Wortgottesdienste und Abendgebete abgehalten, bei denen Gläubige und Interessierte die Möglichkeit haben, innezuhalten, sich zu besinnen und die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Von Braunsfeld über Niehl-Riehl bis hin zu Bergisch Gladbach und vielen weiteren Orten versammeln sich Menschen, um den Buß- und Bettag gemeinsam zu begehen.
Obwohl der Festtag im kirchlichen Leben der Protestanten tief verankert ist, verlor er im Jahre 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung seinen gesetzlichen Schutz und ist seitdem – außer in Sachsen – kein gesetzlich geschützter deutscher Feiertag mehr.
KÖLN
22.11.2023, 11:00 Evangelische Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld
Evangelische Clarenbach-Kirche Braunsfeld, Aachener Straße 458, 50933 Köln Ökumenischer Gottesdienst am Buß- und Bettag Thema: „Unfriede herrscht auf der Erde“
Pfarrerin Graupner, Diakon Bartonitschek www.clarenbachgemeinde.de
22.11.2023, 11:30 Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, Brehmstraße 4-6, 50735 Köln Ökumenischer Wortgottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrer Uwe Rescheleit, Pfarrer Stefan Klinkenberg
22.11.2023, 18:00 Evangelische Gemeinde Köln
St. Severin, Severinskirchplatz, 50678 Köln Ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag in St. Severin
Am Buß- und Bettag dem 22. November, 18 Uhr, laden der evangelische Gemeindebezirk Kartäuserkirche und die katholische Gemeinde St. Severin ein zum ökumenischen Gottesdienst in St. Severin, Severinskirchplatz. Mitwirkende sind unter anderem der Ökumenekreis, Pfarrer Johannes Quirl und Pfarrer Mathias Bonhoeffer. Im Anschluss sind alle Teilnehmenden eingeladen zum Gespräch bei Käse und Wein.
Ökumenekreis, Pfarrer Quirl und Pfarrer Bonhoeffer
22.11.2023, 18:00 Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln Evangelische Messe am Buß- und Bettag „TROTZ DEM“
Pfarrer Herzberg
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Porz
Markuskirche Porz-Eil, Martin-Luther-Straße 38, 51145 Köln Abendgebet mit Abendmahl
Pfarrer Andreas Daniels
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Vingst-Neubrück-Höhenberg
Trinitatiskirche Neubrück, Europaring 31-35, 51109 Köln Ökumenischer-GD mit St. Adelheid Pfarrer G. Breidenbach und Pastor J. Wolke
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 27, 50968 Köln Abendmahlsandacht zum Buß- und Bettag Einladung zu innerer Einkehr und Besinnung
Am Mittwoch, 22. November, 18 Uhr, feiert die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal eine Andacht zum Buß- und Bettag im Martin-Luther-Haus, Mehlemer Straße 27. Buß- und Bettage trugen ursprünglich öffentlichen Charakter. Die Menschen waren angesichts von Notständen und Gefahren zu Buße und Gebet aufgerufen. Obwohl der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde, ist er im evangelischen Kirchenjahr ein wichtiger Feiertag für die persönliche Besinnung. Buße bedeutet hier umkehren oder den Sinn neu ausrichten. Pfarrer Bernhard Seiger gestaltet die Liturgie der Andacht. www.kirche-bayenthal.de
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Lindenthal
Paul-Gerhardt-Kirche, Gleueler Straße 106, 50935 Köln Friedensgebet Pfarrerin Gebhardt und Team
22.11.2023, 18:30 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg
Tersteegenhaus, Emmastraße 6, 50937 Köln Ökumenischer Buß- und Bettagsgottesdienst
Pfarrerin Susanne Beuth und Gemeindereferentin Julia Castor mit Team
22.11.2023, 19:00 Evangelische Gemeinde Köln
Thomaskirche, Neusser Wall 61, 50670 Köln Ökumenisches Friedensgebet am Buß- und Bettag Mit anschließendem Beisammensein In der Zeit vor 1995 war der Buß- und Bettag noch arbeitsfrei. Heute ist das nicht mehr so, doch der Feiertag soll nicht vergessen werden. Deshalb lädt die Evangelische Gemeinde Köln zu einem ökumenischen Friedensgebet mit anschließendem Beisammensein am Mittwoch, 22. November, 19 Uhr, in die Thomaskirche, Neusser Wall 61, ein. In der schön gestalteten Kirche können die Teilnehmenden bei Wein und Käse zusammensitzen, miteinander ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erleben.
Pfarrerin Nicola Landgrebe, Diakon Andreas Mittmann, Pastoralreferent Peter Otten www.thomaskirche-koeln.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim
Ev. Versöhnungskirche Rath/Heumar, Erlöserkirchstr. 1, 51107 Köln Ökumenischer Buß- und Bettagsgottesdienst mit Basardank Pfarrer Gerhard Wenzel
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim
Ev. Auferstehungskirche Ostheim, Heppenheimer Straße 7, 51107 Köln Musikalische Andacht „Gute Nachricht“ am Buß- und Bettag
Der Gospelchor „Go East“ macht Musik
Zu einem meditativen Abendgottesdienst mit dem Titel „Gute Nachricht“ wird am Buß- und Bettag, Mittwoch, 22. November, 19 Uhr, in die Evangelische Auferstehungskirche Ostheim, Heppenheimer Straße 7, eingeladen. Den Gottesdienst hält Prädikantenanwärterin Ulrike Plath. Der Gospelchor „Go East“ macht Musik. www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Nippes
St. Heinrich und Kunigund, Schillplatz, 50733 Köln Buß- und Bettag Ökumenischer Gottesdienst www.lutherkirche-nippes.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Deutz/Poll
Poll, Poller Weg 1, 51149 Köln Ökumenischer Gottesdienst auf dem Poller Marktplatz
Pfarrer Roger Brandl und Team
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Ichthys
Gemeindehaus Unter Gottes Gnaden, Zum Dammfelde 37, 50859 Köln-Widdersdorf Ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag
Es singt der Gospelchor „Thank God It’s Friday“
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Pesch
Ev. Gemeindezentrum, Montessoristraße, 50767 Köln Ökumenisches Friedensgebet am Buß- und Bettag Gottesdienst mit dem ökumenischen Team
Das ökumenische Team lädt herzlich zu diesem Gottesdienst am Buß- und Bettag, Mittwoch, 22. November, 19 Uhr, in die Kirche ein. www.dem-himmel-so-nah.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Junkersdorf
Köln-Junkersdorf, Birkenallee 20, 50858 Köln Gottesdienst Plus an Buß- und Bettag
Pfarrerin Regina Doffing, Lektorin Marie-Luise Weischer
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück/Holweide
Pauluskirche Dellbrück, Thurner Straße 105, 51069 Köln Ökumenischer Abendgottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrer Völkl und N.N. www.eikdh.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Versöhnungskirche, Eisheiligenstraße 32-42, 50825 Köln Gottesdienst am Buß und Bettag
Diakon Eßer und Pfarrer Dross
www.evangelisch-ehrenfeld.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock
Kath. Kirche St. Pius, 50969 Köln -Zollstock Gottesdienst an Buß- und Bettag mit dem Melanchthon-Gospelchor Subsidiar Rainer Fischer und Pfarrer Oliver J. Mahn
22.11.2023, 19:00 Evangelische Nathanael-Kirchengemeinde Köln-Bilderstöckchen
St. Heinrich und Kunigund, Mauenheimer Straße 23, 50733 Köln Ökumenischer Gottesdienst
22.11.2023, 19:00 Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Köln-Raderthal
Philippuskirche, Albert-Schweitzer-Straße 3-5, 50968 Köln Gottesdienst mit Konfirmanden und Katechumenen
Pfarrer Klaus Eberhard
22.11.2023, 19:00 Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim
Immanuel-Kirche, Bonhoefferstraße 10, 51061 Köln Gottesdienst zum Buß- und Bettag
22.11.2023, 19:30 Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald
Tersteegenkirche, Amselstraße 22, 51069 Köln Ökumenischer Gottesdienst zu Buß- und Bettag
Pfarrerin Astrid Krall-Packbier und Team
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Hürth
Friedenskirche in Hürth-Efferen, Martin-Luther-Straße 12, 50354 Hürth Zentraler Gottesdienst an Buß- und Bettag Gottesdienst am Buß- und Bettag
Dieser besondere Tag bietet die Möglichkeit, innezuhalten, sich zu besinnen und die Beziehung zu Gott zu vertiefen – eine Zeit der Umkehr und des Gebets.
