Wenn Medizin allein nicht mehr reicht – Klinikseelsorge an den Unikliniken Köln

Es gibt Momente im Leben, in denen Medizin allein nicht mehr reicht. Momente, in denen ein Mensch nicht nur einen Arzt braucht – sondern jemanden, der einfach da ist. Der zuhört. Der aushält. Der nicht wegschaut.

Genau das ist die Aufgabe von Caroline Schnabel. Die evangelische Pfarrerin arbeitet seit knapp sieben Jahren als Klinikseelsorgerin an der Uniklinik Köln – und begleitet Menschen täglich in den verletzlichsten Phasen ihres Lebens. Am Krankenbett. In der Diagnose. Im Abschiednehmen. „Wenn Menschen zu uns ins Krankenhaus kommen, bedeutet das eigentlich immer eine Art von Einschnitt und Krise“, sagt Caroline. „Und in dieser Situation ist es unsere Aufgabe beizustehen – und da zu sein.“ Gemeinsam mit ihrer Kollegin Antje Hofmann bildet sie ein eingespieltes Team. Zwei Frauen, zwei Blickwinkel, eine gemeinsame Haltung: Seelsorge für alle – unabhängig von Religion oder Konfession. Denn wer Halt braucht, soll ihn finden. Ohne Wenn und Aber. Was diese Arbeit so besonders macht? Sie geschieht leise. Abseits großer Schlagzeilen, ohne Applaus. Und entfaltet genau dort ihre Kraft – in den Momenten, die zählen.

In unserem neuen Video gewähren Caroline und Antje einen seltenen und bewegenden Einblick in ihren Alltag an den Uniklinik Köln. Was trägt sie? Was bewegt sie? Und warum ist Klinikseelsorge weit mehr als ein Gebet?

 Jetzt reinklicken – und eine Arbeit kennenlernen, die berührt.

https://youtube.com/shorts/kgmtGQGFmQU

Text: APK
Foto(s): APK

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Ein Leben im Dienst der Suchenden – Pfarrer Roger Brandl von Superintendentin Kerstin Herrenbrück in einem bunten Openair-Gottesdienst nach 30 Jahren entpflichtet

Superintendentin Kerstin Herrenbrück entpflichtete Roger Brandl auf den Poller Wiesen – ein sonniger Abschied nach drei Jahrzehnten im Dienst der Gemeinde.

Herzerwärmende, offene Zugewandtheit wird spürbar, als Roger Brandl die Gäste begrüßt, die zu seiner Entpflichtung gekommen sind. Er lächelt, schenkt Umarmungen und freundliche Worte, freut sich sichtlich, dass der Kreis, der ihn umgibt, so viele Menschen zählt. Nach rund 30 Jahren Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Deutz/Poll wurde der Pfarrer in einem bunten Festgottesdienst, mitten in der Sonne auf den Poller Wiesen, aus seinem Amt verabschiedet und von Superintendentin Kerstin Herrenbrück entpflichtet. Pfarrer Tim Lahr hatte die begrüßenden Worte gesprochen.

Abschied nach 30 Jahren: Ein Festgottesdienst auf den Poller Wiesen

Vor seiner Entpflichtung, für die er sich gewünscht hatte, im Kreis der Gottesdienstbesuchenden zu stehen, hatte der 66-Jährige eine Predigt gehalten, in der es um die Suche nach dem Glück ging, darum, dass auch die Theologie nicht das reine Glück zu schenken imstande ist, aber hilft, Wahrheiten zu finden. Doch es ging nicht nur um Glück. Roger Brandl sprach auch über einen Text des Mystikers Rumi – die Zeilen um den goldenen Schatz, der jedem Menschen innewohnt, hatte die Gemeinde zuvor gehört und gesungen – und von seiner Dankbarkeit, die Kirche als einen Ort der Suchenden erlebt zu haben. „Wir sind so unterschiedlich, manchmal schwierig und überfordert, auch ich nehme mich davon nicht aus, aber unsere Suche eint uns. Die Suche nach Gott und nach dem Moment, in dem wir einfach sein dürfen.“ Gemeinde sei ein Resonanzort für diese Suche, die Liebe Jesu und die Liebe Gottes dort spürbar. „Wenn ich Liebe nicht spüre, ist das auch schwierig mit dem Glauben. Doch wann fühle ich wirklich?“

Meditation als Glaubensanker – seit dem 19. Lebensjahr

Pfarrer Tim Lahr begleitete den Festgottesdienst – vom Grußwort bis zum Abendmahl. Ein Abschied, getragen von Vertrauen und Gemeinschaft.

Für Roger Brandl gibt es dazu eine besondere Antwort: In der Meditation. Mit 19 hat der Theologe angefangen, sich darin zu üben, bis heute begleitet das Meditieren ihn. Denn er sagt, so sei es möglich, Glaubenskrisen zu lösen, Meditation dekonstruiere vorgefasste Annahmen. In seiner Zeit als Pfarrer in Poll hat der Kölner im Rahmen der spirituellen Körperarbeit Yogakurse und Meditation etabliert – beides wurde gerne wahrgenommen, wie er berichtet. Die 30 Jahre in der Gemeinde, zunächst in Deutz, dann in Poll, beschrieb er mit den Worten des Benediktinermönchs und Zenmeisters Willigis Jäger: „Wir sind ein Tanzschritt der Ewigkeit.“ Ein poetisches Schlusswort, das zum Abendmahl, geleitet von Tim Lahr, und schließlich zur Entpflichtung überleitete. Pfarrerin Herrenbrück sagte, sie sei zwar nur ein kurzes Stück des Weges mit Roger Brandl gegangen, doch schon in dieser Zeit habe es sehr vertraute Gespräche gegeben. „Ich habe erlebt, dass Roger Brandl als Suchender unterwegs ist, der aber immer wieder auch Besonderes findet“, nahm sie den Inhalt der Predigt auf, bevor sie den Pfarrer segnete. Die Chöre St. Johannes und die Pollogne Singers hatten gemeinsam mit dem Bläserkreis und Kantor Daniel Konrad für den mitreißenden musikalischen Rahmen gesorgt, der Lesungstext kam von Prädikant Bernd Franzen. Celine Koch, engagiert in der Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde, nahm im Gottesdienst das Bild aus dem Rumi-Lied auf – es gab in goldenes Papier gewickelte Bonbons für jeden. Symbol für den Goldschatz, den jeder Mensch in sich birgt, aber auch Möglichkeit, beim Schmecken der Süße kurz innezuhalten, um sich an die Begegnungen mit Roger Brandl zu erinnern.

