Kirche2go fragt: Was ist das Kirchenjahr?

Kirche2go geht der Frage nach, ob die die christlichen Kirchen eigentlich einen eigenen Kalender haben, der anders ist als unser üblicher Kalender? Die Antwort ist einfach: ja und nein. Natürlich gilt auch für Christinnen und Christen in der westlichen Welt der so genannte gregorianische Kalender. Dieser hat 365 Tage und beginnt mit Neujahr am 1. Januar, der letzte Tag des Jahres, Silvester ist am 31. Dezember. Über das Jahr verteilt finden im Christentum jedoch immer wieder wichtige Ereignisse an wiederkehrenden Tagen statt. Dies sind zum Beispiel Weihnachten oder Ostern, diese werden im so genannten Kirchenjahr festgehalten.

Der Kalender des Kirchenjahres wird in drei verschiedene liturgische Phasen – oder auch „Jahreszeiten“ eingeteilt. Diese erinnern an die Geburt von Jesus Christus, sein Wirken und seinen Tod und die Auferstehung. Das Kirchenjahr beginnt daher am 1. Advent mit dem so genannten Weihnachtskreis. In diesem ersten Teil des Kirchenjahres dreht sich alles um die Geburt Jesu. Es folgt der Osterkreis, in dem Christinnen und Christen an die Leidensgeschichte von Jesus Christus und seine Auferstehung erinnern.

Der Abschnitt des Kirchenjahres reicht vom Frühsommer bis tief in den Herbst. Es ist die Trinitatiszeit. Sie erinnert an die Dreifaltigkeit Gottes, Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Phase des Kirchenjahres macht fast die Hälfte des Kalenderjahres aus. In dieser Zeit werden unter anderem das Erntedankfest und das Reformationsfest gefeiert. Im Kalender des Kirchenjahrs ist jeder Woche ein Vers aus der Bibel zugeordnet. Diese Wochensprüche geben einen Impuls für die jeweiligen Tage.

Die verschiedenen liturgischen Jahreszeiten im Kirchenjahr spiegeln sich auch in den Farben des Kirchenschmuckes wider. Die so genannten Paramente, die Textilien am Altar und der Kanzel, sind in der Regel grün, violett oder weiß gestaltet. Die Adventszeit und die Passionszeit sind violett, die Christusfeste weiß, der Rest des Jahres ist meist grün. Das Kirchenjahr beginnt fast immer einen Monat vor dem regulären Kalender. So zeigt das Kirchenjahr Christinnen und Christen die verschiedenen liturgischen Phasen des Jahres an.

Text: APK
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Countdown läuft: Großes Tauffest am 13.8. – jetzt anmelden!

Unter dem Motto „Vielfalt feiern“ lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region ein zu einem großen Tauffest. Am 13. August dieses Jahres feiern die Evangelischen auf der Wiese am Rheinufer nördlich vom Tanzbrunnen. Los geht es um 14 Uhr. Alle Gemeinden des Kirchenverbandes sind eingeladen, sich zu beteiligen. Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Gemeinden sowie der Arbeitsgruppe Taufe und der Projektgruppe Tauffest trafen sich zu einem vorbereitenden Treffen vor Ort.

Tauffest am Rhein am 13. August 2022

Ralph Caspers von der Sendung mit der Maus und die Entertainerin Annie Heger werden moderieren. Das Musikprogramm bestreiten Frau Höpker, Kwaggawerk, Mama Afrika, Suli Puschban und weitere. Die Hauptrollen spielen aber ganz andere: Die Täuflinge. Bislang sind über 180 von ihnen angemeldet. Und die Liste ist längst noch nicht geschlossen. Hier können sie noch Ihre Kinder anmelden.

Miriam Haseleu, Pfarrerin in Nippes und Projektleiterin für das Tauffest, begrüßte die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Wiese im Rheinpark. „Vielfalt feiern, das bedeutet ein Statement für die evangelische Kirche in der heutigen Gesellschaft. Das bedeutet: Wir sind bunt. Wir lieben die Schöpfung in allen Facetten, die auch in der Wasserthematik der Taufe zum Tragen kommt. Wasser gehört zum Kreislauf des Lebens, das uns von Gott geschenkt ist. Deswegen feiern wir hier am Rhein, und deswegen zieht sich die Wasserthematik durch unser Fest.“

Die Menschen seien Gott geliebt so wie sie sind, mit ihrer Herkunft, ihrer Zukunft, mit dem, was sie gegenwärtig ausmacht, wie sie leben, wie sie lieben, wie sie aussehen, sagte die Pfarrerin: „Das christliche Symbol schlechthin dafür ist das Sakrament der Taufe.“ Und schließlich: „Unter dem aufbrechenden Himmel wollen wir Taufe feiern am Fluss des Lebens und in einer großen, bunten Gemeinschaft, die in Grüppchen auf dem Gras lagert.“

Organisatorinnen und Organisatoren

Danach stellten sich alle reihum vor. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger berichtete von seiner Inspiration durch das Tauffest in Hamburg 2019. Für Heiterkeit sorgte Marco Gonzalez. Der Gebärdendolmetscher wird beim Tauffest übersetzen und zeigte die Gebärde für Evanglisch:

Zwei vor der Brust ausgestreckte Hände, die von den Eingeweihten vor Ort sofort als Beffchen identifiziert werden. Für Nichteingeweihte zu kompliziert, waren sich alle einig. Betende Hände als Symbol für die Evangelischen wurden von allen als erkennbarer beurteilt.

Rolf Emmerich ist Organisator des Sommerblut-Festivals. Ihn hat der Evangelische Kirchenverband Köln und Region als Unterstützer für die Ausrichtung des Tauffestes gewonnen. Emmerich kennt sich aus mit Freiluft-Veranstaltungen, zu denen mehrere tausend Menschen erwartet werden. Das ist am 13. August der Fall. Beim Sommerblut verfolge man andere Interessen, aber er organisiere das Tauffest mit der gleichen Energie.