PfarrerIn N.N., Kantorin Denise Seidel
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem-Glessen
Erlöserkirche Niederaußem, Oberaußemer Straße 80, 50181 Bedburg-Niederaußem Gottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrer Thorsten Schmitt
22.11.2023, 18:30 Evangelische Kirchengemeinde Brüggen/Erft
Lukaskirche in Brüggen/Erft, Kirchweg 7, 50169 Kerpen Gottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrerin Gesa Francke und die Konfis
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Horrem
Kreuzkirche Horrem, Mühlengraben 10 – 14, 50169 Kerpen-Horrem Gottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrer Greve, Kraus und Ponier
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem-Glessen und Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft
Christuskirche Bergheim-Zieverich, Aachenerstraße 1, 50126 Bergheim Ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrerin Giesen und N.N.
22.11.2023, 19:00 Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde an der Erft
Petrikirche Quadrath-Ichendorf, Lutherstraße 27, 50127 Bergheim Andacht
Pfarrerin Voldrich
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Kerpen
Johanneskirche Kerpen, Filzengraben 19, 50171 Kerpen Besonderer Gottesdienst zum Buß- und Bettag Neue Sichtweisen auf das eigene Leben entdecken
Der Buß- und Bettag ermutigt Christinnen und Christen die eingetretenen Pfade des Alltags zu verlassen, die wichtigen Dinge des Lebens zu bedenken und die eigene Lebensweise zu hinterfragen. In ihrer Predigt im Gottesdienst am Mittwoch, 22. November, 19 Uhr, in der Johanneskirche Kerpen, Filzengraben 19, legt Pfarrerin Dr. Yvonne Brunk die Schriften des Propheten Hesekiel aus dem Alten Testament (Hesekiel 22, 23-31) aus und regt zu den Fragen „Wie gehen wir mit den alten Vorwürfen um?“ und „Wo berührt uns die schonungslose Situationsanalyse?“ www.evangelisch-in-kerpen.de
22.11.2023, 19:00 Evangelische Friedenskirchengemeinde in Erftstadt
Friedenskirche, Schlunkweg 50, 50374 Erftstadt Gottesdienst zum Buß- und Bettag
Pfarrerin Andrea Döhrer
Rheinisch-Bergischer Kreis
22.11.2023, 11:00 Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Heilig-Geist-Kirche, Handstraße 247, 51469 Bergisch Gladbach Gottesdienst zum Buß- und Bettag
22.11.2023, 12:00 Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Kirche Zum Frieden Gottes, Martin-Luther-Straße 13, 51469 Bergisch Gladbach Kita-Andacht
22.11.2023, 18:00 Evangelische Kirchengemeinde Lindlar
Jubilate-Kirche, Auf dem Korb, 51789 Lindlar Gottesdienst mit Abendmahl an Buß- und Bettag
Pfarrerin Jenny Scheier
22.11.2023, 18:00 [ONLINE] Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Kirche Zum Frieden Gottes, Martin-Luther-Straße 13, 51469 Bergisch Gladbach Buß- und Bettag
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Delling
Versöhnungskirche Bechen, St. Antoniusweg, 51515 Kürten Gottesdienst Pfarrer i.R. Von Grumbkow
22.11.2023, 19:00 Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Ev. Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9, 51429 Bergisch Gladbach Buß- und Bettag mal anders
Diakon Rainer Beerhenke
22.11.2023, 19:30 Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Ev. Kirche Refrath, Vürfels 26, 51427 Bergisch Gladbach Ökumenischer Buß- und Bettag in der Ev. Kirche Refrath
Ökumenischer Gottesdienst an Buß- und Bettag – mit Agapemahl und der Möglichkeit zum Gespräch.
Pfarrerin Marion Rauber www.kirche-bensberg.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/Tag.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-17 23:00:002023-11-27 09:00:12Gottesdienste und Andachten am Buß- und Bettag am 22. November
Angesichts des Kriegs in Israel und im Gazastreifen mit unzähligen Toten und Verletzten und menschlichen Leid und Elend hat der Rhein-Erft-Kreis ein öffentliches Zeichen gesetzt. Auf Initiative des Landrats Frank Rock und mit Unterstützung der Bürgermeister der zehn zum Kreis gehörenden Städte versammelten sich zahlreiche Gläubige zu einem ökumenischen Friedens-Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Audomar.
Unter Gestaltung von Superintendent Bernhard Seiger und Kreisdechant Msgr. Achim Brennecke sowie unter Mitwirkung von Presbyter und Prädikant Wolfgang Raspe der Evangelischen Kirche in Frechen begrüßte „Gastgeber“ Pfarrer Christof Dürig die Anwesenden zu dieser besonderen Zusammenkunft und gab die Intention für die nächsten 80 Minuten vor. „Wir werden für den Frieden beten, denn zu viele unschuldige Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, Jüngere wie Ältere leiden in Israel unter brutaler Gewalt.“ Dürig schloss in seine Grußworte auch den griechisch-orthodoxen Erzpriester Athanasios Palaskas aus Brühl ein, der aus Termingründen indes verhindert war, und betonte: „Wir sind alle gemeinsam versammelt im Zeichen des Todes, aber auch der Hoffnung.“
Aufruf zum Zusammenhalt
Eingebettet in emotional berührende Gesangsbeiträge des Chors „Vincent´s friends“ aus Oberaußem und der Gemeinde verlas Superintendent Seiger mit Kreisdechant Brennecke die Stellungnahme des „Rates der Religionen der Stadt Köln zum Terrorangriff der Hamas auf israelische Ortschaften“, dem Seiger als Vertreter der Evangelischen Kirche angehört. Neben der Verurteilung des schrecklichen Angriffs auf die israelische Zivilbevölkerung sei es für den Rat inakzeptabel, „dass Religionen für Terror und Hass missbraucht werden. Ebenso wenig ist verhandelbar, dass die Würde eines jeden Menschen und die Achtung der Menschenrechte das oberste Gut verkörpert, das es zu verteidigen gilt. Inakzeptabel ist es auch, dass religiöse Bekenntnisse oder die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft Gewalt und Terror legitimieren.“ Den lokalen Aufruf zum Zusammenhalt übertrug Seiger auf den Rhein-Erft-Kreis. „Wir hier in diesem Gottesdienst möchten die Bewohner des Kreises gerade in diesen schweren Tagen und Stunden dazu aufrufen, ebenfalls zusammenzuhalten.“
Friedenskerze als Zeichen der Solidarität
Als Zeichen der Solidarität wurde kurz darauf eine große Friedenskerze angezündet, deren Flamme nach der Verteilung kleinerer Friedenskerzen an die Besucher durch die Sitzreihen weitergegeben wurde. Weitere Kerzen, die mit der Weltkugel und weißer Friedenstaube sowie den Worten „Peace, Shalom, Frieden und Pax“ geschmückt waren, konnten nach dem Ende des Gottesdienstes ebenso entzündet und als Zeichen der Verbundenheit mitgenommen werden. Superintendent Bernhard Seiger wandte sich sodann mit einem kurzen Impuls an die versammelte Gemeinde und sprach von einer unruhigen und unübersichtlichen Zeit, in der die Menschen Orientierung suchen.