Der Ruhestand ruft – und mit ihm neue Horizonte

Aufgewachsen in Buchheim, Theologe aus Leidenschaft, Pfarrer mit Herz – und bald Student. Roger Brandl blickt nach vorne.

Der Pfarrer selbst freut sich auf den Ruhestand, denn er plant unter anderem, in Köln noch einmal zu studieren. „Ich denke darüber nach, Persisch zu lernen und mich für Ostasienstudien einzuschreiben“, sagt er. Aufgewachsen in Buchheim, konvertierte er als junger Mann zum evangelischen Glauben, war beheimatet im CVJM Holweide. „Dort wurde ein sehr persönlicher Glaube gelebt.“ Theologie studierte er in Köln und Bonn, war Vikar in Klettenberg und schließlich in Essen-Freisenbruch im Hilfsdienst. „Ich bin in den Beruf hineingewachsen, habe viel Jugendarbeit gemacht“, blickt er zurück. 1996 trat er die Pfarrstelle in Deutz an. Er machte die Ausbildung zum Psychodrama-Leiter und bildete sich im Bereich der Supervision bei der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching fort. Roger Brandl ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Unsere Wochentipps: Come-Together-Cup, Stadtradeln und Freund*innensegen

Unsere Wochentipps bieten zahlreiche Gelegenheiten für Gemeinschaft, Engagement und inspirierende Begegnungen: Am Donnerstag steht der Come-Together-Cup für Vielfalt und Begegnung auf dem Spielplan. Am Freitag lädt ein Benefizkonzert zum Jubiläum von „Bensberg isst was“ ein. Am Sonntag wird in Porz-Wahn-Heide die Ordination von Pfarrerin Dagny Weyermanns gefeiert. Der Dienstag steht im Zeichen eines besonderen Segens für Freundschaften. Am Mittwoch startet die Aktion „Kirche radelt“, außerdem kommen Menschen jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens zu einer Begegnungsfeier zusammen.

32. Come-Together-Cup in Köln-Müngersdorf

Der 32. Come-Together-Cup findet am Donnerstag, 4. Juni, ab 8.30 Uhr, auf den Vorwiesen des RheinEnergieSTADION, Aachener Straße 999, statt. Auch die evangelische Kirche ist in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Team dabei. Über 95 Mannschaften, rund 25.000 Besucherinnen und Besucher sowie ein ganztägiges Rahmenprogramm machen das Turnier zu weit mehr als einem Fußballwettkampf. Ab 12 Uhr öffnet der „Boulevard der Vielfalt“, ab 13.30 Uhr beginnt das Bühnenprogramm mit DJ Blues, zwei Kinderkonzerten der Bands „Pelemele“ und „Planschemalöör“, dem Promi-Spaßkick um 16.30 Uhr sowie Auftritten der Veedelperlen, der BoKa der StattGarde Colonia Ahoj und Planschemalöör. Den Abschluss bildet Cat Ballou um 20.45 Uhr. Durch den Tag führen Moderatorin Julie Voyage und Kommentator Manni Breuckmann. Der Come-Together-Cup zeigt, was Köln gut kann: offen sein, herzlich sein und Menschen zusammenbringen, unabhängig von Herkunft, Lebensrealität oder Fußball-Sachverstand. Willkommen sind ausdrücklich auch alle, die einfach als Besucherinnen und Besucher vorbeikommen möchten.
www.come-together-cup.de

Ein Jahrzehnt der Menschlichkeit – „Bensberg isst was“

Zum zehnjährigen Jubiläum der Suppenküche „Bensberg isst was“ gibt die iranische Sängerin Maryam Akhondy mit ihrem Ensemble Barbad am Freitag, 5. Juni, 19 Uhr, in der Evangelischen Kirche Bensberg, Friedhofsweg 9, ein Benefizkonzert. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin und Trägerin des WDR-Jazzpreises verbindet klassischen persischen Gesang mit traditioneller Volksmusik und schlägt mit ihrer ausdrucksstarken Stimme eine Brücke zwischen den Kulturen. Begleitet wird sie von Syavash Rastani an Tombak und Daf sowie Iman Aghajanloo an Tar und Tanbur. „Bensberg isst was“ hilft Menschen, die Unterstützung, Gemeinschaft und eine warme Mahlzeit benötigen. Das Jubiläumskonzert wird vom Lions Club Bensberg-Königsforst unterstützt. Der Eintritt kostet 23,50 Euro im Vorverkauf und 25 Euro an der Abendkasse. Tickets gibt es ausschließlich gegen Barzahlung in der Buchhandlung Zeilenreich, Kölner Straße 19–21 (Montag bis Freitag, 9 bis 18.30 Uhr, Samstag 9 bis 14 Uhr). Das Angebot „Suppe & Begegnung“ kostet zusätzlich 10 Euro.
www.kirche-bensberg.de

Ordination von Pfarrerin Dagny Weyermanns

Die Evangelische Kirchengemeinde Porz-Wahn-Heide feiert am Sonntag, 7. Juni, 15 Uhr, in der Martin-Luther-Kirche, Sportplatzstraße 63, die Ordination von Pfarrerin Dagny Weyermanns. Ordiniert wird sie von Pfarrerin Kerstin Herrenbrück, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch. Die musikalische Gestaltung übernehmen das Symphonische Blasorchester und der Jubilate Chor. Die Ordination ist die kirchliche Beauftragung zum öffentlichen Dienst an Wort und Sakrament sowie zur Seelsorge.
www.kirche-porz-wahnheide.de

Freund*innen-Segen im Tersteegenhaus

Pfarrerin Mareike Maeggi und Vikarin Lisa Kluge gestalten am Dienstag, 9. Juni, 19 Uhr, einen Freund*innen-Segen im Tersteegenhaus, Emmastraße 6, in Köln-Sülz. Der Abend richtet sich an alle, die ihre Freundschaft feiern möchten, egal ob sie sich schon viele Jahre kennen oder gerade erst. Das Programm des Projekts hier+weiter umfasst Musik der Singer-Songwriterin Hannah-Marie Böß, einen persönlichen Segen sowie im Anschluss Gespräche und Getränke.
www.hierundweiter.de