Pfarrerin Ulrike Graupner berichtete von ihren alltäglichen Erfahrungen: „Egal, wo ich vom Tauffest erzähle: Überall sind die Leute interessiert. Wir als Kirche geben ein positives Bild ab.“ Samuel Dobernecker, Kantor aus Bayenthal, stellte das Projektlied vor: „Mit allen Wassern gewaschen.“ Das wurde vor kurzem aufgeführt bei einem Kinderchortag der Gemeinde im Kölner Süden und soll vielstimmig erklingen beim Tauffest.

Pfarrerin Susanne Zimmermann aus Mauenheim/Weidenpesch wird zum Fest ihre KonfiGruppe mitbringen. „Die sollen das auch erleben.“ Nachdem man sich kurz gestärkt hatte, erkundeten die Beteiligten das Gelände zu Fuß. Dabei und danach wurden weitere Themen erörtert.

Organisatorisches

Das Thema Wasser soll eine große Rolle spielen. Organisatorisch wird es wohl nicht möglich sein, im Fluss zu taufen. Es galt aber auch, ganz und gar profane Dinge zu erörtern. Nicht zuletzt: Parkplätze werden vor der Claudius-Therme zur Verfügung stehen. „Wir möchten aber schon dafür werben, dass möglichst viele mit dem öffentlichen Personennahverkehr, zu Fuß und mit dem Fahrrad kommen“, betonte Miriam Haseleu.

Pfarrerin Miriam Haseleu, Synodalassessorin im Kirchenkreis Köln-Mitte, hat mit ihrem Team die Verantwortung für die Organisation des Festes übernommen. Auch Torsten Krall, Synodalassessor im Rechtsrheinischen, ist mit dabei. Ein Interview:

Herr Krall, warum wird im August ein großes Tauffest am Rhein gefeiert? An wen richtet sich das Tauffest?

„Taufe ist eines der großen und wichtigen Feste der evangelischen Kirche. Taufe feiert die Gemeinschaft und Gottes Liebe, die jedem Menschen gleichermaßen gilt – von Anfang an und durch das ganze Leben hindurch. Gottes Liebe begleitet jeden Menschen ins Leben und durchs Leben. Das wollen wir in einem fröhlichen, bunten Fest feiern. Weil Gottes Liebe jedem Menschen gilt, ist die evangelische Kirche eine bunte und diverse Gemeinschaft. Jede und jeder, der und die möchte, gehört dazu. Vielfalt macht uns aus – auch was Lebens-, Beziehungs- und Familienformen und unterschiedliche Zugänge zu Glauben und Spiritualität angeht. Alle, die Lust haben, miteinander zu feiern, und sich in diesem Rahmen taufen zu lassen, sind eingeladen. Auch für möglichst viel Barrierefreiheit zum Beispiel durch Gebärdendolmetscher:innen ist gesorgt. Taufe kann im Sonntagsgottesdienst in der Kirche gefeiert werden und für viele passt das gut. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, wie bei diesem Fest draußen am Rhein. Und alle, für die das gut passt, sind eingeladen.“

Frau Haseleu, wie wird das Tauffest ablaufen?

„Es findet im Rheinpark draußen auf der Wiese statt. Es gibt ein Bühnenprogramm mit Musik und verschiedenen Beiträgen. Moderator ist Ralph Caspers von der Sendung mit der Maus. Es gibt kreative Aktionen zum Thema ‚Wasser und Klimagerechtigkeit‘ und es gibt die Möglichkeit, mit den eigenen Gästen auf Picknickdecken zu feiern. Eis, Kaffee und kalte Getränke können an Imbisswagen erworben werden. Im Mittelpunkt des Nachmittags steht ein Gottesdienst, der von vielen Pfarrer:innen gemeinsam gestaltet und von einem großen Projektchor begleitet wird. In diesem Gottesdienst wird dezentral getauft. Das heißt, viele beteiligte Pfarrer:innen taufen parallel die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die getauft werden wollen.“

Was müssen Interessierte machen, um daran teilzunehmen?

„Sich melden unter tauffest@kirchekoeln.de oder bei den Ansprechpartner:innen der jeweiligen Kirchengemeinde. Es wird Vorbereitungstreffen mit Raum für Fragen und alle Details geben.“ Auch Stadtsuperintendent Bernhard Seiger freut sich auf das Fest. Er ist sicher, dass alle Beteiligten unvergessliche Erfahrungen machen werden. Nach jetzigem Stand rechnet er damit, dass mindestens die Hälfte alle Gemeinden des Kirchenverbandes der Einladung zur Teilnahme folgen: „Unsere Gäste sollen erleben: Wir sind viele Menschen, die zur Kirche Jesu Christi gehören wollen. Es soll spürbar werden: Uns verbindet, dass wir im Lebensraum Gottes als Kinder Gottes Erfahrungen machen, getauft werden und den Segen Gottes empfangen wollen.“

Ablauf

  • 14:00 Uhr Ankommen
  • 14:30 Uhr Beginn des Programm
  • 14:40 Uhr Suli Puschban
  •  15:15 Uhr Frau Höpcker bittet zum Gesang
  • ab ca. 16 Uhr Gottesdienst mit Taufen
  • 17:30 Abschluss mit Mama Afrika
  • 18:00 Uhr Ende

Text: APK
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Wochentipps: Kölsches Open-Air-Konzert und Autorinnenlesung aus „Omnibus-Blues“

Unsere Wochentipps sind wieder vielfältig: Es gibt eine Autorinnenlesung aus „Omnibus-Blues“, eine Lesung und Musik von Bäumen „Kirschgärten am Mittag“, ein Open-Air-Konzert an der Gnadenkirche mit kölscher Musik mit „Pütz und Bänd“ und eine Vorstellung der Ökoinitiative „Von der vermüllten Brache zum ökologischen Gemeinschaftsgarten“.

