Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2026″: Vorschläge noch bis 3. April einreichen

Noch bis Freitag, 3. April, können Vorschläge für den Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2026″ eingereicht werden. Die Stadt Köln würdigt mit dem Preis Menschen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Oberbürgermeister Torsten Burmester lobt den Preis gemeinsam mit dem diesjährigen Ehrenamtspaten, dem Musiker Peter Brings, aus.

Mehr als 200.000 Menschen engagieren sich in Köln ehrenamtlich – in Sportvereinen, Hilfs- und Rettungsdiensten, generationenübergreifenden Projekten sowie im Umwelt- und Naturschutz. Auch in evangelischen Kirchengemeinden leisten viele Menschen wertvolle ehrenamtliche Arbeit – wer solches Engagement aus dem eigenen Umfeld sichtbar machen möchte, kann jetzt einen Vorschlag einreichen.

Die Verleihung findet am Sonntag, 6. September, statt.

Denn am 6. September wird im südlichen Teil des Rheinauhafens, rund um den Elisabeth-Treskow-Platz, ein besonderes Jubiläum gefeiert: der 25. Ehrenamtstag. Es gibt ein Bühnenprogramm mit Musik, Tanz, Interviews und inspirierenden Geschichten aus der Welt des Ehrenamts. Für Unterhaltung und bewegende Momente sorgen regionale Künstler und Künstlerinnen sowie engagierte Gruppen. Zahlreiche Hilfsorganisationen beteiligten sich mit Vorführungen, Mitmach- und Unterhaltungsaktionen. Außerdem können Besuchende alles über die Vereinsarbeit und Partnerschaftsprojekte der internationalen Partnerstädte erfahren.

Vorschläge und weitere Informationen unter www.ehrenamt.koeln.

Text: APK
Foto(s): APK/Canva

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„Passionszeit mit Gefühl! – 7 Wochen ohne Härte“. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger ruft auf, empfindsam zu bleiben

Härte kennen wir reichlich. Aus den Nachrichten, aus Bildern von Krieg und Gewalt, aus einer Welt, in der – wie es in einem alten Kirchenlied heißt – „Recht durch Macht entschieden“ wird. Es wäre leicht, sich daran zu gewöhnen. Stumpf zu werden. Wegzuschauen.

Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, ruft in seinem Impuls zur Passionszeit zu einer anderen Haltung auf: Mitgefühl. Mit den Freuenden freuen, mit den Leidenden leiden – so formuliert es der Apostel Paulus im Römerbrief. Eine Einladung, empfindsam zu bleiben, sich anstecken zu lassen – vom Guten wie vom Schwierigen.

Vier Jahre Krieg in der Ukraine. Nächte voller Angst vor Drohnenangriffen, zerstörte Infrastruktur, Familien an der Front. Und im Nahen Osten reißt das Leid ebenfalls nicht ab – Gewalt, Vertreibung, eine tiefe Sehnsucht nach Frieden. Genau deshalb, sagt Bernhard Seiger, dürfen wir nicht gleichgültig werden.

▶ Den vollständigen Impuls von Bernhard Seiger jetzt im Video ansehen.

Text: APK
Foto(s): APK/Canva

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Christliche Wohngemeinschaft im „Campus Kartause“: Warum Jochen Anger Teil des Wohnprojekts werden möchte

Auf dem Gelände des Campus Kartause, des ehemaligen Kartäuserklosters, ist eine christliche Wohngemeinschaft geplant. Bald können die ersten Mietverträge unterschrieben werden. Jochen Anger möchte dort einziehen. Er spricht im Interview darüber, dass er nach dem Ende seines Berufslebens und einer veränderten familiären Situation in der christlichen Wohngemeinschaft die Chance sieht, Glauben bewusst in Gemeinschaft zu leben und der zunehmenden Isolation unserer Gesellschaft etwas entgegenzusetzen.

Warum haben Sie den Wunsch, Teil der neuen christlichen Wohngemeinschaft zu werden?

Jochen Anger: Anlass ist eine veränderte biographische Situation, Ende des Erwerbslebens und Auflösung der Familie. So sehe ich hier die Möglichkeit, meinen christlichen Glauben jenseits der „bürgerlichen Normalform“ zu leben.