Stadtradeln 2026: „Kirche radelt“ macht mit

Mit dem Start des Stadtradeln am Mittwoch, 10. Juni, geht das Team „Kirche radelt“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region in seine zweite Runde – drei Wochen lang können alle Interessierten mitradeln und gemeinsam Kilometer für Klimaschutz und nachhaltige Mobilität sammeln. Im vergangenen Jahr nahmen 42 Personen teil und legten zusammen über 10.000 Kilometer zurück; in der städtischen Wertung erreichte das Team Platz 49. Für 2026 ist das Ziel, mehr als 100 Mitradelnde zu gewinnen. Alle Fahrten, die während der dreiwöchigen Aktionszeit mit dem Fahrrad zurückgelegt werden zählen – ob im Alltag, auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit, unabhängig vom Ort. Eingetragen werden die Kilometer online im Kilometer-Buch oder über die Stadtradeln-App. Wer keinen Internetzugang hat, kann die Kilometer wöchentlich per Erfassungsbogen melden. Ausgeschlossen sind lediglich Fahrten bei Radwettkämpfen sowie Einheiten auf stationären Fahrrädern. Nach Ende des Aktionszeitraums können Kilometer noch sieben Tage lang nachgetragen werden. Die Anmeldung zum Team „Kirche radelt“ ist möglich unter www.stadtradeln.de.
www.stadtradeln.de

Dialog mal anders – Jüdisch-Christlich-Muslimische Begegnungsfeier

Zu einem trialogischen Abend unter dem Titel „Dialog mal anders“ kommen die Jüdische Liberale Gemeinde Köln Gescher LaMassoret, die Ahmadiyya Muslim Jamaat Köln und der Evangelische Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr, in der Moschee Bait-un-Nasr, Eichhornstraße 2-4, in Köln-Nippes zusammen. Als Gesprächspartner sind Synodalbeauftragter Dr. Ulrich Höver (Evangelischer Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch), Imam und Theologe Shakeel Ahmad (Ahmadiyya Muslim Jamaat) sowie Rafi Rothenberg, Vorsitzender der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln Gescher LaMassoret, dabei. Im Anschluss gibt es kulinarische Spezialitäten.
www.evangelisch-linksrheinisch.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Vier Wände, die Leben verändern: Ambulant Betreutes Wohnen bei der Diakoniespende 2025/26

26 Plätze gibt es im Ambulant betreuten Wohnen in Außenwohnprojekten der Diakonie Köln und Region, die durch die beiden Mitarbeitenden im Diakoniehaus Salierring betreut werden. Aufgeteilt sind diese Plätze auf drei Wohnprojekte – eines in Rath, zwei in Dünnwald. In Rath gibt es sechs Plätze in einem Haus, das die evangelische Kirche der Diakonie vermietet; in Dünnwald gehört der Wohnraum der Antoniter Siedlungsgesellschaft und der Dr. Peter Deubner-Stiftung. Entstanden ist das Angebot, das derzeit gemischtgeschlechtliche Wohngemeinschaften wie auch reine Frauen-WGs vorsieht, in den 1990er-Jahren. So viel zu den nüchternen Eckdaten. Diese allerdings können nicht einmal ansatzweise beschreiben, wie wertvoll das Angebot der Diakonie für viele Menschen im Laufe der Jahre geworden ist. Denn eigener Wohnraum hilft, wieder in einen strukturierten Alltag zu finden, schenkt Geborgenheit und Sicherheit. Sich in die eigenen vier Wände zurückziehen zu können gibt Ruhe, schenkt Privatsphäre. Die eigene Wohnung – sei es auch, wie im Wohnprojekt, nur auf Zeit – ermöglicht einen Neustart in Richtung Ausbildung oder Beruf. Unterstützt werden die Menschen, die das Wohnprojekt nutzen, durch Sonja Walbert und Florian Grüters vom Diakoniehaus Salierring aus.

Das Diakoniehaus ist bis zu diesem September Empfänger der Diakoniespende des Kirchenverbandes Köln und Region und hat es sich zum Ziel gesetzt, wohnungslose oder obdachlose Menschen bestmöglich zu unterstützen. Das betreute Wohnen in den Außenwohnprojekten ist dabei eines von vielen Angeboten. Es richtet sich an Menschen zwischen 21 und 65 Jahren in besonders schwierigen Lebensverhältnissen – sei es durch Schulden, fehlende berufliche Qualifikation oder psychosoziale Schwierigkeiten.

„Wer seine Lebenssituation positiv verändern möchte, kann bei uns Hilfe erhalten“

Michael Lampa, Fachdienstleiter im Diakoniehaus Salierring, erläutert: „Wer seine Lebenssituation positiv verändern möchte, kann bei uns Hilfe erhalten.“ Dazu gehört die Unterstützung bei der materiellen Existenzsicherung, Hilfe bei psychischen oder gesundheitlichen Problemen, eine Entschuldung und die Rückkehr in ein Leben mit sozialer Teilhabe. Wer das Wohnprojekt verlässt, um eine eigene Wohnung langfristig zu beziehen, erhält rund sechs Monate lang weiter eine sozialarbeiterische, auf den Bedarf abgestimmte Unterstützung.

Michael Lampa weiß, dass das Ambulant betreute Wohnen für viele Männer und Frauen ein Weg war und ist, ins Leben zurückzufinden. Aber er sieht auch die Schwierigkeiten. „Bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit größeren Problemen zu finden, war immer schwierig. Inzwischen gibt es weitere Unterstützungsangebote wie unseres, was die Suche noch einmal deutlich erschwert hat.“ Auch die Verweildauer habe sich entsprechend verlängert. Geplant waren etwa ein bis zwei Jahre, doch diese Zeitspanne reicht oft nicht mehr, um sich neu zu orientieren und eine eigene Wohnung auf Dauer zu finden.