Die Termine in der Übersicht:

08.07.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rath-Ostheim
Auferstehungskirche Ostheim, Heppenheimer Straße 7, 51107 Köln
Kurzgeschichten über Menschen und Busfahrten
Autorinnenlesung aus „Omnibus-Blues“

Am Freitag, 8. Juli, 18 Uhr, liest die Autorin Slavica Te Kaat in der Evangelischen Auferstehungskirche Köln-Ostheim, Heppenheimer Straße 7, aus ihrer Neuerscheinung „Omnibus-Blues“ vor. Unter dem Titel „Omnibus-Blues“ hat die Autorin Erzählungen und Kurzgeschichten über Menschen, Begegnungen und Busfahrten in einer zusammenbrechenden Ordnung verfasst. Der Eintritt ist frei.

www.kirchengemeinde-rath-ostheim.de

10.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
Lesung und Musik von Bäumen
„Kirschgärten am Mittag“

In der Reihe „Sommerkonzerte“ lädt die Evangelische Kirchengemeinde Brühl am Sonntag, 10. Juli, 17 Uhr, zu „Kirschgärten am Mittag“ – einer Lesung mit Musik von Bäumen und anderen Wundern ein. Pfarrerin Renate Gerhard liest passende Texte und Kantorin Marion Köhler lässt die Orgel erklingen. Der Eintritt ist frei. In den Sommerferien findet in der Christuskirche Brühl, Mayersweg 11, an jedem Sonntag, 17 Uhr, ein Konzert statt.

www.kirche-bruehl.de

 

++++FÄLLT AUS!++++

10.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Gnadenkirche, Hauptstraße 256, 51465 Bergisch Gladbach
Kölsche Musik mit „Pütz und Bänd“
Open-Air-Konzert an der Gnadenkirche

Am Sonntag, 10. Juli, 17 Uhr, zeigt die Band „Pütz und Bänd“, bei einem Open-Air-Konzert an der Evangelischen Gnadenkirche Bergisch Gladbach, Hauptstraße 256 a, dass sie bei ihren Liedern viel Wert auf gute musikalische Arrangements und textliche Qualitäten legt. Dabei bieten die sechs Musiker ein vielseitiges Programm in kölscher Mundart. „Pütz und Bänd“ wurde von den beiden Brüdern Norbert und Frank Wielpütz 2016 gegründet. Beide waren vorher viele Jahre mit der Band „Die Labbese“ unterwegs. Der Eintritt ist frei.

www.quirl.de

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12.07.2022, 11:00
Melanchthon-Akademie
Komarhof, Hürth-Efferen
Von der vermüllten Brache zum ökologischen Gemeinschaftsgarten
Ökoinitiative Komarhof in Hürth-Efferen

Vor vielen Jahren hat sich ein Freundeskreis eines vernachlässigten Brachgrundstücks mit altem Obstbaumbestand angenommen und im Laufe der Jahre mit viel gemeinschaftlicher Arbeit auf 3500 qm einen verwunschenen Biogarten mit regionalen Gemüsesorten und Stauden geschaffen – ein Paradies für Wildbienen und Vögel und ein Lernort für naturnahes Gärtnern für alle. Die Initiative in Hürth wird am Dienstag, 12. Juli, 11 Uhr, bei einer klimapolitischen Erkundung der Melanchthon-Akademie vorgestellt. „Grannies for Future“ laden im Sommer zu verschiedenen Erkundungstouren ein. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung per E-Mail an melanchthon-akademie.de ist erforderlich. Der genaue Ablauf und der Treffpunkt werden nach der Anmeldung per E-Mail mitgeteilt. Weitere Erkundungen finden am Montag, 8. August in Sürth und am Freitag, 12. August, in Dünnwald statt.

www.oekoinitiative-komarhof.de und www.grannies-for-future-koeln.de und www.melanchthon-akademie.de

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„Sterbefasten – eine Alternative für selbstbestimmtes Sterben?“

„Sterbefasten – eine Alternative für selbstbestimmtes Sterben?“:  Rund 40 Teilnehmer haben sich in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde im Stadtteil Lückerath eingefunden, um dem Vortrag von Dr. Antje Schneider, Fachärztin für Innere und Palliativmedizin im Team der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) des Rheinisch-Bergischen Kreises, aufmerksam zu folgen. Die Medizinerin machte im ambulanten Bergisch Gladbacher Hospiz „Die Brücke“ direkt deutlich, wer im Fokus ihres Referats steht: „Heute geht es darum, was der Wunsch und der autonome Willen des einzelnen Menschen ist, der sich freiwillig und bewusst dazu entscheidet, seinem Leben ein Ende setzen zu wollen.“

Kein neues Phänomen

Sterbefasten sei ein eingängiger Begriff und meine den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken. Nach einer mehrere Jahre zurückliegenden Umfrage der „Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Schwerpunkt Gesundheit“ unter Menschen, die im Pflegebereich tätig sind, räumten etwa 43 Prozent der Schweizer Hausärzte ein, bereits mindestens einmal eine Person beim Sterbefasten begleitet zu haben. „Das Sterbefasten ist somit ein häufiges Thema, insbesondere unter älteren Menschen. Über 90 Prozent von ihnen sind über 66 Jahre, 80 Prozent hiervon über 75 Jahre“, sagte Dr. Schneider. Sterbefasten sei auch kein neues Phänomen, sondern existiere bereits seit Jahrhunderten in vielfältigsten Kulturen. Als Beispiel führte sie römische Philosophen oder alte Indianer an, die gemäß eines Mythos zum Sterben in die Berge gegangen seien.

