80 Jahre Befreiung des KZ Auschwitz – „Sind wir heute wach genug, damit es nie wieder passiert?“

Am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz standen Jung und Alt dicht gedrängt an der Kindergedenkstätte Löwenbrunnen in der Kölner City zusammen. Zur Gedenkstunde für die aus Köln deportierten und ermordeten jüdischen Kinder hieß Pfarrerin Ulrike Gebhardt herzlich Vertretende der Veranstalter willkommen: Repräsentanten der Synagogen-Gemeinde Köln, des Katholischen Stadtdekanates und des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region in Verbindung mit dem Arbeitskreis „Lern- und Gedenkort Jawne“. Gebhardt würdigte nicht minder die regelmäßige Mitwirkung der Stadt Köln. „Hier ist ein so wichtiger Ort für Köln“, nannte sie die Teilnahme von Oberbürgermeisterin Henriette Reker „sehr gut und unterstützend“.

Eine sehr herzliche Begrüßung erfuhren auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler von diesmal vier Kölner Gymnasien. Junge Menschen, die regelmäßig wesentlich das Gedenken mit ihren Beiträgen mitgestalten, bezeichnete Gebhardt als die „Herzkammer“ der Veranstaltung. Diese wurde nach vielen Jahren von ihr zum letzten Mal organisiert. Gebhardts Nachfolge in dieser „Herzensangelegenheit“ tritt Pfarrerin Dr. Dorit Felsch an. Der Gedenkstunde wohnte ebenso die 95-jährige Renate Friedländer bei. Damals von Berlin mit einem Kindertransport nach England gerettet, lebt sie heute in Köln.

Mit der von Dieter und Irene Corbach initiierten Gedenkstätte auf dem Erich-Klibansky-Platz an der Helenenstraße wird namentlich der über 1.100 deportierten und ermordeten jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Köln und Umgebung gedacht. Der achteckige Brunnen steht in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Areal des einstigen jüdischen Reform-Realgymnasium Jawne und der Synagoge der orthodoxen Gemeinde in Köln. Dort befand sich ein Zentrum jüdischen Lebens und Lernens.

Stadtsuperintendent Seiger: „Sind wir wach?“

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger appelierte an jede und jeden Einzelnen.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger, der laut Gebhardt in ganz großer Treue dafür stehe, dass „Nie wieder ist Jetzt“ zu unserem christlichen Glauben gehöre, begann sein Grußwort mit drei wiederkehrenden Fragen: „Haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Sind wir wach? Seid ihr wach?“ Wüssten wir um die schrecklichen Grausamkeiten, die in Auschwitz, in vielen anderen Konzentrationslagern und an vielen anderen Orten geschehen seien? „Haben wir gelernt, wie es zu dieser Menschenverachtung und Gewaltherrschaft kam? Wissen wir, dass es auch daran lag, dass die Demokratie zu schwach war?“ Es habe kein Aufbäumen der Aufrechten gegeben. Auch die Kirchen hätten versagt. Ausgeblieben sei ein Zusammenwirken der gesellschaftlichen Kräfte zur Verhinderung des extrem rechten Gedankengutes der Nazis.

„… viel, viel stärker als vor über 90 Jahren“

Es gebe kein Zuviel an Wissen über das, was gewesen sei, brachte es der Stadtsuperintendent auf den Punkt. Er betonte die Notwendigkeit, weiter zu lernen. „Daher ist es gut, dass ihr hier seid“, richtete er sich insbesondere an die Heranwachsenden. In den Dreißigerjahren, vor und nach der Machtergreifung, seien Menschen in Deutschland nicht wach genug gewesen, sprach Seiger von Überzeugungstätern und Mitläufern, von solchen, die ohnmächtig gewesen seien oder sich zumindest so gefühlt hätten. „Wir sind heute nicht ohnmächtig!“ Aber seien wir auch wach in unserer wunderbaren Demokratie mit Meinungs- und Versammlungsfreiheit? Seien wir wach in diesem so wertvollen politischen Rahmen, wollte Seiger wissen. Zwei Tage zuvor hätten bis zu 50.000 Menschen auf der „Demo gegen Rechts“ in Köln ein klares Zeichen gesetzt. „Demokraten stehen friedlich zusammen, über alle Milieugrenzen (…) hinweg. Dieses Bündnis der Aufrechten macht uns viel, viel stärker als vor über 90 Jahren!“

„Es kommt auf jeden von uns an“

In Deutschland habe es 2024 über 30.000 rechtsradikal motivierte Straftaten gegeben, informierte Seiger. Die Zahl der Holocaust-Leugner steige. Zwölf Prozent der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland wüssten nichts von der Shoa, berief er sich auf eine Umfrage der „Jewish Claims Conference“, einem Zusammenschluss jüdischer Organisationen, die sich für Entschädigungszahlungen an die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten einsetzt. „Das muss uns wach machen!“, forderte Seiger. „Sind wir in der Lage, in den Familien, mit unseren Nachbarn, Gefährten in Schule und Sport über Politik und die Lehren der deutschen Geschichte zu sprechen? Sind wir in der Lage, bei der Wahrheit zu bleiben und uns zu wehren, wenn es egal zu sein scheint, ob man Fakten oder nur Meinungen vertritt?“ Seiger ist überzeugt: „Ja, wir sind wach. Wir wissen, was weltweit und in Europa an Rechtsruck passiert.“ Aber zur Verteidigung der Menschenwürde und des Rechts benötigten wir Mut. „Und wir brauchen uns gegenseitig.“ Um heute das Richtige zu tun, müssten wir uns täglich fragen, ob „wir wach genug sind – denn es kommt auf jeden uns an!“, schloss Seiger.

„Wir stehen alle schaudernd und mit Entsetzen davor“

„Es waren damals Rechtsextremisten, die faschistisch dachten, die nationalsozialistisch dachten“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Wir stünden alle schaudernd und mit Entsetzen vor den Geschehnissen. Doch wir seien glücklich darüber, dass ein Teil der Menschen, die so gelitten hätten, durch die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und vieler anderer Konzentrationslager überlebt habe. Reker erinnerte an ein Treffen mit Kurt Marx vor einigen Monaten, dem zweiten in ihrer Amtszeit. Der ehemalige Jawne-Schüler, der 13-jährig mit einem Kindertransport nach England flüchten konnte, habe ihr von seiner Kindheit in Köln erzählt. Auch davon, dass man in den USA ein Hologramm von ihm angefertigt habe, das in Amerika in Schulen erlebbar sei. Aufgrund Künstlicher Intelligenz könne es alle Fragen beantworten, die Jugendliche zur Shoa haben. Gerade weil es immer weniger lebende Zeitzeugen gebe, sei es wichtig, dass diese technischen Möglichkeit die Erinnerungen an die damaligen Geschehnisse auf lebendige Weise bewahrten.

Auch Reker bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern, „dass ihr euch darum kümmert, was geschehen ist. Dass ihr das nicht vergesst, sondern weitererzählt und euch damit auseinandersetzt“. Wir lebten nämlich in sehr schwierigen Zeiten. Auch heute fühlten sich viele Menschen benachteiligt und suchten dafür „Schuldige“. Die „Schuldigen“ seien oft Menschen am Rande der Gesellschaft, häufig Geflüchtete und Menschen mit einem anderen Glauben. Die Oberbürgermeisterin beklagte einen erneuten Anstieg des Antisemitismus und von entsprechenden Taten. Es sei so wichtig, Diskriminierung von Juden im Keim zu ersticken. In entsprechenden Situationen müssten wir eingreifen und uns an die Seite der Opfer stellen, forderte Reker Zivilcourage. „Wir tragen alle dafür die Verantwortung, dass das nie wieder passiert. Nicht in Deutschland und nicht in Köln.“

Erinnerung ist Widerstand gegen das Vergessen – das Erinnern hat eine Kraft

Schüler des Kölner Schiller-Gymnasiums befassten sich mit der Lebensgeschichte von Kurt Marx.