Bestürzt verwies er auf den Sachverhalt, „dass wir in vielen Ländern und auch bei uns in Deutschland erleben, dass es nicht nur Gleichgültigkeit und Kälte gegenüber den jüdischen Opfern gibt, sondern dass sich offener Antisemitismus Bahn bricht auf Demonstrationen und in den sozialen Netzwerken. Er zeigt sich in Schmierereien an Wänden und Parolen auf Schulhöfen. Man hat fast das Gefühl, Antisemitismus ist salonfähig geworden und nicht mehr nur ein Thema der extremen Rechte, sondern auch in Teilen des linken, des migrantischen und des kulturellen Milieus.“ Seiger rief dazu auf, wachsam zu bleiben und sich für den Dialog und die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkünfte einzusetzen sowie für einen aufrechten Umgang miteinander.
Zehn Puzzlestücke ergeben einen Landkreis
Zur Verlesung der Fürbitten bat der Superintendent Vertreter der zehn Kreisstädte (Erftstadt, Brühl, Wesseling, Hürth, Kerpen, Frechen, Elsdorf, Bergheim, Pulheim und Bedburg) in den Altarbereich, die nach ihrer Bitte unter regelmäßigem Liedruf „Du sei bei uns“ der Gemeinde „ihre“ Stadt als Puzzlestück in eine Karte des Rhein-Erft-Kreises einfügten. Auch Landrat Frank Rock beteiligte sich an der Einheit demonstrierenden Aktion und bedankte sich anschließend bei allen Aktiven für die Gestaltung des Friedens-Gottesdienstes. „Es ist eine schwierige Zeit, die wir gemeinsam mit den Christen aller Religionsgemeinschaften erleben dürfen, müssen und können. Ich wünsche mir daher, dass Sie heute mit dem Gedanken hinausgehen, Frieden mit den Kerzen in Ihre Gemeinden und Städte unseres Heimatkreises zu tragen.“
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/Bild-1-scaled-e1699949207468.jpg12922297https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-15 23:00:002023-11-25 16:00:13Die Friedenskerze entzünden: Ökumenischer Friedens-Gottesdienst im Rhein-Erft-Kreis bringt Menschen zusammen
Es ist wieder so weit – unsere Wochentipps zeigen spannende Veranstaltungen aus dem kirchlichen und kulturellen Leben in Köln und Umgebung für die kommende Woche. Von einem Vortrag über den weltbekannten Dichter Hans Christian Andersen bis hin zu einem Konzert mit dem Oratorienchor Köln, dem Raschèr Saxophone Quartet mit dem Gesang des WDR Rundfunkchores und dem Gedenkkonzert „Da Pacem“ in Groß St. Martin ist für jeden etwas dabei. Außerdem laden die Ausstellung und Diskussion „Religiöse Tattoos“ und das Altenberger Forum „‘Zeitenwende‘ – Welt im Wandel – Ist der Friede am Ende?“ ein.
17.11.2023, 18:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln Der Weltveränderer Hans Christian Andersen
„Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.“
Hans Christian Andersen gehört zu den bekanntesten Dichtern und Schriftstellern der Literaturgeschichte. Am Freitag, 17. November, 18 Uhr, gibt Gisela B. Adam in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, Einblicke in sein Werk. Auch über den Menschen hinter den Märchen erfahren die Teilnehmenden mehr. Sein Leben, seine Widersprüche und seine Leidenschaft für das Schreiben stehen im Fokus. Die Teilnahme kostet 12 Euro. Eine Anmeldung per Telefon 0221/931 803 0 oder per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de www.melanchthon-akademie.de
18.11.2023, 14:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal-Altenberg Konzert mit dem Oratorienchor Köln
Romantik im Dialog in Braunsfeld und Altenberg
Zu einem Konzert mit geistlichen und weltlichen Werken aus verschiedenen Jahrhunderten laden der Oratorienchor Köln und Henrik Hasenberg (Orgel) unter der Leitung von Joachim Geibel am Samstag, 18. November, 14.30 Uhr, in den Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, ein. Musik der Romantik tritt in Dialog mit Musik des 20. Jahrhunderts. Die Bandbreite der Stücke reicht von Johannes Brahms‘ Abendständchen und Max Regers Nachtlied über Arvo Pärts Morning Star bis zu Ola Gjeilos Northern Lights und Ēriks Ešenvalds‘ Stars, das von klingenden Gläsern begleitet wird. Der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt 9 Euro. Tickets gibt es an der Tageskasse sowie zuzüglich Vorverkaufsgebühr unter www.kvstickets.com/oratorienchor-koeln-e-v/. www.dommusik-aktuell.de
18.11.2023, 18:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln Amao Omi: Friedensklänge
Konzert mit dem WDR-Rundfunkchor
Hoffnung auf Frieden – Mit sanften Tönen ist das der Kerngedanke eines Konzerts am Samstag, 18. November, 18 Uhr, bei dem sich der einzigartige Sound des Raschèr Saxophone Quartet unter der Leitung von Philipp Ahmann mit dem Gesang des WDR Rundfunkchores zu sphärischen Klängen verbindet. Ruhe und innere Einkehr verströmen die Stücke dieses Programms „Gegen sinnlosen Krieg“, auf Georgisch „Amao omi“ – und Titel des Stückes von Giya Kancheli. In seiner Motette „Warum ist das Licht gegeben“ sinnierte Johannes Brahms über das Unbegreifliche, das Unergründliche. Er nannte dieses Chorstück eine „kleine Abhandlung über das große ‚Warum’“. Dazu werden Werke von Philip Glass, Arvo Pärt und Felix Mendelssohn Bartholdy vorgetragen. Tickets gibt es für 19 Euro über www.koelnticket.de. www.trinitatiskirche-koeln.de
18.11.2023, 20:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Kirche Groß St. Martin, An Groß St. Martin, 50667 Köln Gedenkkonzert „Da Pacem“ in Groß St. Martin
„Gib Frieden“ mit dem Deutsch-Französischer Chor Köln