Uneinheitliche kirchliche Meinung

Interessanterweise existiert keine einzige offizielle Stellungnahme von der katholischen oder evangelischen Kirche explizit zum Sterbefasten. Es gebe nur vorsichtige Versuche, das Thema einzuordnen, sagte die Ärztin. Während die katholische Kirche viele Jahre Sterbefasten als zu verurteilenden Suizid deutete, der eine schwere Verfehlung gegen die Eigen- und Nächstenliebe darstelle, bestehen inzwischen Aufweichungen, die jeder Person eine Selbstbestimmung für sein Leben einräumen. „Auch die evangelische Kirche ist aus christlicher Perspektive gegen die Selbsttötung eines Menschen. Sie räumt aber ein, dass es durchaus Notsituationen geben kann, die ihn zu dieser Entscheidung führen und die für Außenstehende auch zu respektieren sind.“ Auch die juristische Seite stehe den Sterbewilligen nicht im Weg. „Es gibt in Deutschland nicht das Recht, eine Person gegen ihren Willen zu ernähren. Das ist verboten und erfüllt den Strafbestand einer Körperverletzung.“

Zur besseren Verständlichkeit des Unterschieds zwischen einem Suizid und Sterbefasten führte Dr. Antje Schneider einige Aspekte an: „Sterbefasten wird nicht von außen, etwa durch Tabletten oder durch Gewalt herbeigeführt. Es bewahrt hingegen die körperliche Integrität und erhält die Selbstbestimmung. Und es gibt in den ersten Tagen immer noch die Möglichkeit, das Sterbefasten, wenn es nur durch den Verzicht der Essensaufnahme herbeigeführt werden soll, abrupt zu beenden.“ Zwischen vier und sechs Wochen beträgt bei dieser Methode der Zeitraum, bis der Tod eintritt; bei einem vollständigen Verzicht auf feste Nahrung und Getränke liegt die Zeitspanne indes nur bei drei bis sieben Tagen.

Physiologisch stelle sich nach der Entscheidung zum Nahrungsverzicht anfangs ein „gutes Gefühl ein, das Sie vielleicht von einer eigenen Diät kennen“. Doch schon bald lösen sich die Eiweiß- und Fettreserven auf, und ein Muskelschwund setzt ein. Durchschnittlich 400 Gramm beträgt der tägliche Gewichtsverlust des Körpers. Wird zusätzlich keine Flüssigkeit mehr aufgenommen, können zudem bald Gang- und Sprachstörungen einsetzen. „Wichtig ist dann eine hygienische Mundpflege, die das Durstgefühl mindert.“ Schläfrigkeit, Sturzgefahr sowie die Erkaltung von Händen, Armen und Füßen sind weitere Symptome, die den baldigen Tod, der juristisch als „natürlicher Tod“ angesehen wird, ankündigen.

Autonom entscheiden

Die Palliativärztin betont, dass die sterbende Person während des freiwilligen Sterbeprozesses stets medizinisch begleitet und kein behandelnder Mitarbeiter, der die Person aufgrund eines persönlichen Verhältnisses möglicherweise ins Herz geschlossen hat, zur weiteren Betreuung gezwungen wird. Auch den Angehörigen komme eine bedeutsame Aufgabe zuteil. Sie sagte: „Die ethische Entscheidung liegt ausschließlich beim Patienten. Er sollte deswegen weder, nach dem Motto ´Das kannst du mir doch nicht antun´, hiervon abgehalten noch dazu gedrängt werden. Es ist wichtig, dass unbeeinflusst von äußeren Zwängen und Druck eine möglichst autonome Entscheidung des Sterbewilligen getroffen wird.“

Text: Holger Hoeck
Foto(s): Holger Hoeck

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Allerhand Alltagsgeschichten über Feinde

In Allerhand Alltagsgeschichten geht es diesmal um unsere Feinde: Feinde, die in uns schlummern oder die uns gegenüberstehen. „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.“ Diese zwei Verse des berühmten Psamls 23, vorgetragen von dem Hirtenjungen David, sagen viel aus über den Umgang mit unseren Feinden. Sie sagen uns, dass wir voll und ganz darauf vertrauen können, dass Gott selbst in Gegenwart unserer ärgsten Widersacher neben uns steht. Pfarrer Dieter Schwirschke erzählt uns in Gebärdensprache von solch einem persönlichen Feind aus seiner Kindheit und wie er sich ihm stellte.

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Hier der gesamte Beitrag zum Nachlesen:

Hallo und herzlich willkommen bei Allerhand Alltagsgeschichten.
In der Bibel gibt es eine Geschichte von zwei Menschen, die bittere Feinde waren und die auch gegeneinander gekämpft haben. Der erste hieß David, ein kleiner Mensch und der zweite, sein Name war Goliath, ein großer Mensch. Und deswegen gebärde ich auch so. Er war groß, von Gestalt kräftig, er hat im Kampf eine eiserne Rüstung. David, ich gebärde so, hatte keine Eisenrüstung, er  war auch noch jung, 16, 17 Jahre alt. Aber er hatte ein Stein gefunden, hob ihn vom Boden auf, nahm eine Lederschlaufe, legte den Stein dort rein und warf ihn auf Goliath. Goliath wurde an der Stirn getroffen, fiel um und war tot. Viele Leute sagen zu dieser Geschichte aus der Bibel, dass sie ihnen gefällt und sie sich freuen, dass der Kleine gegen den Großen gewonnen hat. Auch ich mag die Geschichte, denn sie hat für mich persönlich eine wichtige Bedeutung. Ich möchte erzählen, warum. Früher als ich noch in der Schule war, ungefähr in der achten Klasse, da war mein schlechtestes Unterrichtsfach Deutsch. Der Grund war, dass wir damals Fantasiegeschichten und Aufsätze schreiben mussten. Sich etwas ausdenken war für mich grauenhaft, ich konnte das nicht, mit einem Satz war ich eigentlich fertig und meine Note war dementsprechend schlecht. Klar, wenn dann der Lehrer kam und uns sagt: “Passt auf, in der nächsten Woche, da müsst ihr eine Klassenarbeit in Deutsch schreiben!“ Da war das für mich sowas von angstbesetzt, so wie wenn diese Klassenarbeit Goliath wäre und ich wäre der kleine David und Goliath will mich überfahren. Die Klassenarbeit wie Goliath und ich der kleine David. Aber dann plötzlich entwickelte es sich so, dass ich immer besser wurde und es tatsächlich geschafft habe, eine gute Arbeit zu schreiben. Ich fühlte mich wie der kleine David, der den großen Goliath bezwungen hat. Ein anderes Beispiel: Ein gehörloser Mann hat mir mal erzählt, dass er selber zum Arzt gegangen ist, der hat ihn dann untersucht und musste im Gespräch hinter sagen: „Es tut mir Leid, leider muss ich ihnen sagen, dass sie krebskrank sind, sie müssen nun eine Chemotherapie machen und wie sich das ganze entwickeln wird, ich weiß es nicht genau.“ Der Mann war betroffen und fühlte sich so klein und seine Krebskrankheit war für ihn der Goliath, der ihn überfahren wollte und trotzdem, hat er mir erzählt, hat er nicht aufgegeben, sondern weiter gekämpft. Letztlich hat er es geschafft, den Krebs zu besiegen. Diese Bibel-Geschichte von David gegen Goliath ist für mich deshalb so wichtig, weil ich glaube, dass sie uns sagen will: Ja es stimmt, oft macht man die Erfahrung, dass im Kampf „Klein gegen Groß“ der Große gewinnt, er schafft es. Das ist eigentlich das Typische. Aber bitte vergesst doch nicht, dass es nicht immer so ist, dass der Große gewinnt, der Kleine kann doch auch gewinnen. Behaltet das, wenn ihr große Probleme vor euch seht, dass ihr nicht aufgebt. Für mich selber ist diese Geschichte von David gegen Goliath auch deshalb eine wichtige Geschichte, weil wenn ich große Probleme vor mir sehe, die scheinbar überwältigen, dass ich dann nicht aufgebe, sondern mich erinnere an diese Geschichte von David und Goliath, dass er es geschafft hat. Die Geschichte gibt mir den Mut, weiter zu kämpfen und nicht aufzugeben. Diesen Mut, den wünsche ich euch auch allen. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Text: APK
Foto(s): APK