Der im Arbeitskreis „Lern- und Gedenkort Jawne“ mitwirkende evangelische Schulreferent Dr. Rainer Lemaire leitete mit einem Impuls zu den Schüler-Beiträgen über. „Die Erinnerung ist Widerstand gegen das Vergessen und Widerstand gegen jede Form der Judenfeindschaft heute.“ Dabei sei Erinnern eine Aufgabe und Verantwortung über Generationsgrenzen hinweg. „Wie das gelingen kann“, könne man an den vielen und unterschiedlichen Menschen bei der Gedenkstunde sehen. Ebenso an „eurer Bereitschaft, teilzunehmen und mitzuwirken“. Die Generation der Schülerinnen und Schüler trage selbstverständlich keine Schuld an den Nazi-Verbrechen. „Ihr stellt euch der bleibenden Verantwortung des Erinnerns“, so Lemaire. Er ist überzeugt, dass das Erinnern eine Kraft hat. „Eine Kraft, die nach vorne weist. Eine Kraft, die Zukunft als Miteinander und nicht als Gegeneinander zu gestalten.“

Achtklässler des Gymnasiums Schaurtestraße hatten sich am Vormittag in einem Workshop am Lern- und Gedenkort mit dem anspruchsvollen Thema „Antisemitismus damals und heute“ beschäftigt. Nun kommentierten sie etwa ein judenfeindliches Zitat von 1934. Erinnerten an spätere Aussagen des überlebenden Schülers Heinz Grünebaum (Henry Grün), dass bereits vor der Machtergreifung Lieder mit erschreckenden Inhalten gesungen worden seien. „Genau vor zwei Jahren wurde an diesem Gedenktag an einer Schule einem jüdischen Schüler von einem Mitschüler zugerufen: Ab nach Auschwitz“, katapultierte ein Schüler die Zuhörenden in die Gegenwart. „Bis heute gibt es Judenhass und kein Jude kann hundertprozentig in Sicherheit leben. Alles ohne Grund. Das finden wir unmenschlich“, äußerte eine Schülerin. „Also seid wachsam und behandelt Menschen so, wir ihr behandelt werden möchtet“, ergänzte ihre Nachbarin.

Von der katholischen Schulreferentin Christina Zimmermann angekündigte Schüler eines Geschichtskurses am Montessori-Gymnasiums trugen ebenfalls umfangreich und beeindruckend Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit Biografien von Kindern und Jugendlichen der Kindertransporte vor. Für Paula „ist es kaum vorstellbar, was sie damals durchmachten mussten“.

Ehemaliger Jawne-Schüler Kurt Marx mit Audio-Grußwort

Neuntklässler des Schiller-Gymnasiums skizzierten die Biografie von Kurt Marx. Der einstige Jawne-Schüler wurde ebenfalls gerettet durch einen Kindertransport nach England, wo er noch heute lebt. In einer eigens für die Veranstaltung mit einer Kölner Freundin erstellten Tonaufnahme bedankte sich der fast Hundertjährige für die Einladung. In seinem Grußwort findet er es „wunderbar“, dass man das Gedenken an der Jawne fortsetze. Er dankte allen Anwesenden. „Ich habe Glück gehabt, dass ich zur Jawne ging und Klibanksky es fertig gebracht hat, uns nach England zu bringen.“ Das sei 85 Jahre her, eine lange Zeit. „Meine Enkeltochter ist schon dreißig, mein Sohn ist 65.“ Seine Eltern seien erst in den vierziger Jahren gewesen, als man sie umgebracht habe. „Das ist alles gar nicht zu verstehen“, war Marx zu vernehmen. „Aber es ist gut zu sehen“, dass man die Ereignisse nicht vergesse und sich erinnere. Wie lange das noch gehe, wisse er nicht. Aber es sei „bestimmt wichtig, dass der Jawne-Gedenkort bleibt“.

Kinder und Jugendliche im Ghetto und Durchgangslager Theresienstadt

Schülerinnen der Erzbischöflichen Ursulinenschule hatten sich ein Jahr lang intensiv mit Schicksalen und dem Alltag von Kindern und Jugendlichen im Ghetto und Durchgangslager Theresienstadt auseinandergesetzt. Jetzt erzählten die Gymnasiastinnen von ihrer Recherche. Die jungen Menschen dort hätten mit der ständigen Angst gelebt, weiter deportiert zu werden. „Sie mussten mit dem ständigen Mangel an Lebensmitteln zurechtkommen und mit dem Verlust von Freunden und Familienmitgliedern.“ Die Schülerinnen haben aber auch erkannt, „dass diese Kinder oftmals sehr kreativ und mutig waren. Dass sie tolle Freundschaften geschlossen haben, und wie, wenn sie überlebt haben, ihr Leben nach dem Krieg weiterging.“

Gebhardt begrüßte von der Synagogen-Gemeinde Köln das Vorstandsmitglied Dr. Michael Rado und den Rabbiner Yechiel Brukner. „Schulen, die gegen Antisemitismus sind, sind Schulen mit Courage“, dankte Rado allen Beteiligten für deren Initiative. „Das hier ist eine Crème de la Crème. Da darf ich dabeistehen, finde ich ganz wunderbar.“ Er sei nur eine Woche nach der Befreiung von Auschwitz in Palästina geboren worden, bezeichnet er sich als „echten Palästinenser“ und „britischen Eingeborenen eines Commonwealth-Anteils“. Bald wechselte Rado vom Persönlich-Familiären ins Pädagogische und fragte: „Wie kann man das Gedenken verstärken?“

Auf das heutige Gedenken muss eine aktive Handlung folgen

„Warum sind denn die Juden damals umgebracht worden? Weil man der Ansicht war, sie sind Ungeziefer, sind Ratten. Und Ratten muss man umbringen“, so Rado. Daraus habe man eine komplette Politik gemacht. „Deshalb hat man die Juden zusammengesammelt und umgebracht.“ Rado fragte nach, was denn wäre, wenn die Schülerinnen und Schüler heute von einem solchen Szenario persönlich betroffen wären? Betroffen davon, wenn eine andere große Bevölkerungsgruppe in Köln und egal wo in gleicher Weise verfolgt würde. Wenn der Schulkamerad Mohammed und seine Familie auf einmal nicht mehr da wären. Wenn Geschäfte leer stünden, wenn man markante Gebetshäuser wie die Ehrenfelder Zentralmoschee niederbrenne. „Jeder könnte das sehen, jeder von euch wüsste das und in jeder Zeitung weltweit wäre das zu lesen. Das war die Situation damals.“ Deswegen müsse auf das heutige Gedenken eine aktive Handlung folgen, eine Initiative, meinte Rado. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl bat er etwa darum: „Redet mit euren Eltern für deren Seelenheil, für euer eigenes Seelenheil und das eigene Überleben. Passt auf, dass das nicht wieder passiert.“

Rabbiner Brukner: „Wir können uns nur auf Gott verlassen und auf uns selbst“

Rabbiner Yechiel Brukner betonte Israels Recht, sich zu verteidigen.

„Kol hakavod“, übermittelte Rabbiner Yechiel Brukner auf Hebräisch den Schülern, Schulen und Lehrenden eingangs seines Grußwortes: „Alle Ehre“ oder einfach „Chapeau“, übersetzte er ins Deutsche. Brukner erinnerte an den 7. Oktober 2023. An den Tag des „fürchterlichen, unbeschreiblichen, sadistischen“ Überfalls der Hamas auf Israel und der Verschleppung von zahlreichen Geiseln. Die Reaktion Israels beruhe auf dessen Staatsräson, die als eine Konsequenz aus der Shoa zu verstehen sei. Das jüdische Volk habe verstanden: „Wir können uns auf dieser Welt auf niemanden verlassen“, stellte Brukner eindringlich fest. „Wir können uns nur auf Gott verlassen und auf uns selbst. Wir kämpfen für unser Leben.“ Israel verteidige sich gegen Leute, die versuchten, genau dort weiterzumachen, „was schon die Nazis gemacht haben“.

„Ein bedeutungsvoller Beitrag der Schüler dazu, dass ihre Seelen in Frieden ruhen“

„Ihr alle hier seid Multiplikatoren“, richtete Brukner sich vor allem an die jungen Zuhörenden. Jeder von ihnen solle das vielfach weitergeben, was er hier erlebt, erfahren und verstanden habe. In Vertretung des verhinderten Kantors sprach der Rabbiner das Gebet „El Male Rachamin“ („Gott voller Erbarmen“). Es werde im Andenken an die Seelen und für den Frieden derer gebetet, deren Körper nicht mehr da seien. „Mein Gebet wird hoffentlich ein bisschen wirken. Aber was ihr heute oder in den letzten Wochen und Monaten gemacht habt, ist ganz bestimmt ein bedeutungsvoller Beitrag dazu, dass ihre Seelen in Frieden ruhen. Wenn sie sehen, dass man sie nicht vergisst und ihre Geschichte weiterträgt, dann ruhen die Seelen in Frieden“, dankte Brukner „von ganzem Herzen“.

