Jugendkreuzweg: Jugendliche geben ihre Handys ab

Wenn Jugendliche ihre Handys freiwillig abgeben, muss das einen starken Anlass haben. Dieser Anlass war mit dem Ökumenischen Jugendkreuzweg der Evangelischen Jugend Köln gegeben, der in Kooperation mit der Katholischen Jugend stattfindet. Knapp 65 Jugendlichen haben Anfang April vier verschiedene Orte in Köln besucht, die das Thema des diesjährigen Kreuzweges „getaped: verbunden – gestützt – geheilt“ aufgriffen. „Ich war überrascht, dass so viele Jugendliche ihre Handys in Briefumschlägen abgegeben haben. Wir wollten damit mal die unsichtbaren Dinge wie Leistungsdruck, Stress in der Familie, Zukunftsängste, die die Jugendlichen belasten, sichtbar machen – und ihnen eine Möglichkeit geben, Lasten abzulegen“, sagte Daniel Phan, theologischer Referent des Evangelischen Jugendpfarramts.

Eine wichtige Intention des Ökumenische Kreuzweges ist es, die Lebenswirklichkeit junger Menschen abzubilden und aufzugreifen. „Jugendliche müssen gerade so viel Schweres durchmachen, wurden in dieser Pandemie oft übersehen und sind nun damit konfrontiert, dass ein Krieg mitten im Herzen Europas ausgebrochen ist“, sagte Daniel Phan. Dazu kommt die allgegenwärtige Sorge um den Klimawandel. Daher beschäftige sich die erste Station am Haus der evangelischen Kirche  mit dem Thema Krieg, Pandemie und Klimawandel.

Die nächste Station an der Kartäuserkirche stand unter dem Thema „belastet“. Hier konnten die Jugendlichen ihre Smartphones und Brieftaschen in Umschläge legen, damit sie ohne Ablenkung den weiteren Weg gehen konnten.

Die dritte Station „bloßgestellt“ befand sich an der katholischen Obdachlosenseelsorge Köln, Gubbio, im ehemaligen Franziskanerkloster in der Ulrichgasse. Dort haben sich die Jugendlichen mit dem Thema Ausgrenzung beschäftigt. „Wir wollten zeigen, was es heißt, am Rand der Gesellschaft zu stehen und dass es Menschen gibt, die den Belasteten beistehen“, sagte Daniel Phan.

Belastungen abgeben

An der letzten Station, die an der Jugendkirche Crux stattfand, konnten die Jugendlichen zurückblicken und „ihre Belastungen“ noch einmal bewusst mit einem Tape, das sie an das Kreuz kleben konnten, abgeben. „Das Feedback der Jugendlichen war richtig gut – gerade die Aktion mit dem Tape, das die Jugendlichen ans Kreuz als Zeichen der Hoffnung ankleben konnte, hat mich berührt“, beschrieb Daniel Phan.

Er resümierte: „Persönlich hat mir der Jugendkreuzweg sehr gut gefallen. Ich habe mich sehr über die zahlreichen Jugendlichen gefreut und dass endlich, nach zwei Jahren Pandemie, wieder ein Jugendkreuzweg stattfinden konnte.“

Text: Daniel Phan/Frauke Komander
Foto(s): Daniel Phan

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KalkKaleidoskop: Ausstellungsreihe im EVKK

Das Ev. Krankenhaus Köln-Kalk (EVKK) öffnet seine Türen für eine ungewöhnliche Begegnung mit Kunst und Kultur aus Kalk: Ab März 2022 ist das Foyer des Krankenhauses nicht mehr nur Eingangsbereich, sondern auch Ausstellungsraum. In Kooperation mit der Stiftung KalkGestalten zeigen hier Künstlerinnen und Künstler aus dem Stadtbezirk ihre persönlichen Perspektiven auf ein lebendiges und dynamisches Viertel und ermöglichen neue Ein- und Ausblicke in das Leben der Menschen vor Ort.