Jochen Anger.
Jochen Anger.

Gemeinschaftliches Leben bringt Nähe und Tiefe – aber auch Herausforderungen. Was erhoffen Sie sich persönlich vom Leben in der christlichen Wohngemeinschaft?

Jochen Anger: Die Begegnung, und sicher auch manche Konfrontation mit den Mitbewohnerinnen, ermöglicht das Einüben von Gemeinschaft, die über eine Wohn- und Zweckgemeinschaft hinausgeht. Damit kann zugleich eine Isolation aufgebrochen werden, die unsere Gesellschaft und auch mich selbst dominiert.

Was möchten Sie selbst in diese Gemeinschaft einbringen?

Jochen Anger: Meine Erfahrungen in gemeinschaftlichem Leben (Taizé u.a.) und praktische Talente in organisatorischen und handwerklichen Dingen.

Wenn Sie an die Zukunft des Projekts denken: Welche Art von Miteinander, Spiritualität oder Alltag wünschen Sie sich für die Menschen, die dort zusammenleben werden?

Jochen Anger: Eine große Offenheit für das Denken, Fühlen und Tun der anderen in dieser Gemeinschaft. Das Suchen und Erkennen von Gemeinsamkeiten und zugleich Respekt vor den Eigenheiten der Mitbewohnerinnen. Die Balance zwischen diesen gegenläufigen Kräften zu finden, ist sicher nicht einfach. Dass wir uns das zutrauen und dafür einander vertrauen, ist eine Voraussetzung für das Gelingen des gemeinsamen Lebens.

Text: APK
Foto(s): Privat/APK

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Unsere Wochentipps: Frühjahrstagung „Warum rechtsradikal?“, buddhistische Geschichten und Lesung „Drei Kameradinnen“

Unsere Wochentipps laden in den kommenden Tagen in Köln und der Region zu Literatur, Musik, Diskussion und Kabarett ein: Eine Lesung mit der Autorin Shida Bazyar eröffnet das Philosophische Café in Lechenich, in der Kirche Delling verbindet eine Benefizveranstaltung buddhistische Geschichten mit Jazz und Gesang, die Melanchthon-Akademie fragt bei ihrer Frühjahrstagung nach den Ursachen von Rechtsradikalismus und Kabarettist Fatih Çevikkollu feiert in Köln-Pesch mit seinem Programm „KI – Kritische Intelligenz“ sein 20-jähriges Bühnenjubiläum.

Philosophisches Café 2026 mit Shida Bazyar: Auftaktveranstaltung mit „Drei Kameradinnen“

Mit der Autorinnenlesung „Drei Kameradinnen“ eröffnet das Philosophische Café 2026 am Donnerstag, 12. März, 19.30 Uhr, im Evangelischen Gemeindezentrum Lechenich, An der Vogelrute 8, seine Reihe. Shida Bazyar erzählt von drei Frauen, die seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung eine tiefe Freundschaft verbindet – und die dennoch nicht abschütteln können, was ihren Alltag bestimmt: Blicke, Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihre Freundschaft gibt ihnen Halt, bis eine dramatische Nacht alles ins Wanken bringt.
www.kirche-lechenich.de

Benefizveranstaltung für den Hospizdienst: Lesung buddhistischer Geschichten

Eine Benefizveranstaltung für den Hospizdienst verbindet am Donnerstag, 12. März, 19.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche Delling, Delling 8, Literatur und Musik. Die Evangelische Kirchengemeinde Delling lädt zu einem Abend mit dem Duo Jazz & Beyond und Frau Lütke-Nowak ein. Im Mittelpunkt stehen buddhistische Geschichten, die gelesen und musikalisch mit Piano, Gitarre und Gesang begleitet werden.
www.kirche-delling.de