Stadtdechant Kleine: „Politik braucht den Mut zu konkreten Schritten“

Dass auch bei diesem Gedenken hebräische Gebetsworte erklangen, empfand Gebhardt als widerständiges und hoffnungsvolles Zeichen. Obendrein stellte sie als ein gutes ökumenisches Zeichen heraus, dass beide großen christlichen Kirchen gemeinschaftlich demonstrierten, wie wichtig ihnen dieser Ort sei. So betete Stadtdechant Monsignore Robert Kleine am Schluss zu Gott: „Wohin sollen wir uns wenden mit unserem Entsetzen, unserer Trauer, unserer Hilflosigkeit angesichts des Leids, das in der Zeit des Nationalsozialismus über unzählige Menschen gekommen ist. Über viele allein aufgrund ihrer Herkunft und ihres Glaubens. So viele Kinder, Frauen und Männer, die wie wir in Frieden leben wollten, wurden bedroht, vertrieben, getötet.“ Er bat den barmherzigen und guten Gott für alle Menschen: „Erfülle die Verantwortlichen in der Politik mit dem Mut zu konkreten Schritten zu einem dauerhaften Frieden.“

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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Alte Wurzeln wiederfinden und mit neuen verknüpfen: Verabschiedung von Pfarrer Armin Kopper

Alte Wurzeln wiederfinden und mit neuen verknüpfen – das wird Pfarrer Armin Kopper jetzt tun. Der 61-Jährige wechselt aus der evangelischen Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath zu einer Gemeindepfarrstelle im saarländischen Sulzbach. Dort wird er in der gerade neu entstehenden Gesamtkirchengemeinde Sulzbach-Fischbachtal mit vier weiteren Pfarrpersonen seinen Dienst versehen.

Die alten Wurzeln, das sind die der familiären Bindung, denn Amin Kopper ist in Aalen aufgewachsen, hat im Saarland die Schule besucht. „Das Saarland sollte ohnehin mein Altersruhesitz werden“, berichtet er. Es gilt also in der alten Heimat nun neue Wurzeln zu schlagen. Dazu sagt der Pfarrer: „Letztlich fand ich, dass es leichter ist, Kontakte aufzubauen, wenn man noch im Arbeitsleben ist und habe mich entschieden, jetzt doch noch einmal zu wechseln. Das wird die vierte Station meiner Pfarrkarriere.“ Außerdem möchte der Theologe seine Mutter unterstützen: „Sie wird im März 88 Jahre alt.“

Seine Nachfolge wird Diakon Sascha Dornhardt antreten. Die Presbyterien aus Lindlar und Volberg-Forsbach-Rösrath haben in ihren Sitzungen für ihn votiert und sind damit der Empfehlung des Nominierungsausschusses gefolgt.

Ein Brückenbauer

Pfarrer Armin Kopper wurde in der Rösrather Versöhnungskirche von Superintendent Torsten Krall nach 21 Jahren aus seinem Dienst im Bezirk Rösrath, Stümpen, Menzlingen und Rambrücken verabschiedet. Dieser sprach im Namen der evangelischen Kirche seinen Dank aus: „Sie waren immer ein Brückenbauer, sei es zwischen der islamischen und der christlichen Kultur oder zwischen den Generationen.“ Torsten Krall erinnerte außerdem an die Brücken, die Pfarrer Kopper in Richtung des Pädagogischen Zentrums für Kinder und Familien in Rösrath-Stephansheide, einem Ort sozialer Arbeit und Heimat für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in besonderen Lebenslagen, aufgebaut hat. Dort werden auf Initiative von Armin Kopper seit zwei Jahrzehnten regelmäßig Jugendgottesdienste gefeiert, die die jungen Leute mit vorbereiten.

„Eine einladende Kirche“

„Einige Jugendliche aus Stephansheide haben zudem den Konfirmandenunterricht in Rösrath besucht“, blickt Armin Kopper zurück. Das passt gut zu seiner Vorstellung von Kirche: „Die Kirche, die ich mir wünsche, und in der ich mich mit Begeisterung engagiere, ist eine einladende Kirche. Sie steht allen offen, die über ihren Glauben mit anderen ins Gespräch kommen wollen. Wie Jesus es einst tat, so möchte auch ich Menschen möglichst ohne Vorbehalt begegnen.“ In seinen Segensworten wünschte der Superintendent Armin Kopper, er möge „Erfahrungen bewahren und sich stets der Begleitung Gottes, auf dem Weg, der vor ihm liegt, bewusst sein“.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Mezzosopranistin Karla Bytnarova und der Düsseldorfer Kreiskantorin Tanja Heesen sowie Sven Kurtenbach an der Orgel. Sie verwandelten den Kirchenraum in einen Konzertsaal, in dem Operetten- und Opernmelodien erklangen, dazu hatte sich Pfarrer Kopper „Unsere Stammbaum“ der Bläck Fööss als Gemeindelied gewünscht, außerdem „Komm bau ein Haus, das uns beschützt“ und „Vertraut den neuen Wegen“. Diese musikalische Vielfalt war dann auch Gegenstand der Predigt, in deren Mittelpunkt fünf Gemeindelieder mit besonderer Bedeutung für den Pfarrer standen.

„Komm bau ein Haus, das uns beschützt“ komme in seinen Gottesdiensten regelmäßig zum Einsatz, als „freundliche Einladung und positiver Start in den Tag“, erzählte er. Der „Stammbaum“ erinnere ihn an seine Zeit im Kölner Karneval, „Vertraut den neuen Wegen“ an einen Gottesdienst in der Antoniterkirche anlässlich des Christopher Street Days. „Es hat Motive des Aufbruchs, des Regenbogens und macht Mut, denn Gott öffnet immer neue Wege.“

Interesse an verschiedenen Konfessionen und Religionen

Auch das vielleicht ein Hinweis auf Armin Koppers Leben, der schon früh Interesse daran hatte, sich mit dem Herkommen, den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden der verschiedenen Konfessionen und später dann auch Religionen zu beschäftigen. „Obwohl mein Entschluss feststand, nach bestandenem Examen der evangelischen Theologie in Mainz Gemeindepfarrer zu werden, wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, neben den eigenen Veranstaltungen auch solche an anderen Fachbereichen zu besuchen. So schaute ich unter anderem bei den Islamwissenschaftlern, den Indologen und den klassischen Philologen vorbei.“ Als Pfarrer organisierte er schließlich entsprechende Studienreisen und war als Synodalbeauftragter im Kirchenkreis Köln Rechtsrheinisch verantwortlich für den Dialog mit den muslimischen Gemeinden vor Ort.

Nun wird er im Saarland neue Impulse finden und geben, hofft aber, dass die Rösrather vielleicht den Weg auch einmal nach Sulztal finden werden, um die saarländische Lebensart mit einem Hauch des Französischen kennenzulernen.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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Köln fotografiert von Wohnungslosen: „Die Stadt aus meiner Perspektive“ – Ausstellungseröffnung

Am Sonntag, 2. Februar, 16 Uhr, wird die Foto-Ausstellung „Die Stadt aus meiner Perspektive“ in der Melanchthonkirche Zollstock, Breniger Straße 18, eröffnet. Präsentiert werden Aufnahmen, die von Wohnungslosen in Köln aufgenommen worden sind und die Stadt aus ihrem Blickwinkel zeigen. Möglich wurde die Ausstellung durch eine gemeinsame Initiative der Aktion Mensch, dem Diakonischen Werk Köln sowie der Melanchthon-Akademie.

Im Rahmen des Kunstprojekts wurden knapp 100 Einwegkameras an Klientinnen und Klienten der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie ausgegeben und im Zeitraum von rund einem Jahr insgesamt 800 Fotos eingereicht. Eine Auswahl der Bilder, die von einer Jury vorgenommen wurde, wird nun bis 16. Februar ausgestellt; ebenso werden Aufnahmen und Kalender verkauft.