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Evangelische Jugend Köln: Helfende für die Gamescom gesucht

Vom 23. bis 28. August findet wieder die Gamescom in Köln statt, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. Die Evangelische Jugend Köln ist zum sechsten Mal mit einem eigenen Stand und Großspielgeräten vertreten und sucht dafür ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Außerhalb ihres Standdienstes können diese dann selbst als Besucherinnen und Besucher über die Gamescom streifen und alles ausprobieren. Wer mitmachen will, muss mindestens 14 Jahre alt sein.

Die Evangelische Jugend bringt Bewegung ins Spiel: „Wir werden wieder die Daffyboards, einen Menschenkicker, den Kletterberg und einen neuen Bungee-Run dabeihaben“, sagt Jugendbildungsreferent Daniel Drewes. „Für Jugendliche ist es toll, bei einer so großen Messe involviert zu sein.“ Es sei spannend, gemeinsam einen Tag in einer Schicht am Stand zu arbeiten und die Evangelische Jugend zu vertreten, weiß er von den Teilnehmenden der vergangenen Messen.

Anmeldung bis 15. Juli

Wer mitmachen will, kann sich für einen oder für mehrere Tage anmelden. Das Jugendpfarramt möchte möglichst vielen Jugendlichen die Chance geben mitzumachen und teilt Teams für Schichten ein. Am Stand geht es dann vor allem darum, die Besucherinnen und Besucher zu unterstützen und die Geräte zu betreuen. Anmeldungen sind online bis zum 15. Juli möglich.

www.jupf.de

Gamescom

Die gamescom ist das weltgrößte Event rund um Computer- und Videospiele und Europas größte Business-Plattform für die Games-Branche. Bei der Gamescom 2021 gab es 13 Millionen Live-Zuschauende über das gesamte Streaming-Programm mit Fans aus 180 Ländern sowie 60 große Unternehmen. Das offizielle Partnerland der gamescom 2022 ist Australien. Die gamescom wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem game – Verband der deutschen Games-Branche e.V. veranstaltet.

Text: APK
Foto(s): Yannic Kötter

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Ausstellung in der Bahnhofsmission: „Spiegel-Blicke“ verwandeln Natur in Kunst

Ob das ein guter Waldgeist ist? Eine liebe Elfe oder eher ein vorwitziger, frecher Gnom? Was die Betrachterin oder der Betrachter in einem Bild entdeckt, hat viel mit ihrer oder seiner Phantasie zu tun. Aber auch damit, welche Anregung ihnen die fotografischen Werke geben, die elf Bewohnerinnen und Bewohner aus dem „Paul Kraemer Haus Stommeln“ mit Hilfe einer Kamera und des Künstlers Magnus Weiß geschaffen haben. Zu sehen sind die Werke bis April 2023 in der ökumenischen Kölner Bahnhofsmission an Gleis 1 im Hauptbahnhof (Abschnitt E). Im Rahmen der Ausstellung „Spiegel-Blicke“ werden die Werke zugunsten der Kulturarbeit des „Paul Kraemer Haus Stommeln“ verkauft.

Fantastische Effekte und Fabelwesen

Rosemarie Hürth ist einer der elf Fotokünstlerinnen und -künstler. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in der Natur, sie wandert gerne und erfreut sich an Blumen und Vögeln – perfekt also für das Natur-Kunst-Projekt von Weiß, der als Heilerziehungspfleger im „Paul Kraemer Haus“ arbeitet. Gemeinsam mit ihm streiften die Bewohnerinnen und Bewohner durch Wälder und Parks, gingen an den Rhein bei Langen und fotografierten massive Baumstämme, hoch in den Himmel ragende Baumkronen, wuchtige Büsche, interessante Baumrinden und vieles mehr.

Anschließend wurden die Motive im Computer gespiegelt. So entstanden neue, ausdrucksstarke Bilder mit fantastischen Effekten. Zu sehen ist zum Beispiel ein Baum, der aus dem Boden kommt und statt einer Baumkrone mit seinem Stamm nach oben wieder in den Boden hineinwächst. Baumkronen im Herbst lassen durch den Spiegeleffekt kunstvolle Naturrundbögen entstehen. Hier und da sind geheimnisvolle Gesichter zu sehen, erscheinen Fabelwesen oder plötzlich eine Raupe, die sich ihren Weg über die symmetrischen Verästelungen bahnt.