Auch in diesem Jahr erinnert die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. gemeinsam mit dem Förderverein Romanische Kirchen Köln mit dem Gedenkkonzert „Da Pacem“ an die Novemberpogrome von 1938 gegen Jüdinnen und Juden im nationalsozialistischen Deutschland. Der Abend der Trauer und des Innehaltens, der ganz den Opfern der nationalsozialistischen Barbarei gewidmet ist, findet am Samstag, 18. November, 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), in der Kirche Groß St. Martin, An Groß St. Martin, statt. Die musikalischen Beiträge des Deutsch-Französischer Chors Köln und Solistinnen und Solisten unter der Leitung von Cécilia Bazile unterstützen die Teilnehmenden in ihrer Trauer und im Nichtverstehen der sprachlos machenden Gräueltaten. Auf dem Programm stehen unter anderem: Selig sind, die da Leid tragen (aus Brahms Requiem); Gebet (Max Bruch, „Herr, schicke was Du willst“, op 60 n.4); Zum Abendsegen (Felix Mendelssohn, „Herr sei gnädig“); Verleih uns Frieden (Felix Mendelssohn); The Lord Bless you and keep you (John Rutter). Der Titel des Konzerts „Gib Frieden“ drückt eine Hoffnung aus – nicht auf Versöhnung, die es in Anbetracht der monströsen Verbrechen nicht geben kann – sondern auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit für alle. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. www.koelnische-gesellschaft.de
19.11.2023, 18:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Evangelische Studierendengemeinde Köln, Bachemerstraße 27, 50931 Köln Ausstellung und Diskussion: „Religiöse Tattoos“
Veranstaltung der esg mit Künstler Christian Schmidt
Zur Vernissage „Glauben mit Leib und Seele“ und Diskussion zu „Tattoos als Glaubenszeugnis“ mit dem Künstler Christian Schmidt am Sonntag, 19. November, 18 Uhr, lädt die Evangelische Studierendengemeinde Köln (esg) in ihre Räume in der Bachemerstraße 27 ein. Leib und Seele sind verbunden – besonders im christlichen Glauben. Glauben heißt, dem Sinn des Lebens nachzugehen. Die Sinne öffnen dabei Zugänge zu dem, was intellektuell nicht direkt zugänglich ist – dem Göttlichen und Transzendenten. Christliche Tattoos lassen uns den Glauben hautnah erfahrbar machen. Wie die Taufe prägen Tattoos ein Leben lang. Christian Schmidt lebt und arbeitet in Köln. Neben seiner Tätigkeit als Ingenieur setzt er sich künstlerisch mit den Themen Leib-Seele-Glauben auseinander. Der Eintritt ist frei. www.esgkoeln.de
19.11.2023, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Rondorf
Emmanuelkirche, Carl-Jatho-Straße 1, 50997 Köln Orgelkonzert in der Emmanuelkirche
Werke von Bach und Hayden stehen auf dem Programm
Am Sonntag, 19. November, 18 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Rondorf zu einem Orgelkonzert in die Emmanuelkirche, Carl-Jatho-Straße 1, ein. Gerhard Blum spielt auf den beiden historischen Orgeln Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Joseph Hayden (1732-1809) sowie Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. www.rondorf.de
21.11.2023, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, 51519 Odenthal-Altenberg „‘Zeitenwende‘ – Welt im Wandel – Ist der Friede am Ende?“
Altenberger Forum Kirche und Politik
Das 28. Altenberger Forum Kirche und Politik findet am Dienstag, 21. November, 19 Uhr, zum Thema „‘Zeitenwende‘ – Welt im Wandel – Ist der Friede am Ende?“ im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, statt. Der Rheinisch-Bergische Kreis sowie die evangelische und katholische Kirche laden zu einem Gottesdienst mit anschließender Podiumsdiskussion (20 Uhr) ein. Im Martin-Luther-Haus, Uferweg 1, diskutieren unter der Moderation von Melanie Wielens, Journalistin und Coach: Professor Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven, Direktor des Instituts für Theologie und Frieden, Pfarrer Dr. Matthias Engelke, Ökumenisches Institut für Friedenstheologie, Militärdekan Dr. Roger Mielke, Evangelisches Militärpfarramt Koblenz, sowie Dr. Hermann-Josef Tebroke, Mitglied des Bundestages (CDU). www.altenberg-dom.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/Black-and-Yellow-Collage-Saxophone-Festival-Newsletter-scaled-1.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-14 23:00:002023-11-24 23:10:06Unsere Wochentipps: Raschèr Saxophone Quartet, Hans Christian Andersen und religiöse Tattoos
„Das Haus ist voll!“, freute sich Pfarrer Dirk Vanhauer. Seit 50 Jahren ist die von dem Architekten Hans Bücher geplante Friedenskirche in Porz-Urbach nun schon ein Ort der Gemeinschaft und der Begegnung mit Gott. Den „runden Geburtstag“ ihrer Kirche feierte die Gemeinde mit einem Festgottesdienst, der von Ketil Hausgard an der Orgel, einem kleinem Ensemble des Blasorchesters (Leitung: Udo Dietz) sowie Sängerinnen und Sängern aus den Chören (Leitung: Leonard Klimpke) musikalisch gestaltet wurde.
Vanhauer dankte dem Vorbereitungsteam und den Musiker und Musikerinnen. Außerdem verriet er bereits bei der Begrüßung, dass die Lesung aus jener Bibel erfolgen würde, die Bundespräsident Gustav Heinemann der Gemeinde am 4. November 1973 geschenkt hatte. Jugendmitarbeiterin Brigitte Geertz gab einen kurzen Einblick in die Vorbereitungen, die mit der Rekrutierung eines (altersmäßig gut durchmischten) Teams begannen.
Auf einer gelungenen Geburtstagsfeier dürfen natürlich kleine Überraschungen nicht fehlen – und die gab es dann auch in Form eines instrumentalen Geburtstagsständchens und 50 Muffins, die im Anschluss an den Gottesdienst verspeist werden durften.
