Adventskalender: Das 16. Türchen öffnet sich

Die Regierung der preußischen Könige im Rheinland im 19. Jahrhundert brachte den evangelischen Christinnen und Christen in Köln und in der Region viele Freiheiten. Da die Könige selbst auch evangelisch waren, stärkten sie die protestantische Minderheit in der Domstadt. Doch das blieb nicht ohne Probleme.

Dies zeigt das mittlere Relief der Südseite des Reiterdenkmals auf dem Heumarkt. Die so genannten „Kölner Wirren“ gingen von den 1830er Jahren bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts. Ein Punkt war der Streit um konfessionsverschiedene Ehen zwischen Katholiken und Protestanten. Eine Grundfrage war hierbei, wie weit die preußische Regierung in die Glaubens- und Regelwerke der römisch-katholischen Kirche eingreifen durfte. Die Leitung des Kölner Erzbistums befürchtete eine Protestantisierung des katholischen Lebens.

Zur Versöhnung in diesem Konflikt führte auch der Dombau, der von den preußischen Königen wieder aufgenommen und finanziert wurde. Heute prägt die Ökumene auf unterschiedlichen Ebenen die Kölner Stadtgesellschaft. Es gibt viele Verbindungen in Seelsorge, Diakonie, Bildung und Verkündigung. Mehr hierzu auch auf www.via-reformata.de.

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Unsere Wochentipps: „Klosterglühen“, Weihnachtskonzert „Licht in der Nacht“ und „Jazzy Christmas“

In unseren Wochentipps wird es richtig weihnachtlich – mit „Klosterglühen“, dem Weihnachtskonzert „Licht in der Nacht“, dem Weihnachtsliedersingen im Blücherpark und „Ein kleines Weihnachtsoratorium“ im Altenberger Dom. Zudem gibt es ein Konzert mit Gitarre, Klavier, Flöte und Gesang „Et jeit op hellig Ovend aan“, „Jazzy Christmas“ in der Clarenbachkirche sowie Weihnachtsliedersingen unter freiem Himmel. Die WDR-Sinfoniker spielen ein Benefiz-Weihnachtskonzert für bedürftige Kinder und es gibt einen Vortrag über astronomisch Einsichten „Der Stern von Bethlehem“. Die Tipps in der Übersicht:

17.12.2021, 17:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
„Klosterglühen“
Loungemusik, Snacks und Getränke
Zum „Klostergühen“ am Freitag, 17. Dezember, 17 bis 22 Uhr, im Innenhof der Krtäuserkirche, Kartäusergasse 7, lädt die Evangelische Gemeinde Köln ein. DJane S’Bin spielt Loungemusik. Dazu werden Snacks und Getränke gereicht. Es gilt die 2G-Regel sowie Maskenpflicht.

www.kartaeuserkirche-koeln.de

17.12.2021, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Versöhnungskirche, Eisheiligenstraße, 50825 Köln
„Licht in der Nacht“
Weihnachtskonzert des KölnerKinderUni-Chors
Florian Fischer (Klavier), Franziska Heidemann (Orgel) sowie der KölnerKinderUni-Chor treten beim Konzert „Licht in der Nacht“ unter der Leitung von Joachim Geibel am Freitag, 17. Dezember, 17 Uhr, in der Versöhnungskirche Neuehrenfeld, Eisheiligenstraße 32-42, auf. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Aufgrund der beschränkten Anzahl von Sitzplätzen empfiehlt sich eine Anmeldung per E-Mail an collegium-musicum@uni-koeln.de. Es gilt die 2G-Regel.

www.evangelisch-ehrenfeld.de

18.12.2021, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld
Blücherpark
Choräle und Kerzenlicht
Kirche einmal anders in den „Erprobungsräumen“
Am Samstag, 18. Dezember, 18 Uhr bis 18.45 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Ehrenfeld zum stimmungsvollen Weihnachtsliedersingen in den Blücherpark ein. Alle Teilnehmenden werden gebeten, ein Teelicht in einem alten Marmeladenglas sowie einen Becher mit Glühwein, Kinderpunsch oder anderem mitzubringen. Beim Singen alter und neuer Weihnachtslieder auf Abstand aber in Gemeinschaft können sich Jung und Alt auf Weihnachten einstimmen. Das Angebot findet im Rahmen der „Erprobungsräume“ statt. Hier versuchen Kirchengemeinden im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland mit besonderen Angeboten neue Wege zu gehen.