Motive aus dem Hier und Jetzt

Die Ausstellungsreihe zeigt im Foyer des Kalker Krankenhauses Fotografien von Anja Sauerwald und Stephan Strache. Die Künstler leben seit vielen Jahren in Köln-Kalk und haben sich in ihren Arbeiten häufig mit dem Leben in und um den Stadtbezirk auseinandergesetzt. Sauerwald zeigt im EVKK Bilder aus ihrer 2017 bis 2021 entstandenen Serie „Kalker Türen, Fenster & Fassaden.“ Sie widmet sich damit den alltäglichen und allgegenwärtigen Schnittstellen des privaten und des gesellschaftlichen Lebens. Einige Bilder der Serie hat sie bereits in ihrem populären Instagram-Account @feynschliff veröffentlicht.

Stephan Strache präsentiert im EVKK Arbeiten aus seinem aktuellen Projekt fɑːðəlænd. Der Titel ist die lautschriftliche Schreibweise des Wortes „fatherland“ und zugleich eine Hommage an den Roman „Faserland“ von Christian Kracht. Die Arbeiten Straches, die in kleinen Serien aus zwei oder drei Bildern konzipiert sind, zeigen Motive aus dem Hier und Jetzt und verweisen zugleich auf universelle Leitmotive wie Sehnsucht, Ankommen, Zueigenmachen und die Suche nach Identität.

Leben in all seinen Facetten

„Unser Haus ist seit seiner Gründung eng mit der Geschichte und dem Leben der Menschen in Kalk und den umliegenden Stadtbezirken verflochten“, sagt Marcus Kirchmann, Geschäftsführer des Ev. Krankenhauses Köln-Kalk. „Wir sind stolz darauf, ein Krankenhaus zu sein, das mitten in einem dynamischen und vielfältigen Viertel liegt, und einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass es den Menschen hier gut geht. Dieser Verbundenheit geben wir mit der Ausstellungsreihe KalkKaleidoskop einen besonderen Ausdruck: Wir laden unsere Besucherinnen und Besucher dazu ein, das Viertel, in dem wir gemeinsam zu Hause sind, neu in den Blick zu nehmen.“

Für Bernd Giesecke, Stiftung KalkGestalten e.V., ist die Ausstellungsreihe KalkKaleidoskop „ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Leben und zur kulturellen Vielfalt in Kalk“: „In einem Krankenhaus spielen sich viele wichtige und einschneidende Kapitel von Lebensgeschichten ab. Das macht ein Haus wie das EVKK auch zu einem ganz besonderen Forum, um das Leben in all seinen Facetten in den Blick zu nehmen. Die Ausstellungsreihe „KalkKaleidoskop“ zeigt die Vielfalt und das Verbindende des gesellschaftlichen Miteinanders in Kalk an einem Ort, an dem sich viele Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können.“

Claudia Greven-Thürmer, Bezirksbürgermeisterin Köln-Kalk, begrüßt ebenfalls den Start des Ausstellungsreihe: „Für viele Menschen in Kalk ist das EVKK ganz selbstverständlich ‚das Kalker Krankenhaus‘. Das zeigt die wichtige Rolle, die es als eine tragende Säule der medizinischen Infrastruktur und Gesundheitsvorsorge im Stadtbezirk innehat. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass das EVKK mit der Ausstellungsreihe KalkKaleidoskop nun auch zu einer Plattform für lokale Kunst und Kultur wird. Es zeigt, dass das EVKK seine Rolle mit Herzblut und Engagement wahrnimmt und aktiv gesellschaftliches Miteinander und Dialog fördert und unterstützt.“

EVKK

Das Ev. Krankenhaus Köln-Kalk ist unabhängiger und eigenständiger Gesundheitsdienstleister mitten im Stadtbezirk Köln-Kalk. Es verfügt über sieben Hauptabteilungen mit über 400 Betten für die stationäre Patientenbetreuung und eine große Notfallambulanz.