„Was verbinden Sie mit der Friedenskirche?“
Im Vorfeld waren die Gemeindeglieder dazu aufgerufen, per E-Mail auf die Frage zu antworten: „Was verbinden Sie mit der Friedenskirche?“ Aus den zum Teil sehr persönlichen Antworten wurde während des Gottesdienstes in anonymisierter Form zitiert. Sehr oft waren es schöne Erinnerungen an die Taufen oder Konfirmationen der Kinder, die die E-Mail-Schreibende bewegten, die Jugenddisko fand auffallend oft Erwähnung und scheint für eine ganze Generation ein prägender Ort gewesen zu sein. Eine Dame berichtete, als ihr Mann verstorben sei, sei Pfarrer Vanhauer der letzte Mensch gewesen, mit dem er gesprochen habe. In der Trauer habe sie sich gehalten und aufgefangen gefühlt im Netzwerk der Gemeinde – „Netzwerk? Eher eine große Familie!“
In einem Interview mit einigen Konfirmanden und Konfirmandinnen musste Pfarrer Dirk Vanhauer sein Wissen über die Friedenskirche unter Beweis stellen und zeigte sich gut vorbereitet. So wusste er, dass die Friedenskirche ihren Namen der nahegelegenen Friedensstraße verdankt, dass vor ihm drei Pfarrer dort Dienst taten, die Altarbibel ein Geschenk des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann war und dass der Glockenturm nachträglich (im Jahr 1986) errichtet wurde. Vanhauer konnte sogar die Inschriften der drei Glocken („Friede auf Erden!“, „Meinen Frieden gebe ich euch“ und „Selig sind die Friedfertigen“) zitieren. Aufzuzählen, wer vor 50 Jahren in der Friedenskirche gearbeitet hat, hätte allerdings den Rahmen des Gottesdienstes gesprengt. Auf die Frage, ob er glaube, dass es die Friedenskirche auch in 50 Jahren noch geben werde, gab es natürlich nur eine Antwort: ein klares, zuversichtliches „Ja!“
Wegbeschreibung? – „Da, wo der Netto ist“
Für seine Predigt hatte sich Dirk Vanhauer mit Epheser 14 a. 17 – 22 jenen Text ausgesucht, aus dem die Widmung auf der ersten Seite der Altarbibel stammt: „Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.“ Vanhauer beschrieb die Friedenskirche als ein „Haus der Begegnung“. Ein wenig stolz könne man schon sein auf diese 50-jährige Erfolgsgeschichte, an der die Pfarrer als „Impulsgeber und Mediatoren“ beteiligt gewesen seien. Vanhauer schwärmte von den vielen Räumen, um die die Gemeinde von Gästen stets beneidet werde und gab zu, dass es eher ein schlichtes Gebäude sei, ganz im Geist der 70er Jahre, „nicht als anerkannte Predigtstätte erkennbar“. Bewährt habe sich da bei Wegbeschreibungen der kurze Hinweis „da, wo der Netto ist“. Dennoch sei die Friedenskirche eine „einladende Kirche“ und das sei das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. Hier könne man den Gottesdienst als „Stunde innerer Ruhe“ erleben.
Das plötzlich einsetzende Glockengeläut nahm Vanhauer zum Anlass, seine ursprünglich vorbereitete Predigt zu raffen. Er ging noch einmal auf den Namen der Friedenskirche ein und erinnerte daran, dass Bundespräsident Heinemann seine Partei, die CDU, verlassen habe und aus Protest gegen die Wiederbewaffnung in die SPD eingetreten sei. Mit Verweis auf die Widmung in der Altarbibel fragte er: „Wie hören wir diesen Zuspruch?“ „Wir können Frieden machen!“, setzte Vanhauer der aktuellen politischen Weltlage entgegen und erklärte, dass das nicht bedeute, Konflikte unter den Teppich zu kehren. Die entscheidende Frage laute: „Wie kannst du mit denen, die dir nahestehen, gemeinsame Wege finden?“ Die Friedenskirche sei „ein Haus des Friedens“, denn: „Gott ist unser Friede!“
Nach dem Gottesdienst war dann nicht nur Gelegenheit, die „Jugendetage“ dieses Hauses zu erkunden, sondern auch, bei Suppe und Getränken in Erinnerungen aus 50 Jahren Friedenskirche zu schwelgen.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/Festgottesdienst-50-Jahre-Friedenskirche_pm3-scaled-e1699449384648.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-13 23:00:002023-11-24 11:10:07Ein Ort des Friedens und der Gemeinschaft: 50 Jahre Friedenskirche in Porz-Urbach
85 Jahre nach der Reichspogromnacht hat Dr. Rainer Lemaire viele Teilnehmende zu einer Gedenkstunde an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen begrüßt. Der achteckige Brunnen steht in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Areal des einstigen jüdischen Reform-Realgymnasiums Jawne. Insbesondere hieß der evangelische Schulreferent auf dem Erich-Klibansky-Platz Schülerinnen und Schüler des Schaurte-Gymnasiums und Schiller-Gymnasiums willkommen. Sie setzten die wichtige Tradition fort, in ihrer Schule beziehungsweise in Lernort-Workshops erarbeitete Beiträge über Biografien ermordeter und überlebender jüdischer Kinder und Jugendlicher vorzutragen.
Die Anwesenden, darunter Rabbiner Yechiel Brukner und Bürgermeisterin Brigitta von Bülow, setzten ein „Zeichen für die bleibende Aufgabe des Erinnerns, gegen Antisemitismus und jede Feindschaft Jüdinnen und Juden gegenüber“, so Lemaire. Am Löwenbrunnen wolle man die Erinnerung wachhalten an das, „was Jüdinnen und Juden hier in Köln, hier rund um die Synagoge Adass Jeschurun und an vielen anderen Orten 1938 angetan wurde“. Damit sei eine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt worden, „die bis zur millionenfachen Ermordung von Jüdinnen und Juden führte“.
Anteilnahme, Verbundenheit und Solidarität
Ausdrücklich thematisierten Redebeiträge ebenso den heutigen Hass und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden. Lemaire drückte stellvertretend „unser Entsetzen darüber aus, dass Jüdinnen und Juden in Israel vor einem Monat durch Terroristen der Hamas ermordet und verschleppt wurden“. In der Folge habe sich auch hierzulande wieder offen Judenfeindschaft und Judenhass gezeigt. „Den Menschen in Israel und den jüdischen Gemeinden in unserer Nachbarschaft sprechen wir unsere tief empfundene Anteilnahme, unsere Verbundenheit und unsere uneingeschränkte Solidarität aus.“
Desgleichen ging Bürgermeisterin Brigitta von Bülow (Grüne) in ihrer Ansprache auf die jüngste Entwicklung in Nahost ein. „Vor dem aktuellen Hintergrund des terroristischen Angriffs der Hamas auf die Menschen in Israel und den jetzt folgenden Auseinandersetzungen in Gaza haben wir heute eine ganz besondere Situation. In Köln, in Deutschland und in der ganzen Welt kommt es vermehrt zu antisemitischen Übergriffen, der Antisemitismus nimmt deutlich zu.“
Es lasse sich schwer begreifen, was in den Tagen um den 9. und 10. November 1938 in Deutschland geschehen sei, sagte von Bülow. „Zahlreiche jüdische Menschen wurden ermordet. Zehntausende jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden ohne Grund verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.“ Deutschlandweit seien über 1400 Synagogen, Tausende Geschäfte und Wohnungen, jüdische Friedhöfe und andere Einrichtungen zerstört worden. Nichts davon sei heimlich geschehen. „Auch bei uns in Köln sah jeder die brennenden Synagogen und erlebte die Angriffe auf jüdische Nachbarn und Bekannte mit“, meinte von Bülow. Fast alle Menschen hätten zugesehen – ohne zu widersprechen oder den Betroffenen zu helfen. Dem Jawne-Direktor Dr. Erich Klibanksy sei es noch 1939 gelungen, 130 seiner Schülerinnen und Schüler in vier Gruppen nach Großbritannien zu bringen.