www.evangelisch-ehrenfeld.de

19.12.2021, 14:30
Evangelische Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen
Altenberger Dom, Altenberg, 51519 Odenthal-Altenberg
„Ein kleines Weihnachtsoratorium“
Ersatzveranstaltung für das abgesagte Weihnachtsoratorium
Roland Jankowsky (ZDF) liest am Sonntag, 19. Dezember, 14.30 Uhr, im Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, das Weihnachts-Evangelium. Ein Vokalquartett der Domkantorei Altenberg singt dazu die Choräle aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Zwischen den Kantaten spielen Mitglieder von Musica Sacra die Ouvertüre a la Pastorella von Georg Phillip Telemann. Die Leitung hat Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner. Die Veranstaltung gilt als Ersatz für das Weihnachtsoratorium, das leider abgesagt werden musste. Der Eintritt ist frei. Es gilt die 2G-Regel.

www.altenberg-dom.de

19.12.2021, 17:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
„Et jeit op hellig Ovend aan“
Konzert mit Gitarre, Klavier, Flöte und Gesang
Monika Kampmann (Gesang und Gitarre) und Ingrid Ittel-Fernau (Klavier und Gesang) laden zu einem Vorweihnachtlichen Konzert am Sonntag, 19. Dezember, 17 Uhr, in die Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, ein. Mit „Et jeit op hellig Ovend aan“ präsentieren sie stimmungsvolle Kölsche und andere Lieder. Begleitet werden die Musikerinnen dabei von Maria Yüksel (Flöte). Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die Musikerinnen wird gebeten. Um Anmeldung wird gebeten unter https://forms.churchdesk.com/f/nezq92s5xH. Es gilt die 2G-Regel sowie Maskenpflicht.

www.kartaeuserkirche-koeln.de

19.12.2021, 17:00
Evangelische Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld
Evangelische Clarenbach-Kirche Braunsfeld, Aachener Straße 458, 50933 Köln
„Jazzy Christmas“ in der Clarenbachkirche
Konzert mit Gesang, Gitarre und Schlagwerk
Zu zwei Konzerten am Sonntag, 19. Dezember, 16 und 17 Uhr, in der Clarenbachkirche, Aachener Straße 458, lädt die Evangelische Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld ein. Unter dem Motto „Jazzy Christmas“ musizieren Philip Max und Moritz Lehmacher (beide Gitarre), Martin Kuhlewind (Schlagzeug) sowie Mylene Kroon (Gesang). Der Eintritt ist frei. Es gilt die 2G-Regel und Maskenpflicht.

www.clarenbachgemeinde.de

19.12.2021, 17:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal
Reformationskirche, Mehlemer Straße 29/Ecke Goethestraße, 50968 Köln
Weihnachtsliedersingen unter freiem Himmel
Besucherinnen und Besucher werden von einem Chor und Bläsern unterstützt
Am Sonntag, 19. Dezember 17 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Bayenthal zu einem offenen Adventssingen auf den Platz vor der Reformationskirche, Mehlemer Straße 29, ein. Es wird gestaltet vom Vokalensemble an der Reformationskirche, dem Evangelischen Kinderchor Bayenthal sowie einem Blechbläserquartett. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, im Wechsel mit Vortragsliedern der Chöre kräftig mitzusingen. Pfarrer André Kielbik hält eine Andacht.

www.kirche-bayenthal.de

19.12.2021, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Bensberg
Kirche Kippekausen, Am Rittersteg 1, 51427 Bergisch Gladbach-Kippekausen
Benefiz-Weihnachtskonzert
WDR-Sinfoniker spielen für bedürftige Kinder
Ionel Radonici und Musikerinnen des WDR-Sinfonieorchesters geben am Sonntag, 19. Dezember, 18 Uhr, ein Weihnachtskonzert in der Zeltkirche Kippekausen, Am Rittersteg 1. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Es wird um Spenden für bedürftige Kinder in Rumänien gebeten.