Anja Sauerwald

Anja Sauerwald wurde 1969 in Marburg/Lahn geboren, ist freiberufliche Texterin und Online-Journalistin und lebt seit fast einem Vierteljahrhundert in Kalk, wo sie Gründungsmitglied des Literaturzirkels „Kalker Kaffee“ war, der bis 2017 existierte. Vor sechs Jahren begann sie mit Gebäude- und Architekturfotogafie auf Instagram. Insbesondere ihre Gebäudeablichtungen – vielfach aus Kalk – haben dort eine feste Fanbase. Im letzten Jahr nahm sie mit einigen analogen Bildern am Projekt STRASSENGOLD teil und hatte im Rahmen der 16. KalkKunst im Herbst 2021 ihre erste Ausstellung

Stephan Strache

Der Kölner Fotograf begreift sich als Geschichtenerzähler. Im Mittelpunkt seines fotografischen Interesses steht der Mensch. Im Foyer des EVKK zeigt er Arbeiten seines aktuellen Projektes fɑːðəlænd. Die teilweise noch unveröffentlichten Fotos sind in Köln-Kalk entstanden.

www.evkk.de

Text: Stefanie Boor
Foto(s): Stefanie Boor

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„Action-Bound“: Jugendgottesdienst to go

Jetzt wird’s digital: „Orte von LEIDenschaft“ – unter diesem Thema hat am 26. März ein Jugendgottesdienst der Evangelischen Jugend in Köln und Umgebung stattgefunden. Und zwar mit der App „Action-Bound“: Als digitale Schnitzeljagd konnten die Konfirmanden und Konfirmandinnen und Jugendlichen aus den verschiedenen Kirchenkreisen in Köln und Umgebung verschiedene Orte in der Domstadt besuchen.

Die Schnitzeljagd-Stationen orientierten sich an der Passions- und Leidensgeschichte Jesu. Die Jugendlichen und Konfirmanden und Konfirmandinnen wurden dabei mit Gefühlen konfrontiert, die auch in der Passionsgeschichte Jesu zu finden sind. Gestartet wurde vor der AntoniterCityKirche in der Schildergasse. Dort ging es um das Gefühl der Liebe und der Erfahrung der Gemeinschaft, die auch beim letzten Abendmahl von Jesus und seinen Freunden zu finden war. In der Flora (die nächste Station des Action-Bounds) konnten die Jugendlichen in den „Garten Gethsemane“ eintauchen. Die Gefühle Angst, Trauer und Leid spielten dort eine große Rolle.

Mit der App konnten die Jugendlichen Fotos machen

Weitere Stationen beschäftigten sich auch mit dem Gefühl der Schwere, die Jugendliche insbesondere in der Schule und während der Corona-Zeit erleben mussten. Mithilfe der App konnten die Jugendlichen ihre eigenen Gedanken aufschreiben, Fotos machen und wurden durch Bilder und Lieder zum Nachdenken angeregt.

Ein besonderes Highlight war die gemeinsame Fahrt auf dem Riesenrad am Zoo. Hier konnte – fast symbolisch – die zuvor erfahrene Schwere zurückgelassen und die Aussicht bei bestem Wetter genossen werden.

Der Abschluss fand in der nahegelegenen Thomaskirche statt. Dort wurde der Jugendgottesdienst reflektiert und mit den Jugendlichen besprochen. Dabei berichteten die Jugendlichen von ihren Erlebnissen und Eindrücken, sodass ein intensives Gemeinschaftsgefühl am Ende entstand.  „Dieser Jugendgottesdienst, den wir ,Orte von LEIDenschaften‘ genannt haben, hat uns am Ende gezeigt, mit welcher Leidenschaft Gott uns alle liebt. Mit all unseren Ängsten, Hoffnungen und Erwartungen,“ so die Zusammenfassung von Daniel Phan, theologischer Referent im Evangelischen Jugendpfarramt.

Text: Martina Schönhals
Foto(s): Martina Schönhals

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Kirche2go fragt: Was ist Telefonseelsorge?

Kirche2go fragt: Was ist Telefonseelsorge? Die TelefonSeelsorge ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Hausfrauen, Auszubildende oder Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und auch für Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit. Die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge sind rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr da. Wie viele Gespräche die Seelsorgerinnen und Seelsorger jedes Jahr führen, erfahren Sie in dieser Kirche2go-Folge.