Frühjahrstagung der Melanchthon-Akademie „Warum rechtsradikal?“

„Warum wenden sich Menschen rechtsradikalen Denk- und Gefühlswelten zu, und was kann Prävention leisten?“ – Diesen Fragen geht die Frühjahrstagung „Warum rechtsradikal?“ am Freitag und Samstag, 13. und 14. März, im Haus der Evangelischen Kirche, Kartäusergasse 9–11, nach. In Vorträgen, Workshops und Gesprächen werden psychologische, gesellschaftliche und theologische Ursachen von Rechtsradikalisierung ebenso thematisiert wie Handlungsmöglichkeiten für Kirche, Zivilgesellschaft und Einzelne. Zum Programm gehören unter anderem ein Filmabend im Odeon-Lichtspieltheater mit anschließendem Gespräch, Fachvorträge zu rechtsextremen Mythen und neurechten politischen Theologien sowie Workshops zu Argumentationsstrategien, Fremdheitsangst, organisationaler Resilienz und zur Unterstützung von Rassismus und Antisemitismus betroffenen Menschen. Referierende sind unter anderem Dr. Matthias Gabriel, Philine Lewek, Dr. Susanne Gabriel, Thomas Schwind, Angelika Wuttke, Leon Follert und Stella Shcherbatova. Veranstaltet wird die Tagung von der Melanchthon-Akademie in Kooperation mit der C. G. Jung-Gesellschaft Köln. Die Teilnahme kostet 95 Euro. Darin enthalten ist ein Catering. Anmeldung erforderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

Fatih Çevikkollu – „KI Kritische Intelligenz“

Der Kabarettist Fatih Çevikkollu gastiert am Freitag, 13. März, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), mit seinem Programm „KI – Kritische Intelligenz“ im Evangelischen Gemeindezentrum Pesch, Montessoristraße 15. Der Abend markiert zugleich sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. In seinem neuen Programm thematisiert Çevikkollu die Herausforderungen der digitalen Revolution: Fake-News, Social Media, Algorithmen und die Frage, wo der Mensch in der digitalen Dauerschleife bleibt. Zwischen Deepfakes und digitalem Dauerrauschen zeigt er die Absurditäten der hypervernetzten Welt auf. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 20 Euro, an der Abendkasse 22 Euro. Tickets sind unter www.ticket2608.tickethome.at erhältlich. Die Veranstaltung findet zugunsten des Fördervereins „Für Zukunft e. V.“ statt.
www.dem-himmel-so-nah.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Köln stellt sich quer: Sternmarsch und Kundgebung am 21. März

Sternmarsch und Kundgebung für Demokratie und Menschenwürde: Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ruft am Samstag, 21. März, zu einem Sternmarsch gegen Rassismus und für Demokratie in Köln auf. Startpunkte sind um 13 Uhr der Ottoplatz sowie um 13.30 Uhr der Chlodwigplatz und der Ebertplatz. Ziel ist die zentrale Kundgebung (Beginn 15 Uhr) auf dem Friesenplatz bzw. Rudolfplatz.

Anlass ist der Internationale Tag gegen Rassismus, der weltweit auf Diskriminierung und rechte Hetze aufmerksam macht. In dem gemeinsamen Aufruf heißt es, die AfD und andere rechtsextreme Parteien seien eine Gefahr für demokratische Institutionen, Kunst- und Meinungsfreiheit sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gefordert wird ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten, Völkerrecht und einem solidarischen, vielfältigen Miteinander. Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ lädt zur Beteiligung auf.

Weitere Informationen finden Sie auf:

www.kssq.de

Text: APK
Foto(s): KSSQ

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Gewalt gegen wohnungslose Menschen – Diakonie Köln und Melanchthon-Akademie im Dialog

Ein Fotoprojekt der Diakonie Köln und Region, künstlerisch begleitet durch die Melanchthon-Akademie, war der Grundstein für eine gemeinschaftliche Bildungsarbeit, die das Thema Wohnungslosigkeit im Fokus hat. Regelmäßig einmal pro Jahr findet nun eine Veranstaltung beider Partner statt. 2025 ging es im Haus der Kirche um „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“. In diesem Jahr lag in den Räumen in der Kartäusergasse der Schwerpunkt auf dem Thema „Gewalt gegen wohnungslose Menschen“. Das Diakoniehaus Salierring, das noch bis zum September Empfänger der Diakoniespende des Kirchenverbandes Köln und Region ist, ist Standort der Wohnungsnotfallhilfe. Fachdienstleiter Michael Lampa freute sich, dass in diesem Jahr zum ersten Mal auch die Diakonie Michaelshoven als weiterer Kooperationspartner mit an Bord war.