www.kirche-bensberg.de

21.12.2021, 20:00
Evangelische Kirchengemeinde Pulheim
Kreuzkirche Stommeln, Paul-Schneider-Straße 2, 50259 Pulheim-Stommeln
„Der Stern von Bethlehem“
Vortrag über astronomischen Einsichten
Dr. Hans-Joachim Blome, em. Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Fachhochschule Aachen, spricht am Dienstag, 21. Dezember, 20 bis 21.30 Uhr, in der Kreuzkirche Stommeln, Paul-Schneider-Straße 2, über einen Stern, der in keiner astronomischen Karte verzeichnet ist und der ihn deshalb schon seit langem fasziniert. In seinem Vortrag „Stern über Bethlehem“ treffen sich Astronomie, Altertums- und Religionswissenschaft.

www.kirchepulheim.de

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie kann es kurzfristig zu Veränderungen kommen. Eventuell müssen Gottesdienste oder Veranstaltungen abgesagt oder in Online-Formate abgewandelt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei jeweiligen Kirchengemeinden und Einrichtungen, ob es beim jetzigen Stand der Planungen bleibt.

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Adventskalender: Das 15. Türchen öffnet sich

Die achte Station der VIA REFORMATA führt weiter in Richtung Rhein auf den Heumarkt. Hier steht das Reiterdenkmal für den preußischen König Friedrich Wilhelm III. Es wurde in Anwesenheit seines Sohnes, Kaiser Wilhelm I., im Jahre 1878 enthüllt. Unterhalb des Reiters befinden sich viele Figuren, die Vertreter des Militärs und der Zivilgesellschaft darstellen. Die preußischen Könige waren evangelisch und hatten einen großen Einfluss auf die Evangelische Kirche, der bis heute zu spüren ist.

Zum 300. Jubiläum der Reformation im Jahr 1817 führte König Friedrich Wilhelm III. die so genannte Kirchenunion ein. Diese vereinte die lutherische und die reformierte Kirche zu einer unierten Kirche.

Bis heute sind die evangelischen Kirchengemeinden in Köln und Region Teil einer unierten Kirche. In ihr sind die lutherische und die reformierte Tradition zuhause. Unierte Gemeinden habe eine Tradition, die Elemente aus beiden Richtungen aufgreift. Gemeinsam gehören sie zur Evangelischen Kirche im Rheinland, die ihren Ursprung in dieser Kirchenunion hat.

Mehr zu den preußischen Königen und ihrem Einfluss auf die Protestantinnen und Protestanten in Köln und Region finden Sie auch auf www.via-reformata.de. 

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„Der Ruf des Muezzins ist vom Grundgesetz geschützt“: Podiumsdiskussion über ein Pilotprojekt in Köln

Die entscheidenden Sätze sagte Dr. Stefan Muckel gleich zu Beginn seiner Ausführungen: „Das Recht auf Glaubensfreiheit ist ein vorbehaltloses Grundrecht. Da muss die Verwaltung nichts gestatten. Der Ruf des Muezzin ist nicht zulassungspflichtig und vom Grundgesetz geschützt. Ob uns das passt oder nicht. Freiheit ist manchmal anstrengend. Vor allem die der anderen“, erklärte der Professor für Öffentliches Recht und Religionsrecht Universität zu Köln.

Unter Federführung der Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, startet die Stadt ein Pilotprojekt: Muslimische Gemeinden können beantragen, dass ein Muezzin zum Freitagsgebet rufen darf. Zwei Anträge von Gemeinden sind bisher bei der Verwaltung eingegangen. Darüber diskutierten im Domforum Bettina Baum, designierte Leiterin des Kölner Amtes für Integration und Vielfalt, Lale Akgün, Mitbegründerin der Initiative Säkularer Islam, Professor Dr. Thomas Lemmen, Referat für Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln, Abdassamad El Yazidi, Sprecher des  Koordinationsrates der Muslime Deutschland (KRM) und Pfarrerin Dorothee Schaper von der Melanchthon-Akademie Köln. Es moderierte die Islamwissenschaftlerin und Journalistin Marfa Heimbach.