Die Bilder spiegeln eine Vielzahl von Themen wider – von alltäglichen Momenten bis hin zu persönlichen Geschichten und Emotionen – und zeigen die Vielfalt der Erfahrungen von Obdachlosen in Köln.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Bilder anzusehen, in den Austausch mit den Initiatorinnen und Initiatoren zu kommen sowie ihre Eindrücke bei einem anschließenden Orgelkonzert in der Kirche sacken zu lassen.

„Wir freuen uns, dass wir nun das Ergebnis dieses spannenden Gemeinschaftsprojekts präsentieren können“, sagt Michael Lampa, Fachdienstleitung der Wohnungsnotfallhilfe beim Diakonischen Werk. „Es macht eine städtische Perspektive sichtbar, die ansonsten oft unsichtbar bleibt, und schafft eine Plattform, die obdachlosen Menschen eine Stimme gibt.“

Kreativität, Selbstwirksamkeit und Begeisterung für das Projekt

Die Projektteilnehmenden wurden von Anfang an aktiv in den Prozess eingebunden. Durch Gespräche mit Sozialarbeitern und der Kollegin der Melanchthon-Akademie hatten sie die Möglichkeit, ihre Wünsche und Ideen zur Fotografie zu äußern. Sie konnten selbst entscheiden, welche Themen sie fotografieren möchten, was ihnen wichtig ist und wie sie sich selbst darstellen wollen. Diese Freiheit förderte nicht nur Kreativität, Selbstwirksamkeit und Begeisterung für das Projekt bzw. die Fotografie im Allgemeinen, sondern ermöglichte es ihnen auch, ihre individuellen Geschichten zu erzählen. Zudem wurde durch regelmäßige Treffen sichergestellt, dass ihre Meinungen in den Auswahlprozess der Bilder sowie in die Planung der Ausstellung einflossen. Das Feedback konnten sie wieder in neue Fotografien einfließen lassen oder interessante Szenen auch nochmal aus neuen Blickwinkeln aufnehmen.

Der Erlös wird gespendet an die Wohnungslosenhilfe der Diakonie.

www.melanchthonkirche.de

Text: APK
Foto(s): Auszug eines Fotos eines Projektteilnehmenden

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Unsere Wochentipps: Lasershow in der Erlöserkirche und Foto-Ausstellung von Wohnungslosen

Es ist Mittwoch, das heißt, es ist wieder Zeit für unsere Wochentipps! Morgen kann in der Evangelischen Friedenskirche Worringen beim karnevalistischen Mitsingabend „Loss mer singe!“ mit Kai Hilski gefeiert werden. Gleichzeitig geben der Chor der Technischen Hochschule Köln beim Chorkonzert in der Erzengel-Michael-Kirche ein Jubiläumskonzert. In der Trinitatiskirche wird der Stummfilm „Grandma’s Boy“ mit einer live improvisierten Musikbegleitung von Johannes Fankhauser präsentiert. Am Freitag, 31. Januar, startet die Melanchthon-Akademie eine Fortbildungsreihe zur Frage „Ist Engagement etwas für mich?“. Der Kartenvorverkauf für die spektakuläre Lasershow in der Erlöserkirche Rodenkirchen beginnt ebenfalls am 1. Februar. Am Sonntag, 2. Februar, wird in der Melanchthonkirche Zollstock die Foto-Ausstellung von Wohnungslosen „Die Stadt aus meiner Perspektive“ eröffnet, gefolgt von einem Orgelkonzert, das die Klangwelten der Bach-Familie erlebbar macht. Den Abschluss der Woche bildet am Montag, 3. Februar, der Gesprächsabend „Winter of Change“ in der Stephanuskirche.

30.01.2025, 18:30
Evangelische Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden
Ev. Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59-61, 50769 Köln-Worringen
Loss mer singe!
Kirchenjeck in der Friedenskirche
Am Donnerstag, 30. Januar, 18.30 Uhr (Einlass 18 Uhr) lädt die Evangelische Hoffnungsgemeinde im Kölner Norden zu einem karnevalistischen Mitsingabend in die Friedenskirche Worringen, Hackenbroicher Straße 59-61, ein. Kai Hilski vom Loss mer singe e. V. stellt die neuesten Karnevalshits der Session vor. Kostüme, Freude am karnevalistischen Einsingen und Spaß sind ausdrücklich erwünscht. Der Eintritt kostet 5 Euro. Getränke, Frikadellen und Berliner werden zu fairen Preisen angeboten. Der Erlös des Abends geht an den Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in der Kirchengemeinde.
www.hoffnungsgemeinde-koeln.de

30.01.2025, 19:00
Diakonie Michaelshoven
Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5, 50999 Köln
Chorkonzert der TH Köln
Jubiläumsjahr der Diakonie Michaelshoven
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres der Diakonie Michaelshoven gibt der Chor der Technischen Hochschule (TH) Köln am Donnerstag, 30. Januar, 19 Uhr, ein Konzert in der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 5. Der Chor besteht sowohl aus Studierenden als auch Ehemaligen, Beschäftigten oder Freunden der TH Köln. Das Repertoire der Sängerinnen und Sänger umfasst moderne Lieder genauso wie klassisches Liedgut. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
www.diakonie-michaelshoven.de

30.01.2025, 19:30
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
„Grandma’s Boy“ – Stummfilm mit Musikbegleitung
Johannes Fankhauser improvisiert zum Stummfilm „Grossmutters Liebling“
Johannes Fankhauser improvisiert am Donnerstag, 30. Januar, 19.30 Uhr, an der Orgel in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, zum Stummfilm „Grossmutters Liebling“ von Harold Lloyd „Grandma’s Boy“ ist eine amerikanische Tragikomödie mit Harold Lloyd in der Hauptrolle. Der Film aus dem Jahr 1922 gilt als einer der ersten Filme, welche komödiantische Handlung mit einer ernsthaften Geschichte verbinden. Johannes Fankhauser begann 2001 an der Musikhochschule Basel bei Thomas Larcher das Klavierstudium, welches er 2005 mit dem Lehrdiplom abschloss. Heute ist er freischaffender Musiker und lebt in Therwil. Im Jahr 2023 erhielt er den ersten Preis beim internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation in Köln. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
www.trinitatiskirche-koeln.de

31.01.2025, 18:00
Melanchthon-Akademie
Café Himmel und Ääd, Altenberger-Dom-Straße 125, 51069 Bergisch Gladbach
„.Zusammen.LEBEN.Gestalten“
Fortbildung: „Ist Engagement etwas für mich?“
In einer Inspirations-Fortbildung gehen die Teilnehmenden der Frage nach „Ist Engagement etwas für mich?“ Gemeinsam mit den Dozentinnen und Dozenten der Melanchthon-Akademie können Interessierte an vier Freitagabenden erkunden, ob, wie und warum ein Engagement für jeden einzelnen sinnvoll sein kann. In Zeiten des Wandels, sei es durch den Klimawandel, gesellschaftliche Veränderungen oder geopolitische Unsicherheiten, gewinnt das Konzept der Selbstwirksamkeit an Bedeutung. Es geht darum, wie in unübersichtlichen Zeiten ein sinnvolles Leben geführt werden kann. Über ein Jahr hinweg werden verschiedene lokale Projekte besucht und individuelle Interessen und Möglichkeiten ausgelotet und gleichzeitig betrachtet, welche positiven Impulse von den Ideen der Teilnehmenden für die Gemeinschaft ausgehen und wie diese die Demokratie stärken können. Los geht es am Freitag, 31. Januar, 19 bis 22 Uhr, im Café Himmel und Ääd in Bergisch Gladbach, Altenberger-Dom-Straße 125. Antje Rinecker, Studienleiterin der Melanchthon-Akademie, und Katharina Haubold, Referentin für Transformationsstudien an der CVJM Hochschule Kassel, leiten den ersten Abend mit dem Titel „Was will ich jetzt wirklich, wirklich? Engagement und ich?!“. Weitere Termine und Themen: „Die Mitwelt entdecken – interaktiv im urbanen Raum am Freitag, 23. Mai, 18 bis 22 Uhr, im Gemeindezentrum der Evangelischen Lukaskirche in Porz, Mühlenstraße 2; „Vielfalt leben – Demokratie stärken“ am Freitag, 29. August, 18 bis 22 Uhr, im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dünnwald, Amselstraße 22; „Go on – STARK und werde stärker“ am Freitag, 7. November, 18 bis 22 Uhr, im Café Himmel und Ääd in Bergisch Gladbach, Altenberger-Dom-Straße 125. Die Teilnahme an allen Abenden ist kostenlos. Eine Anmeldung bis Montag, 20. Januar, unter www.melanchthon-akademie.de ist erforderlich.
Anmeldung erfoderlich, Tel: 0221 931 803 0, anmeldung@melanchthon-akademie.de
www.melanchthon-akademie.de