Aus Berlin angereist war Referent Paul Neupert von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, dort seit 2017 zuständig für Dokumentation und Statistik, Wohnen, Gewalt, Housing First. Er gab nach der Begrüßung durch Stefan Hößl von der Melanchthon-Akademie einen Überblick über Ausmaß, Motive und Möglichkeiten zur Intervention.

Gewalt gegen wohnungslose Menschen

Dass Gewalt gegen obdachlose oder wohnungslose Menschen zum Alltag geworden ist – darüber war er sich mit den Gästen und Teilnehmenden aus Köln einig. Er definierte zwei Tätergruppen: wohnungslose Menschen selbst, oft Einzeltäter mit einer Beziehung zum Opfer, und nicht Wohnungslose. Hier seien es relativ häufig jüngere Männer in der Gruppe, die „ad hoc-Taten“ begehen würden, ohne eine irgendwie geartete Beziehung zum Opfer zu haben. Eine Gemeinsamkeit beider Gruppen: der oft starke Alkoholkonsum.

Gefragt, ob die Teilnehmenden das Gefühl hätten, die Gewalt habe zugenommen, stimmten viele zu. Statistisch belegt werden könne dieser Eindruck allerdings nicht, erläuterte Paul Neupert, denn derzeit gibt es keine belastbaren empirischen Beweise für diese Annahme. Was aber gesagt werden kann: Die Wahrscheinlichkeit, als obdachloser Mensch an Gewalt zu sterben, liege 50 Prozent höher als bei Menschen mit einer Wohnung. „Je mehr ein Mensch dem Klischee des Obdachlosen entspricht, desto extremer ist die Gefahr, dass er angegriffen wird.“ Schutzfaktoren seien ein Hund als Begleitung, sich in einer Gruppe zu bewegen oder eine Änderung der Gewohnheiten. Viel zu wenige Opfer von Angriffen zeigen diese an. „Das liegt unter anderem daran, dass Racheakte befürchtet werden“, so der Referent. Auch das Thema „Hate Crime“ betrifft Menschen, die auf der Straße leben. Diese Taten basieren auf Vorurteilen, sollen Signalwirkung auf die gesamte soziale Gruppe, in diesem Fall Obdachlose, haben und provozieren Nachahmer, ebenfalls Gewalt auszuüben.

Forderungen und Präventionsansätze

Forderungen, die Neupert formulierte: sozialen Wohnraum schaffen. Unterkünfte für Obdachlose sollten menschenwürdig sein, die Verdrängungspraktiken aus den Stadtzentren müssten aufhören. Präventionsarbeit mit Jugendlichen müsse intensiviert werden.

Erfahrungen aus der Praxis

In der anschließenden, von Maja Schumacher und Michael Lampa moderierten Diskussion berichteten Gökan Kuşcu, der Stadtrundgänge zu Orten wohnungsloser Menschen anbietet und damit Öffentlichkeit für diese Lebensrealität schafft, Streetworker Khaled Jebbari und Ilse Kramer, die sich in der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen engagiert, von ihren Erfahrungen. Sie waren sich mit den teilnehmenden Streetworkern einig, dass der Ton in der Gesellschaft insgesamt rauer geworden ist. So beschrieb eine Streetworkerin, dass es eine Drohung gegeben habe, einen Obdachlosen anzuzünden, wenn er sich nicht einen anderen Platz suche. Ilse Kramer monierte abgebaute Bänke und geschlossene U-Bahnzugänge: „Rückzugsorte fehlen überall.“ Khaled Jebbari beobachtet zunehmend Vertreibungen durch private Sicherheitskräfte. Und Gökhan Kuşcu gab zu, dass er seine Runden nicht mehr ohne weitere Person dreht: „Es ist mittlerweile normal, angespuckt oder beleidigt zu werden.“ Ein weiterer Streetworker berichtete, er sei mit den Worten konfrontiert worden: „Bitte bringt die Leute weg. Ich will das Elend nicht mehr sehen müssen.“ „Dieser Ton macht auch uns Angst, weil wir nicht mehr wissen, wie wir die Leute schützen sollen.“ Die Geduld der Bürger kippe gerade, während die wohnungslosen Menschen das Gefühl haben, gar nicht mehr am Leben teilhaben zu können. Und Ilse Kramer appellierte entsprechend an alle, die helfen möchten: „Schaut, was der Mensch braucht. Unterstützung darf nicht zu den Bedingungen des Helfenden passieren.“