Die Frage nach dem „Warum“
Für alle sei es sehr wichtig, zu erinnern und immer wieder die Frage nach dem „Warum“ zu stellen. Mit ihrer Teilnahme und ihren Beiträgen zur Gedenkstunde setzten die Schülerinnen und Schüler „ein wirkungsvolles Zeichen in die Stadtgesellschaft hinein“. Von Bülow dankte, „dass sich viele gesellschaftliche Gruppen und Politiker:innen in diesen Zeiten so deutlich gegen den bedrohlich zunehmenden Antisemitismus äußern“. Beispielsweise nannte sie den von den beiden großen Kirchen in Köln organisierten Schweigegang am Vorabend für die Opfer der Hamas in Israel. Auch der Stadtrat habe sich wiederholt gegen Antisemitismus positioniert. „Juden und Jüdinnen müssen wissen, dass sie nicht allein sind. Wir müssen alles dafür tun, dass sie sich in Deutschland sicher fühlen können.“
Eine zentrale Rolle in der bedeutenden Erinnerungskultur in Köln spiele neben dem städtischen NS-Dokumentationszentrum der Lern- und Gedenkort Jawne. Dieser widme „sich seit Jahren insbesondere dem Andenken der jüdischen Kinder aus unserer Stadt, die durch die Verbrechen der Nationalsozialisten um ihr Leben gebracht wurden“. Orte wie diese machten Geschichte lebendig und schafften direkte Begegnung. Laut von Bülow sei nichts so eindrücklich, wie die Beschäftigung mit den Lebensgeschichten auch der jüdischen Schüler und Schülerinnen und Lehrer und Lehrerinnen. Damals seien viel zu wenige Menschen für ihre verfolgten und bedrohten Mitbürger:innen eingetreten. Heute gelte es „mutig zu sein und einzutreten gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Menschenverachtung, gegen Hass und Gewalt – und für gesellschaftliche Vielfalt, unsere Demokratie und Menschenrechte“.
„Wir haben viele Fragen, aber kaum Antworten“
Sechstklässler und Sechstklässlerinnen des Gymnasiums Schaurtestraße in Köln-Deutz berichteten von ihrer Beschäftigung mit den Themen Nationalsozialismus und Judenverfolgung. „Umso trauriger“ sei man nun „über die Nachrichten aus Nahost. Wir haben viele Fragen, aber kaum Antworten“, formulierte ein Schüler. „Wir können nicht verstehen, dass jüdische Menschen Angst haben müssen in Deutschland.“ Man denke auch an die Kinder der Jawne, „die wie wir zur Schule gegangen sind“. Zudem appellierte die Gruppe an ein friedliches Zusammenleben von „Christen, Muslimen und Juden“.
Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs des Schiller-Gymnasium in Köln-Sülz informierten verbal wie mit Plakaten über gerettete Jawne-Besuchende und deren Erinnerungen an die Pogrome in Köln: Henny Franks, Henry Gruen (Heinz Grünebaum), Werner Lachs und Kurt/Kenneth Appel. „Als ich auf der Jawne war, kam die ,Kristallnacht‘ und die Synagoge nebenan stand in Flammen“, wurde aus Erinnerungen des gebürtigen Bonners Appel zitiert. „Wir kamen zu der Passage und der Lehrer sagte: ,Geht nach Hause!‘ Wir sahen den Rauch (…) Ja, sie haben die Synagoge niedergebrannt (…)“ Henry Gruen, so die Schüler und Schülerinnen, habe seine Erlebnisse in der Pogromnacht so zusammengefasst: „Was ich da am 9. November erlebt habe, war die Explosion der nackten Gewalt.“
Zu Beginn seiner sehr persönlichen, emotionalen, auch politischen Ansprache nannte Rabbiner Yechiel Brukner die Schüler und Schülerinnen Gleichgesinnte und Botschafter. Er freue sich, mit ihnen hier sein zu dürfen. Der gebürtige Schweizer lebt in Israel und arbeitet im sechsten Jahr als Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Köln. Schon oft habe er mit Gleichgesinnten an diesem Platz gestanden. „Heute ist es anders als sonst. Heute fliegen mir andere Gedanken durch den Kopf. Ihr habt es zum Teil auch erwähnt und euch sehr solidarisch ausgedrückt. Das ist wunderbar und man kann es nicht genug betonen.“
Er bezeichnete die Schüler und Schülerinnen als Botschafter. Wenn sie in ihrer Familie, ihrem Freundeskreis und Einflussbereich ihre Eindrücke und Gedanken weitergeben würden, müssten sie auch dort sehr stark sein. Brukner zeigte sich sehr beunruhigt von Erlebnissen in letzter Zeit. So habe ihn zuletzt ein älterer Schüler gefragt, wie er dazu stehe, dass in Israel jeden Tag ein palästinensisches Kind ermordet werde. „Ich war von dieser Frage so schockiert“, berichtete Brukner. Er habe den jungen Mann nur gefragt: „Und das glaubst du wirklich, dass wir so etwas machen? Da sagt er: ,Ja.‘ Da war ich ein zweites Mal schockiert.“ Jetzt verstehe er viel besser, „woher das kommt, was jetzt gerade nicht nur in Deutschland passiert, sondern auch in Amerika und in vielen, vielen Ländern in der Welt, etwas, das unlogischer wohl nicht sein kann“, stellte Brukner fest. Nachdem jüdische Menschen dahingemetzelt, andere als Geiseln genommen worden seien, nachdem das durch die Hamas geschehen sei, stünden jetzt Leute auf. Sie „gehen auf die Straße und schreien gegen mich, als Jude, als Israeli. Warum gegen mich? Weil ich mich dagegen wehre?“. Selbstverständlich meinte Brukner insgesamt das jüdische Volk, den Staat Israel. „Unser ganzes Volk hat eine verletzte Seele in diesen Tagen“, so der Rabbiner. „Und es wird Generationen dauern, bis das wieder verheilt.“
„Es gab nur die Option zu fliehen“
„Aber wir dürfen uns scheinbar nicht wehren“, richtete er den Fokus auf die Situation in 1938: „Es gab gar keine Option sich zu wehren. Es gab nur die Option zu fliehen.“ Drei Jahre nach der Schoa sei der Staat Israel gegründet worden. Und das jüdische Volk habe gesagt, „wir lassen uns das nicht noch einmal gefallen. Wenn uns das nochmal geschehen sollte, dann werden wir uns wehren, gegen dieses Böse, dieses Unmenschliche, gegen diese Gewalt und den Hass.“
Brukner sprach den Schülerinnen und Schülern seine größte Wertschätzung aus. „Ich danke euch, dass ihr das macht, was ihr macht.“ Er flehte die jungen Menschen an, ihre Erkenntnisse zu vertiefen. Alles Böse basiere auf Ignoranz, auf Nichtwissen. „Mehrt euer Wissen“, ermutigte Brukner, und bat die Jugendlichen, stark zu sein, Zivilcourage zu zeigen. Gerade weil man heutzutage wirklich mutig sein müsse, wenn man die richtige Meinung vertreten wolle, wünschte er den Gymnasiasten und Gymnasiastinnen dabei viel Erfolg „zu Ehren des Landes, in dem ihr lebt, zu eurer Ehre und zur Ehre der zivilisierten Gesellschaft der Welt“. Brukner abschließend: „Ich sage euch Schalom und Schalom ist Frieden.“
Mit dem ergreifenden Gebets-Vortrag von Mordechai Tauber endete die Veranstaltung. Der Kantor der Synagogen-Gemeinde Köln trug El Male Rachamim (Gott voller Erbarmen) in der erweiterten Version für die Opfer der Schoa vor.