„Ein echter Hingucker für unsere Gäste“

„In den Bildern entstehen neue Welten, die für jeden voller Überraschungen stecken. Wer sich in sie vertieft, entdeckt unentwegt Neues“, sagt Magnus Weiß, der schon vielfältige künstlerische Projekte mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Paul Kraemer Hauses ins Leben gerufen hat. Es sei immer spannend, wenn Kunst „mehr erzählt als nur das Offensichtliche“, so Weiß. „Wir wollen doch gerade im Alltag Neues entdecken und das passiert erst, wenn wir auch mal um die Ecke denken.“

Auch Corinna Rindle, die Leiterin der Bahnhofsmission, ist begeistert von den Bildern: „Die Fotos sind grandios!“, sagt sie. „Für unsere sehr unterschiedlichen Gäste sind sie ein echter Hingucker.“ In die Räume an Gleis 1 kommen Menschen, die in Not sind, genauso wie Menschen, die im Alter oder durch eine Beeinträchtigung Unterstützung bei ihrer Zugreise benötigen.

Die fotografische Reise geht weiter

Insgesamt sind über 520 Spiegelbildmotive entstanden, aus denen elf Bilder für die aktuelle Ausstellung in der Kölner Bahnhofsmission ausgewählt wurden. Die Werke sind auf Alu-Dibond-Platten in drei verschiedenen Größen gedruckt. Bis zum kommenden April werden sie in der Kölner Bahnhofsmission zu sehen sein, bevor sie im Rahmen einer Finissage zur Unterstützung der Kulturarbeit des „Paul Kraemer Haus Stommeln“ verkauft werden. Bereits jetzt können sich Interessentinnen und Interessenten für die Bilder vormerken lassen.

Weil die Fotografinnen und Fotografen mit sehr viel Leidenschaft und Freude bei der Sache waren, bekommen nun alle sechs Wohngruppen des Hauses eine eigene Kamera, um ihre Kreativität auch im Alltag ausleben zu können. So können auch die am Foto-Kunst-Pprojekt beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner Rosemarie Hürth, Claus Dieter Schulz, Petra Welsch, Uwe Hoggur und Gabriele Fesel weiter auf fotografische Entdeckungsreisen gehen.

Geöffnet: Montag bis Sonntag, 8 bis 18 Uhr

www.bahnhofsmission-koeln.de

Text: APK
Foto(s): Bahnhofsmission Köln

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„Gottes Geist wirkt auch hier“: Christoph Breer als Pfarrer eingeführt

Die Gemeinde Am Heilsbrunnen in Bergisch Gladbach hat einen neuen Pfarrer. In einem festlichen Gottesdienst wurde Christoph Breer in sein neues Amt eingeführt, die Stelle konnte nach kurzer Vakanz schnell wieder besetzt werden. Der Vorsitzende des Presbyteriums Christoph Stappert begrüßte die Gäste mit ein paar einführenden Worten: „Wir leben in Zeiten der Veränderung. Das Ziel muss eine Kirche sein, die bei den Menschen ist. Ein neuer Pfarrer ist eine Veränderung, ein Neubeginn“.

„Empfangt den Heiligen Geist“

Pfarrer Carsten Bierei eröffnete den Gottesdienst mit einem Gebet aus Psalm 118. Hier steht der Empfang des Heiligen Geistes im Mittelpunkt. „Komm Heiliger Geist, beschere uns die Gabe, deine Schöpfung zu schützen.“ Auch die Lesung aus Johannes 20 befasste sich mit diesem Thema. Die Jünger saßen in einem verschlossenen Raum und hatten Angst. Jesus kam zu ihnen und sagte: „Friede sei mit Euch, empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie auch nicht vergeben.“

Auch der gewählte Superintendent Torsten Krall als Repräsentant des evangelischen Kirchenkreises nahm in seiner Ansprache auf den Heiligen Geist Bezug: „Empfangt den Heiligen Geist. – so wie Jesus das damals mit seinen Jüngern gemacht hat.“ Mit ein paar Worten stellt er den neuen Pfarrer Christoph Breer vor, der über Duisburg und Düsseldorf nach Bergisch Gladbach „geblasen“ wurde. „Manches hier wird neu werden, ich freue mich drauf. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.

„Achtet den Dienst des neuen Pfarrers“

Nach dem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis begann die offizielle Einführungszeremonie.  Zunächst beantwortete Christoph Breer die Frage, ob er bereit sei, das Amt anzunehmen, mit einem klaren „Ja mit Gottes Hilfe.“ Auch die ebenso gefragte Gemeinde hatte keine Einwände gegen die Berufung von Christoph Breer.

Nach einem kurzen Gebet für den neuen Pfarrer beglückwünschten ihn einige Gemeindemitglieder mit kurzen Bibelzitaten. Im abschließenden Votum von wünschten ihm Pfarrerskolleginnen und –kollegen sowie Mitglieder der Gemeinde  mit persönlichen Worten und Zitaten unter anderem aus Psalmen Gottes Segen für das neue Amt. Der Vorsitzende des Presbyteriums Christoph Stappert übergab symbolisch das Siegel der Gemeinde sowie den Kirchenschlüssel. Superintendent Torsten Krall appellierte zum Abschluss an die Gemeinde: „ Achtet den Dienst eures Pfarrers und steht im bei.“ Auf besonderen Wunsch von Christoph Breer spielte ein Dudelsackspieler Amazing Grace „als Antwort auf die Segenswünsche.“

Einführungspredigt: „Gottes Geist wohnt auch hier in der Kirche“

Christoph Breer befasste sich in seiner ersten Predigt als Pfarrer mit dem Leben am Limit und der Rolle Gottes für solche Menschen, die ihr Limit erreicht oder überschritten haben. „Denkt man hier etwa an evangelische Pfarrer? Es gibt viele Pfarrer, die Grenzen überschreiten und in der Reha landen“. Um den Bogen zu Gott zu schlagen, zitierte er aus Moses 11.11: „Auch in der biblischen Zeit hat Moses Grenzen überschritten. Das Volk weinte und war unzufrieden, weil es kein Fleisch hatte. Moses fragt den Herrn: Warum tust du mir das an? Woher soll ich das Fleisch für ein ganzes Volk besorgen? Ich halte diese Verantwortung nicht mehr aus“. Hier spreche jemand aus völliger Überforderung: „Wenn nur noch die Finsternis der einzige Begleiter ist, weiß die Schrift Antwort. Gott sagt: Ich lasse dich trotz allem nicht allein“.