In der Passionszeit 2022 erklärt Kirche2go jeden Freitag einen Aspekt aus dem Bereich Seelsorge.

Haben Sie Interesse an weiteren Videos? Dann schauen Sie doch rein und abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal: www.youtube.com/kirchekoeln

Der gesamte Text zum Nachlesen:

Kirche2go fragt: Was ist Telefonseelsorge?

Ein Mensch mit einem offenen Ohr ist oft nur einen Anruf entfernt. Die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge sind rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr da.

Die TelefonSeelsorge ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Hausfrauen, Auszubildende oder Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und auch für Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit. Rund eine Million Gespräche führen die Seelsorgerinnen und Seelsorger jedes Jahr. Diese sind für die Anruferinnen und Anrufer kostenfrei.

Die Telefonseelsorge ist kostenfrei über die Rufnummer 0800 111 0 111 oder die Nummer 0800 111 0 222 erreichbar. Darüber hinaus ist die Telefonseelsorge auch per Mail oder per Chat erreichbar. Die Telefonseelsorge wird von der evangelische und der katholischen Kirche finanziert und organisiert. Sie ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen.

Die Sorgen von Menschen in Not wiegen schwer und richten sich nicht nach Tages- oder Öffnungszeiten. Dafür hat die Telefonseelsorge auch mitten in der Nacht ein offenes Ohr. Die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst und nehmen jeden Anruf ernst.

Text: APK
Foto(s): APK

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Hannes Averbeck im Mülheim als Prädikant ordiniert

Die Ankündigung war kurz und ließ keine Fagen offen: „Hannes wird ordiniert.“ Hannes heißt mit Nachnamen Averbeck, ist Mitarbeiter bei der Jugendkirche geistreich und seit kurzem Prädikant. Pfarrer Torsten Krall, Synodal-Assessor des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, war in die Jugendkirche an der Adamstraße gekommen, um Averbeck in das neue Amt einzuführen. Damit darf der Prädikant Gottesdienste in den Kirchengemeinden leiten und Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen vornehmen.

Krall zitierte aus dem Lukas-Evangelium. Nicht zuletzt, weil es so gut passe. Schließlich stammt Averbeck von einem Hof im niedersächsischen Visselhoevende. „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Averbeck sei einer, der wisse, wie Jesus Christus spreche, fuhr der Assessor fort und verwies nochmals auf die Biographie des neuen Prädikanten: „Hannes Averbeck weiß, wie man mit einem Pflug umgeht. Er weiß, wie schwierig es ist, eine gerade Furche zu ziehen und die Erde auf links zu drehen.“ Er wisse aber auch um die eher ungeraden Wege. Averbeck ist gelernter Schonsteinfeger. 2011 bestand er in Stade die entsprechende Ausbildung: Als Innungsbester mit Auszeichnung.

„Ich will dir folgen, wohin du gehst“

Krall zitierte weiter aus der Lukas-Geschichte: „Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.“

Aber wer zurück sehe, sei eben nicht geschickt für das Reich Gottes. „Ich möchte diese Geschichte als Mutmacherin verstehen“, sagte Krall. Es sei egal, was hinter einem liege. Es gelte, voraus zu schauen. Es werde etwas entstehen. Und man selbst sei verantwortlich dafür. „Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.“ Ein weiteres Wort aus dem Lukas-Evangelium.

„Jesus Christus ist der Ort für die eigene Ungeduld“

„Geduld heißt nicht nur abwarten, sondern manchmal auch ertragen“, machte Averbeck in seiner Predigt deutlich. Aber etwa den Krieg in der Ukraine wolle man nicht einfach nur aushalten.