Jeder Mensch zählt – und jede Spende auch

Trotzdem ist auch dem Fachbereichsleiter klar, wie wichtig das Angebot der Diakonie ist. „Jeder Mensch, dessen Leben wir durch unsere Arbeit eine Zukunft und eine Perspektive schenken können, ist ein Gewinn.“

SPENDEN SIE AN

Ev. Kirchenverband Köln und Region
Stichhttps://www.diakoniespende-koeln.de/wort: Diakoniehaus Salierring
Kreissparkasse Köln
IBAN DE10 3705 0299 0000 0044 04
BIC COKSDE33XXX

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Neues Schutzkonzept zum Umgang mit sexualisierter Gewalt vom Vorstand beschlossen

Der Vorstand des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und die Leitungsgremien der zwei Kölner Kirchenkreise haben ein neues Schutzkonzept zum Umgang mit sexualisierter Gewalt verabschiedet. Es gilt ab dem 1. Juni 2026 für den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region sowie die Kirchenkreise Köln-Linksrheinisch und Köln-Rechtsrheinisch. Zugleich ist mit der neuen Internetseite www.ekv-praeventionsschulung.de eine zentrale Plattform gestartet, die die Präventionsarbeit des Kirchenverbandes bündelt und Schulungsangebote zum Schutz vor sexualisierter Gewalt anbietet.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger betont die Bedeutung verbindlicher Strukturen, gemeinsamer Standards und kontinuierlicher Weiterentwicklung im Bereich Prävention und Intervention. „Ich bin dankbar, dass wir das neue Schutzkonzept für den Kirchenverband Köln und Region und die beiden Kölner Kirchenkreise bis zum Mai dieses Jahres fertiggestellt haben. Die ersten Schutzkonzepte haben wir in der evangelischen Kirche in Köln im Jahr 2019 erstellt. Seitdem haben wir alle viel dazu gelernt. Seit 2020 gilt das Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, das die nötigen Rechtsgrundlagen zu Meldepflichten und verbindlichen Verfahren gelegt hat. Es wurden verbindliche Strukturen aufgebaut zur Meldung von Vorfällen zur Intervention, für Schulungen und zur Förderung der sexualpädagogischen Arbeit in unseren Gemeinden. Wir können mit Freude feststellen, dass im Jahr 2025 in Köln und Region insgesamt 66 Schulungen von hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen durchgeführt wurden“, sagt Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. Die Kirchengemeinden haben zwischenzeitlich ihre Schutzkonzepte entwickelt und vertiefte Kompetenzen erworben.

Ein Ausgangspunkt für die Überarbeitung des Schutzkonzeptes waren unter anderem auch die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der sogenannten ForuM-Studie, die im Januar 2024 veröffentlicht wurde. Die bundesweite wissenschaftliche Untersuchung zu sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Diakonie hat bestehende Schutzmaßnahmen, Strukturen und Verfahren kritisch in den Blick genommen und Entwicklungen in Prävention und Aufarbeitung weiter verstärkt. „Die Lernerfahrungen bei Interventionsfällen und in der Aufarbeitung von Grenzverletzungen seit der ForuM-Studie vom Januar 2024 haben dazu geführt, dass unsere bestehenden Schutzkonzepte überarbeitet werden mussten“, fügt Bernhard Seiger hinzu. So mussten die Regelungen zu Schulungen verfeinert werden, die Anforderungen an Vertrauenspersonen präzisiert und Themen wie Rehabilitierung von Betroffenen und zu Unrecht Beschuldigten aufgenommen werden. „Ferner haben wir uns darauf verständigt, den erweiterten Gewaltbegriff zu nutzen, der im Kinderschutz verwendet wird. Er umfasst neben der sexualisierten auch die körperliche und psychische Gewalt sowie alle Formen von Diskriminierung.“ Diese Anpassungen finden sich im neuen Schutzkonzept.

Dem Arbeitskreis gehören Pfarrpersonen und Mitarbeitende aus unterschiedlichen fachlichen Bereichen an – darunter unter anderem Beratung, Personal, Koordination und Aufarbeitungsarbeit. Vorsitzender des Gremiums ist Bernhard Seiger. Weitere Mitglieder sind Sarah Ax (Fachliche Beratung), Christian Gröger (Fachlicher Koordinator), Miriam Haseleu, Kerstin Herrenbrück, Dr. Dörte Münch (Fachfrau für Aufarbeitungsfragen), Christoph Rollbühler, Jörn Ruchmann, Kirstin Schmied, Siggi Schneider, Cedric Schumann, Dorothea Ugi und Markus Zimmermann. „Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, für unsere Region ein einheitliches Schutzkonzept mit gleichen Verfahrensabläufen und Begrifflichkeiten zu erstellen. Es gilt somit nach der Beschlussfassung in den Kirchenkreisen und Gemeinden sowie unseren Einrichtungen im EKV Köln und Region“, sagt Bernhard Seiger weiter. „Mein Dank geht an alle Mitwirkenden, die in zahlreichen Sitzungen im zuständigen Arbeitskreis über einen Zeitraum von fast zwei Jahren an den Fachfragen und der Texterstellung gearbeitet haben. Wir setzen darauf, dass die Gemeinden und Einrichtungen das aktuelle Schutzkonzept für ihren Bereich anwenden und bei neuen Lernerfahrungen den Dialog mit der EKV-Arbeitsgruppe oder den Vertrauenspersonen und Superintendentinnen und Superintendenten suchen, sodass das Konzept weiter fortgeschrieben werden kann.“

Das neue aktualisierte Schutzkonzepte finden Sie HIER zum Download.

Mehr Informationen zur neuen Internetseite finden Sie HIER:

Text: APK
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Internetseite bündelt Präventionsschulungen im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region

Die neue Seite ekv-praeventionsschulung.de bündelt die Präventionsarbeit des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region rund um den Schutz vor sexualisierter Gewalt. Sie macht deutlich: Prävention ist eine gemeinsame Aufgabe und betrifft alle Arbeitsfelder. Entsprechend werden hier Schulungen vorgestellt, die praxisnah, sensibel und fachlich fundiert vermitteln, wie sichere Räume für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestaltet werden können. Der Fokus liegt darauf, Mitarbeitende und Ehrenamtliche zu stärken, hinzusehen, Risiken zu erkennen und im Ernstfall handlungsfähig zu sein.

Konkret finden Interessierte auf der Seite verschiedene Schulungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen: von Formaten in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit über Basis- und Intensivschulungen bis hin zu Aufbau- und Leitungskursen für Erwachsene und Kitapersonal. Ergänzt wird das Angebot durch weiterführende Informationen, Ansprechpartner*innen und Hintergrundmaterialien – etwa zur Ansprechstelle der EKir, zu Studien oder zum Rahmenschutzkonzept. Die Seite dient damit nicht nur der Buchung von Schulungen, sondern auch als zentrale Informationsplattform für alle, die sich mit Prävention und dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung beschäftigen.

HIER finden Sie das neue aktualisierte Schutzkonzepte zum Download.

Wir haben mit Christian Gröger, Geschäftsführer der Evangelischen Beratungsstelle Köln, und Daniel Drewes, Geschäftsführer des Evangelischen Jugendreferats Köln und Region, gesprochen:

Herr Drewes, warum ist eine gemeinsame Plattform für Präventionsschulungen aus Ihrer Sicht ein wichtiger Schritt – gerade für die Kinder- und Jugendarbeit?