Wie ging es mit Moses weiter? „Der Herr sagte, such dir 70 Männer aus, dann will ich zu dir sprechen, deinen Geist auf sie legen, du sollst die Verantwortung nicht alleine tragen“. So handele Gott auch heute noch. Er benenne den Kern des Problems und die Lösung punktgenau. Christoph Beer zitierte einen zeitlos wichtigen Satz von Gott, der den zweifelnden Moses fragte: „Traust du mir das etwa nicht zu?“

„Und schon bin ich in Bergisch Gladbach. Wir sind aus der Volkskirche heraus gewandert. Wir sind unsicher – wie soll es weitergehen mit unserer Kirche? Was würde Gott sagen?“ Christoph Breer gab eine klare Antwort voller Zuversicht:  „Der Herr würde sagen: Ich bin doch noch da, das ist doch das Entscheidende. Mein Geist kommt über viele Predigerinnen und Prediger, Helferinnen und Helfer dieser Gemeinde.“ Für den neuen Pfarrer steht fest: „Gottes Geist wohnt auch hier in der Kirche. Geben wir ihm eine Chance“.

Nach Fürbitten, Segen und Vaterunser gab es ein musikalisches Nachspiel der Wupper District Puipe Band, mit deren Mitgliedern zusammen Christoph Beer an einer seiner früheren Stationen eine vom Abriss bedrohte Kirche retten konnte. „Auch hier hat der Geist Gottes gewirkt“. Bei einem abschließenden Empfang nutzten viele Gemeindemitglieder die Möglichkeit, den neuen Pfarrer und seine Frau persönlich kennenzulernen.

Text: Dr. Klemens Surmann
Foto(s): Dr. Klemens Surmann

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CSD-Gottesdienst: „Für Menschenrechte: Viele, gemeinsam, stark!“

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause findet dieses Jahr endlich wieder der große und traditionsreiche CSD-Gottesdienst am Samstag, 2. Juli 2022, um 18 Uhr in der Antoniterkirche statt. Für dieses Highlight unterbricht Citykirchenpfarrer Markus Herzberg sogar seine viermonatige Fortbildung in Berlin und feiert die Evangelische Messe zum Christopher Street Day in ökumenischer Verbundenheit. Mit dabei sind u.a. Pastor Olaf Sion von der Alt-Katholische Gemeinde in Köln, Pfarrer Bernd Mönkebüscher, römisch-katholisch, aus Hamm, und Prädikantin Karin-Bettina Encke von der AntoniterCityKirche. Daneben gibt es viel Unterstützung von Frauen und Männern aus dem Citykirchenteam. Für Stimmung sorgt die Bordkapelle der „StattGarde Colonia Ahoj e.V.“ unter der Leitung von Kapellmeister Roland Steinfeld an der Orgel.

Fest der Vielfalt und Freude

Der CSD-Gottesdienst 2022 verspricht wieder ein buntes Fest der Vielfalt und Freude zu werden, mit viel Raum, miteinander zu feiern und Gott für die Fülle der Lebensformen dankzusagen. Neben Lob und Dank, Vielfalt und Freude steht weiter der Einsatz für die Gleichberechtigung aller Lebensformen in In- und Ausland unter dem Motto des CSD 2022: „Für Menschenrechte: Viele, gemeinsam, stark!“

Die AntoniterCityKirche setzt sich auf der Grundlage des Evangeliums bewusst für LGBTIQ+ ein. So gehören queere Menschen in ihrer ganzen Vielfalt selbstredend zum Gemeindealltag: Nicht nur zum CSD, sondern 365 Tage im Jahr sind LGBTIQ+ und ihre Freund*innen selbstverständlich aktiver Teil des Gemeindelebens: in Gottesdiensten, Gruppen und Kreisen, Veranstaltungen und Konzerten.

Der Erlös aus der Kollekte geht wie schon in früheren Jahren an „rubicon“. Der Kölner Verein steht für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und den Kampf gegen jede Form der Diskriminierung. Der „rubicon e.V.“ unterstützt lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queer orientierte Menschen (LGBTIQ+) darin, selbstbewusst und angstfrei zu leben und zu lieben. (www.rubicon-koeln.de) Vertreter*innen des „rubicon“-Beratungszentrums stellen die konkrete Arbeit des Vereins im Gottesdienst vor.

Im Anschluss wird gefeiert: Auf dem Kirchplatz gibt es unterstützt von Café Restaurant Sander Erfrischungen und ausreichend Gelegenheit zum Austauschen.

www.colognepride.de

Text: APK
Foto(s): Sammy Wintersohl

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Wochentipps 30.6.-6.7.

Bei unseren Wochentipps ist für jeden etwas dabei: Es gibt die Buchvorstellung „Die Letzten hier. Köln im sozialen Lockdown“, das Orgelkonzert „MagniWidor – Magnificat und Symphonik“, das Internationale Orgelfestival im Altenberger Dom, den Ökumenischen Gottesdienst zum CSD, das Open-Air-Konzert mit den „78Twins“ sowie die „Sommergespräche – die etwas andere Einladung“.