01.02.2025, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Rodenkirchen
Erlöserkirche, Sürther Straße 34, 50996 Köln
Lasershow in der Erlöserkirche
Ticketverkauf beginnt am 1. Februar
Lasershow in der Erlöserkirche – Für ein besonderes Ereignis in der Evangelischen Erlöserkirche Rodenkirchen, Sürther Straße 34, im März beginnt am Samstag, 1. Februar, der Kartenvorverkauf. Geboten wird ein Spektakel aus Licht, Farbe und Klang in der besonderen Atmosphäre der Kirche. Die Kombination aus Kunst und Technik spricht die Sinne an und ist für Erwachsene und Kinder geeignet. Die Vorstellungen finden am Freitag und Samstag, 21. und 22. März, jeweils 18 Uhr, 19 Uhr und 20 Uhr, statt. Der Eintritt kostet 10 Euro für Erwachsene und 6,50 Euro für Kinder. Tickets gibt es über die Webseite www.rheinbogen.net. Auf dem Vorplatz der Kirche gibt es im Anschluss an die Vorstellungen Getränke und kulinarische Köstlichkeiten.
www.erloeserkirche-rodenkirchen.de

02.02.2025
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock
Melanchthonkirche, Breniger Straße 18, 50969 Köln
Köln fotografiert von Wohnungslosen: „Die Stadt aus meiner Perspektive“
Ausstellungseröffnung in Melanchthonkirche
Am Sonntag, 2. Februar, 16 Uhr, wird die Foto-Ausstellung „Die Stadt aus meiner Perspektive“ in der Melanchthonkirche Zollstock, Breniger Straße 18, eröffnet. Präsentiert werden Aufnahmen, die von Wohnungslosen in Köln aufgenommen worden sind und die Stadt aus ihrem Blickwinkel zeigen. Möglich wurde die Ausstellung durch eine gemeinsame Initiative der Aktion Mensch, dem Diakonischen Werk Köln sowie der Melanchthon-Akademie. Im Rahmen des Kunstprojekts wurden knapp 100 Einwegkameras an Klientinnen und Klienten der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie ausgegeben und im Zeitraum von rund einem Jahr insgesamt 800 Fotos eingereicht. Eine Auswahl der Bilder, die von einer Jury vorgenommen wurde, wird nun im Februar ausgestellt; ebenso werden Aufnahmen und Kalender verkauft. Der Erlös wird gespendet an die Wohnungslosenhilfe der Diakonie.
www.melanchthonkirche.de

02.02.2025, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Zollstock
Melanchthonkirche, Breniger Straße 18, 50969 Köln
Klangwelten der Bach-Familie
Orgelkonzert
Die Klangwelten der Musikerfamilie Bach möchte die Organistin Barbara Bannasch in einem Orgelkonzert am Sonntag, 2. Februar, 18 Uhr, in der Melanchthonkirche Zollstock, Breniger Straße 18, erlebbar machen. Die historische Musikerfamilie Bach ist eine Dynastie aus Organisten und Komponisten gewesen. Ihr berühmtester Vertreter war Johann Sebastian Bach (1685–1750). Der Eintritt zum Konzert ist frei.
www.melanchthonkirche.de

03.02.2025, 18:30
Evangelische Kirchengemeinde Köln Niehl-Riehl
Stephanuskirche, großer Gemeinderaum, Brehmstraße 4-6, 50735 Köln
„Winter of Change“
Gesprächsabend in der Stephanuskirche
Gegen Ende des Winters und mit dem nahenden Frühling soll es in der Gesprächsreihe „Winter of Change“ am Montag, 3. Februar, 18.30 Uhr, im großen Gemeinderaum der Stephanuskirche, Brehmstraße 4–6, um Veränderung, Wandel und Neubeginn gehen. Gemeinsam mit Pfarrerin Grit de Boer überlegen die Teilnehmenden, was an Ballast abgeworfen werden kann und was wert ist, in den Rucksack für die Lebensreise gepackt zu werden. Erst gibt es eine offene Gesprächsrunde und anschließend bleiben alle, die möchten bei Laugengebäck und einem Glas Wein zusammen. Interessierte sind herzlich willkommen. Die Abende finden wöchentlich, immer am Montag statt.
www.ev-kirche-niehl-riehl.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Nach Protestbewegung: Wie geht es mit den geplanten Kürzungen im Sozialbereich Kölns weiter?

Der Haushaltsentwurf der Verwaltung der Stadt Köln für die Jahre 2025/2026 hatte dramatische Kürzungen und Streichungen im Sozial-, Gesundheits-, Kinder- und Jugendbereich vorgesehen. Die Liga der Wohlfahrtspflege kämpfte seit der Haushaltseinbringung im November 2024 gemeinsam mit allen freien Trägern darum, diese Einsparungen zu verhindern, um die für die Menschen wichtige Infrastruktur doch noch zu erhalten. Ein Gespräch mit Martina Schönhals, Geschäftsführerin Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH:

Wie ist der Stand der Dinge? Welche Kürzungen greifen nun?

Martina Schönhals: Es konnten fast alle Kürzungspläne, die Mitte Dezember durch die Verwaltung der Stadt Köln veröffentlicht wurden, wieder zurückgenommen werden. Das betrifft nicht nur unsere Arbeitsfelder im Diakonischen Werk, sondern auch allen anderen Bereichen wie die Jugendarbeit, die Frauenarbeit, die Kultur und den Sport. Insgesamt hat die Politik je 21 Millionen Euro zugesetzt für 2025 und 2026 und trotzdem noch einen genehmigungsfähigen Haushalt vorgelegt. Dafür sind wir als Wohlfahrtsverbände sehr dankbar und viele soziale Träge sind sehr erleichtert. Besonders freue ich mich über die Weiterfinanzierung des Ferienhilfswerks, davon wäre unter anderem HöVi-Land betroffen gewesen, und über die Rettung des Zentrums für selbstbestimmtes Leben (ZsL), Kölns einzige Beratungsstelle von und für Menschen mit Behinderung. Auch dass wir die Ehrenamtskoordination in der Geflüchtetenarbeit in allen Stadtbezirken vorerst fortsetzen können, halte ich in der angespannten politischen Situation für ein wichtiges Zeichen. Einziger Wermutstropfen für uns im Diakonischen Werk ist die Streichung der kommunalen Mittel für unsere Clearingstelle Claro. Hier haben wir zusammen mit dem SKM und dem SkF seit mehr als 20 Jahren Menschen ohne Arbeit mit besonderen sozialen Problemen beraten. Da müssen wir jetzt nach neuen Wegen suchen, damit diese Menschen nicht komplett durch alle Raster fallen. Und für die drei Mitarbeitenden bedeutet das einen sehr kurzfristigen Wechsel in andere Aufgabengebiete.

Was bedeutet dies für die evangelische und diakonische Landschaft?

Martina Schönhals: Die von den Kürzungsplänen zunächst betroffenen Einrichtungen können jetzt erstmal aufatmen. Aber mit der Rücknahme der Kürzungen sind nicht alle Probleme behoben. Wir erhalten nur vorerst einen Status quo von 2022. Die Kostensteigerungen der letzten beiden Jahre sind damit noch nicht im Haushaltsansatz berücksichtigt. Und es gibt einige Bereiche, die schon seit Jahren unterfinanziert sind wie zum Beispiel die Kitas und die Familienberatungsstellen. Da müssen wir als Diakonie gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden auf allen Ebenen unsere Forderungen nach einer auskömmlichen Finanzierung aufrecht erhalten und auch die Tarifkostensteigerungen mit einberechnen. Wir erfüllen ja staatliche Aufgaben und das sogar preisgünstiger, als die staatlichen Stellen das könnten. Da müssen wir immer wieder deutlich machen, dass diese Ausgaben durch die öffentliche Hand gedeckt werden müssen.