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/DSC_8002.16x9.-Gedenkstunde-Loewenbrunnen.-9.-November-2023.-Rabbiner-Yechiel-Brukner.-c-Engelbert-Broich-scaled-e1699859968660.jpg14272534https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-12 23:00:002023-11-23 23:10:06Novemberpogrome 1938: Gedenkfeier an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen
„Es ist eine Ehre, dass Sie uns, Stadtdechant Robert Kleine und mich, gebeten haben, heute zu diesem Anlass zu sprechen, übrigens bevor die Terrororganisation Hamas Israel vor einem Monat überfallen hat“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger in der Synagoge an der Roonstraße bei der Feier zur Erinnerung an den 85. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November 1938. „Heute sind wir nach 85 Jahren hier, um uns an die damaligen furchtbaren Ereignisse zu erinnern: zur Mahnung und zu Erinnerung. Aktuell gibt es mehr Anlass zur Mahnung denn je. Wir alle stehen unter dem Eindruck des schrecklichen und menschenverachtenden Terrorangriffs der Hamas auf Israel am Schabbat des 7. Oktober. Wir sind tief erschüttert über die barbarische Gewalt“, erklärte Kleine, der die gemeinsame Ansprache im Wechsel mit Seiger vortrug.
Der Stadtsuperintendent warf einen Blick auf die Geschichte der beiden großen christlichen Kirchen: „Wenn wir hier heute stehen und reden und mit Ihnen das Klagelied über die Vernichtung jüdischen Lebens in der Zeit des Nationalsozialismus teilen, wenn wir in Ehrfurcht schweigen, dann tun wir das voller Demut. Wir tun es im Wissen darum, dass die Kirchen über Jahrhunderte gegenüber den Menschen jüdischen Glaubens unermessliche Schuld auf sich geladen haben und mitverantwortlich sind für den jahrhundertelangen Antisemitismus und die Vertreibung und die Vernichtung von Juden.“ Seiger betonte, dass sich die evangelische Kirche entschlossen von den antijüdischen Schriften Martin Luthers distanziere und erinnerte an den Rheinischen Synodalbeschluss der Landeskirche. In ihm werde – abgegrenzt von jahrhundertelanger anderslautender Theologie – gesagt: „Die Kirche bezeugt die bleibende Erwählung des Gottesvolkes Israel.“ Der Stadtsuperintendent zitierte Dietrich Bonhoeffer: „Wer euch, das Volk Israel, antastet, der tastet seinen Augapfel an.“
Auch Kleine blickte zurück: „Papst Johannes Paul II. hat als erster Papst eine Synagoge, die in Rom, besucht und die Jüdinnen und Juden als unsere älteren Geschwister angesprochen. Und Papst Franziskus betonte am vergangenen Montag, der Dialog zwischen Judentum und Christentum sei kein interreligiöser, sondern vielmehr ein familiärer.“ Christen bräuchten das Judentum, um sich selbst besser zu verstehen. Beide religiösen Traditionen seien eng miteinander verbunden. Das Existenzrecht Israels sei deutsche Staatsräson. Deshalb, so Seiger, müsse es von den Kirchen klar und deutlich heißen: „Die christlichen Kirchen können nicht existieren, ohne klar an der Seite des Volkes Israel zu stehen und ohne ihre jüdischen Wurzeln zu achten!“
Klare Worte der Solidarität
Der Stadtsuperintendent und Stadtdechant Kleine beantworteten auch im Wechsel die selbst gestellte Frage, was man heute tun könne, um an der Seite der Jüdinnen und Juden zu stehen: Klare Worte der Solidarität, Teilnahme an Kundgebungen wie dem von den Kirchen initiierten Schweigegang, Bildungsarbeit der Kirchen, Bildungsreisen nach Israel mit Jugendgruppen, Fahrten zu Gedenkstätten wie Auschwitz und Buchenwald. Seiger fragte weiter: „Was kann die Grundlage sein, ethisch verantwortlich zu handeln? Die Angst vor der Konvention oder Strafe ist es letztlich nicht. Nur wer innerlich frei ist, wer einen inneren Kompass hat, kann moralisch handeln. Andere können nur Vorschriften befolgen.“ Seiger und Kleine schlossen ihre Ansprache mit einem Gebet: „Wir bitten dich für die Verschleppten, für die Verletzten, für die Trauernden, für die, die nicht wissen, ob sie den morgigen Tag noch erleben. Wir bitten für alle Jüdinnen und Juden, dass sie vor Angriffen und Hetze sicher sind und Unterstützung erfahren, die trägt. So treten wir mit der Not und der Bitte um Beistand vor unseren Schöpfer. Gott segne Israel! Shalom Israel!“
Zu Beginn der Gedenkveranstaltung hatte Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln, die 500 Gäste begrüßt: „Herzlichen willkommen, dass Sie da sind in einer Zeit, in der viele vermissen, dass andere da sind. Sie sind die Guten.“ Die Veranstaltung werde von der Polizei geschützt. „Das ist ein tolles Gefühl.“ 1938 sei die Polizei nicht da gewesen. Rado begrüßte insbesondere Oberbürgermeisterin Henriette Reker und nannte sie „Freundin des Hauses“. Beifall spendete das Auditorium Bernhard Seiger und Robert Kleine für die Organisation des Schweigegangs am Vorabend mit 3000 Teilnehmenden.