Und die Klimakrise. „Ja, manchmal nimmt man wahr, dass die Dinge sehr schwer sind.“ Mancher Same trockne aus auf dem Felsen. „Die aber auf dem Fels sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Sie haben aber keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht zur Reife.“

Aber der Sämann säe, so Averbeck,  ganz viel. Viel mehr, als aufgehen könne. Der Same sei das Wort Gottes. Das mit der Geduld habe Jesus Christus übrigens so nicht gemeint. „Jesus Christus ist der Ort für die eigene Ungeduld. Er verspricht, dass die Frucht wachsen wird. Jesus Christus lädt dich ein, seinem Versprechen zu folgen.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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Gemeinsam die Hände reichen und humanitäre Hilfe leisten – Pfarrerin Miriam Haseleu über ihren Besuch in der Ukraine

„Indem Wohnraum angeboten wird, Essen verteilt wird, indem humanitäre Hilfe geleistet wird, begegnen sich Menschen sowohl in Transkarpatien als auch in Ungarn und auch bei uns.“ Mit diesen Worten fasst Pfarrerin Miriam Haseleu, nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung, nach einem Kurzbesuch in der Westukraine ihre Eindrücke zusammen. „Was ich besonders berührend finde, dass Völkerverständigung passiert“, sagt sie weiter. Im Moment ginge es hauptsächlich darum, die heftige Situation vor Ort zu gestalten. „Jetzt geht es darum, gemeinsam zu essen und gemeinsam die Hände zu reichen – damit können wir nicht warten.“

Miriam Haseleu war Teil einer Delegation der rheinischen Kirche, die unter der Leitung von Präses Dr. Thorsten Latzel vom 29. März bis 4. April 2022 zu Besuch bei der Reformierten Kirche in Ungarn (RKU) besucht hat. Präses Latzel wollte sich unter anderem über die Hilfe informieren, die Kirche und Diakonie für die Kriegsflüchtlinge aus der benachbarten Ukraine leisten.

Das Video ist knapp vier Minuten lang und vermittelt einen intensiven Eindruck der Arbeit mit Geflüchteten:

Die Berichterstattung zur Ungarnreise steht auch im Netz:

Das Interview im Wortlaut:

Was sind die wichtigsten Eindrücke der Arbeit der Kollegen in der Ukraine, die Sie mitnehmen?

Die Kollegen und Kolleginnen in Transkarpatien haben mich besonders berührt, weil sie zusammenarbeiten, weil sie Hoffnung haben und weil sie glauben, dass sie was bewirken können in dieser Krise, in diesem Krieg – für die Menschen, die zu ihnen kommen und für die Menschen, die dort vor Ort bleiben, weil sie ihre Heimat ist. Und sie tun alles mit den Mitteln, die sie haben und gemeinsam.

Sie sagen, „weil sie glauben, dass sie etwas bewirken“. Glauben sie auch, dass sie etwas bewirken können?

Ich glaube, sie bewegen schon ganz viel, weil sie die Menschen dort aufnehmen, weil sie dort Brote backen, die sie nach hier fahren, die sie dort vor Ort verteilen, weil sie zusammenstehen und das teilen, was ihnen zur Verfügung steht, sie arbeiten zusammen. Sie leben ihren Glauben gerade jetzt gemeinsam und ich glaube, das können wir von den Kolleginnen und Kollegen dort lernen, dass es jetzt darum geht, Völkerverständigung zu betreiben, einander freundlich zu begegnen, aufeinander zuzugehen, zu essen, zu sprechen, vielleicht zu spielen und das zu teilen, was wir haben.

Völkerverständigung ist das Stichwort: Werden sich die Eindrücke, die sie in der Ukraine gewonnen haben, in Ihre Flüchtlingsarbeit in Köln niederschlagen?

Ja, auf jeden Fall. Das braucht wahrscheinlich auch noch ein bisschen Zeit, um das zu verarbeiten. Was ich besonders berührend finde, dass Völkerverständigung passiert, indem Not entsteht. Und indem Wohnraum angeboten wird, Essen verteilt wird, indem humanitäre Hilfe geleistet wird, begegnen sich Menschen sowohl in Transkarpatien als auch in Ungarn und auch bei uns. Und ich glaube, dass Deutschland an vielen Stellen – natürlich, das wissen wir alle – bürokratisiert ist. Und im Moment geht es aber darum, diese heftige Situation zu gestalten. Und es geht jetzt darum, gemeinsam zu essen und gemeinsam die Hände zu reichen – damit können wir nicht warten.