Daniel Drewes: Eine gemeinsame Plattform schafft zunächst einmal Verlässlichkeit. Gerade in der Kinder- und Jugendarbeit arbeiten viele Haupt- und Ehrenamtliche an unterschiedlichen Orten und mit ganz verschiedenen Erfahrungen. Wenn alle auf dieselben Grundlagen und Standards zugreifen können, entsteht ein gemeinsames Verständnis davon, was Prävention bedeutet und wie wir verantwortlich handeln.

Außerdem macht die Plattform Schulungen einfacher zugänglich. Ehrenamtliche engagieren sich oft neben Schule, Studium oder Beruf. Digitale und gut strukturierte Angebote helfen dabei, Prävention nicht als zusätzliche Hürde zu erleben, sondern als selbstverständlichen Teil guter Jugendarbeit.

Wie gelingt es Ihnen, Prävention so zu vermitteln, dass sie für Ehrenamtliche und junge Menschen alltagsnah und umsetzbar bleibt?

Daniel Drewes:  Prävention wird dann greifbar, wenn sie nah am Alltag ist. Deshalb arbeiten wir viel mit konkreten Situationen aus der Kinder- und Jugendarbeit: Freizeiten, Gruppenstunden, Fahrten oder Social Media. Viele Ehrenamtliche merken dann schnell: Das hat direkt mit meinem Verhalten und meiner Verantwortung zu tun.

Uns ist wichtig, dass Prävention nicht mit Angst vermittelt wird, sondern mit Handlungssicherheit. Menschen sollen wissen: Was kann ich tun? Wo bekomme ich Unterstützung? Und wie schaffe ich eine gute und respektvolle Atmosphäre?

Herr Gröger, warum war es Ihnen wichtig, die Präventionsangebote auf einer gemeinsamen Seite zu bündeln – und welchen Mehrwert bietet das für die Praxis?

Christian Gröger: Wir haben festgestellt, dass es für die Mitarbeitenden in den verschiedenen Bereichen (Seniorenarbeit, Verwaltung, Presbyterium, Jugendarbeit etc.) vor Ort schwierig ist, zu erkennen, welche Schulung die richtige ist und wofür sie sich anmelden können. Daher haben wir nochmal alle Informationen und auch die Anmeldemöglichkeiten auf einer Seite zusammengefasst. Auch die verantwortlichen Leitungspersonen können hier Orientierung bekommen, wohin Sie Ihre Mitarbeitenden schicken sollen.

Beratungsstelle und Jugendreferat ziehen hier an einem Strang, daher jetzt auch eine gemeinsame Seite.

Wie möchten Sie alltagsnahe und einfach umsetzbare Präventionsangebote vermitteln?

Christian Gröger: Prävention setzt auf vielen Ebenen an, je nach Funktion und Aufgabe der Mitarbeitenden. Zum Beispiel brauchen Mitarbeitende in der Kita spezielles Wissen über sexualisierter Gewalt an und auch unter Kindern, Leitungskräfte müssen sich konkret mit den Interventionsplänen auseinandersetzen und  Ehrenamtliche sollen sensibel werden für Grenzüberschreitungen. Jeder und jede soll wissen, das Undenkbare gibt es leider und was kann ich bei einem Verdacht von sexualisierter Gewalt konkret tun.

Mehr zum neuen Schutzkonzept finden Sie hier:

Text: APK
Foto(s): APK/Screenshot

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Jugendliche übersetzen Psalm 23 in Rap, Bilder und ihre eigene Sprache

Psalm 23 gehört zu den bekanntesten Texten der Bibel. Viele kennen ihn als Trosttext, als Klassiker oder aus Gottesdiensten und Beerdigungen. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ – diese Worte begleiten Menschen seit Generationen. Doch wie klingt Psalm 23 heute aus der Perspektive junger Menschen?

Dieser Frage sind Jugendreferentin Siggi Schneider vom Evangelischen Jugendreferat Köln und Region und Pfarrer Stefan Jansen-Haß beim Juleica-Refresh-Kurs gemeinsam mit Jugendlichen nachgegangen. In Workshops wurden aktuelle Impulse aus Religionspädagogik und Jugendspiritualität erarbeitet und kreative Zugänge zu Glauben ausprobiert – spielerisch, meditativ, im Gespräch und auch digital mit der KI gestaltet. Das Jugendreferat bietet regelmäßig Kurse für ehrenamtlich Engagierte an, um die Jugendleiter:in-Card (JULEICA) zu erwerben und sich für Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit weiter zu qualifizieren.

Was erzählen diese Texte und Bilder über den Glauben junger Menschen heute – und vielleicht auch über das, was sie sich von Gott wünschen?

Siggi Schneider: In unserem Juleica-Refresh-Kurs haben Jugendliche Psalm 23 komplett auseinandergenommen, neu gedacht, gerappt, gekritzelt und in ihre eigene Sprache übersetzt. Zwischen Zweifeln, Selbstironie, Hoffnung, Großstadt-Vibes und Gott als „der, der trotzdem bleibt“ sind ziemlich ehrliche Bilder und Texte entstanden. Nicht geschniegelt. Nicht perfekt. Aber echt.

Was hat Sie an den Texten und Bildern der Jugendlichen persönlich am meisten überrascht oder beeindruckt?

Stefan Jansen-Haß: Mich hat überrascht, wie wenig Berührungsängste Jugendliche mit der Bibel haben – wenn man sie lässt. Erwachsene nähern sich biblischen Texten manchmal wie einem Museumsexponat: „Nicht anfassen, könnte wertvoll sein.“ Jugendliche machen eher: „Cool – dürfen wir das auseinandernehmen?“ Und genau darin steckt etwas sehr Biblisches. Die Psalmen selbst sind ja nicht geschniegelt und brav. Da wird gejubelt, gezweifelt, gemeckert, gefragt und gestritten. Ich fand beeindruckend, wie selbstverständlich Jugendliche Gott gleichzeitig feiern und hinterfragen können. Offenbar hält Gott mehr Ehrlichkeit aus, als wir manchmal denken.

Warum kann es gerade für junge Menschen wichtig sein, biblische Texte nicht nur zu lesen, sondern kreativ und mit ihrer eigenen Sprache weiterzudenken?