Antrag an die Verwaltung

Eingeladen hatten das Katholische Bildungswerk Köln, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln und die Melanchthon-Akademie Köln. Bettina Baum erinnerte an die Geschichte des Verwaltungsbeschlusses. „Als Zeichen der Solidarität haben christliche Gemeinden im vergangenen Jahr im Lockdown die Glocken geläutet. Einige muslimische Gemeinden haben gesagt, dass sie auch solidarisch sein und ein Zeichen setzen möchten. Sie haben ihre Muezzine rufen lassen und haben gesagt, dass sie das gern fortsetzen würden. Dem wollen wir mit dem Pilotprojekt Rechnung tragen.“ Allerdings gibt es klar umrissene Regeln. In der Praxis muss jede Moscheegemeinde, die sich an dem Projekt beteiligen möchte, einen Antrag an die Verwaltung stellen. Festgelegt durch einen Vertrag erfolgt dann die formelle Zustimmung, den Gebetsruf zum mittäglichen Freitagsgebet an der jeweiligen Moschee zu praktizieren.

Der so geschlossene Vertrag enthält individuelle Auflagen, die von der antragstellenden Moscheegemeinde zu erfüllen sind. So darf der Gebetsruf freitags nur in der Zeit zwischen 12 bis 15 Uhr und für die Dauer von maximal fünf Minuten erfolgen. Auch die Lautstärke des Rufes wird je nach Lage der Moschee mit einer unterschiedlichen Höchstgrenze festgelegt. Die Oberbürgermeisterin hatte unmissverständlich erklärt: „Musliminnen und Muslime, viele von ihnen hier geboren, sind fester Teil der Kölner Stadtgesellschaft. Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage. Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.“

Unterschiede zwischen Glockengeläut und Muezzin-Ruf

Abdassamad El Yazidi erklärte, dass der Muezzin-Ruf „nicht unser größtes Problem ist. Es sind die Ressentiments gegenüber den Muslimen, die uns Sorge machen.“ El Yazidi erinnerte an den vereitelten Anschlag auf die Kölner Zentralmoschee vor wenigen Tagen. Professor Lemmen wies auf die Unterschiede zwischen Glockengeläut und Muezzin-Ruf hin. Beide riefen die Gläubigen zum Gebet, aber der Muezzin-Ruf sei gleichzeitig ein Glaubensbekenntnis zu Allah und dessen Propheten Mohammed. Dem könne er nicht zustimmen. „Sonst wäre ich ja ein Muslim.“ Das seien aber Unterschiede zwischen Ruf und Glockengeläut, die man aushalten müsse. „Ich kann dieses Glaubensbekenntnis nicht teilen, aber das kann kein Argument sein, um zu sagen, dass der Muezzin nicht rufen darf.“

Dorothee Schaper verwies darauf, dass es viel zu lange gedauert habe, bis sich in der Gesellschaft die Einsicht durchgesetzt habe, dass  Deutschland ein Einwanderungsland sei. „Es ist sicher sinnvoll, dass wir miteinander über all das reden, was uns bei den anderen fremd erscheint.“ Lale Akgün sprach sich gegen den öffentlichen Muezzin-Ruf aus. Aus ihrer Sicht werden viele muslimische Gemeinden von der türkischen Regierung beeinflusst. Das gelte auch für die Kölner Zentralmoschee, die in Trägerschaft der  DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) stehe. Diese Union untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten.

Glauben leben

„Bunt und tolerant sind keine Werte an sich. Man kann sich da auch in einen Enthusiasmus hineinsteigern. Viele Muslime können in ihren Gemeinden ihre Meinung nicht frei sagen“, so Akgün. Dem widersprach Bettina Baum: „Die Stadtverwaltung trifft keine theologischen Entscheidungen. Das ist überhaupt nicht unser Geschäft. Für uns geht es nicht um Erdogan, sondern um die Muslime und Musliminnen vor Ort. Denen wollen wir eine weitere Möglichkeit geben, ihren Glauben zu leben.“

Text: Stefan Rahmann
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Adventskalender: Das 14. Türchen öffnet sich

„Kirche und Sozialdemokratie“ – das war der Titel eines Vortrags am 15. Januar 1919 im Kölner Gürzenich – mitten in den Wirren der frühen Weimarer Republik. Gehalten hat ihn Pfarrer Georg Fritze, der seit 1916 in der Gemeinde Alt-Köln arbeitete. Auf der Grundlage der „sozialen Seite der evangelischen Botschaft“ stritt Fritze für ein Ende der Gegnerschaft von Kirche und Arbeiterbewegung und galt schon bald als der „rote Pfarrer“ von Köln.