Haben sich auf der Reise für sie neue Hinweise ergeben, wie und wo die Rheinische Kirche Gemeinden am besten helfen könnte?

Ja, es ist auf jeden Fall ein Weg, die reformierte ungarische Kirche zu unterstützen, die einen engen Kontakt mit Transkarpatien hat und von dort aus eben in der gesamten Ukraine geholfen wird, das ist ein Weg diese Kirchenpartnerschaft, die wir haben – die ich als großen Schatz erlebe und gerade erst neu entdecken darf – zu nutzen, um da die Beziehungen zu pflegen und auch Geld dorthin zu schicken, aber vielleicht auch um persönliche Kontakte zu knüpfen und zu nutzen, die jetzt wichtig und tragend sind.

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): Screenshot Video/APK

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Wochentipps: 111 Orte im und am Kölner Dom und Dietrich Bonhoeffer

Musik, Theater, Workshop und Lesung: Unsere Wochentipps haben wieder einiges zu bieten. Es gibt Musik und Kabarett „Was uns trägt“ in der Petruskirche, den Workshop „Umgang mit Angst und Ungewissheit durch den Krieg in der Ukraine“ und die Text- und Bildbetrachtung „111 Orte im und am Kölner Dom“. Außerdem findet ein musikalisches Theaterstück zu Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers statt und Uwe Melchert liest Walter Jens Verteidigungsrede des Judas.

Die Zusammenfassung in der Übersicht:

08.04.2022, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Brück-Merheim
Petruskirche, Kieskauler Weg 53, 51109 Köln
Musik und Kabarett: „Was uns trägt“
Eddi Hüneke und Willibert Pauls in der Petruskirche
„Was uns trägt“ ist der Titel eines Musik- und Kabarett-Programms am Sonntag, 8. April, 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr), in der Petruskirche Merheim, Kieskaulerweg 53. Der Musiker Eddi Hüneke und der Kabarettist und Diakon Willibert Pauls haben ein „wahrhaft beseelendes und beflügelndes“ Programm zusammengestellt. Es gilt die 2G-Regel. Eintrittskarten gibt es unter https://www.tickets.eddihueneke.de/produkte/44157-tickets-eddi-hueneke-was-uns-traegt-petruskirche-koeln-am-08-04-2022

www.ekir.de/brueck-merheim

10.04.2022, 11:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Bedrohung und Stress begegnen
Angesichts des Krieges in der Ukraine erleben viele Menschen Bedrohung und Stress in einer bisher oft unbekannten Intensität. Alte, stressvolle Situationen, die bisher gut bewältigt waren, können wiederauftauchen. Dies kann körperliche Reaktionen sowie vermehrt Sorge, Angst oder Hilflosigkeit hervorrufen. In einem Workshop am Sonntag, 10. April, 11 bis 17 Uhr, möchte Pfarrer Wilfried Depnering, Systemischer Therapeut und Traumatherapeut, helfen und aufzeigen, mit welchen Mitteln dem Stress in seinen vielfältigen Formen begegnet werden kann. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen, spirituellen und geistigen Ressourcen. Die Teilnahme kostet 36 Euro. Eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de oder telefonisch unter 0221/931803-0 ist erforderlich.

www.melanchthon-akademie.de

10.04.2022, 11:30
Evangelische Kirchengemeinde Lechenich
Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, 50374 Erftstadt-Lechenich
111 Orte im und am Kölner Dom
Eine Text- und Bildbetrachtung
Am Sonntag, 10. April, 11.30 Uhr, lädt die Evangelische Kirchengemeinde Lechenich zu einer besonderen Matinee im Anschluss an den Gottesdienst (Beginn 10 Uhr) in der Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, ein. Dr. Klaus Hadering, Leiter des Dombau-Archivs in Köln, entführt die Teilnehmenden in einer Text- und Bildbetrachtung zu bekannten und weniger bekannten Ecken im Kölner Dom. Der Eintritt ist frei.