 Ist dies ein positives oder ein negatives Signal?

Martina Schönhals: Die Kölner Politik hat erkannt, dass die Stadtverwaltung in ihrem Bemühen um einen ausgeglichenen städtischen Haushalt – was an sich ja anerkennenswert ist – an sehr sensiblen Stellen sparen wollte. Positiv ist auch die Erkenntnis, dass es sich lohnt, sich politisch zu engagieren und mit den Verantwortlichen in der Politik zu sprechen. In unserer Rolle als Spitzenverband der Diakonie haben wir gemeinsam mit der Liga der Wohlfahrtsverbände zahlreiche Fraktionsgespräche geführt, Diskussionsveranstaltungen, Mahnwachen und die große Demonstration Mitte Dezember organisiert, das alles hat sich jetzt auf die soziale Landschaft sehr positiv ausgewirkt.

Gibt es weitere Pläne für die Zukunft?

Martina Schönhals: Politik, Verwaltung und Wohlfahrtsverbände sind sich darin einig, dass wir die kommenden Monate nutzen müssen, um klug auszuwerten, wo es wirtschaftliche Potentiale geben könnte, damit wir in zwei Jahren nicht wieder vor derselben Situation stehen. Angesichts der politischen Entwicklungen ist zu befürchten, dass die Mittel im sozialen Bereich eher knapper werden. Und wenn gespart werden muss, dann möglichst intelligent durch Konsolidierung und Umverteilung an den richtigen Stellen, so dass die Konsequenzen für die Kölner Bürger und Bürgerinnen möglichst wenig spürbar werden und nicht gleich die gesamte soziale Struktur einer Stadt gefährdet wird.

Können Sie sich vorstellen, wie es ausgesehen hätte, wenn es nicht den großen Protest gegeben hätte? Warum ist es so wichtig, sich bei derartigen Demos zu engagieren?

Martina Schönhals: Die Demo Mitte Dezember in Köln mit rund 12.000 Menschen hat vor der letzten Ratssitzung im Jahr 2024 ein sehr deutliches Zeichen gesetzt, dass es hier um mehr geht als um Geld. Es geht um den sozialen Frieden in unserer Stadt. Besonders hat mich gefreut, dass sich auch Verantwortliche aus den Kirchengemeinden an der Demo beteiligt haben. Wenn die Zeiten härter werden – gesellschaftspolitisch und finanziell – dann dürfen wir nicht an denen sparen, die unsere solidarische Unterstützung brauchen. Wenn Menschen durch alle Raster fallen, gefährdet das auch die gesellschaftliche Mitte. Darum ist es so wichtig, dass wir als Kirche und Diakonie auch auf der Straße mit einer möglichst breiten Masse solche Zeichen setzen, die auch dazu beitragen, unsere Demokratie zu stabilisieren.

Text: APK
Foto(s): Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH

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„Was kommt mit Donald Trump?“: Diskussion im Braunsfelder Forum

Arnd Henze hatte einen Verdacht: „Wahrscheinlich sind deshalb heute so viele gekommen, damit sie das Ganze nicht allein vor dem Fernseher erleben. So ein Abend kann depressiv machen.“ Das Braunsfelder Forum hatte in das Gemeindehaus der Clarenbach-Kirchengemeinde Köln-Braunsfeld eingeladen. Thema des Abends: „Rückkehr ins Weiße Haus: Was kommt mit Donald Trump?“. Auf dem Podium saßen Martina Buttler, frühere ARD-Hörfunkkorrespondentin in Washington sowie Arnd Henze, WDR-Redakteur. Zugeschaltet aus den USA waren John Bellinger, einst Rechtsberater im Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten, und Val Demings, von 2017 bis 2023 Abgeordnete aus Florida im Repräsentantenhaus und beteiligt am Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump im Jahr 2020. Die Moderation hatte Viktoria Harbecke vom Amerikahaus NRW als Mitveranstalter des Abends. Zuvor hatten sich die meisten Gäste des Abends im Public Viewing die Amtseinführung angesehen.

Martina Buttler war bei der ersten Inauguration von Trump live vor Ort. Auf Henzes Frage nach ihrem ersten Eindruck von der Amtseinführung antwortete sie spontan: „Melanias Hut.“ Gelächter im Auditorium. Die Rede habe keine Überraschungen enthalten, fuhr Buttler fort. Trump habe der alten Regierung und insbesondere seinem Vorgänger Joe Biden noch einmal kräftig vors Schienenbein getreten. „Auf mich hat er sehr müde gewirkt“, sagte Arnd Henze, der Trump eine „schwere narzisstische Kränkung“ attestierte, weil die Amtseinführung wegen arktischer Temperaturen in der Rotunde des Kapitols stattfand und nicht draußen.

Härter und radikalisierter

Henze hat den neuen Präsidenten „härter“ erlebt als vor acht Jahren. Und radikalisierter. Trump sehe es als Verrat an, dass das Land aus seiner Sicht vier Jahre in illegitimen Händen gewesen sei. Die Vereinigten Staaten seien ein geteiltes Land. Auf der einen Seite stünden die Anhänger von „Make America great again“, auf der anderen die, die das Land angeblich heruntergewirtschaftet hätten. Henze merkte auch an, dass Trump sich bei dieser Rede an das gehalten habe, was auf seinem Teleprompter zu lesen gewesen sei. Er habe angekündigt, illegal Eingewanderte zu verhaften und abzuschieben.

Henze vermutet, dass es zahlreiche Verfahren gegen die Ausweisungen geben wird und die Gerichte völlig überlastet sein werden. An der mexikanischen Grenze werde der Ausnahmezustand erklärt. Dann könnte dort die Armee eingesetzt werden. „Was genau er machen wird, ist im Moment unklar“, erklärte der frühere USA-Korrespondent der ARD. Donald Trump habe angekündigt, sich an allen zu rächen, die ihn 2020 angeblich um seinen Wahlsieg betrogen hätten. Dafür wolle er die Justiz und das FBI zur Waffe machen, aber auch die Medien unter Druck setzen und sie mit Klagen überziehen. „Im religiösen Spektrum beobachte ich eine weitere Verschiebung innerhalb der Christlichen Nationalisten hin zu einem betont maskulinen „Helden-Christentum“, während klassische Evangelikale an Einfluss verlieren. Und die moderaten Kirchen wirken im Moment wie gelähmt – so wie große Teile der Zivilgesellschaft.“

Martina Buttler erinnerte an das Leben von Migranten und Migrantinnen während der ersten Präsidentschaft Trumps. Viele Migranten hätten damals nicht die Tür geöffnet, wenn es geklingelt habe, weil sie Angst vor ihrer Abschiebung gehabt hätten. „Dabei zahlen die Steuern.“ Die Angst, sogar in ihrer Kirche verhaftet zu werden, „war körperlich spürbar, wenn ich mit ihnen gesprochen habe“. Es stellten sich auch ganz praktische Fragen: „Latinos sind die, die Klos reparieren können.“ Martina Buttler berichtete von Bekannten, die in der Vergangenheit Donald Trump kritisiert haben und am Tag nach der Wahl die USA verlassen hätten.