Siggi Schneider: Weil Bibeltexte sonst manchmal wirken wie eine Sprachnachricht von vor 3000 Jahren – wichtig, aber mit sehr langer Ladezeit. Wenn Jugendliche Texte übersetzen, zeichnen, rappen oder neu formulieren, passiert etwas Spannendes: Der Text bleibt nicht irgendwo zwischen Goldrandbibel und Kirchenbank liegen, sondern zieht ins eigene Leben ein. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um David oder Schafe, sondern um Einsamkeit, Freundschaft, Leistungsdruck oder die Frage: „Ist da eigentlich jemand, wenn ich nachts um drei grüble?“ Vielleicht ist genau das Glaube: Nicht alte Antworten auswendig lernen, sondern entdecken, dass Gottes alte Worte manchmal erstaunlich gut in unsere heutige Playlist passen.

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Text: APK
Foto(s): Teilnehmende des Juleica-Refresh-Kurses/AI

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Kirchentag 2027 in Düsseldorf: Kirchenmusiker Wolfgang Schulz-Pagel über sein Lied „Du bist kostbar“

Musik verbindet, bewegt und bleibt im Ohr. Für den Evangelischen Kirchentag 2027 in Düsseldorf hat der Pulheimer Kirchenmusiker Wolfgang Schulz-Pagel das Lied „Du bist kostbar“ komponiert. Im Interview erzählt er, welche Botschaft dahinter steckt – und warum Musik für den Glauben so wichtig ist.

Was möchten Sie mit Ihrem Lied für den Kirchentag bei den Menschen auslösen? Welche Botschaft steckt für Sie in „Du bist kostbar“?

Wolfgang Schulz-Pagel.

Wolfgang Schulz-Pagel: Bei Kirchentagen wird ja immer sehr viel gesungen. Das bedeutet, dass auch neue Lieder eine Chance bekommen. Das ist für alle Liedermachende eine tolle Sache. Seit 2003 schreibe auch ich Lieder für Gottesdienste und fand es immer sehr spannend, an Kirchentagen teilzunehmen. Am Anfang stand und steht traditionsgemäß immer eine Losung, zu der auch immer mindestens ein Song gesucht wird. Die dafür verwendeten Bibelzitate haben mich persönlich in den letzten zwanzig Jahren mal mehr mal weniger inspiriert. „Du bist kostbar“  für Düsseldorf fand ich sofort sehr attraktiv. Das Motto erinnert formal natürlich stark an „Du siehst mich“, die Losung vom Berliner Kirchentag 2017, ist genauso prägnant und vieldeutig und lädt unmittelbar zum Texten ein. Musikalisch dachte ich sofort an eine groovige Ballade mit schwingender Melodik.

In unserer Zeit, die so voller Sorgen und Ängste ist, sollte es in dem Lied auf jeden Fall um die Antagonie von Zweifel / Dunkelheit und Licht / Zuversicht gehen. Darstellen wollte ich das durch die Verwendung von Moll im Vers und von Dur im Refrain. Der Moll-Teil erzählt von unserer gegenwärtigen, weitverbreiteten Verfasstheit. Dur strahlt dagegen hell und klar und vermittelt Mut und den Glauben an sich selbst. Dieses Wissen um den eigenen Wert, dieses Geschenk, diesen Schatz wünschen wir uns für uns selbst und natürlich auch für unsere Mitmenschen, gerade, wenn die Zeiten so herausfordernd sind wie gegenwärtig. Denn wir sind wie Geschwister, alle gleichermaßen kostbar, von Gott geliebt.

Präses Thorsten Latzel mit der Losung für den Kirchentag 2027 (Foto: Kirchentag/Hans-Jürgen Bauer)
Präses Thorsten Latzel mit der Losung für den Kirchentag 2027 (Foto: Kirchentag/Hans-Jürgen Bauer)

Welche Bedeutung hat der Kirchentag persönlich für Sie – auch musikalisch? Worauf freuen Sie sich beim Kirchentag 2027 in Düsseldorf besonders?

Wolfgang Schulz-Pagel: Der Kirchentag in Düsseldorf ist mein neunter und mutmaßlich letzter. Es hat ein großartiger Generationenwechsel stattgefunden. Gerne würde ich bei dieser Gelegenheit aber noch einmal ein offenes Singen gestalten wie 2019 in Dortmund.

Was kann Musik schaffen, was Worte allein manchmal nicht schaffen?

Wolfgang Schulz-Pagel: Es ist ein schönes Gefühl, wenn es gelingt, Text und Musik zueinander zu bringen. Es entsteht im Idealfall eine Einheit, die die Menschen ohne Umschweife direkt erreicht.

Hier können Sie das Lied anhören:

Evangelischer Kirchentag 2027

Der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 5. bis 9. Mai 2027 in Düsseldorf statt. „Du bist kostbar“ (Jes 43,4) ist die Losung des Kirchentages. Präses Thorsten Latzel sagt: „So wollen wir als gastgebende Landeskirche allen Gästen und ehrenamtlichen Aktiven begegnen: Egal, wer du bist, woher du stammst, wen du liebst, wie du aussiehst: Schön, dass Du kommst. Du bist kostbar für Gott – und für uns! Nur mit dir, mit euch, wird der Kirchentag zu einem inspirierenden, lebendigen, vielfältigen Ereignis.“

Kirchentag ist einmalig: ein buntes Glaubens-, Kultur- und Musikfestival, eine Plattform für kritische Debatten, ein einzigartiger Anlass, um Gemeinschaft zu erleben. Alle zwei Jahre bringt er als Dialog- und Kulturevent viele tausend Menschen in einer anderen deutschen Großstadt zusammen. Als Teilnehmende das volle Programm genießen, als Mitwirkende eigene Ideen einbringen oder als Helfende kräftig mit anpacken: Es gibt viele Möglichkeiten beim Kirchentag 2027 dabei zu sein. Weitere Informationen finden Sie hier.