Von 1933 an wurde Pfarrer Georg Fritze von den nationalsozialistischen „Deutschen Christen“ in Köln isoliert und durfte ab 1937 nicht mehr öffentlich sprechen und predigen. Als Fritze sich 1938 weigerte, den Eid auf Hitler zu leisten, wurde er aus seinem Amt entfernt.

Seit 1980 würdigt der Evangelische Kirchenkreis Köln-Mitte regelmäßig Menschen und Initiativen mit der „Georg Fritze-Gedächtnisgabe“. Mit dem Preis wird ihr Einsatz für Menschenrechte und gegen Gewalt ausgezeichnet. Außerdem erinnert eine Figur des „roten Pfarrers“ Georg Fritze am Kölner Rathausturm an diesen mutigen Bürger Kölns. Mehr zu Georg Fritze finden Sie auch auf www.via-reformata.de.

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Adventskalender: Das 13. Türchen öffnet sich

Nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Augustinerkloster entfernt in Richtung Rhein liegt der Gürzenich, die siebte Station der VIA REFORMATA. Das Gebäude mit einem großen Festsaal aus dem 15. Jahrhundert ist bis heute Kölns „guter Stube“. Doch der Ort wird nicht nur zum Feiern genutzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er Schauplatz öffentlicher protestantischer Streitkultur.

Am 29. Januar 1911 lud der „Verein für evangelische Freiheit“ in den Gürzenich ein. Es ging um den Verbleib von Pfarrer Carl Jatho in der Alt-Kölner Gemeinde. Jatho war seit 1891 Pfarrer in der Christuskirche und vertrat die damals aufkommende populäre und umstrittene „Liberale Theologie“. Jatho entwarf zum Beispiel ein eigenes Glaubensbekenntnis und ging immer stärker in Opposition zu der preußischen Kirchenbehörde in Berlin. Viele Menschen wollen den Pfarrer in seinem Amt behalten und sammelten 45.000 Unterschriften für ihn. Doch seine Gegner setzten sich durch und Jatho wurde in einem „Lehrbeanstandungsverfahren“ seines Pfarramtes enthoben.

Mehr zum Gürzenich und seiner Bedeutung für die evangelischen Christinnen und Christen gibt es auch auf www.via-reformata.de.

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Mehr Vielfalt – mehr Bewegung: 40 Jahre Evangelisch-Katholischer Arbeitskreis für Ökumene im Stadtbereich Köln

„Wir erleben, dass wir in unseren Kirchen sehr herausgefordert sind, gute Antworten auf viele Lebensfragen zu geben und hilfreich bei der Bewältigung vieler gesellschaftlicher und geistlicher Herausforderungen zu sein. Dabei können wir uns gegenseitig stärken“, erklären Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und der Vorsitzende des Katholikenausschusses, Gregor Stiels, zum 40-jährigen Bestehen des Evangelisch-Katholischen Arbeitskreises für Ökumene im Stadtbereich Köln. „Es ist erfreulich, dass an vielen Orten eine vertrauensvolle ökumenische Arbeit besteht. Konkret wollen wir heute dazu ermutigen, auch bei weiteren Veränderungen jeweils an die ökumenischen Partner zu denken und zu fragen: Was können wir zusätzlich noch in ökumenischer Perspektive denken und tun? Wir sind zuversichtlich, dass hier noch viel Neues möglich ist.“

Der evangelisch-katholische Arbeitskreis besteht aus Vertretern und Vertreterinnen der evangelischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche in Köln, in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und des Katholikenausschusses in der Stadt Köln. Seit 40 Jahren arbeiten seine Vertreter und Vertreterinnen ehrenamtlich dafür, das Bewusstsein für die Einheit der Kirchen zu fördern und das ökumenische Denken und Handeln zu stärken. Der Arbeitskreis tritt regelmäßig mit Veranstaltungen, ökumenischen Thesen, Solidaritätserklärungen und insbesondere durch die Kölner Ökumenetage in der regionalen Öffentlichkeit in Erscheinung.