Michael Lampa von der Wohnungslosenhilfe der Diakonie erklärte zum Schluss, dieser Austausch sei ungemein wichtig, und lud dazu ein, sich zu vernetzen, wozu nach dem Workshop dann auch noch bei Gesprächen Gelegenheit war.

SPENDEN SIE AN

Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichwort: Diakoniehaus Salierring
Kreissparkasse Köln
IBAN DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC COKSDE33XXX

 

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Lange Nacht der Kirchen: Musik, Begegnung und besondere Atmosphäre

Pfarrer Tim Lahr und Drag Queen Biggi Musch.
Pfarrer Tim Lahr und Drag Queen Biggi Musch.

Bei frühlingshaftem Wetter zog es am Freitagabend viele Menschen in die Kölner Innenstadt zur „Langen Nacht der Kirchen“. Mehr als 30 Kirchen öffneten zwischen 19 und 23 Uhr ihre Türen und luden zu einem abwechslungsreichen Programm ein: Konzerte, kurze Andachten, spirituelle Impulse, Gespräche und stille Momente boten zahlreiche Möglichkeiten, Kirchenräume neu zu entdecken.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, von Kirche zu Kirche zu gehen und die besondere Atmosphäre des Abends zu erleben. Musik erfüllte die Kirchenräume, an anderen Orten wurde gebetet, gelesen oder einfach innegehalten. So entstanden viele Begegnungen – zwischen Gästen, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.

Selbst der Streik im Kölner Nahverkehr konnte die Lange Nacht der Kirchen nicht ausbremsen: Trotz der Einschränkungen fanden zahlreiche Menschen den Weg in die geöffneten Kirchen und machten den Abend zu einem lebendigen ökumenischen Zeichen in der Stadt.

Orgelimprovisationen von Wolf-Rüdiger Spieler.  
Orgelimprovisationen von Wolf-Rüdiger Spieler.

Auch St. Johannes an der Tempelstraße in Deutz war beteiligt an der „Langen Nacht der Kirchen“, zu der die Gotteshäuser der Innenstadt eingeladen hatten. In St. Johannes allerdings war alles anders. Die Kirche ist firmiert als queere Kirche Köln. Und deshalb gestaltete an diesem Abend nicht Pfarrer Tim Lahr das Programm, sondern Drag Queen Biggi Musch. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen hörte sie sich das neue Album von Harry Styles an, das just an diesem Freitag erschienen war. Biggi Musch gab launige Kommentare zu den Songs, die  Zuhörer und Zuhörerinnen waren aufgefordert, Kommentare abzugeben. „Musik, queere Ästhetik und Spiritualität treffen aufeinander und schaffen Raum für Austausch und Inspiration“, sagte Tim Lahr. Um ein Glas Sekt zu gewinnen, konkurrierten Paare beim Posieren auf einem Laufsteg.  Informieren konnte man sich an Stationen über queere Spiritualität, Sprache und Identität.

In der Trinitatiskirche ging es meditativer zu. Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, rezitierte jeweils zur vollen und halben Stunde Gedichte von Yehuda Amichai, eines der meistgelesenen und bedeutendsten modernen israelischen Poeten in Köln. Die Lyrik, die Bock vortrug, verband sich mit den Orgelimprovisationen von Wolf-Rüdiger Spieler.