Text: APK
Foto(s): APK-Archiv/Canva/Kirchentag/Hans-Jürgen Bauer

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„Wo ist unsere Geschichte?“ – Köln erinnert an den Völkermord an Roma und Sinti

Der Völkermord an 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens hat als Holocaust ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Doch der Samudaripen, die gleichzeitige Ermordung von 500.000 Roma und Sinti, ist nahezu eine Leerstelle in der gesellschaftlichen Erinnerung. Am 21. Mai 1940 wurden auch vom Bahnhof Deutz 1.000 Zugehörige dieser Volksgruppen in die KZs in Polen deportiert und ermordet. Das Konzentrationslager Jasenovac in Kroatien, während des Zweiten Weltkrieges eines der größten Vernichtungslager in Europa, ist nicht ansatzweise so bekannt wie Auschwitz. Dort wurden Roma und Sinti – auch ohne deutsche Beteiligung – planmäßig umgebracht. Eine Gedenkveranstaltung der Melanchthon-Akademie und ihrer Kooperationspartner im VHS-Forum an der Cäcilienstraße hat nun an den Völkermord erinnert und die mühsame Aufarbeitung thematisiert.

Gedenken, Erinnern, Mahnen

Homaira Mansury, Fachbereichsleiterin für Politische Bildung der VHS Köln, und Ruždija Sejdovic, Vorstandsmitglied des Vereins Rom begrüßen die Veranstaltungsgäste.

Homaira Mansury, Fachbereichsleiterin für Politische Bildung der VHS Köln, und Ruždija Sejdovic, Vorstandsmitglied des Vereins Rom, begrüßten die Veranstaltungsgäste: „Wir als Bildungsträger haben die Aufgabe, historische Verantwortung zu übernehmen“, sagte Mansury. Und so sprachen bei der Veranstaltung verschiedene Experten zum Thema, moderiert von Radoslav Ganev, Rom aus Bulgarien und Gründer des Vereins Romanity in München. „Ich hoffe, dass uns ein Dreiklang gelingt“, sagte er, „zu gedenken, zu erinnern und zu mahnen.“ Den Auftakt dazu machte Magdalena Lovric von der Stiftung Verantwortung und Zukunft mit einem Impulsvortrag über die NS-Verfolgung in Kroatien: Bisher seien rund 16.200 Opfer namentlich identifiziert, schilderte sie, davon 5.600 Kinder, 4.900 Frauen und 5.700 Männer. Sie seien auf der „Mauer des Schmerzes“ in der Gedenkstätte in Uštica, nahe des ehemaligen KZ Jasenovac, verzeichnet. Insgesamt seien dort über 83.000 Menschen ermordet worden. Die Ermordung sei von der Ustascha des unabhängigen Staates Kroatien betrieben worden, der von 1941 bis 1945 enger Verbündeter des deutschen NS-Regimes gewesen sei.

Nur wenige Überlebende hätten von der Verfolgung und den nationalsozialistischen Verbrechen berichten können. Lovric verlas die Aussage eines Zeugen, Stefano Nicolic, beim Strafverfahren gegen den als „kroatischen Himmler“ bezeichneten Andrija Artuković: Er sei mit seiner 20-jährigen Frau, die im neunten Monat schwanger war, und seiner dreijährigen Tochter Danica von der Polizei in das KZ Jasenovac verschleppt worden, erzählt der Mann darin. Er überlebte als Einziger, weil ihm nach 14 Tagen mit anderen die Flucht gelang. Bis dahin hatte er Massengräber von Männern, Frauen und Kindern ausheben und zuschütten müssen. Ihre Körper hätten Spuren unmenschlicher Brutalität gezeigt, schilderte er vor Gericht.

Eine Erinnerungskultur, die lange auf sich warten ließ

Die Gedenkstätte in Uštica in Kroatien erinnert an die ermordeten Roma und Sinti.

Doch auch nach Kriegsende sei es schwierig gewesen, das Geschehene angemessen aufzuarbeiten, erläuterte Lovric. Die Erinnerungskultur im sozialistischen Jugoslawien habe primär dazu gedient, die traumatische Beteiligung an den Kriegsverbrechen unter einer eigenen Identität zu verhüllen – mit dem Konzept der Brüderlichkeit und Einigkeit. „Um die Spannung zwischen den Gruppen, Serben, Kroaten, Bosnier und anderen zu verhindern, wurde der ethnische Hintergrund der Opfer nicht genannt, sondern waren alle Opfer des faschistischen Terrors“, so Lovric. Im Jugoslawienkrieg sei dann die NS-Geschichte für eigene politische Machtinteressen instrumentalisiert worden. Der Weg zu einer würdigen Erinnerungskultur habe erst 2012 begonnen. 2020 sei schließlich das Roma-Gedenkzentrum in Uštica feierlich eröffnet worden. Historiker und Historikerinnen sowie Roma-Verbände würden jedoch auf eine schmerzhafte Lücke hinweisen: Eine Reparationszahlung für die wenigen überlebenden Opfer oder deren Nachkommen habe es vom kroatischen Staat bis heute nicht gegeben. Der Kampf um Anerkennung habe seine Ziele noch nicht erreicht.

„Wo ist denn unsere politische Teilhabe?“

Das bestätigte die anschließende Gesprächsrunde: Der in Mazedonien geborene Sami Dzemailovski vom Verein Carmen versah den an der Gedenkstätte prangenden Satz „Ihr seid nicht vergessen“ mit einem Fragezeichen: Er selbst habe in der Schule in Jugoslawien nicht gelernt, dass Roma Teil des Massenmords waren, schilderte er. „Und hier in der deutschen Schule haben wir nur über Anne Frank gesprochen. Wo ist denn unsere politische Teilhabe?“, fragte er. „Wie viele Roma sitzen in den National-, in den Regionalparlamenten und im EU-Parlament?“ Der 2000 aus dem Kosovo geflohene Filmemacher Kenan Emini thematisierte eine andere Ungleichbehandlung: Vor Krieg flüchtende Roma hätten in Deutschland kein Asyl als solche bekommen, sondern als Albaner oder unter einer anderen Identität, die sie anbieten konnten. Sie seien dann geduldet worden und hätten in ständiger Angst gelebt, abgeschoben zu werden. Im Ukraine-Krieg hätten aber jüdische Flüchtlinge aufgrund der Geschichte eine Sonderstellung erhalten, die ukrainischen eine Aufenthaltserlaubnis. „Wenn unsere Geschichte richtig aufgearbeitet und unsere Würde anerkannt würde“, so Emini, „dann würden wir im Kriegsfall auch einen Schutzstatus genießen.“

Text: Susanne Esch
Foto(s): Susanne Esch

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Unsere Wochentipps: Orgelradtour, Mitsingkonzert und Gospel-Jazz-Night

Musik, Bewegung, Gemeinschaft und festliche Gottesdienste: Unsere Wochentipps für Köln und der Region bieten viele besondere Veranstaltungen. Los geht es am Donnerstag mit französischer Orgelmusik in der Trinitatiskirche. Am Samstag wird die Auswahl schwierig, es gibt viele Highlights: eine Orgelradtour durch Porz, der Ordinationsgottesdienst für Johanna Menzemer, ein festliches Mitsingkonzert des neuen Kirchenkreises Köln-Linksrheinisch, ein Marienkonzert in Bergisch Gladbach sowie eine Gospel-Jazz-Night in Rösrath.