Umgang mit Traditionen, mit Macht und Deutungsansprüchen

„Durch einen immer tiefer greifenden Transformationsprozess von der Volkskirche zu einer weltoffenen Mitgliederkirche braucht es auch in der ökumenischen Arbeit der evangelischen und römisch-katholischen Kirche nun eine andere Dynamik, der wir uns in Zukunft verstärkt stellen wollen“, sagen Elisabeth Grumfeld und Dr. Martin Bock für den Evangelisch-Katholischen Arbeitskreis für Ökumene in der Stadt Köln. Diese Dynamik wird den Umgang mit Traditionen, mit Macht und Deutungsansprüchen, verändern. „Nur gemeinsam können wir Zeugnis abgelegen, denn nur gemeinsam wird man gehört zu den drängenden Fragen, die unsere ganze globale Welt betreffen.“

„Dazu brauchen wir mehr Vielfalt; mehr interessierte und engagierte Menschen aus allen Teilen unserer Gesellschaft, die sich in kirchlichen Projekten einbinden möchten. Wir nehmen auch Menschen in den Blick, die der „Ökumene der 3. Art“ zugehören“, erklären Elisabeth Grumfeld und Dr. Martin Bock. Menschen, die noch nie Mitglied in einer Kirche waren oder ausgetreten sind, sich aber trotzdem in Gemeinden oder Gemeinschaften einbringen, zum Beispiel in sozialen, kulturellen und nachhaltigen Projekten.

Engagierte, die unkonventionelle Projekte erproben

„Auch davon leben unsere Kirchen: von einem Bündnis von kirchlichen und kirchenfernen Menschen“, sagen Elisabeth Grumfeld und Dr. Martin Bock. „Wir brauchen Engagierte, die unkonventionelle Projekte erproben, die den Mut und die Kreativität dazu mitbringen; Promotoren, die auch bei Rückschlägen nicht aufgeben und ihr Ziel weiter verfolgen.“ Solche Projekte sollten verstärkt ökumenisch getragen und finanziell unterstützt werden.

Regionalisierung und engeren Zusammenarbeit von Gemeinden

„Unsere Kirchen müssen deshalb in vielerlei Hinsicht neue Gestalt gewinnen und auch Antworten zulassen, die an liebgewonnenen Gewohnheiten rütteln. Konkret ermutigen wir Gemeinden dazu, in den jeweiligen Zukunftsprozessen zur Regionalisierung und engeren Zusammenarbeit von Gemeinden auf evangelischer Seite und der Weiterentwicklung der Seelsorgebereiche auf römisch-katholischer Seite aneinander zu denken und die Stärken der Anderen ökumenisch zu nutzen“, meinen Elisabeth Grumfeld und Dr. Martin Bock. Bei der Nutzung von Gemeinde- und Gottesdiensträumen, bei der pastoralen Versorgung der Menschen, bei missionarischen Aktionen, bei der Ansprache von Familien und Neuzugezogenen.

Elisabeth Grumfeld und Dr. Martin Bock erklären: „Als Christinnen und Christen in Köln unterstreichen wir: In Zukunft wollen wir nicht ohneeinander sein: Mit dem Vertrauen in die inspirierende Kraft des Heiligen Geistes und in der Nachfolge Jesu Christi wird uns eine Erneuerung unserer Kirche in ökumenischer Einheit und Eintracht gelingen.“

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Adventskalender: Das 12. Türchen öffnet sich

Die Augustinermönche im Köln waren in den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts ihrem berühmten Ex-Bruder Martin Luther immer noch eng verbunden. Hatte der spätere Reformator sie doch fünf Jahre vor seinem berühmten Thesenanschlag in Wittenberg persönlich besucht.

Mehrfach versuchte der Kölner Erzbischof in dieser Zeit gegen den Augustinerkonvent vorzugehen. Als die Gespräche ergebnislos blieben, wurde der Konvent schließlich am 28. April 1523 der Theologischen Fakultät unterstellt. Doch das Kloster blieb ein so genannter Hort der „Lutherei“. Erst zehn Jahre später waren die dort lebenden lutherischen Studierenden und Dozenten durch andere ersetzt worden und es kehrte wieder Ruhe in das Kloster ein.

Das Augustiner-Kloster in Köln wurde so zu einem Beispiel für die Bedeutung von Aufbrüchen und Reformen, die schon vor der Reformation ihren Anfang nahmen.