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Text: APK/Stefan Rahmann
Foto(s): APK/Stefan Rahmann

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Osterferien kreativ, bunt und gemeinsam gestalten – die Workshops der fbs Köln im Frühling 2026

Der Frühling steht vor der Tür – und mit ihm die Osterferien! Die Evangelische Familienbildungsstätte Köln (fbs) lädt Familien, Kinder und Erwachsene zu kreativen Workshops ein, die Lust auf gemeinsame Zeit machen. Ob basteln, nähen oder malen: Hier entstehen kleine Kunstwerke und große Erinnerungen.

Alle Veranstaltungen sind einzeln buchbar. Anmeldung und weitere Informationen direkt über die verlinkten Kurse.

Osterwerkstatt für Kinder: Ich baue mir einen Gute-Laune-Frühlingsgarten – Osterwerkstatt (5–10 Jahre)

Kursnr. 261F2214
Beginn Sa., 14.03.2026,
12:30–15:30 Uhr Gebühr 38,00 €
In gemütlicher Atmosphäre können Eltern und Kinder einen kleinen Garten aus Holz, Papier, Modelliermasse und Naturmaterial bauen, ein Osterhasenhaus, Häschen, Küken oder andere Tiere formen und ein Teelichtglas gestalten.

https://www.fbs-koeln.org/?s=261F2214

Ich baue mir einen Gute-Laune-Frühlingsgarten – Osterwerkstatt (3,5–5 Jahre)

Kursnr. 261F2215
Beginn Sa., 14.03.2026,
15:45–18:45 Uhr Gebühr
38,00 €
In gemütlicher Atmosphäre können Eltern und Kinder in diesem Kurs einen kleinen Garten aus Holz, Papier, Modelliermasse und Naturmaterial bauen, ein Osterhasenhaus, Häschen, Küken oder andere Tiere formen und ein Teelichtglas gestalten. Die in der Kursgebühr enthaltenen Materialkosten decken die Grundausstattung der benötigten Materialien ab. Andere optionale Materialien sind nicht in der Kursgebühr enthalten. Hierfür können zusätzliche Kosten entstehen.

Kreativ-Workshops für Erwachsene:

Taschen-Nähworkshop für Anfänger und Fortgeschrittene

Kursnr. 261F573
Beginn Sa., 14.03.2026,
10:00–15:45 Uhr
Gebühr 56,50 €
Du liebst Taschen und hast Lust, endlich mal selbst eine zu nähen? In unserem Workshop zauberst du aus Stoff, Gurtband & Co. dein ganz persönliches Lieblingsstück – mit einem stylischen Schnittmuster der Designerin oh meèla. Ob knallig bunt oder dezent elegant – am Ende hältst du dein selbstgenähtes Taschenunikat stolz in den Händen. Jetzt anmelden – die Plätze sind begrenzt!

Online Aquarell-Workshop – Karten zu Geburtstag & Co.

Kursnr. 261F5801
Beginn Fr.,
20.02.2026, 19:00–22:00 Uhr
Gebühr 25,00 €
Gemeinsam aquarellieren wir schöne Kartenmotive und kombinieren sie mit Schriftzügen – passend zum Anlass. So habt ihr individuelle Karten zur Hand, wenn ihr euren Herzensmenschen mit etwas Besonderem gratulieren möchtet. Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

Online Aquarell-Workshop – Blumen, Blumen, Blumen

Kursnr. 261F5802
Beginn Fr.,
20.03.2026,
19:00–22:00 Uhr
Gebühr 25,00 €
Die Natur streckt langsam ihre Fühler aus, die ersten Blumen stecken ihre bunten Köpfe heraus. Lasst uns gemeinsam die Freude genießen und bunte Blumen aufs Papier zaubern. Für Anfänger und Fortgeschrittene.

Warum mitmachen?

Die Ferienwerkstätten der fbs sind mehr als nur Beschäftigung: Sie sind Orte für Begegnung, Lernen, Kreativität und gemeinsames Erleben. In kleinen Gruppen und unter fachkundiger Anleitung entsteht Raum für das, was im Alltag oft zu kurz kommt – echte Qualitätszeit miteinander.