Une heure français – Orgelkonzert mit Stefan Emanuel Knauer

Ein Abend mit französischer Orgelmusik steht am Donnerstag, 28. Mai, 19.30 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, auf dem Programm. Stefan Emanuel Knauer, Kantor an St. Lambertus in Erkelenz, spielt Werke von Camille Saint-Saëns, Charles-Marie Widor, Marcel Dupré, Louis Vierne, Pierre Cochereau, Jehan Alain und Maurice Duruflé. Es ist ein Streifzug durch die reiche Tradition französischer Orgelkomposition vom späten 19. bis ins 20. Jahrhundert. Knauer studierte Kirchenmusik, Konzertfach Orgel und Musikpädagogik an den Musikhochschulen Detmold, Heidelberg und Frankfurt am Main und ist als Konzertorganist in bedeutenden Kirchen und Kathedralen im In- und Ausland zu erleben. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.
www.trinitatiskirche-koeln.de

Orgelradtour durch Porz und Porz-Wahn-Heide

Die Evangelische Kirchengemeinde Porz und die Evangelische Kirchengemeinde Porz-Wahn-Heide veranstalten am Samstag, 30. Mai, 10 bis 15 Uhr, eine gemeinsame Orgelradtour. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Johanneskirche Westhoven, Berliner Straße 5. Per Fahrrad geht es durch beide Gemeinden von Kirche zu Kirche – von der Hoffnungskirche Finkenberg über die Lukaskirche Porz-Mitte, die Markuskirche Porz-Eil, die Pauluskirche Zündorf, die Friedenskirche Urbach und die Martin-Luther-Kirche. An jeder Station werden die Orgeln klanglich und musikalisch vorgestellt und erläutert. Für die Mittagszeit ist ein gemeinsames Essen eingeplant. Wer nicht mit dem Fahrrad teilnehmen möchte, kann sich einer Fahrgemeinschaft mit dem Auto anschließen. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Spende für das Mittagessen wird gebeten.
www.kirche-porz.de

Gottesdienst zur Ordination von Johanna Menzemer

Die Evangelische Begegnungsgemeinde Köln feiert am Samstag, 30. Mai, 15 Uhr, in der Erlöserkirche Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, den Ordinationsgottesdienst für Vikarin Johanna Menzemer. Die Ordination erfolgt durch Pfarrer Markus Zimmermann, Stellvertretender Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Menzemer war zweieinhalb Jahre lang in der Begegnungsgemeinde tätig: Sie feierte Gottesdienste, taufte, traute und bestattete, begleitete Konfirmandinnen und Konfirmanden, erlebte das Zusammenwachsen zweier Gemeinden und gestaltete Feste mit. Nun schließt sie ihre Ausbildung zur Pfarrerin mit der Ordination ab. Anschließend wechselt sie in die Evangelische Kirchengemeinde Wesseling und ans Uniklinikum Köln. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es Gelegenheit, ihr zu gratulieren und mit ihr anzustoßen.
www.begegnungsgemeinde.de

Festliches Mitsingkonzert in der Trinitatiskirche

Mit einem festlichen Mitsingkonzert feiert der neu gegründete Evangelische Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch am Samstag, 30. Mai, 17 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, seine Entstehung auch musikalisch. Der neue Kirchenkreis ist zum 1. Januar 2026 aus der Fusion der Kirchenkreise Köln-Mitte, Köln-Nord und Köln-Süd hervorgegangen und steht für eine neue Form evangelischen Lebens und Zusammenarbeitens in Köln. Im Zentrum des Konzerts steht die neu gegründete Junge Kantorei Köln-Linksrheinisch mit mehr als 50 Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Kirchenkreis. Hinzu kommen ein Projektchor mit über 200 Sängerinnen und Sängern aus den Kantoreien der linksrheinischen Kirchengemeinden, Bläserchöre, eine Band, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten sowie die große Klais-Orgel der Trinitatiskirche. Das etwa einstündige „Festliche Mitsingkonzert“ verbindet Chorstücke mit gemeinsam gesungenen Liedern und macht so Gemeinschaft, Aufbruch und Zuversicht hörbar. Die Gesamtleitung hat Kreiskantor Samuel Dobernecker. Im Anschluss gibt es im Foyer und im Hof der Trinitatiskirche Gelegenheit zu Austausch und Begegnung bei einem Umtrunk und Imbiss. Der Eintritt ist frei.
www.trinitatiskirche-koeln.de

Marienkonzert in der Gnadenkirche Bergisch Gladbach

Die Sopranistin Marion ter Wey und der Organist Leo Wildauer gestalten am Samstag, 30. Mai, 19 Uhr, in der Gnadenkirche, Hauptstraße 256, ein Konzert im Zeichen des Marienmonats Mai. Das Programm umfasst Lieder, Arien und Orgelmusik von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und Matthias Weckmann. Es werden Werke präsentiert, die sich auf unterschiedliche Weise der Gottesmutter Maria und ihren Eigenschaften nähern, darunter einige der schönsten Stücke der Vokalmusik. Marion ter Wey gehört zum Kölner Ensemble Vokalexcursion und hat sich mit Auftritten in der Region und deutschlandweit einen Namen gemacht. Leo Wildauer ist Kirchenmusiker in der Evangelischen Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl. Der Eintritt ist frei.
www.gnadenkirche-gl.de

Gospel-Jazz-Night in der Versöhnungskirche

In der Versöhnungskirche, Hauptstraße 16, findet am Samstag, 30. Mai, von 19 bis 22 Uhr eine Gospel-Jazz-Night statt. Der Gospelchor Jubilate Singers Lindlar und der Gospelchor der Evangelischen Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath gestalten den Abend gemeinsam. Als Solistin ist Philippa Goya (Vocal) zu erleben, begleitet von Roger Hanschel (Saxophon) und Laia Genc (Piano), die zugleich die Chorleitung übernimmt. Katharina Wulzinger leitet den zweiten Chor. Der Eintritt ist frei.
www.evkirche-roesrath.de

Text: APK
Foto(s): APK/AI

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