www.kirche-lechenich.de

10.04.2022, 18:00
Evangelische Gemeinde Köln
Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
„Bonhoeffer – Der mit dem Lied“
Ein musikalisches Theaterstück zu Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers
Auf dem Hintergrund von Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers basiert die musikalische Theaterproduktion „Bonhoeffer – Der mit dem Lied“, das am Sonntag, 10. April, 18 Uhr, in der Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, aufgeführt wird. Lukas Ullrich und Till Florian Beyerbach versuchen in mal unterhaltsamer und mal bedrückender Weise das gesellschaftliche Zusammenspiel der deutschen Christinnen und Christen bis zum Jahr 1945 zu hinterfragen, aber auch das Spiegelbild der deutschen Gesellschaft nach 1945 zu durchleuchten.

www.kartaeuserkirche-koeln.de

10.04.2022, 18:00
Evangelische Kirchengemeinde Köln-Mauenheim-Weidenpesch
Philipp-Nicolai-Kirche, Mauenheim, Nibelungenstraße 62, 50739 Köln
„Der Fall Judas“
Uwe Melchert liest Walter Jens Verteidigungsrede des Judas
Der Fall Judas muss neu aufgerollt werden. Eine Geschichte wurde überliefert, ein Urteil gefällt, ein Sündenbock gebrandmarkt. Doch die Geschichte stimmt so nicht, das Urteil ist fragwürdig. Der Text „Der Fall Judas“ von Walter Jens betrachtet die Figur des Judas aus einem neuen Blickwinkel und vermittelt dem Publikum ein neues Bild des „ewigen Verräters“. Am Palmsonntag, 10. April, 18 Uhr, liest der Schauspieler Uwe Melchert in der Philipp-Nicolai-Kirche Mauenheim, Nibelungenstraße 62, die Verteidigungrede des Judas vor. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

www.kirche-mauwei.de

Text: APK
Foto(s): APK

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Beratungsbus für obdachlose Menschen in Köln im Einsatz

Um dem steigenden Bedarf an Hilfen und Unterstützung für obdachlose und wohnungslose Menschen in Köln nachzukommen, werden die Angebote der Wohnungslosenhilfe vor Ort ausgebaut und soll zudem mobil erfolgen. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Verein ARCHE für Obdachlose e.V. konnte die Diakonie Michaelshoven einen Beratungsbus anschaffen und zu einem mobilen Büro ausbauen.

Auch wurden die Streetworkstellen von der Stadt Köln aufgestockt. Somit sind im Kooperationsverbund mit dem Verein OASE insgesamt sechs Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen im Stadtgebiet Köln als Streetworker tätig und können nun wohnungs- und obdachlosen Menschen an den Kölner Hotspots, vor allem in der Kölner Innenstadt, schnelle und unbürokratische Hilfe und Unterstützung anbieten.

Voll funktionsfähiges Büro

Der Beratungsbus ist mit einem voll funktionsfähigen Büro ausgestattet, so dass dort beispielsweise notwendige Behördengänge oder Amtsbesuche vorbereitet oder gleich auf digitalem Weg erledigt werden können. Außerdem erfolgen auf mobilem Wege weitere Versorgungs- und Hilfsangebote, um den obdachlosen Menschen zur Seite zu stehen. Der Bus kann auch für Kältegänge im Winter eingesetzt werden, wenn es Meldungen über gefährdeten Personen gibt, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreicht werden können. Um auch dieser benachteiligten Personengruppe die digitale Teilhabe zu ermöglich, ist der Beratungsbus zusätzlich mit einem WLAN Hotspot ausgerüstet.

Wochentags werden die Streetworker mit dem Beratungsbus verschiedene Plätze innerhalb der Stadt Köln anfahren und dort die Menschen gezielt ansprechen. Auch ist der besondere Einsatz im rechtsrheinischen Köln geplant, wo derzeit gerade die Bedarfe für Unterstützungsangebote für wohnungslose Menschen erfasst werden.