Veranstalter:

Evangelische Familienbildungsstätte Köln
Kartäusergasse 9–11, 50678 Köln
www.fbs-koeln.org

Jetzt anmelden – die Wintermonate werden warm, kreativ und gemeinschaftlich!

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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Internationaler Tag gegen Rassismus am 21. März – Köln stellt sich quer

Sternmarsch und Kundgebung für Demokratie und Menschenwürde: Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ruft am Samstag, 21. März, zu einem Sternmarsch gegen Rassismus und für Demokratie in Köln auf. Startpunkte sind um 13 Uhr der Ottoplatz sowie um 13.30 Uhr der Chlodwigplatz und der Ebertplatz. Ziel ist die zentrale Kundgebung (Beginn 15 Uhr) auf dem Friesenplatz bzw. Rudolfplatz.

Anlass ist der Internationale Tag gegen Rassismus, der weltweit auf Diskriminierung und rechte Hetze aufmerksam macht. In dem gemeinsamen Aufruf heißt es, die AfD und andere rechtsextreme Parteien seien eine Gefahr für demokratische Institutionen, Kunst- und Meinungsfreiheit sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gefordert wird ein klares Bekenntnis zu Menschenrechten, Völkerrecht und einem solidarischen, vielfältigen Miteinander. Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ lädt zur Beteiligung auf.

Weitere Informationen finden Sie auf:

www.kssq.de

Text: APK
Foto(s): KSSQ

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Zuhören, da sein, begleiten – Wolfgang Raspe und Evelyn Plamper engagieren sich ehrenamtlich in der Seelsorge der evangelischen Kirche

Zuhören. Einfach da sein. Und Zeit schenken. Genau darum geht es in der ehrenamtlichen Seelsorge der evangelischen Kirche. Menschen lassen sich ein Jahr lang ausbilden, um andere in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten. So auch Wolfgang Raspe aus der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen: Der Rentner engagiert sich in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf. Hinter dicken Stahltüren begegnet er Menschen, die oft viel Kummer mit sich tragen. Er erklärt: „Die besuche ich nicht nur einmal, sondern öfters. Alleine die Tatsache, dass die wissen, da ist jemand, der hat nichts mit der Justiz zu tun, der hat nichts mit dem Gericht zu tun, der ist kein Anwalt, vor dem muss man sich nicht rechtfertigen.“

Evelyn Plamper, ebenfalls aus der Gemeinde Frechen, ist Ärztin und Gesundheitswissenschaftlerin im Ruhestand. Schon seit vielen Jahren begleitet sie pflegende Angehörige. In der Ausbildung für ihr Ehrenamt wurde ihr bewusst, wie viel Seelsorge in diesen Begegnungen steckt. Sie sagt: „Ansonsten gehe ich erfüllt raus, weil ich immer wieder merke, wie gut es dieser Gruppe von Menschen tut, dass sie einen Resonanzraum haben, dass sie reden können, dass endlich mal jemand zuhört, dass sie sehen, dass sie nicht alleine sind.“

Gerade Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, erleben enorme Belastungen. Ihnen zu begegnen ohne zu bewerten, das ist für Evelyn Plamper ein zentraler Punkt: „Ich habe sehr viel gewonnen durch die Seelsorgeausbildung, weil es natürlich guttut, sich auch noch mal selber zu hinterfragen. Hörst du immer noch gut zu? Kannst du das?“

Ein Jahr dauert die Ausbildung. Sie ist kostenfrei – verbunden mit der Bereitschaft, sich danach mindestens drei Jahre ehrenamtlich zu engagieren. Auf dem Programm stehen Selbsterfahrung, Gesprächsführung, praktische Einsätze und Supervision. Wichtig sind vor allem Offenheit, Empathie – und Zeit. Zeit, die Menschen wie Wolfgang Raspe und Evelyn Plamper aus der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen bewusst einsetzen.

Weitere Informationen zur Ausbildung gibt es unter www.lebenswege-begleiten.koeln.

Dieser Beitrag ist auch zu hören in der Sendung Himmel und Erde bei Radio Erft.

Text: Sammy Wintersohl
Foto(s): Sammy Wintersohl

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