„Ganz besondere Gedenkkultur“
Der Synagogen-Vorstand lobte die Königin-Luisen-Schule für ihre „ganz besondere Gedenkkultur“. Als an der Schule Stolpersteine verlegt worden seien, hätten 500 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. „Leuchtturmschule“ nannte Rado das Gymnasium, dessen Schüler an der Gedenkveranstaltung mit Wort- und Musikbeiträgen beteiligt waren. „Kämpfen Sie für unsere Demokratie“, appellierte Rado an die Anwesenden: „Sie brauchen sie, wie wir sie brauchen.“ Nathanael Liminski, Landesminister unter anderem für Medien und Chef der Staatskanzlei, erinnerte daran, dass unter den Nazis der Antisemitismus vom Staat gewollt worden sei. Es gebe in Nordrhein-Westfalen Menschen mit Wurzeln in Ländern, in denen die Vernichtung Israels Staatsräson sei. „Man kann nicht an 1938 denken, ohne an 2023 zu denken.“ Die Hamas habe ein Interesse daran, dass man sich an die 1400 toten Juden nicht mehr erinnere. Das erinnere an 1938, so der Minister. Liminski stellte klar: „Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“
Eine demokratische Gesellschaft dürfe nicht hinnehmen, dass die Meinungsfreiheit ad absurdum geführt werde. Jüdisches Leben werde in der Mitte der Gesellschaft gelebt und das müsse selbstverständlich so bleiben. Politik, Staat und Zivilgesellschaft seien aufgefordert, konsequent gegen Antisemitismus vorzugehen. Der Minister kündigte die Verschärfung einschlägiger von Gesetzen an. Er lobte die Annäherungen zwischen Synagogen- und Moschee-Gemeinden. Es habe Besuche und Gegenbesuche gegeben. Und eine gemeinsame Erklärung der Landesregierung und vier muslimischen Religionsverbänden in Nordrhein-Westfalen, in der die Gräueltaten der Hamas uneingeschränkt verurteilt würden und in der es weiter heißt: „Wir werden nicht zulassen, dass die terroristischen Angriffe der Hamas auf unseren Straßen bejubelt oder auch nur relativiert werden.“
Die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen der Nazis müsse aufrechterhalten werden, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Das betrachte sie auch als persönlichen Auftrag. „Der Angriff der Hamas ist der größte Massenmord an Juden seit der Shoa. Ich nehme großen Anteil an der Verzweiflung derer, die Angehörige verloren haben oder um das Leben der Geiseln bangen. Auch hier im Raum.“ Es sei unerträglich, dass Kölns Partnerstadt Tel Aviv von Bomben bedroht sei. „Diese High-Tech-Stadt, von der wir soviel lernen.“ Eine Schande für Deutschland und Köln sei der Anstieg antisemitischer Straftaten seit dem 7. Oktober. „Ich wünsche mir, dass wir aus der Vergegenwärtigung der Shoa Kraft schöpfen für den Einsatz gegen Antisemitismus.“ Die Wahlerfolge der AfD bedrücken die Oberbürgermeisterin zutiefst, wie sie sagte. „Wir müssen uns den rechten Ideologien in den Weg stellen. Nie wieder ist heute und an jedem anderen Tag.“
„Zum Krieg gehört der Mut des Einzelnen, zum Frieden gehört der Mut beider“
Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sei erschrocken über die Empathielosigkeit vieler angesichts des Terrorangriffs der Hamas. Aber man müsse leider feststellen: „Die Täter-Opfer-Umkehr ist durchschaubar und ekelhaft. Aber sie wirkt.“ Wilhelm beschwor die Gefahr der „Entdemokratisierung Europas“ angesichts der Wahlerfolge rechter Parteien auf dem Kontinent. „Die bieten vermeintliche attraktive einfache Lösungen an, die aber nur opportunistisch sind und Hirngespinste ohne Realisierungsmöglichkeit.“ Man finde bei diesen Parteien das gleiche Vokabular wie 1938. „Jeder Einzelne ist gefordert. Wenn man die Verantwortung an andere abgibt, wird man zum Mitläufer.“
In einem Land, das Roger Waters Bühnen biete und Hubert Aiwanger als stellvertretenden Ministerpräsidenten hinnehme, sei es „mit dem Bekenntnis zu den Juden nicht allzu weit her“. Und: „Wohin fließen die Gelder, die zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen im Gazastreifen geschickt werden?“
Wilhelm forderte mehr Bildung. Er bot Lehrern Fortbildungsveranstaltungen der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an. „Antisemitismus muss endlich Pflichtfach in der Sekundarstufe II werden“, sagte er unter dem Applaus des Auditoriums. Wilhelm warf einen düsteren Blick auf die nahe Zukunft: „Es wird schreckliche Bilder aus dem Gazastreifen geben. Es wird diese Bilder geben, weil die Hamas diese Bilder will. Es gilt, stark zu sein. Wir stehen unverrückbar auf der Seite Israels. Unser Mitgefühl gilt den Opfern auf beiden Seiten.“ Innigster Wunsch sei ein friedliches Nebeneinander in der Region. „Zum Krieg gehört der Mut des Einzelnen, zum Frieden gehört der Mut beider.“
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2023/11/DSC_0842-scaled-e1699613915165.jpg14402560https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-12 00:00:002023-11-22 08:10:06Erinnerung an Pogromnacht von 1938: Stadtsuperintendent Seiger und Stadtdechant Kleine sprechen in der Synagoge
Der Volkstrauertag am Sonntag, 19. November, ist ein wichtiger Tag des Gedenkens, an dem wir uns an die Opfer von Krieg und Gewalt aller Nationen erinnern. An diesem stillen Feiertag finden in evangelischen Gemeinden und Kirchen Gottesdienste, Andachten und Kurzandachten statt, in denen Kranzniederlegungen und Gebete im Mittelpunkt stehen. Von Köln über Rösrath bis nach Erftstadt-Kierdorf kommen Menschen zusammen, um gemeinsam der Opfer zu gedenken und ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt zu setzen:
19.11.2023, 09:45 Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln „Wer will denn so etwas.“ Gottesdienst mit Abendmahl
Zu einem Gottesdienst am Volkstrauertag, Sonntag, 19. November, 9.45 Uhr, lädt Pfarrer Mathias Bonhoeffer in die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, ein. Der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres wird auch als Volkstrauertag begangen. Es ist ein sogenannter stiller Feiertag. Gedacht wird der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Da kommen auch dieses Jahr wieder einige zusammen. Und jeder Einzelne und jede Einzelne ist einer, eine zuviel.
www.kartaeuserkirche-koeln.de
19.11.2023, 10:00 [ONLINE] Evangelische Gemeinde Köln
Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln Evangelische Messe am Volkstrauertag Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Zu einer evangelischen Messe am Volkstrauertag, Sonntag, 19. November, 10 Uhr, lädt die Evangelische Gemeinde Köln in die Antoniterkirche, Schildergasse 57, ein. Die Liturgie gestaltet Prädikant Sammy Wintersohl. Der Gottesdienst wird auch auf dem YouTube-Kanal der AntoniterCityKirche als Livestream übertragen.
www.antonitercitykirche.de
19.11.2023, 10:30 Evangelische Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath
Christuskirche, Bensberger Straße 238, 51503 Rösrath-Forsbach Kurzandacht mit Kranzniederlegung Einladung in die Christuskirche Forsbach
Eine Kurzandacht mit anschließender Kranzniederlegung findet am Sonntag, 19. November, 10.30 Uhr, dem Volkstrauertag, in der Christuskirche Forsbach, Bensberger Straße 238, statt. Die Andacht wird von Pfarrer Armin Kopper geleitet.
www.evkirche-roesrath.de
19.11.2023, 10:30 Evangelische Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath
Versöhnungskirche Rösrath, Hauptstraße 16, 51503 Rösrath Gottesdienst am Volkstrauertag Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt
In einem Gottesdienst am Volkstrauertag, Sonntag, 19. November, 10.30 Uhr, wird in der Versöhnungskirche Rösrath, Hauptstraße 16, an die Opfer von Gewalt und Krieg aller Nationen erinnert. Der Gottesdienst wird von Pfarrer Thomas Rusch geleitet.
www.evkirche-roesrath.de
19.11.2023, 15:00 Evangelische Kirchengemeinde Brüggen/Erft
St. Martinus, Martinusplatz 11, 50374 Erftstadt-Kierdorf Andacht zum Volkstrauertag in St. Martinus in Kierdorf Ökumenisches Gedenken in Kierdorf
Eine ökumenische Andacht am Volkstrauertag, Sonntag, 19. November, 15 Uhr, findet in Erftstadt-Kierdorf in der Kirche St. Martinus, Martinusplatz 11, statt. Die Andacht wird von Pfarrerin Gesa Francke und Pfarrer Johannes Günther gestaltet.
www.kirche-brueggen.de
https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2022/11/307CF0FC-A148-4926-9534-3B5B52E1815B-scaled-e1667908289986.jpg14212527https://www.kirche-rechtsrheinisch.de/wp-content/uploads/2020/02/logo2.png2023-11-11 23:00:002023-11-21 23:10:06Gottesdienste zum Volkstrauertag: Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt aller Nationen