„Wir setzen unsere Arbeit fort“

Val Demings war vor ihrer Zeit im Repräsentantenhaus Polizeichefin in Orlando. Sie äußerte sich vergleichsweise unaufgeregt: „Wir sollten nicht zu sehr darauf hören, was er sagt. Wir sollten schauen, was er tut.“ Auch Henzes Befürchtung, die demokratische Partei werde lange Zeit dysfunktional sein, teilte die Demokratin Demings nicht: „Wir setzen unsere Arbeit fort. Wir müssen unsere Geschichte erzählen.“ Sie persönlich sei nicht beunruhigt. Es gebe viele Amerikaner, die sich Sorgen machten. Aber: „Wenn wir uns zusammenschließen, ist der Himmel die Grenze. Trump ist jetzt vier Jahre Präsident. Öffnen wir Kanäle für die Kommunikation.“ Buttler war beeindruckt von diesem Optimismus: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ Aber dagegen stehe, dass die Republikaner über Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus verfügten und der Supreme Court ihnen mindestens wohlwollen gegenüberstehe. Und es sei ein Riss in der amerikanischen Gesellschaft entstanden. „Früher traf man sich trotz aller Unterschiede in politischen Fragen mit der Familie an Thanksgiving. Und man war sich einig: We agree to disagree. Das ist heute in vielen Familien nicht mehr möglich. Ich kann nur an alle appellieren: Haltet die Gesprächskanäle offen.“

John Bellinger ist „geschockt“, wie radikal die MAGA-Bewegung die Republikaner übernommen hat, „die Partei Lincolns und Roosevelts“. Es sei sehr traurig, dabei zuzusehen, wie Republikaner Dinge tun, die moralisch falsch seien. Die Mehrheit der Republikaner sei mit vier Stimmen knapp. Matt Gaetz sei als Trumps Justizministerkandidat zurückgetreten, weil er im Senat die Mehrheit wohl nicht erreicht hätte. Andererseits: Kash Patel sei der am wenigsten geeignete Mann, um das FBI zu leiten. „Wird er bestätigt, wird er politische Gegner verfolgen. Trump sei in der Lage, viele Regierungsmitarbeitende zu entlassen. „Das macht mir große Sorge“, sagte Bellinger. „Vor allem im Außenministerium. So viele exzellente Leute.“ Und jetzt kämen Nachfolgende, die nach dem Motto handelten: „Warum sollen wir auf Deutschland hören. Die wählen uns doch nicht. In der neuen Regierung muss sich die Erkenntnis festsetzen, dass man viele Dinge nicht allein tun kann.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Unsere Archivale für Januar: Haus Wiesengrund – Vom Schullandheim zum Tagungszentrum

Das Haus Wiesengrund in Nümbrecht bildet für viele Mitarbeitenden des EKV jedes Jahr ein beliebtes Ziel für die Rüstzeit. Aber auch andere Gruppen kommen regelmäßig in dieses Haus, um sich eine kleine Auszeit zu gönnen oder Tagungen abzuhalten. Das Haus bietet sowohl die Möglichkeit eines längeren Aufenthaltes als auch für Tagesbuchungen.

1952 kaufte der Gesamtverband evangelischer Kirchengemeinden im Kirchenkreis Köln das Gelände mit zwei Häusern vom Pf. i.R. Wilhelm Schlossmacher. Dieser wiederum hatte den Besitz von der Stadt Moers Ende der 1930er Jahre als Altersruhesitz käuflich erworben. Die Stadt Moers hatte das Fachwerkhaus (Baujahr 1926) als Landschulheim für ein Lyzeum benutzt.

Eine Postkarte des Landheims des Lyzeums Moers.
Eine Postkarte des Landheims des Lyzeums Moers.

Pf.i.R. Schlossmacher lebte mit seiner Schwester auf dem Gelände. 1952 zog es die beiden nach Spiekeroog, wo sie bereits ein Freizeitheim für Kinder unterhielten. Der Gesamtverband suchte zu diesem Zeitpunkt einen Ort, an dem er ein Freizeitheim für Erwachsene errichten konnte. Besonders nach den Erfahrungen des Krieges und des beginnenden Wiederaufbaus sollte ein Ort geschaffen werden, an dem sich evangelische Kölnerinnen und Kölner in der Natur erholen konnten.

Fachwerkhaus wurde zu einem Gästehaus

Nach der Übergabe begannen auch zügig die Umbaumaßnahmen. Das Fachwerkhaus wurde zu einem Gästehaus umfunktioniert. Zwölf Gäste konnten darin untergebracht werden. 1963 erfolgten weitere Baumaßnahmen, um weiteren Platz zu schaffen sowie der Bau einer Kapelle. Architekt Werner Haupt wurde mit der Umsetzung betraut. Am 27. September 1963 fand eine große Eröffnungsfeier des Erweiterungsbaus statt. Ein Jahr später konnte auch die Kapelle fertiggestellt werden.

1964 mit Kapelle.
1964 mit Kapelle.

Zunächst stand das Haus nur Mitarbeitenden von Einrichtungen in evangelischer Trägerschaft als Freizeitheim zur Verfügung.

Steigende Kosten sowie der Rückgang der Nachfrage führten zu Überlegungen, wie das Haus besser genutzt werden könne. In den 1990er Jahre wurde der Entschluss gefasst, das Haus nicht nur als Freizeitheim zu benutzen, sondern es in ein Tagungszentrum zu verwandelt. Dieses sollte fortan nicht nur den evangelischen Gemeinden zur Verfügung stehen, sondern auch anderen Gruppen offenstehen. Dazu waren umfassende bauliche Veränderungen und technische Modernisierungen notwendig. Es wurde ein neues Gebäude errichtet (Taubenschlag, zwei Gästezimmer und ein Seminarraum) sowie auf dem Außengelände ein Volleyballfeld und ein Schachfeld in Hinblick auf Jugendgruppen. Ferner erhielten alle Seminarräume eine neue technische Ausstattung, um den Bedürfnissen von Tagungsgästen zu entsprechen. Weiterhin stand und steht das Haus Privatleuten für die Erholung zur Verfügung.

Text: Stefanie Sternemann
Foto(s): Stefanie Sternemann/Haus Wiesengrund

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„#5vor12 – mit Pauken und Trompeten gegen die AfD“: Heute für Demokratie auf die Straße gehen!

Heute ist es soweit! Um 11.55 Uhr startet die Demo „#5vor12 mit Pauken und Trompeten gegen die AfD“, zu der das Bündnis „Köln stellt sich quer“ (KSSQ) aufruft! Die Teilnehmenden versammeln sich auf dem Heumarkt und ziehen dann durch Köln. Alle sind eingeladen, mit möglichst viel Getöse darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, bei der Bundestagswahl am Sonntag, 23. Februar, für eine demokratische Partei zu stimmen. Jede und jeder kann mitmachen mit Pauken, Trompeten, Trommeln, Blasinstrumenten, Trillerpfeifen, Kochtöpfen mit Löffeln, Rasseln, Klangstäben, Agogos, Glockenspielen und Tubas. Willkommen sind auch Musikgruppen und Musikwagen.

KSSQ ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, dem neben den Gewerkschaften, demokratischen Parteien und Kirchen eine Vielzahl an Institutionen und Organisationen angehören. Es setzt sich für Demokratie und gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung ein.

Bundestagswahl am 23. Februar

Bei der Bundestagswahl am 23. Februar steht viel auf dem Spiel. Es besteht die Gefahr, dass die rechtsextreme AfD mehr Einfluss auf die Politik Deutschlandes gewinnt. „Es darf ihr nicht gelingen, mit ihrer völkisch-nationalen, rassistischen und antisemitischen Hetze und ihrer ebenso unsozialen wie wirtschafts- und klima-feindlichen Programmatik unseren demokratischen Rechts- und Sozialstaat in seinen Grundfesten zu erschüttern“, schreiben die Veranstaltenden auf ihrer Internetseite. „Dank einer aktiven Zivilgesellschaft und eines Bündnisses der demokratischen Parteien ist ihr Einfluss in Köln bisher begrenzt. Damit das auch im nächsten Bundestag so ist, werden wir laut für Demokratie. Wir rufen auf zu einer Demonstration. Lasst uns wieder ein lautstarkes Kölner Signal für Demokratie setzen.“

Den Aufruf zum Download finden Sie hier. Weitere Unterstützer und Unterstützerinnen können eine E-Mail an die Adresse kontakt@kssq.de senden.

www.kssq.de

Text: APK
Foto(s): KSSQ

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Gott gibt Kraft, Schutz und Geborgenheit: Pfarrerin Stefanie Eschbach in der Martin-Luther-Kirche verabschiedet

Manchmal trennen sich Wege von Menschen, wenn die Zeit dafür gekommen ist, neue Schwerpunkte zu setzen. Und so wurde gerade Stefanie Eschbach aus ihrem Pfarrdienst in der evangelischen Gemeinde Porz-Wahn-Heide verabschiedet. Vor rund anderthalb Jahren hatte Pfarrerin Kerstin Herrenbrück sie an der Martin-Luther-Kirche willkommen geheißen, damals wechselte sie von Wipperfürth nach Köln. Nun gestaltete die Superintendentin den Abschiedsgottesdienst mit und für Pfarrerin Eschbach.