Die Termine in der Übersicht:

30.06.2022, 19:00
Evangelisch Leben in Köln und Region
Vringstreff e.V., Im Ferkulum 42, 50678 Köln
„Die Letzten hier. Köln im sozialen Lockdown“
Buchvorstellung und Diskussion im Vringstreff

„Wie haben Obdachlose die Corona-Pandemie erlebt?“, „Wie geht eine Großstadt wie Köln mit dem Lockdown um, wenn nicht alle zu Hause bleiben können?“ und „Haben sich Strukturen des Hilfesystems verändert?“ diesen und weiteren Fragen geht Christina Bacher, Journalistin und Chefredakteurin des Straßenmagazins DRAUSSENSEITER, in ihrem Buch „Die Letzten hier. Köln im sozialen Lockdown“ nach. Am Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr, ist zu zu einer Lesung mit anschließender Diskussion zu Gast im Vringstreff, Im Ferkulum 42. Unterstützt wird sie von der mehrfach ausgezeichneten Lyrikerin Sabine Schiffner, deren Gedichtzyklus zum Thema Obdachlosigkeit ebenfalls in der Coronapandemie entstanden ist. Die Lesung findet begleitend zur Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“, die von Samstag, 25. Juni, bis Freitag, 19. August, in der Diakonie Michaelshoven, im Vringstreff und an anderen Orten gezeigt wird. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der Vringstreff e.V. ist eine Begegnungsstätte und Beratungsstelle für Menschen mit und ohne Wohnung im Herzen der Kölner Südstadt.

www.vringstreff.de und www.kunst-trotzt-ausgrenzung.de

30.06.2022, 20:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
„MagniWidor – Magnificat und Symphonik“
Orgelkonzert mit Angela Metzger

Angela Metzger konzertiert regelmäßig bei internationalen Orgelfestivals und ist Preisträgerin zahlreicher Orgelwettbewerbe. An der Musikhochschule München studierte sie Kirchenmusik und Orgel. Am Donnerstag, 30. Juni, ist sie zu Gast in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, und konzertiert an der großen Klais-Orgel. Sie trägt Werke von Dietrich Buxtehude (1637-1707), Philipp Maintz (*1977), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Adolph Friedrich Hesse (1809-1863) sowie Charles-Marie Widor (1844-1937) vor. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

www.trinitatiskirche-koeln.de

30.06.2022, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
Internationales Orgelfestival im Altenberger Dom
Eröffnungskonzert mit Musik für Blechbläser

„Klingender Dom“ ist der Titel des Eröffnungskonzerts des Internationalen Orgelfestivals (30. Juni bis 1. September) am Donnerstag, 30. Juni, 20 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2. Festliche Musik für Blechbläser und Orgel von Georg Friedrich Händel, Jean-Joseph Mouret, Johann Sebastian Bach, Jacques-Nicolas Lemmens, Richard Strauß, Charles-Marie Widor und anderen tragen die Altenberger Dombläser mit Thibaud Robinne und Patrick Dreier (beide Trompete), Michael Scheuermann und Tobias Sünder (beide Posaunen) sowie Rolf Müller (Orgel) vor. Der Eintritt kostet 10 Euro an der Abendkasse. Eintrittskarten im Vorverkauf gibt es im Altenberger Dom-Laden.

www.altenberger-dommusik.de

02.07.2022, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
AntoniterCityKirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
Ökumenischer Gottesdienst zum CSD
Mit der Bordkapelle der StattGarde Colonia Ahoj

Nachdem es in den letzten zwei „Corona-Jahren“ nicht möglich war, den großen Kölner Gottesdienst zum Christopher Street Day (CSD) zu feiern, freuen sich die Veranstalter nun am Samstag, 2. Juli, 18 Uhr, wieder in die Antoniterkirche, Schildergasse 57, einladen zu können. In ökumenischer Verbundenheit feiern diesen Gottesdienst mit den Teilnehmenden Citykirchenpfarrer Markus Herzberg (evangelisch), Olaf Sion (alt-katholisch), Pfarrer Bernd Mönkebüscher (römisch-katholisch) und die Bordkapelle der StattGarde Colonia Ahoj.

www.antonitercitykirche.de

03.07.2022, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Gnadenkirche, Hauptstraße 256, 51465 Bergisch Gladbach
Open-Air-Konzert mit den „78Twins“
Sommerprogramm an der Gnadenkirche

Seit fast 25 Jahren stehen die Zwillingsbrüder Benny und Bastian Korn auf der Bühne. Beim Quirl-Sommer an der Gnadenkirche Bergisch Gladbach, Hauptstraße 256a, sind sie mit ihrer Band „78Twins“ eine feste Größe. Am Sonntag, 3. Juli, 17 Uhr, verspricht die Rockband wieder ein abwechslungsreiches Programm und eine „explosive“ Live-Show. Die Band wurde mit verschiedenen Musik-Preisen ausgezeichnet. Der Eintritt ist frei.

www.quirl.de

05.07.2022, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Brühl
Christuskirche, Mayersweg 10, 50321 Brühl
„Sommergespräche – die etwas andere Einladung“
Zeit, Raum und offene Ohren in der Christuskirche

Wer im Sommer nicht verreist und Interesse hat, drei Abende mit anderen gemeinsam zu genießen, den lädt Pfarrerin Renate Gerhard zur Reihe „Sommergespräche“ in die Christuskirche Brühl, Mayersweg 11, ein. Am Dienstag, 5. Juli, gehen die Teilnehmenden der Frage nach „Was nützt das Beten angesichts dessen, was zurzeit in Europa geschieht?“. Wie Gottes Schöpfung ganz praktisch bewahrt werden kann, ist das Thema des zweiten Abends am Dienstag, 12. Juli. „In einem anderen Licht – Raum haben für mich selbst“ ist der Titel des dritten Gesprächs am Dienstag, 19. Juli. An diesem Abend geht es ums Spüren, Schmecken, Schauen und Staunen. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Neben dem Gedankenaustausch gibt es etwas zu Essen und zu Trinken. Wer möchte, kann auch eine Kleinigkeit mitbringen und sie mit den anderen teilen.

www.kirche-bruehl.de

Text: APK
Foto(s): APK

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