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Aktion „Orange Days“ gegen Gewalt gegen Frauen: Positives Fazit

Die Aktion „Orange Days“ hat zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember ein deutliches „Nein“ gegen Gewalt gegen Frauen aufgezeigt. Die Vereinten Nationen haben diesen Zeitraum als „Orange Days“ ausgerufen und auch in Köln erstrahlten zahlreiche Gebäude in Orange. Gestern, am Tag der Menschenrechte, endete die Aktion. „Ich freue mich sehr, dass sich in diesem Jahr schon so viel mehr Gemeinden aus allen vier Kölner Kirchenkreisen  an den ,Orange Days‘ mit Illuminationen, Gottesdiensten und Gebeten beteiligt haben“, zieht Dorothee Schaper, Frauenbeauftragte des EKV Köln und Region, ein positives Fazit. In ihrer Fürbitte anlässlich der Orange Days erklärt sie: „Ganz nah und ganz fern bricht sie aus, die rohe und die subtile Gewalt gegen Frauen. Hier und dort, bei uns in der Nachbarschaft und weltweit. Öffentlich und hinter verschlossenen Türen. Allein in Deutschland kennt das Bundeskriminalamt in diesem Jahr 146.655 angezeigte Fälle von Partnerschaftsgewalt, wurden in diesem Jahr 139 Frauen und 30 Männer von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner getötet.“

Diese Bilder-Zusammenstellung zeigt die Beteiligung. „Die orangfarbene Bank hat das Kölner Handwerkerinnenhaus für die diesjährige Aktion auf der Schildergasse gebaut. Wegen des großen Interesses überlegen die Handwerkerinnen gerade, ob sie eventuell eine Serie produzieren“, sagt Dorothee Schaper.

Epiphaniaskirche Köln Bickendorf.
Melanchthon Akademie Köln Südstadt.
Stephanuskirche Köln Riehl.
Kirche der Versöhnung Erfstadt Lechenich.
Gemeindehaus Tersteegenhaus Köln Sülz.
Melanchthon Akademie Köln Südstadt.
Aktion des AK Gewalt gegen Frauen der Stadt Köln – ein gebautes Zeichen aus dem Kölner Handwerkerinnenhaus.

Text: APK
Foto(s): Dorothee Schaper/APK

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Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“: 1700 Flaggen werden für jüdisches Leben gehisst

Das Festjahr #2021JLID erreicht am heutigen Samstag, 11. Dezember, seinen Höhepunkt – denn genau an diesem Tag vor 1700 Jahren erließ der römische Kaiser Konstantin ein Gesetz, das besagte, dass Juden städtische Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften und sollten. Es ist das früheste schriftliche Zeugnis über jüdisches Leben in Mitteleuropa.

Der Verein 321 möchte diesen Tag, auf den sich das Festjahr bezieht, feierlich begehen und hat deshalb die Aktion „Flagge zeigen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“ initiiert. Hierfür werden 1700 Flaggen im gesamten Bundesgebiet gehisst. An der Aktion beteiligen sich zahlreiche öffentliche Einrichtungen, Landtage, Parteien, Synagogen, Kirchen, Schulen, Universitäten, Sportvereine, Volkshochschulen sowie der Zentralrat der Juden, Museen und Privatpersonen.

Auch der Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Bernhard Seiger, die Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Mitte, Susanne Beuth, und der Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, Gregor Stiels, beteiligen sich und hissen die Flagge, um ein gemeinsames starkes Zeichen zu setzen.

Signal: Wir gehören zusammen

„Das Judentum ist konstitutiv für Deutschland“, sagt die Generalsekretärin des Vereins 321, Sylvia Löhrmann. „Auch das soll die Flaggen-Aktion zeigen. Dass so viele Menschen mitmachen ist ein starkes Signal: Wir gehören zusammen.“

Auch der Leitende Geschäftsführer des Vereins 321, Andrei Kovacs, freut sich, dass so viele Menschen Flagge zeigen für jüdisches Leben in Deutschland: „Ich wünsche mir, dass dies nicht nur eine einmalige Aktion ist, sondern dass auch im Alltag im übertragenen Sinne Flagge gezeigt wird, wenn Hass verbreitet wird.“

www.321.koeln

Text: APK
Foto(s): Dr. Martin Bock

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