Stefanie Eschbach wechselt in die Evangelische Kirchengemeinde Dormagen im Kirchenkreis Gladbach-Neuss. Das dortige Presbyterium hat die Pfarrerin als Nachfolgerin für Pfarrer Martin Fröhlich gewählt. Er geht am 31. März 2025 in den Ruhestand. „Ich werde in Dormagen einen besonderen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit legen“, kündigt die Theologin an und erzählt, dass natürlich auch dort ihre Labradorhündin Sinah an ihrer Seite sein wird. Die Hündin hat eine Ausbildung zum Therapiehund hinter sich und soll, wie auch schon im Kirchenkreis Köln Rechtsrheinisch, Kindergärten, Schulen und Altenheime mit Stefanie Eschbach besuchen.

Was eine Gemeinde ausmachen sollte

Im Gottesdienst ging es in der Predigt um die Verse 9-16 aus Römer 12, in denen Paulus beschreibt, was eine Gemeinde ausmachen sollte. Darin heißt es unter anderem, die Gemeinde solle das Böse hassen und dem Guten anhängen. Es geht um brüderliche Liebe, um Hoffnung, Gastfreundschaft, um Hilfe in der Not, Mitgefühl und Wertschätzung. Pfarrerin Eschbach setze all dies in Bezug zu guten Neujahrsvorsätzen, die ja oftmals hochgesteckt sind, aber deutlich weniger häufig lange halten. „Paulus setzt hohe Maßstäbe, doch seine Aufforderungen sind bis heute wertvoll. Es sind wunderbare Ziele für ein gutes Miteinander und zur Orientierung.“

Unterstützung, die Kraft, Schutz und Geborgenheit gibt

Doch es gelte, realistisch zu bleiben, da zu ehrgeizige Zielsetzungen die Freude am Leben ersticken können, betonte die Pfarrerin. „Die Kunst eines christlichen Lebens ist ein gesundes Mittelmaß. Jeder sollte das tun, was der Kraft seines Glaubens entspricht, sich nicht überfordern und auch kleine Erfolge wertschätzen.“ Es passt gut zu dieser Predigt, dass die Theologin Gott für sich als Lebenskraft definiert, als Unterstützung, die Kraft, Schutz und Geborgenheit gibt. Mal mehr, mal weniger, wie sie einräumt und es wohl jeder gläubige Mensch kennt. „Diese Gewissheit möchte ich an die Menschen weitergeben. Gerade in der Pandemiezeit habe ich sehr deutlich gespürt, dass wir als Kirche die Gemeindeglieder fragen müssen, was sie brauchen, dass wir mit Offenheit auf sie zugehen müssen.“

Energie und Kreativität

In ihrer Abschiedsrede vor dem Segen sprach Pfarrerin Herrenbrück davon, dass Stefanie Eschbach den Dienst der Verkündigung mit Energie und Kreativität versehen habe, als Seelsorgerin für Menschen aller Generationen da war. In den Voten der Gemeindeglieder wurde die Pfarrerin als geduldig und zugewandt beschrieben, als „ein toller Mensch, der sehr gemocht wird“ und immer mit anpackte, wenn tatkräftige Unterstützung gebraucht wurde. Beim anschließenden Empfang gab es dann noch einmal Gelegenheit zu Gesprächen und für gute Wünsche. Denn, wie Superintendentin Herrenbrück betonte, geht Stefanie Eschbach mit Segen „für den Blick zurück und den Weg, der vor ihr liegt“.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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#5vor12 LautfürDemokratie: Mit Pauken und Trompeten gegen das Erstarken rechter Kräfte am 25.1.

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis hat sich zusammengeschlossen, um gegen rechte Kräfte in der Politik und insbesondere gegen die AfD im Vorfeld der Bundestagswahl zu demonstrieren. Am kommenden Samstag, 25. Januar, treffen sich die Demonstranten unter dem Motto #5vor12LautfürDemokratie.Mit Pauken und Trompeten gegen die AfD“ um 11.55 Uhr au dem Heumarkt. Mit dabei sind Gewerkschaften, Kirchen, die Kultur, der Karneval, Parteien, Sport, Sozialverbände, Vertreter der Zivilgesellschaft und viele Einzelpersonen. Auch die evangelische Kirche ist vertreten. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs zur Demonstration, die vom Bündnis „Köln stellt sich quer“ organisiert wird, in dem Sammy Wintersohl, Leiter des Amtes für Presse und Kommunikation, Mitglied des Sprecher- und Sprecherinnenkreises ist. Pfarrerin Miriam Haseleu, Synodalassessorin im Kirchenkreis Köln-Nord, wird auf der Kundgebung sprechen.

Wittich Rossmann, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Köln, bezeichnete bei einer Pressekonferenz die AfD als „rassistisch, nationalistisch und wirtschafts- und sozialfeindlich“. Im Übrigen sei die Partei gegen Mindestlöhne und den Solidaritätszuschlag. Und was man bei der AfD über Gewerkschaften denke, könne man bei dem neuen „Anhänger“ Elon Musk sehen, der Betriebsräte ablehne. „Das Aufstehen gegen die AfD macht manchen Institutionen Probleme, weil die Partei ja nicht verboten ist. Ich begrüße die Aussage der katholischen Kirche, die eine Mitgliedschaft in ihr und in der AfD für unvereinbar erklärt hat.“

Bürgermeisterin Brigitta von Bülow freut sich, dass sich die ganze Breite der Stadtgesellschaft in dem Protest abbilde. „Im Moment verschieben sich die Diskurse nach rechts. Auch ganz subtil im Alltag. Das hat Auswirkungen auf unser Zusammenleben.“ Umso wichtiger sei es, laut zu werden, bei der Demonstration auch mit Kochtöpfen und anderen Utensilien.

„Lasst uns gemeinsam aufstehen gegen Hass und Hetze“

Jörg Detjen, Die Linke und Ratsmitglied, hat erkannt, dass die Wahlerfolge von Donald Trump und der AfD in den östlichen Bundesländern den Druck auf die CDU erhöht hätten. Detjen sieht soziale und kulturelle Errungenschaften in Deutschland in Gefahr. Immerhin hätten die demokratischen Parteien Kooperationen gegen die AfD vereinbart und resiliente Strukturen geschaffen. Im Kölner Rat etwa gebe es eine Mehrheit gegen die Bezahlkarte für Geflüchtete. Und auch an den Mindeststandards für deren Unterbringung wolle man nicht rütteln. „Lasst uns gemeinsam aufstehen gegen Hass und Hetze. Es darf in diesem Land keine Regierungsbildung mit der AfD geben.“

Reiner Hammelrath, ehemaliger Direktor des Landesverbandes der Volkshochschulen von Nordrhein-Westfalen, forderte, der AfD kein Podium wo auch immer zu bieten für ihre „bekannten Inszenierungen“. „Die AfD ist eine demokratisch gewählte Partei, aber sie ist keine demokratische Partei.“ Gut sei, dass sie in Köln bei Wahlen immer deutlich schlechter abschneide als etwa in Ostdeutschland. Rossmann erinnerte daran, dass in der Nachkriegszeit die Fortschritte der Vorgängerregierungen von den Nachfolgern stets anerkannt worden seien. Mit der AfD sei ein „Rollback“ wahrscheinlich.  Ein Zivilisationsbruch wie 1933, als die demokratischen Parteien unfähig gewesen seien, die Nazis zu verhindern. Damals habe man fälschlicherweise geglaubt, man könnte Adolf Hitler in einer Regierung demaskieren. „Der wurde 1933 gründlich unterschätzt.“

Als Rednerinnen und Redner bei der Kundgebung auf dem Heumarkt nach dem Demonstrationszug durch die Innenstadt haben bisher zugesagt: Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Jakob Kindler vom Verein „Cologne Pride“, Bita Kermani vom „Avicenna Hilfs- und Kulturverein“. Und eben Miriam Haseleu.

Es wird Musik geben, auch wenn viele Bands derzeit im Karnevalsstress sind. Trotzdem haben Brings zugesagt, auf der Bühne ein musikalisches Zeichen gegen Rechts zu setzen. Erwartet werden auch der Kölner Rap-Band Retrogott, das Kunstorchester „Kwaggawerk“ und die Band „Buntes Herz“.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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