Text: Diakonie Michaelshoven
Foto(s): Diakonie Michaelshoven

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Neue Hospizhelfer für „Die Brücke“

Der ambulante Hospizverein „Die Brücke“ freut sich über neue ehrenamtliche Mitarbeiter in der Hospizarbeit: Zehn Teilnehmer haben erfolgreich den Qualifizierungskurs zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen absolviert und kürzlich ihre Zertifikate erhalten. Die Schulung umfasst 90 Unterrichtsstunden und ein abschließendes Praktikum. Die Teilnehmer absolvierten die Qualifizierung unter erschwerten Bedingungen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Kursstart zweimal verschoben werden und viele Inhalte konnten nur per Videokonferenz vermittelt werden.

Die Hospizarbeit erfordert von den Ehrenamtlichen vor allem Empathie, Kommunikation und Selbstreflexion. Sie müssen mit Krisensituationen umgehen, diese angemessen wahrnehmen und einschätzen und entsprechend handeln. Die Ausbildung ist daher stark ausgerichtet auf die Entwicklung von Haltung und Persönlichkeit. Eine Teilnahme an der Schulung verlangt nach einer gesunden Psyche und der Bereitschaft, sich selbst zu öffnen, anderen Menschen persönlich zu begegnen und an der eigenen Persönlichkeit und Haltung zu arbeiten.

Die nächsten Teilnehmer für den Befähigungskurs stehen bereits in den Startlöchern. Für alle, die sich ebenfalls für die ehrenamtliche Hospizarbeit interessieren, bietet der ambulante Hospizverein „Die Brücke“ außerdem am 5. September um 19 Uhr im Mehrzweckraum des Helmut-Hochstetter-Hauses (An der Jüch 49) einen Informationsabend für den Befähigungskurs 2023 an.

Die frisch gebackenen Hospizhelfer:

Daniela Dickmann, Beatrice Gosny, Jessica Klinkhammer, Petra Krone, Claudia Mittendorf, Rainer Mohr, Anja Steinbacher, Ellen Strippel, Astrid Lindner-Truschel, Regine Weine

www.hospiz-diebruecke.de

Text: Daniel Beer
Foto(s): Ute Reher

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Kirche2go fragt: Was ist Altenseelsorge?

Kirche2go fragt: Was ist Altenseelsorge? Die Altenseelsorge wendet sich an Menschen in der zweiten Lebensphase. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger begegnen den älteren Menschen in ihrem Zuhause, in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Sie hören zu, begleiten sie und oft auch ihre Angehörigen. Was dabei besonders wichtig ist, erfahren Sie in dieser Kirche2go-Folge.

In der Passionszeit 2022 erklärt Kirche2go jeden Freitag einen Aspekt aus dem Bereich Seelsorge.

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Kirche2go fragt: Was ist Altenseelsorge?

Unsere Gesellschaft verändert sich und viele Menschen werden immer älter. Viele Seniorinnen und Senioren sind aktiv und beteiligen sich am öffentlichen Leben, so lange es ihre Kräfte zulassen. Die Altenseelsorge hat sich besonders auf Menschen im höheren Alter spezialisiert. Forscher gehen davon aus, dass jeder zweite Menschen, der heute geboren wird, 100 Jahre und älter werden wird.

Die Altenseelsorge wendet sich an Menschen in der zweiten Lebensphase. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger begegnen den älteren Menschen in ihrem Zuhause, in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Sie hören zu, begleiten sie und oft auch ihre Angehörigen.

In vielen Kirchengemeinden werden Besuchsdienste angeboten. Zu Geburtstagen, auf Nachfrage oder auch einfach nur mal so werden Seniorinnen und Senioren von Pfarrerinnen und Pfarrer oder auch Ehrenamtlichen besucht. Sie hören zu, nehmen wahr und sehen den ganzen Menschen, seine sozialen und materiellen Lebensbedingungen, seine Gefühle und seine Suche nach Glück, Sinn und oft auch nach Gott. So nehmen die Seelsorgerinnen und Seelsorger Anteil an den Lebensgeschichten bis zum Ende eines Lebens.

In vielen Kirchengemeinden und Einrichtungen werden auch Andachten, Gottesdienste und Abendmahl mit älteren Menschen gefeiert. Dabei wird oft auf die Einschränkungen, die durch das Alter entstehen können, Rücksicht genommen.

Text: APK
Foto(s): APK

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